Die Veteranen-Meisterschaften erfreuen sich wachsender Beliebtheit, was sich in der Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen wie Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften widerspiegelt.
Zusätzlich dazu gibt es eine Vielzahl kleinerer Turniere, die in den verschiedenen Bundesländern ausgetragen werden.
Seit dem Jahr 2005 richtet der Deutsche Judo-Bund (DJB) nationale Titelkämpfe für Veteranen (Ü30) aus.
Auch auf internationalem Parkett gibt es Europa- und Weltmeisterschaften.
Altersklassen und Wettkampfregeln für Veteranen
Bei den Judokas über 30 Jahren wird neben den Gewichtsklassen jeweils mit Jahrgängen gestaffelt eine Wettkampfklasse gebildet.
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Die Wettkampfzeit beträgt bei den Veteranen drei Minuten.
Bei vielen Veteranen-Wettkämpfen ist ein aktuelles sog. Medical Certificate Pflicht.
Die Termine der nationalen Wettkämpfe findet ihr im Terminbereich des DJB.
Altersklassen bei Deutschen Meisterschaften Ü30
Die Altersklassen bei Deutschen Meisterschaften Ü30:
- F1: Frauen 30-34 Jahre
- F2: Frauen 35-39 Jahre
- F3: Frauen 40-44 Jahre
- F4: Frauen 45-49 Jahre
- F5: Frauen 50-54 Jahre
- F6: Frauen 55-60 Jahre
- F7: Frauen über 60 Jahre
- M1: Männer 30-34 Jahre
- M2: Männer 35-39 Jahre
- M3: Männer 40-44 Jahre
- M4: Männer 45-49 Jahre
- M5: Männer 50-54 Jahre
- M6: Männer 55-59 Jahre
- M7: Männer 60-64 Jahre
- M8: Männer über 65 Jahre
- M9: Männer 70-74 Jahre
- M10: über 75 Jahre
Anpassungen der Wettkampfregeln ab 2025
Während eines laufenden Olympiazyklus in Länge von vier Jahren bemühen sich die Judoverbände, die Kampfregeln nicht zu sehr zu verändern.
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Das führt aber im Umkehrschluss bisweilen dazu, dass nach einer Olympiade durchaus auch mal massiv an den Regeln geschraubt werden kann. So auch jetzt.
Ab dem 1. Januar 2025 gelten die neuen Wettkampfregeln der International Judo Federation (IJF) in allen Altersklassen des Deutschen Judo-Bundes (DJB).
Es hat sich einiges getan und obwohl noch nichts verbindlich schriftlich zum Nachlesen fixiert ist, sollen bereits die Turniere im Januar nach den neuen Regeln ausgetragen werden.
Die Regeln sollen - in der bald hoffentlich fixiert veröffentlichten Form - erst einmal bis Ende Juni gelten, danach werden sie ggfs. noch mal angepasst.
Evtl. Judo soll attraktiver werden, weniger Strafen, dafür mehr positive Bewertungen
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Deswegen gibt es wieder eine dritte, kleinere Wertung, den Yuko, unter dem Waza-ari, dieser ist bei Würfen noch einfacher zu erzielen und ab bereits 5 Sekunden Haltegriff im Boden, Handzeichen ist gestreckter Arm mit gestreckten Fingern diagonal nach unten
Allerdings addieren sich die Yuko nicht auf, geben zwei Waza-ari einen Ippon, so schlägt ein Waza-ari auch 15 und mehr Yuko
Man darf im Stand wieder die Jacke unterhalb des Gürtels greifen oder dort verteidigen, allerdings sind Wurfansätze durch (Hosen-)Beingriff oder Griff von vorne oder hinten durch die Beine, wie es die Japaner nun wieder eingeführt haben, die mit dem Verhalten der IJF sehr unzufrieden waren und für Asien eigene Regeln aufgestellt haben, die auch schon früher veröffentlicht wurden, nach wie vor nicht erlaubt
Die Hose darf nur ab Leiste aufwärts gegriffen / berührt werden
Man darf wohl auch in den Ärmel oder das Hosenbein greifen, was bis jetzt verboten war, ins Hosenbein aber nicht im Stand, sondern nur im Boden
Griffe, z.B. einseitig, über Kreuz, etc., sollen bei keinem Stillstand länger bis zu 30 Sekunden erlaubt sein und so lange man kein negatives Judo damit macht, aktuell muss unmittelbar bei einem nicht klassischen Griff der Angriff erfolgen
Werfen unter Zuhilfenahme des Kopfes und Diving werden unterschieden, Diving führt weiterhin zur Disqualifikation, im Zweifelsfall aber keine Wertung und keine Strafe, Wurfausführung mit Kopf ist für U21 und Senioren erlaubt
Head Defense und Kopfbrücke werden ebenfalls unterschieden, Head Defense für U21 und Senioren erlaubt, Landung in der Brücke ist weiterhin Ippon für den Werfenden
Abstützen mit beiden Händen oder Ellenbogen oder einem Ellenbogen und einer Hand gibt keine Strafe mehr
Die Regelungen beim Verlassen der Kampffläche wurden überarbeitet, Verhindern des Wiederreinkommens führt nicht mehr zum Shido, Shido nur bei absichtlichem Verlassen = Flucht, so lange ein Fuß auf dem Mattenrand ist, ist es innerhalb, auf der Sicherheitsfläche ist nach 2 Metern „Mate“, egal wie die Sitautaion gerade ist und sich entwicklen könnte, dreht man dem Gegner den Rücken zu, wird nicht mehr unterbrochen (= eigenes Risiko)
Bearhug ist wieder ohne vorherigen Griff am Anzug erlaubt, allerdings dürfen die Arme nicht mehr durch Griff ins eigene Handgelenk / die eigene Hand geschlossen werden
Die Regelungen für den Scheinangriff wurden angepasst, nun muss echte Reaktion von Uke nötig sein, damit es kein Scheinangriff ist und ein „Reinhalten“ des Beins ohne Angriff wird ebenfalls als Scheinangriff gewertet
Reverse Seoi-nage ist ab U21 wieder erlaubt
Hier dann noch die Links:
- Der IJF Artikel 1 (englisch) steht hier
- Der IJF Artikel 2 (englisch) steht hier
- Das Video der Schulung aus Potsdam (geht erst nach 1min 45 richtig los) gibt es hier
- Das Video von Eduard Trippel gibt es hier
Und damit es nicht ganz langweilig wird, gibt es auch Neuerungen bei den Kleidungsvorschriften bzw. gelten die Regeln der IJF jetzt auch ab der U15, die Vorschriften sind hier zu finden.
