Die Tage werden kürzer und die dunkle Zeit des Jahres beginnt. Die abgelegenen Wege, die im Sommer noch so idyllisch schienen, wirken nun dunkel und furchteinflößend. Um sich sicherer zu fühlen, kann das Erlernen einer Kampfsportart helfen. Jeder gute Kampfsportlehrer sagt zwar als Erstes: Flucht geht vor Kampf. Wenn es möglich ist, solltest du also die Konfrontation meiden, um dich - gerade als Kampfsport-Einsteiger - nicht in Gefahr zu bringen.
Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.
Die Welt des Kampfsports ist vielseitig und bietet eine breite Palette an Stilen, die von Schlagen und Treten bis hin zu Würfen und Bodenkämpfen reichen. Die richtige Kampfsportart für sich selbst zu finden, kann den Unterschied zwischen einer erfüllenden und langfristigen Praxis und einer kurzen, frustrierenden Erfahrung ausmachen.
Was du vor dem Start beachten solltest
Bevor du dich für eine Kampfsportart entscheidest, ist es wichtig, deine persönlichen Ziele zu klären. Möchtest du in Form kommen? Suchst du effektive Selbstverteidigungstechniken? Oder bist du daran interessiert, an Wettkämpfen teilzunehmen?
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw.
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Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
Wie schwer ist welche Kampfsportart?
Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab?
- Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht.
- Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind. Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.
Wie lange muss man Kampfsport üben, bis man ihn beherrscht?
In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“?
- Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht.
- Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?
Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen, sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen?
- Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung.
- Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht.
Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?
Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus?
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- Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen.
- Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus?
- Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu.
- Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl.
- Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte.
- In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern.
- Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
Top 7 Kampfsportarten zur Selbstverteidigung
Selbstverteidigung ist nicht nur ein Mittel, um sich in brenzligen Situationen zu schützen - es ist ein Weg, seine innere Stärke zu entdecken und sein Vertrauen zu stärken. Hier sind sieben der besten Kampfsportarten zur Selbstverteidigung:
- Krav Maga - Die Königsklasse der Selbstverteidigung
Krav Maga wurde speziell für das israelische Militär entwickelt und legt den Fokus auf realistische Selbstverteidigungssituationen. Es kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und simplifiziert sie für den Straßenkampf, sodass es leicht zu erlernen und anzuwenden ist.
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
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Vorteile:
- Einfach und effektiv
- Realitätsnah
- Integrierter Ansatz
- Stressbewältigung
- Ganzkörper-Workout
- Selbstbewusstsein
- Präventive Strategien
- Flexibilität
Techniken:
- Direkte und schnelle Angriffe auf Vitalpunkte
- Anwendung von Hebeln, Würfen und Kontrollgriffen
- Realistischer Umgang mit Bedrohungen von Messer- und Stockangriffen sowie Schusswaffen
Interessanter Fakt: Krav Maga lehrt, dass es keine unfairen Taktiken gibt, sondern nur Techniken, die dein Überleben sichern.
- Wing Chun
Wing Chun, eine traditionelle chinesische Kampfsportart, wurde speziell für die Selbstverteidigung entwickelt. Deren Philosophie beruht auf Effizienz und Schnelligkeit.
Vorteile: Schnell zu erlernen, ideal für Nahkampfsituationen; effektive, direkte Angriffe und Defensive.
Techniken: Direktes Angreifen der Vitalpunkte, Kombination aus Blocken und Schlagen.
Berühmte Praktizierende: Bruce Lee begann seine Kampfsportkarriere mit Wing Chun.
- Jiu-Jitsu
Jiu-Jitsu, besonders in seiner brasilianischen Form, fokussiert sich auf Bodenkämpfe und den Einsatz von Hebeltechniken, um den Gegner zu kontrollieren.
Vorteile: Effektiv gegen größere Gegner, betont Technik über Kraft; hervorragende Kontrolle und Submission-Techniken.
Techniken: Würfe, Hebel, Würger.
Berühmte Vertreter: Die Gracie-Familie hat diese Kunst weltweit bekannt gemacht.
- Muay Thai
Muay Thai, oft „die Kunst der acht Glieder“ genannt, verbindet Schläge, Tritte, Ellenbogen- und Kniestöße zu einer effektiven Selbstverteidigungspraxis.
Vorteile: Hohe Effektivität im Standkampf, harte Konditionierung; vielfältige Angriffstechniken mit verschiedenen Körperteilen.
Techniken: Clinching, Kombinationen aus Schlägen und Tritten.
Berühmte Praktizierende: Tony Jaa, bekannt aus Filmen wie „Ong-Bak“.
- Karate
Karate, ursprünglich aus Okinawa, ist eine umfassende Kampfsportart, die Schlag-, Tritt- und Blocktechniken lehrt.
Vorteile: Disziplin und Körperkontrolle, einfache Techniken schnell zu erlernen; Fokus auf starke, präzise Angriffe und Verteidigungen.
Techniken: Starke, präzise Schläge und Tritte.
Berühmte Praktizierende: Lyoto Machida, ein bekannter MMA-Kämpfer und ehemaliger UFC-Champion.
- Judo
Judo, eine japanische Kampfsportart, konzentriert sich auf Würfe und Bodentechniken.
Vorteile: Nutzung der Kraft des Gegners, minimaler Kraftaufwand; effiziente Wurf- und Kontrolltechniken.
Techniken: Würfe, Bodenkontrollen, Festhalte-Techniken.
Berühmte Praktizierende: Ronda Rousey, Olympionikin und UFC-Kämpferin.
- MMA (Mixed Martial Arts)
MMA kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten zu einem umfassenden Kampfsystem.
Vorteile: Umfassende Fähigkeiten im Stand- und Bodenkampf; vielseitige Techniken und Taktiken.
Techniken: Schläge, Tritte, Würfe, Bodenkampf, Einschlüsse.
Berühmte Kämpfer: Conor McGregor, bekannt für seinen vielseitigen Kampfstil.
Weitere populäre Kampfsportarten im Kurzportrait
Um Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, welcher Kampfsport für Sie in Frage kommt, folgen hier weitere populäre Kampfsportarten im Kurzportrait.
- Aikido: Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.
- Boxen: Boxen gilt neben Ringen als die älteste Kampfsportart der Welt: Schon auf über 5000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Boxer und Ringer abgebildet. Beim modernen Boxen versuchen die Sportler und Sportlerinnen Schläge auf den gegnerischen Kopf oder den Oberkörper zu landen, um Punkte zu erzielen oder einen Kampf durch K. O. zu gewinnen. Schläge auf den Kopf oder andere empfindliche Körperteile sind auch mit angemessener Schutzbekleidung gefährlich. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland das Leichtkontaktboxen. Hier sind harte Schläge verboten, um Verletzungen zu vermeiden. Es gibt keinen K. O.: Über Sieg und Niederlage wird ausschließlich nach Punkten entschieden.
- Capoeira: Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Im 20. Jahrhundert kamen Einflüsse anderer Kampfsportarten hinzu. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht. Den Bewegungsabläufen liegen unterschiedliche erlernbare Regeln zugrunde. Es gibt Capoeira-Meisterschaften, aber nicht alle betrachten Capoeira als Wettkampfsport, da der Wettkampfgedanke nicht zum kulturellen Hintergrund der Capoeira passe.
- Taekwondo: Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Taekwondo stammt aus der Zeit um 50 vor Christus und ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Kampfsport in Korea. Es ähnelt vordergründig chinesischen oder japanischen Selbstverteidigungsstilen, ist aber eine selbständige Kampfsportart, die seit dem Jahr 2000 olympische Disziplin ist. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.
Die Wahl der richtigen Kampfsportart
Die Wahl der richtigen Kampfsportart ist ein persönlicher Prozess, der Zeit und Überlegung erfordert. Es gibt keinen „besten“ Stil - der richtige für dich hängt von deinen Zielen, Interessen und körperlichen Fähigkeiten ab.
Generell ist jede Kampfsportart für alle Altesrgruppen geeignet: Kinder lernen ihren Körper und körperliche Koordination besser kennen. Älteren Menschen kann Kampfsport helfen, körperliche Fähigkeiten aufrechtzuerhalten. Viele Sportvereine bieten altersgerechte Trainigsmöglichkeiten an, die die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigen.
Allerdings beanspruchen bestimmte Kampfsporttechniken den Bewegungsapparat stark. Bei Rücken- und Gelenkproblemen ist Kampfsport daher nur bedingt zu empfehlen. Außerdem sollten schwangere Frauen bedenken, dass Kampfsport mit einer Sturzgefahr verbunden ist und vor allem bei „harten“ Disziplinen Tritte und Schläge die Kindesgesundheit gefährden. Auch für Menschen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen ist in jedem Fall eine ärztliche Beratung und Untersuchung vor dem ersten Training sinnvoll.
Im Folgenden findet ihr eine Tabelle mit Kampfsportarten, die sich besonders gut für Anfänger eignen, sowie deren Vorteile und Schwerpunkte:
| Kampfsportart | Vorteile | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| Krav Maga | Effektive Selbstverteidigung, realitätsnahe Techniken | Schnelle Erlernbarkeit, intuitive Reaktionen |
| Wing Chun | Schnelle Nahkampftechniken, Effizienz | Direkte Angriffe, Blocken und Schlagen |
| Jiu-Jitsu | Bodenkampf, Hebeltechniken, Kontrolle | Technik über Kraft, Selbstverteidigung gegen größere Gegner |
| Muay Thai | Standkampf, Konditionierung, Vielseitigkeit | Schläge, Tritte, Ellenbogen- und Kniestöße |
| Karate | Disziplin, Körperkontrolle, Präzision | Schläge, Tritte, Blocktechniken |
| Judo | Würfe, Bodentechniken, Kraftnutzung | Hebel und Würfe, Kontrolle des Gegners |
| MMA | Umfassende Fähigkeiten, Vielseitigkeit | Stand- und Bodenkampf, Taktik |
| Boxen | Effektives Training, Stärkung des Oberkörpers | Schlagtechniken, Ausdauer, Reaktionsfähigkeit |
| Taekwondo | Dynamik, Beweglichkeit, spektakuläre Kicks | Schnelligkeit, Präzision, Disziplin |
Häufige Fragen rund um das Thema Kampfsport
Hier findet ihr Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Kampfsport.
Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben.
- Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken.
- Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.
Wann ist man bereit für einen Wettkampf?
Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist.
Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.
