Der algerische Judoka Messaoud Redouane Dris hat auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen verzichtet, um nicht gegen einen Israeli antreten zu müssen.
Der dreifache Afrika-Meister wäre in der 1. Runde der Klasse bis 73 kg auf Tohar Butbul getroffen.
Zuvor hatte es laut dem algerischen Onlineportal «TSA» in Dris‘ Heimatland Aufrufe bei Social Media gegeben, in denen er aufgefordert wurde, den Kampf aufzugeben.
Von offizieller Seite hiess es, Dris wurde nicht zum Kampf zugelassen, weil er das Gewicht in seiner Klasse um 400 Gramm überschritten habe.
Zudem gaben die Olympia-Organisatoren bekannt, dass der algerische Judoka Messaoud Redouane Dris vor seinem Kampf in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm am Montag suspendiert wurde, weil er das Gewichtslimit nicht eingehalten hatte.
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Der Weltverband prüft nun den Fall und behält sich weitere Konsequenzen vor. So heisst es von offizieller Seite: Der Sport solle «frei von Einflüssen internationaler Konflikte bleiben. Leider werden Sportler oft Opfer grösserer politischer Auseinandersetzungen, die den Werten des Sports zuwiderlaufen.»
Die Vorkommnisse wecken Erinnerungen an den ähnlich gelagerten Eklat bei den Spielen vor drei Jahren in Tokio.
Damals hatte Dris' Landsmann Fethi Nourine den Kampf gegen Butbul boykottiert und war später vom Weltverband wegen seines politisch motivierten Rückzugs für zehn Jahre gesperrt worden.
Bei den Spielen in Tokio war etwa der algerische Judoka Fethi Nourine aus politischen Gründen nicht angetreten, um ein mögliches Duell mit einem Israeli zu vermeiden.
Nourine wurde daraufhin vom Judo-Weltverband für zehn Jahre gesperrt.
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Bei den Olympischen Spielen ist der Nahostkonflikt präsent wie nie. Besonders im Judo.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte bereits vor den Spielen in Paris mit Blick auf den Gaza-Krieg vor diskriminierendem Verhalten der Sportler gewarnt.
Das IOC hatte vor den Spielen in Paris mit Blick auf den Gaza-Krieg vor diskriminierendem Verhalten gewarnt.
Die israelische Delegation wird in Paris rund um die Uhr von der französischen Polizei geschützt.
Die israelische Delegation wird in Paris rund um die Uhr von der französischen Polizei geschützt.
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Im Judo kommt es immer wieder zu verweigerten Handschlägen. Eine Verbeugung nach dem Kampfende ist verpflichtend, der Handschlag dagegen nicht vorgeschrieben.
Der Palästinenser Fares Badawi schickte nun harsche Worte Richtung Israel.
Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern spitzt sich auch bei den Olympischen Spielen in Paris zu. Besonders im Judo.
Fares Badawi schloss nach seiner 0:10-Auftaktniederlage gegen den Tadschiken Somon Mahmadbekow kategorisch aus, einem Israeli nach einem potenziellen Kampf die Hand zu schütteln.
«Ich kann nicht jemandem die Hand geben, der meine Leute tötet. Das ist schwierig für mich», sagte der 28-Jährige in einer Presserunde nach dem Kampf. Und er ging noch weiter.
Der palästinensische Judoka Badawi räumte derweil ein, die Situation im Nahen Osten habe auch Einfluss auf seine Olympia-Vorbereitung gehabt.
«Natürlich beeinflusst mich das mental. Ich habe versucht, mich noch mehr auf den Sport zu konzentrieren und unser Leiden in Kraft umzuwandeln», erklärte der 28-Jährige.
Badawi wohnt und trainiert mittlerweile in Deutschland.
«Mein Onkel und meine Cousins leben aber noch in Gaza und haben ihre Häuser verlassen. Sie leiden gerade», ergänzte der Judoka.
Israel warf er derweil Scheinheiligkeit vor: «Wir sind hier bei den Olympischen Spielen, um Frieden zu schliessen.
