Schön, wenn einem eine Platte neue Erlebniswelten eröffnet. Insofern: Punkt für 18 Karat. Das Gefühl, das mich vom ersten ausgehusteten "Rea-dy-to-die!" an befällt, ist mir tatsächlich völlig unvertraut: Ich freu' mich auf das Farid Bang-Feature, das die Tracklist verspricht.
"Ready To Die" referiert der erste Track gleich in seinen ersten Takten auf einen der Großen des Genres, nur um danach alles, wofür er stand, gar garstig mit Füßen zu treten.
"If I wasn't in the rap game I'd probably have a key knee-deep in the crack game", so Biggie einst. Für ihn, der zuvor zweifellos der "Pusha" gewesen ist, den 18 Karat unentwegt zu verkörpern behauptet, bedeutete seine Kunst einen Ausweg, eine Alternative zum Dealerdasein. Bei 18 Karat gibt es nichts davon. Keine Kunst, keine Alternative. Er ist "Pusha Gewesen, Pusha Geblieben", "Gangsta Gangsta" mit "Strassenabitur", einer der einsamen "Löwen" unter den auch schon recht verschlissenen "Schlangen und Ratten".
18 Karat fährt auf den Straßen von "Crackcity" den "Illegalen Lifestyle", immer auf der Jagd nach "fast money, fast life". Er zählt Scheine in "Braun Grün Gelb Lila", denn - erwähnte er es schon? - er ist "Pusha".
Auch, wenn das krampfhafte Beteuern eines Sachverhalts normalerweise stark an dessen Nähe zur Realität zweifeln lässt: Ehrlich gesagt zieht mir meilenweit am Arsch vorbei, ob 18 Karat tatsächlich Rauschmittel vertickt hat oder noch vertickt, und wenn ja, welche und wo.
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"Ihr seid Fake, ich bin Pusha! Keine Rapper, wir sind Pusha!" Yo, alles klar. Dann geht aber doch bitte einfach pushen.
"Ich hab' mich nie für Rap interessiert": Glaub' ich zur Abwechslung uneingeschränkt. "Ich bin enttäuscht von der Szene": Unterschreib' ich, so lange sie Zeug wie "Pusha" gebiert, gleich doppelt, doch: "Machen sich vor 14-Jährigen zum Clown"? Da würde mich jetzt aber doch interessieren, in welchem Alterssegment 18 Karat seine eigene Zielgruppe vermutet.
"Ich bin zwar immer noch kein Rapper": yepp! "Aber trotzdem in den Charts": Das wiederum offenbart, in welchem Ausmaß deutscher Straßenrap inzwischen havariert sein muss. Wird wirklich Zeit, dass dieser Kahn endlich absäuft.
18 Karat gibt vor, er sei "Gegen Den Fame", widerspricht sich dabei aber in einer Tour selbst. Angeblich will er weder Feedback noch Features oder Kollabos, tritt dann aber doch beleidigt in die Richtung von jedem, der ihn nicht hofiert, während TV Strassensounds Davud, in seiner Wahrnehmung der einzige, der ihm eine Plattform gab, lobende Erwähnung findet. Genauso stell' ich mir das vor, wenn einem Feedback und Rezeption gleichgültig sind.
"Jetzt kriegt das Rap-Biz ein Drive-By." Nötig hätte es die armselige Szene längst, mit ihren aufgeblasenen Protagonisten, den skrupellosen Geschäftemachern und dem Heer von Speichelleckern und eingeschüchterten Schisshasen, die servil um sie herumscharwenzeln. Verachtung dafür ist mir wirklich nicht fremd. 18 Karats unverhohlene Verachtung für die Sache an sich allerdings, die fühlt sich wie ein echter Schlag in den Magen an.
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Er hat kein Interesse an, keinen Respekt vor und schon gar keinen Funken Liebe für die Kunst. Entsprechend kann er nichts beitragen, hat nichts zu erzählen, wie die an Einfallslosigkeit nicht zu überbietende Trackliste einem schon von weitem entgegenschreit. 18 Titel umfasst die kürzeste Version, verschiedene andere Editionen blasen sie für die ganz Schmerzfreien auch auf doppelte Länge auf.
Heraus kommt, wenig überraschend (und so man das immer gleiche gepresste Geschrei auf homöopathisch variierten, wuchtigen Synthiebeats überhaupt als solchen bezeichnen will), Rap zum Abgewöhnen. Sollte ich jemals einen ernsthaften Entzugsversuch unternehmen wollen, um vom Hip Hop loszukommen: Ich hab' jetzt eine Idee, wie das gelingen könnte.
"Pures Gold weist eine Reinheit von 18 Karat auf und seine Maske soll aus purem Gold sein", lese ich allüberall. Ich hab' zwar gelernt, dass reines Gold 24 Karat hätte ... aber ich hab' ja auch kein Straßenabitur. Eine Maske aus "reinem Gold" wäre jedenfalls in etwa so weich wie mein Keks nach dem zweiten Durchlauf dieser Platte.
Die erspart einem nichts. Auch nicht den Track mit den Kopfhoch-Schablonen ("Ich Glaub An Dich"), und schon dreimal nicht die heulsusige, in Tränen der Mama eingepökelte Ich-knie-vor-Gott-Pseudo-Reue-Nummer. Nein, "Dieser Weg" wird wahrlich kein leichter sein.
Was war denn nu mit diesem Farid Bang-Feature? "Komm Ins Café", Casper, Ferris, Silla und Chakuza sind auch eingeladen. Hab' doch gewusst, dass es spätestens jetzt lustig wird. Vergleichsweise. Zumindest ein kleines bisschen. Hey, der Banger buchstabiert!
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