Taekwondo Weltmeister Frauen: Eine Übersicht

Taekwondo ist eine faszinierende Kampfsportart, die sowohl Kraft als auch Präzision erfordert. Viele Frauen haben in diesem Sport herausragende Leistungen erbracht und sich den Titel der Weltmeisterin verdient. Dieser Artikel soll einen Einblick in die Welt des Taekwondo geben und einige bemerkenswerte Athletinnen hervorheben.

Ein besonders bemerkenswertes Beispiel ist Kimia Alisadeh, eine iranische Taekwondo-Kämpferin, die 2016 in Rio de Janeiro Geschichte schrieb. Sie gewann die Bronzemedaille in der Klasse bis 57 Kilogramm und wurde damit zur ersten und bis heute einzigen Iranerin, die bei Olympischen Spielen eine Medaille gewinnen konnte. Als «Tsunami» wurde sie gefeiert.

Der glückliche Tag ist mehr als drei Jahre her. Es folgten andere schöne Momente wie der Gewinn von WM-Silber 2017. Aber auch viele Tage, an denen Alisadeh unglücklich war.

Kimia Alisadehs Flucht aus dem Iran

Nun hat die 21-Jährige ihre Heimat verlassen, weil sie den Staat satt hat. Alisadeh ist mit dem Volleyballer Hamed Madanchi verheiratet. Ob auch er sich abgesetzt hat, ist nicht bekannt.

Wo sie sich aufhält, ist nicht bekannt. Die Kampfsportlerin schreibt: «Niemand hat mich nach Europa eingeladen und ich habe kein verlockendes Angebot erhalten. Aber ich akzeptiere den Schmerz und die Härte des Heimwehs, weil ich nicht Teil von Heuchelei, Lügen, Ungerechtigkeit und Schmeichelei sein wollte.» Die iranische Nachrichtenagentur Isna meldete, Alisadeh sei in Holland.

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Die Gründe für ihre Flucht sind vielfältig und komplex. Alisadeh selbst schreibt auf Instagram, sie sei «eine der Millionen unterdrückten Frauen im Iran». Sie sei gezwungen, einen Hidschab zu tragen, und werde vom Staat als Propagandainstrument benutzt, teilt sie mit. Funktionären warf sie Sexismus vor. Die Regierung würde zwar ihre sportlichen Erfolge politisch ausnutzen, dennoch werde sie gedemütigt. Etwa damit, dass Taekwondo kein Sport für Frauen sei: «Es ist nicht tugendhaft für eine Frau, sich die Beine zu vertreten.»

Es sei ihr schwer gefallen, den Iran zu verlassen, erklärte die 21-Jährige, doch der Schritt sei notwendig gewesen: «Ich trug immer das, was sie mir befahlen. Ich leierte immer das herunter, was sie mir sagten. Wir sind nichts wert, für sie sind wir bloss Werkzeuge.»

Der Parlamentarier Abdolkarim Hosseinsadeh sprach von inkompetenten Beamten, die es zuliessen, dass «Humankapital des Irans» fliehe. Man könne keine Sportlerin zwingen, im Iran zu bleiben, wurde die stellvertretende Sportministerin Mahin Farhadisad zitiert.

Weitere Fälle von Flucht iranischer Sportler

Der Fall der Taekwondo-Kämpferin ist ein weiterer in einer Reihe von Sportlern, die in den vergangenen Monaten mit der iranischen Regierung gebrochen haben. Im September flüchtete Saeid Mollaei, 2018 Judo-Weltmeister, nach Deutschland, weil man ihn angewiesen hatte, vor einem drohenden Duell gegen einen Israeli forfait zu geben. Aus einem ähnlichen Grund kündigte Aliresa Firousja, der beste Schachspieler des Landes, im Dezember an, nicht mehr für den Iran anzutreten. Und Aliresa Faghani, der an der Fussball-WM 2018 zum besten Schiedsrichter gewählt wurde, setzte sich nach Australien ab.

Shohreh Bayat bewegt sich seit dem vierten Turniertag ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit. Sie ist Chef-Schiedsrichterin der Schach-WM der Frauen, welche derzeit in Schanghai ausgetragen wird. Dass sie vom iranischen Schachverband und staatlichen Medien deswegen bedroht wird, ignoriert die 32-Jährige. Sie habe sich entschieden, nach der WM nicht in die Heimat zurückzukehren, sagte sie der ARD, aus Angst vor einer Bestrafung. Der Weltschachverband liess verlauten, man sorge sich um Bayats Sicherheit.

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Taekwondo-Kämpferin Kimia Alisadeh sagt, sie wünsche sich nichts anderes als Taekwondo, Sicherheit und ein glückliches und gesundes Leben.

Schweizer Erfolge im Taekwondo

Auch aus der Schweiz gibt es positive Nachrichten im Taekwondo. An den Taekwondo-WM in Marina di Carrara (It) gewann die Schweizer Mannschaft überraschend die Goldmedaille in der Kategorie Formen. Im Schweizer Team figurierten Matthias Hoppler, Michael Marni, Susanna Vogel und Renato Marni, der bereits seine siebente Goldmedaille gewann. Susanna Vogel holte bei den Frauen in der obersten Formen-Kategorie ebenfalls Gold. Michael Marni erkämpfte sich im Einzel in den Kategorien Kampf und Formen jeweils Bronze. Vor einem Jahr hatte er in der Kategorie Kampf noch Gold gewonnen.

Als erste Schweizerin gewinnt Nina Kläy einen EM-Titel bei der Elite im Taekwondo. In Baku setzt sich die 25-Jährige in der Kategorie bis 62 Kilogramm durch.

Die Schweizer Taekwondo-Kämpferin Manuela Bezzola hat bei ihrem Olympia-Debüt Lehrgeld bezahlt. Eine offensichtliche Verkrampfung führte dazu, dass Bezzola im Auftakt-Duell, dem Achtelfinal, ohne Punkte ausschied.

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