MMA Weltmeister Frauen: Eine Übersicht

Mixed Martial Arts (MMA) ist momentan eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in Europa. Der Sport ist spektakulär, spannend und blutig. Den MMA-Kämpfern ist im Käfig fast alles erlaubt - nur Tiefschläge, Schläge auf Rücken und Hinterkopf, Kratzen, Beißen sowie Stechen in Körperöffnungen ist verboten. Wer am Boden liegt, darf weiter geschlagen werden. Tritte zum Kopf sind dann aber nicht mehr erlaubt. Der Sport vereint die besten Techniken aller bekannten Kampfsport-Disziplinen.

In der Männer-Abteilung gibt es eine Reihe an Superstars. Aber, wie sieht es in der Welt der UFC Frauen aus? Wer sind die besten MMA-Fighterinnen und wer macht auch außerhalb des Käfigs eine hervorragende Figur?

Aktuelle UFC-Champions der Frauen

In der Ultimate Fighting Championship (UFC) geht es bei den Frauen mächtig zur Sache. Von 2012 bis 2017 kamen die Frauen in die UFC. Beginnend mit dem Bantamgewicht folgten in den nächsten Jahren auch noch Strohgewicht, Federgewicht und zuletzt das Frauen-Fliegengewicht. Wer in welcher Division antritt, hängt vom Gewicht der Kämpferinnen ab. In diesen vier Gewichtsklassen werden auch die Ranglisten für die UFC-Fighterinnen geführt. Eine UFC Frauen Schwergewicht Rangliste gibt es nicht. In jeder Gewichtsklasse gibt es eine aktuelle Titelträgerin, dahinter führt die UFC in jeder Division ein Ranking mit den Top-10.

Frauen-Strohgewicht (bis 52 kg)

Die schmächtigsten UFC-Fighter treten an im Strohgewicht, hier dürfen die Frauen nicht mehr als 52 kg auf die Waage bringen. Bei UFC 281 besiegte Weili Zhang (33) Ex-Champ Carla Esparza (35) und krönte sich bereits zum zweiten Mal zum UFC-Weltmeister. „Ich habe jeden Tag hiervon geträumt. Seitdem ich den Gürtel verloren habe, habe ich jeden Tag und jede Nacht davon geträumt“, so die neue Weltmeisterin nach dem Titelgewinn.

Frauen-Fliegengewicht (bis 56,7 kg)

Im vorletzten Kampf des Abends bei UFC 285 schockte Alexa Grasso (29) die MMA-Welt und beendete die irre Siegesserie von Valentina Shevchenko (34/sieben Titelverteidigungen in Folge). Grasso emotional nach dem Kampf: „Kneif mich, bitte!“. Mit dem Titel-Schocker hat die UFC nun drei Weltmeister aus Mexiko.

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Frauen-Bantamgewicht (bis 61,2 kg)

UFC-Boss Dana White adelte Amanda Nunes (35) einst: „Sie ist die beste Frauen-Kämpferin aller Zeiten und eine der besten MMA-Kämpfer jemals“. Jetzt hat die erfolgreichste MMA-Kämpferin aller Zeiten ihre Handschuhe an den Nagel gehängt. Am 20. Juni 2023 wurde der Bantamgewichts-Gürtel somit vakant.

Frauen-Federgewicht (bis 65,7 kg)

Mit ihrem MMA-Rücktritt legte Amanda Nunes auch ihren Titel im Federgewicht nieder. Nachdem die Brasilianerin ihre Rente bekanntgab, verkündete Boss Dana White, dass es Sinn ergebt, der Gewichtsklasse im Federgewicht ebenfalls ein Ende zu setzen.

Bekannte UFC-Fighterinnen

Valentina Shevchenko

Das Fliegengewicht der UFC Frauen wurde lange Zeit beherrscht von Valentina Shevchenko. Seit 2015 kämpft die am 7. Die aus Kirgistan stammende Russin holte sich im Dezember 2018 den Goldgürtel im Fliegengewicht und hat diesen danach 7 Mal verteidigt. Ursprünglich kommt Shevchenko aus dem Kickboxen, wo sie 57 ihrer 59 Profi-Kämpfe gewonnen hat.

Amanda Nunes

Amanda Nunes gilt somit für viele als die beste MMA-Fighterin aller Zeiten. Die Brasilianerin ist die erste Frau, die UFC-Champion in zwei Divisionen (Bantam- und Federgewicht) wurde. Nunes ist auch die erste und einzige Kämpferin in der UFC-Geschichte, die zwei Titel verteidigt hat und sie gleichzeitig aktiv hält (Stand: 15.10.2021). Auch privat dreht sich bei der am 30. Mai 1988 geborenen Brasilo-Fighterin alles um die UFC - sie ist nämlich mit Nina Nunes verheiratet, die ebenfalls in der UFC - und zwar in der Strohgewicht-Klasse - antritt.

Alexa Grasso

Karen Alexa Grasso Montes (9. Im März 2023 besiegte sie Valentina Shevchenko und kürte sich damit zum Champion im Fliegengewicht! Eigentlich ist Grasso für ihre starken Punches bekannt. Den Titel-Traum erfüllt sie sich allerdings mit einer starken Submission (Rear-Naked-Choke) in der vierten Runde.

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Holly Holm

2015 sorgte die am 17. Oktober 1981 geborene US-Amerikanerin für eine der größten Überraschungen in der UFC-Geschichte. Holm zählt zu den besten Boxerinnen aller Zeiten. Insgesamt verteidigte „The Preacher’s Daughter“ (so ihr Kampfname) ihre Titel in drei Gewichtsklassen insgesamt 18 Mal und war zudem zweifache Ringmagazin-Kämpferin des Jahres (2005, 2006).

Rose Namajunas

Rose Gertrude Namajunas wurde am 29. Sie wurde Rose (litauisch: Rožė) zu Ehren ihrer Urgroßmutter Rožė Gotšalkaitė Namajūnienė genannt, deren Ehemann Juozas ein unabhängiger litauischer Militäroffizier war. Ihr Mutter war Pianistin, Rose selbst startete als 5-Jährige mit Kickboxen. Seit 2015 ist die MMA-Kämpferin in der UFC und mischt das Strohgewicht auf. 2017 knockte sie überraschend Joanna Jędrzejczyk aus und kürte sich erstmals zur UFC-Meisterin im Strohgewicht.

Alina Dalaslan: Ein aufstrebendes Talent

Alina Dalaslan fällt auf, wenn sie die Matte betritt. In der zwölfköpfigen Trainingsgruppe ist sie die einzige, die sich zunächst einmal ihre langen, schwarzen Haare zu einem Dutt binden muss, bevor es losgehen kann. Bis auf sie und den Trainer tragen alle anderen Athleten Kurzhaarfrisur. Alina Dalaslan ist die einzige Frau in der Gruppe. "Das ist natürlich ein bisschen schade", findet sie. Aber es habe auch Vorteile. Ihre Gegnerinnen erscheinen ihr regelmäßig eher schwach. Schließlich sei sie es gewohnt mit Männern zu kämpfen.

Consultant Controlling steht in ihrem Berufsprofil. Ein Duales Studium im Rechnungswesen hat sie vor drei Jahren abgeschlossen, mittlerweile arbeitet sie für einen großen schwäbischen Automobilkonzern. "Klassische Buchhaltung", erklärt sie lächelnd im SWR-Interview. Auf den ersten Blick sieht man ihr das Hobby nicht an, das sie ab sofort professionell betreiben wird.

Alina Dalaslan kann all das. Zumindest die besten Tricks dieser Sportarten. Auch wenn sie selbst am liebsten im Stand kämpft, wie sie erzählt. "Ich komme aus dem Kickboxen", erklärt sie am Rande der Trainingseinheit. Schwitzend und glücklich steht sie nach dem anstrengenden Athletik-Training in der Balinger Kampfsportschule "Planet Eater" vor der Kamera. Dann schnürt sie sich die dünnen, fingerfreien Handschuhe, um noch ein kurzes Sparring einzuschieben. "Ich werde niemals müde", lacht sie und beweist das auch gleich im Pratzentraining.

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Trainer Mert Özyildirim bestätigt das: "Schaut mal, die Jungs sind schon alle in der Umkleidekabine. Die sind platt. Dass Alina Dalaslan als eines der größten weiblichen MMA-Talente in Deutschland gilt, liegt auch an ihrer kurzen, aber erfolgreichen Amateur-Karriere, die im Stallion Gym in Stuttgart beginnt. Ihren ersten Kampf im September 2023 gewinnt Dalaslan gegen die Österreicherin Narges Mohseni auf der Veranstaltung "Savage 1" im österreichischen Korneuburg. "Als ich sie damals beim Aufwärmen gesehen habe, wusste ich sofort, dass sie ein riesiges Potenzial hat", erinnert sich Veranstalter Marjan Macic zurück.

Wenig später wird Alina Dalaslan bereits für die Weltmeisterschaft nominiert, darf für Deutschland antreten: "Es war so eine geile Erfahrung gegen richtig gute Kämpferinnen", erzählt Dalaslan. Am Ende darf sie sich über den Titel freuen: Weltmeisterin der IMMAF (International Mixed Martial Arts Federation). "Mit dem Gürtel nach Hause zu kommen war natürlich der Hammer", sagt sie und freut sich über das Lob aus der Szene. "Sie hat wirklich die größte Chance, irgendwann in die UFC zu kommen und einen Titel zu holen", sagt Mert Özyildirim.

Auch am Abend, beim Ringertraining, steht Dalaslan als einzige Frau auf der Matte. Wieder muss sie ausschließlich gegen Männer ran. "Es wäre schon schön, wenn es mehr Frauen in unserem Sport gäbe", gibt sie im Interview zu. Vor allem in Deutschland ist der MMA-Sport noch immer eher eine Männerangelegenheit. Bezeichnend daher, dass sie für ihren ersten Profikampf in Stuttgart auf eine Tschechin traf. Mit Kamila Šimková bekam es Dalaslan mit der zweifachen tschechischen MMA-Meisterin zutun. Gleich beim Debüt also eine sehr erfahrene Gegnerin - die sie souverän besiegt. Alina Dalaslan ist bereit für den nächsten Schritt.

UFC Bezahlung

Die UFC-Fighterinnen werden deutlich schlechter bezahlt als die Männer. Das liegt aber auch daran, dass die Männerkämpfe deutlich mehr PPV-Einnahmen und höhere Einschaltquoten generieren als die Kämpfe der Frauen. Dennoch dürfen sich Nunes, Holm & Co. So hat Amanda Nunes einen Vertrag mit der UFC, der ihr pro Kampf satte 450.000 US Dollar einbringt - plus 100.000 Bonus für den Falle es eines Sieges. Valentina Shevchenko, Herrscherin über das Fliegengewicht, kommt als Zweite auf etwa 250.000 Dollar pro Kampf. Dahinter verlaufen die Fix-Gagen recht ausgeglichen. Es hängt auch davon ab, ob es sich um einen Titelkampf handelt oder nicht.

UFC Champions in zwei Gewichtsklassen

Zehn Mal kam es in der UFC-Geschichte bislang vor, dass eine Person zwei Titel in unterschiedlichen Gewichtsklassen gewonnen hat. Randy Couture war der erste Titelträger in zwei verschiedenen Gewichtsklassen. In der jüngeren Vergangenheit kürten sich Alex Pereira und Ilia Topuria zu UFC Champions in zwei Gewichtsklassen.

  1. Randy Couture (Schwergewicht, Halbschwergewicht)
  2. B.J. Penn (Weltergewicht, Leichtgewicht)
  3. Conor McGregor (Federgewicht, Leichtgewicht)
  4. Georges St-Pierre (Weltergewicht, Mittelgewicht)
  5. Daniel Cormier (Halbschwergewicht, Schwergewicht)
  6. Amanda Nunes (Bantamgewicht, Federgewicht)
  7. Henry Cejudo (Fliegengewicht, Bantamgewicht)
  8. Jon Jones (Halbschwergewicht, Schwergewicht)
  9. Alex Pereira (Mittelgewicht, Halbschwergewicht)

Längste Regentschaft in einem UFC Ranking

Die längste Regentschaft in einem UFC Ranking hat Anderson Silva. Der Brasilianer regierte insgesamt 2.457 Tage im Mittelgewicht. Das schaffte er mit zehn Titelverteidigungen.

  1. Anderson Silva 2.457 Tage (Mittelgewicht)
  2. Demetrious Johnson 2.142 Tage (Fliegengewicht)
  3. Georges St-Pierre 2.064 Tage (Weltergewicht)
  4. Amanda Nunes 1.981 Tage (Bantamgewicht - Frauen)

Jon Jones ist wiederum in der UFC Rangliste der meisten Titelfights die Nummer 1 der MMA-Königsklasse. Insgesamt 17 Mal trat er im Halbschwer- bzw. Schwergewicht an.