Schwingen ist mehr als nur ein Sport, es ist ein Stück Schweizer Identität. Alle drei Jahre werden die Schwingfeste zu wahren Nationalfeiertagen. Allerdings ist es eigentlich nur noch ein Sportfest, aber ein grandioses.
Schwingen als Nationalsport
Schwingen ist ein Nationalsport, der auf einer großen Fläche ausgeübt wird. Der Eidgenössische Schwingverband zählt rund 50.000 Mitglieder. Dabei geht es um den Titel des Schwingerkönigs. Es geht nicht darum, Olympiasieger oder Weltmeister zu werden.
Es ist beeindruckend, wie viele Schaulustige einen Schwingwettkampf umlagern, wenn er eröffnet wird. Die Kämpfer stehen sich wie zwei Stiere gegenüber, bis einer besiegt ist und ächzend auf dem Rücken im Staub landet.
Die Entwicklung des Schwingens
Muss sich das Schwingen nach dem ESAF 2025 weiterentwickeln? Sollte es bei Fehlentscheidungen jetzt einen Videobeweis geben? Diese Fragen stehen im Raum und werden diskutiert.
Schwingen und Gesellschaft
Schwingen ist nicht nur etwas für Rechte - von wegen. Auch Sozialisten nutzten den Schweizer Nationalsport für ihre Propaganda. Was sie sich davon versprachen, erklärt Linus Schöpfer in seinem Buch "Schwere Kerle rollen besser".
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Oerlikon bei Zürich im Jahr 1919: Männer in Anzügen blicken in die Kamera. Bäggli heißt der eine, Bommeli ein anderer. Doch der Schein darf nicht täuschen: Diese Herren sind radikal. Sie stehen für die große gesellschaftliche Umwälzung. Enge Zimmer, die man auch in der Schweiz des frühen 20. Jahrhunderts kennt, halten einen sporthistorischen Moment fest: Eben wurde der Arbeiterschwingerverband gegründet, mit Unterverbänden.
Unterhaltung beim Schwingfest
"Zur Freude der Veranstalter waren auch viele Familien mit Grosseltern, Eltern und Kinder gekommen. Die kringelten sich bereits vor Lachen, als Herr Konrad vom Boardwalk-Theater mit seinem Koffer die Pfleghof-Arena betrat und sich vorstellte - vor das Gepäckstück. Mit Jonglierbällen zauberte er Muster in die Luft, bei denen das Publikum vor Staunen den Atem anhielt.
"Herr Konrad startete mit einer meisterhaft synchronen geräusch-untermalten Pantomime. [...] Bei seiner tänzerischen Jonglage mit bis zu vier Bällen, liess er sich auch vom stärksten Sturm nicht irritieren, immer begleitet von herrlichem Nonsens-Geplauder. [...] Fast zwei Meter mass das Hochrad; hoch da oben, in wildem Windgebraus jonglierte er [...] , machte die 'Storchennummer' [...] und erklärte dem Tränen lachenden Publikum zum Schluss: 'Diese Show zu überleben, war mein Lebensziel'.
"Der Conférencier Herr Konrad hat alles im Griff: die Gummibälle bei seiner Jonglage und das Publikum in der Manege, pardon im Salon. Er selbst erinnert bei seinen Jonglage-Auftritten, wenn Zunge und Mundwinkel mitrotieren, an den britischen Komiker Mr. Bean.
"Herr Konrad ist Garderobier, Kellner, Komödiant, Tänzer, Einrad-Artist und Jongleur.
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"Der Brillenträger weiss in jeder Sekunde zu 'brillieren': Sowohl mit genialem Wortwitz als auch mit klassischen Jonglageeinlagen.
"... eine einzigartige Mischung aus Comedy, assoziativen Banalitäten, hochgeistig verquirlten Texten und furioser Akrobatik. Man nehme den pomadigen, überkorrekten Oberst des Kabarettisten Georg Schramm, addiere dazu die Verlegenheit einer Marlene Jaschke und das kreative Chaos des stets mit dem roten Faden ringenden Piet Klocke - fertig ist die Kunstfigur des überzeugten Kassengestellträgers 'Herr Konrad'.
"Wortspiele und Versprecher sind das Markenzeichen des Manns mit der Schillerlocke.
"Nicht nur als Artist auf dem Hochrad und mit drei Keulen zeigte sich Herr Konrad äusserst versiert, sondern auch als witziger Moderator, der durch den Abend führte.
"Herr Konrad jongliert mit höchster Präzision Bälle, Keulen und Haustiere. Nein, stopp, Haustiere natürlich nicht.
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"Zu den sicheren Highlights des Abends gehörte ‚Herr Konrad’, der neben seinen Jonglierkünsten mit wunderbarer Komik und eigenwilligem Nummernaufbau verblüffte. Jonglieren kann so amüsant sein, wenn plötzlich die Brille zwischen den Bällen, die er Bleichgesichter nennt, tanzt, wo er doch nur ‚brillieren’ wollte, oder wenn er mit pantomimischem Gang die Keulen auf dem Rücken trägt und sie durch die Luft surren lässt.
"Eine Klasse für sich ist Herr Konrad. Ohne ihn ist das Broadway-Varieté schlicht nicht denkbar. Mit seinen messerscharfen Wortsalven hält er uns - und den Rest der Filmcrew - auf Trab.
"Das elegant parlierende Mundwerk des Prinzipals, wird nur noch von der Schwindel erregenden Wortakrobatik des Herrn Konrad übertroffen. Zu einem Höhepunkt des Abends gerät die ‚Spiegel’-Nummer von Prinzipal Schönauer und Herrn Konrad, ein Slapstick mit absurden Ecken und Kanten.
