Judo wurde ursprünglich in Japan entwickelt und fand seinen Weg erst später nach Europa, daher werden die Judo Begriffe bis heute japanisch gesprochen.
Auch die Judo Zeichen auf den Gürteln der Judoka oder am Eingang des Dojos sind japanisch und wurden im Lauf der Zeit zwar übersetzt, werden aber aus Tradition weiterhin in ihrer originalen Sprache geschrieben.
In dieser Kategorie sind die wichtigsten allgemeinen Begriffe zusammengefasst, die Euch im Judo Trainingsalltag begegnen werden.
Ihr müsst weder für das Judotraining, noch für die Ausübung von Judo die japanische Sprache oder Schrift beherrschen.
Falls Ihr dennoch mehr über die Sprache und das Schriftsystem erfahren möchtet, findet ihr hier eine Reihe von weiterführenden Informationen.
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Grundlegende Judo-Begriffe und ihre Bedeutung
Im Judo gibt es einige grundlegende Begriffe, die im Training und Wettkampf immer wieder verwendet werden. Hier eine Übersicht:
| Japanisches Wort | Deutsche Übersetzung |
|---|---|
| Hajime | Beginnen |
| Mate | Aufhören/lösen! (Kampfrichterbefehl) |
| Sono-mama | Nicht bewegen! (Kampfrichterbefehl) |
| Yoshi | Weiterkämpfen! |
Warum gibt es manchmal mehrere Übersetzungen?
Da eine wortwörtliche Übersetzung japanischer Redewendungen und Schriftzeichen ins Deutsche sehr schwierig ist, können für manche davon verschiedene Übersetzungen existieren.
Welche Begriffe müsst Ihr nun lernen?
Das ist nun die alles Entscheidende Frage und die Antwort lautet: mit fortschreitender Ausbildung wird sich Euer Wortschatz an japanischen Begriffen automatisch verbessern.
Es hilft Euch, wenn Ihr die Judo Begriffe aus der Allgemeinen Kategorie schon ein wenig beherrscht, bevor Ihr die Halle das erste Mal betretet, aber kein Trainer wird Euch aus dem Dojo werfen, wenn Ihr einen davon nicht wisst.
Generell gilt: Der Wortschatz des Judoka wächst mit seinen körperlichen Fähigkeiten.
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Lernt also die Grundlagen und der Rest kommt mit der Zeit.
Wenn Ihr beispielsweise für einen Wettkampf bereit seid, dann wird Euch Euer Trainer nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv auf diesen vorbereiten.
Die Entwicklung des Judo
Judo bedeutet wörtlich „sanfter/flexibler Weg“ (Zusammensetzung aus jū „sanft“, „nachgiebig“, „flexibel“ und dō „Weg“).
Die Wurzeln des Judo reichen bis in die Nara-Zeit (710-784).
In den beiden damaligen Chroniken Japans, dem Kojiki (712) und dem Nihonshoki (720), gibt es Beschreibungen von Ringkämpfen, die mythischen Ursprungs sind.
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Seit 717 fanden am Kaiserhof alljährlich Preisringen statt, an denen Ringer aus allen Provinzen teilnahmen.
Dieses Ringen wurde Sechie-Zumo genannt.
Die Bushi griffen dieses Sumo auf und entwickelten daraus das yoroikumiuchi (Ringen in voller Rüstung).
Mit dem Aufstieg der Kriegerklasse Ende des 12. Jahrhunderts erlebten die Kampfkünste einen starken Aufschwung.
Das kulturelle Geschehen wurde immer mehr vom Geist der Bushi bestimmt.
In dieser Zeit entwickelten sich die Ursprünge des legendären Ehrenkodex’, der später von Nitobe als Bushidō beschrieben wurde.
Im Japan der Ashikaga-Epoche (1136-1568) entwickelten sich unterschiedliche waffenlose Nahkampfsysteme: Eine Variante war Kogusoku (kleine Rüstung).
Diese Kampfart war nach den in dieser Zeit neu entwickelten leichteren Rüstungen benannt.
In der Literatur und den historischen Dokumenten aus dieser Zeit finden sich weitere Nahkampfsysteme wie Tai-Jutsu („Körperkunst“), Torite („Ergreifen der Hände“), Koshi-no-Mawari („Hüfteindrehen“), Hobaku („Ergreifen“), Torinawajutsu („Kunst des Ergreifens und Verbindens“).
In der Mitte des 16. Jahrhunderts führten die Portugiesen die Schusswaffen in Japan ein und die Kriegskünste - Bugei mit Schwert, Pfeil und Bogen - verloren auf dem Schlachtfeld an Bedeutung.
Ihre Traditionen wurden aber in der Edo-Zeit fortgeführt und im Sinne des Prinzips Bunbu (literarische Bildung und militärische Praxis) zur Pflicht gemacht.
Für das Prinzip des Nachgebens Ju in der Kampfkunst gibt es verschiedene Einflüsse, Erklärungen, Legenden und Anekdoten: Im Konjaku-Monogatari findet man zum ersten Mal den Begriff yawara (weich) im Zusammenhang mit einer Geschichte über das japanische Ringen.
Stark waren sicherlich auch die chinesischen Einflüsse, denn seit der Ashikaga-Epoche wurde offiziell der Handel mit China aufgenommen und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts immer weiter ausgedehnt.
Über die Entstehung des Jiu Jitsu existieren unterschiedliche Berichte, die einen legendenhaften Charakter haben.
Ihr historischer Wahrheitsgehalt ist schwer nachzuweisen.
Die poetisch schönste ist sicherlich die Legende des Arztes Akiyama Shirobei aus Hizen, der in China Medizin und die Kunst der Selbstverteidigung studiert haben soll.
Wieder in Japan, zog er sich in einen Tempel namens Dazai-Tenjin zurück.
Der Überlieferung nach war es Winter, und am 21. Tag im Tempel setzte starker Schneefall ein.
Er betrachtete die Bäume; ihm fiel auf, dass viele Äste unter der Last des Schnees brachen, die des Weidenbaums aber wegen ihrer Elastizität nachgaben und den Schnee abgleiten ließen.
Auf Grund dieses Vorgangs soll der Arzt Shirobei das Prinzip des „Ju“ - Nachgebens - in der Kampfkunst eingeführt haben.
In der ersten Hälfte der Edo-Epoche (17./18. Jahrhundert) entwickelten sich unzählige Jiu-Jiutsu- oder artverwandte Schulen - japanisch Ryu.
Mit dem Ende der Tokugawa-Zeit und der Öffnung Japans kam es auch zu starken Veränderungen in der japanischen Gesellschaft.
Durch die Meiji-Reform kam es zu einer Fülle von staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Reformen.
Die japanischen Künste wurden stark zurückgedrängt, alles „Westliche“ hatte Vorrang.
Doch schon zu Beginn der 1880er-Jahre gab es eine Rückbesinnung in Bezug auf die geistlichen und sittlichen Werte.
Kanō Jigorō und die Gründung des Kodokan
Kanō Jigorō (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf.
Er lernte Jiu Jitsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu.
1882 gründete Kanō Jigorō seine eigene Schule, den Kodokan („Ort zum Studium des Wegs“) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio.
Er nannte seine Kunst Judo, da das Kanji (Schriftzeichen) Ju sowohl „sanft“ als auch „Nachgeben“ bedeuten kann und das Zeichen Do ebenfalls mit „Grundsatz“ und nicht nur mit „Weg“ übersetzt werden kann.
Sein System bestand neben Wurftechniken (Nage Waza) aus Bodentechniken (Ne Waza) sowie Schlag-, Tritt- und Stoßtechniken (Atemi Waza), die er dem System der Kito-Ryu und der Tenshinshinyo-Ryu entnommen hatte.
Dies waren traditionelle Jiu-Jitsu-Schulen, bei denen Kanō mittlerweile das Menkyo-Kaiden (die universelle Lehrerlaubnis und Meisterwürde) innehatte.
Es war sogar eine kleine Sparte Waffentechnik (z. B. mit Schwert und Stöcken) im Curriculum vorhanden.
Kanō selektierte zwar einige Techniken aus, welche dem von ihm gefundenen obersten Prinzip „möglichst wirksamer Gebrauch von geistiger und körperlicher Energie“ widersprachen.
Dass er dabei aber alle „bösen“ Techniken entfernt hätte, welche geeignet sind, einen Menschen ernsthaft zu verletzen oder zu töten, ist ein weitverbreiteter Irrtum.
Im Jahre 1886 konnten Schüler Kanos einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu Jitsu-Schule Ryoi-Shinto Ryu für sich entscheiden.
Es wird behauptet, Kano habe das Judo durchaus als ernstzunehmende Selbstverteidigungskunst inklusive Schlägen und Fußtritten konzipiert, ohne die ein Sieg über Ryoi-Shinto Ryu nicht möglich gewesen wäre.
