Es liegen keine Informationen über eine Person namens Sarah Herrmann vor, die im Judo aktiv ist. Stattdessen wird die Biografie von Werner Kanitz, einem Schauspieler, beschrieben.
Werner Waldemar Kanitz wurde im Oktober 1944 in Bernau bei Berlin geboren. Er starb am 13. [Datum fehlt].
Über Umwege gelangte der ausgebildete Maler und Autolackierer Werner Kanitz zur Schauspielerei. Noch als Student spielte er den David Balfour im Abenteuerfilm SCHÜSSE UNTERM GALGEN nach einer Erzählung von Robert Louis Stevenson.
Äußerlich ähnelte Kanitz mit seinen dunklen Haaren, den vollen Lippen und dem hervorstechenden Blick durchaus seinem französischen Jugendidol Jean-Paul Belmondo, dessen Poster während des Schauspielstudiums in seinem Zimmer hing. Doch eine ähnlich ruhmreiche Karriere wie seinem Vorbild war ihm nicht vergönnt.
Frühe Jahre und Ausbildung
Werner Kanitz hat einen älteren Bruder. Der Vater stirbt noch im Zweiten Weltkrieg als Soldat in der Normandie. Um seiner Mutter, die den Tod ihres Mannes nie verarbeiten kann, zu helfen, übernimmt Kanitz früh Verantwortung.
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Er hilft in der Landwirtschaft aus und füllt damit die Familienkasse auf. Der sportliche Junge - versiert in Fußball, Judo, Boxen und Leichtathletik - entwickelt eine Leidenschaft für Artistik und Gesang. In ihm reift der Wunsch, in einem künstlerischen Beruf Fuß zu fassen.
Gegen familiäre Bedenken an diesen Ambitionen weiß er sich zunächst nicht zu behaupten und absolviert eine Ausbildung zum Maler und Autolackierer. Die Kunst lässt den jungen Werner Kanitz jedoch nicht los: Er ist Ausbilder in einem Fanfarenzug, Obermann in einer Artistengruppe und übt im Klub Junger Talente die Kulissenmalerei.
Kanitz arbeitet an seinen gesanglichen Fähigkeiten und springt in einem Programm von „Von Melodie zu Melodie“ als Conférencier ein. Es verschlägt ihn nach Frankfurt/Oder, wo er am Theater als Bühnenarbeiter tätig ist und erste kleine Rollen übernimmt. Eine Aufnahmeprüfung für eine Gesangsausbildung in Halle an der Saale besteht er fast ohne Notenkenntnisse.
Er hadert jedoch mit sich, fühlt sich der Herausforderung nicht gewachsen und tritt den Ausbildungsplatz nicht an. Stattdessen geht Kanitz als Theatermaler nach Parchim. In Mecklenburg übernimmt er erstmals größere Bühnenrollen.
Chefdramaturg am Parchimer Theater ist zu dieser Zeit Fritz Marquardt, der dort mit einer Inszenierung von Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ für große Aufregung sorgt. Marquardt wird Kanitz’ Förderer und ermutigt ihn zu einem Schauspielstudium.
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Durch weiteres gutes Zureden einiger in Parchim engagierter Schauspieler, darunter Alexander Wikarski, wagt der zweifelnde Kanitz den Schritt und bewirbt sich für ein Studium. Gleich zwei Aufnahmeprüfungen - an der Schauspielschule in Berlin-Schöneweide und an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg - besteht er im ersten Anlauf und entscheidet sich schließlich für den Standort Babelsberg.
Im September 1966 nimmt Werner Kanitz das Studium auf. Im ersten Studienjahr ist er unter der Leitung Horst Ruprechts anlässlich des 50. Jahrestags der Oktoberrevolution in der Theatermontage „Oktober“ zu sehen. Weiterhin probt der mittlerweile in Parchim suspendierte und als Dozent für Szenenstudium in Babelsberg angestellte Fritz Marquardt basierend auf seiner Parchimer Inszenierung mit den Studierenden „Woyzeck“.
Für die Titelrolle besetzt er Werner Kanitz. An seiner Seite spielen die Kommilitonen Dieter Montag und Peter Krieg-Helbig. Peter Kupke, damaliger Fachrichtungsleiter Schauspiel an der Hochschule, verbietet die Arbeit an dem Stoff und die Proben erfolgen in lediglich drei intensiven Wochen während Kupkes Urlaub.
Die Inszenierung kann laut Marquardt nur ein einziges Mal gezeigt werden, bevor weitere Aufführungen untersagt werden.(1) Diese eine Aufführung - in Anwesenheit eines kleinen Who-Is-Who der Ost-Berliner Theaterszene mit Heiner Müller, Matthias Langhoff, Manfred Karge, Wolfgang Heise, B.K. Tragelehn, Sarah Kirsch und weiteren - findet große Beachtung.
In einer Inszenierung von Shakespeares „Wie es euch gefällt“ nach einer Übersetzung von Heiner Müller und in Regie von B.K. Tragelehn ist Kanitz in der Rolle eines Lords in einer weiteren studentischen Inszenierung zu sehen. Nach drei Vorstellungen erfolgt ein Verbot weiterer Aufführungen.
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Filmkarriere
Bereits während seines Studiums ist Werner Kanitz für die DEFA aktiv. 1966 spielt er in Jürgen Böttchers einzigem Spielfilm JAHRGANG 45 die kleine Rolle des Napoleon, ein Freund der Hauptfigur Al (gespielt von Rolf Römer). Im Zuge des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED wird die Produktion verboten und kann erst 1990 aufgeführt werden.
An der Seite seines Kommilitonen Winfried Glatzeder ist Kanitz als Maurer im dritten Teil des Episodenfilms GESCHICHTEN JENER NACHT (1967) unter der Regie von Frank Vogel erstmals in einer kurzen Szene ohne eigenen Sprechanteil auf der Kinoleinwand zu sehen. Der Regisseur Horst Seemann entdeckt Kanitz im gleichen Jahr für größere filmische Aufgaben.
Kanitz soll die Hauptrolle des David Balfour in Seemanns zweitem DEFA-Spielfilm SCHÜSSE UNTERM GALGEN nach Motiven der Erzählung „Kidnapped“ von Robert Louis Stevenson übernehmen. Auch für sein zweites Werk bricht der Regisseur mit Erwartungshaltungen und Genrekonventionen.
Gedreht wird zwischen dem 2. August 1967 und dem 16. Januar 1968 u.a. am Darßer Ostseestrand bei Prerow, am Lichtenhainer Wasserfall im Elbsandsteingebirge und in der Hohen Tatra. Die Premiere erfolgt zu den publikumsstarken Sommerfilmtagen des Jahres 1968.
Die Filmarbeit verlangt Werner Kanitz, dessen dunkle Haare für die Dreharbeiten rotbraun gefärbt werden, viel ab. Es gilt zu fechten, springen, klettern und zu schießen. In Vorbereitung auf die Rolle erlernt er das Reiten. Ein Stuntdouble lehnt der Schauspielstudent weitestgehend ab und lässt sich u.a. gefesselt von einem galoppierenden Pferd durch den Sand ziehen. Bei der Nachstellung eines Sturms auf hoher See werden Kanitz hunderte Liter kaltes Wasser über den Kopf geschüttet.
David Balfour bleibt Werner Kanitz’ einzige Hauptrolle bei der DEFA. Mehrfach ist er später in kleinen Rollen in den DEFA-Indianerfilmen zu sehen. Etwa als Bandit in der Bande des Schurken James Bashan (gespielt von Rolf Hoppe) in WEISSE WÖLFE (1969), als Handlanger des Sklavenaufsehers Joe Hammer (Gerhard Rachold) in OSCEOLA (1971), als Krieger Bagulé an der Seite Ulzanas (Gojko Mitić) in APACHEN (1973) oder als Sergeant von Colonel Howard (Manfred Zetzsche) in DER SCOUT (1982).
Die Dreharbeiten ermöglichen ihm Reisen bis in die Mongolei. Weitere Kleinstrollen ergeben sich für Kanitz bei der DEFA in Egon Günthers LOTTE IN WEIMAR (1975), Herrmann Zschoches BÜRGSCHAFT FÜR EIN JAHR (1981), Michael Kanns STIELKE, HEINZ, FÜNFZEHN... (1986) und Roland Gräfs FALLADA - LETZTES KAPITEL (1988).
Gelegentlich wird er auch beim Fernsehen besetzt. In dem von Kurt Jung-Alsen aufwendig inszenierten Agenten-Zweiteiler VISA FÜR OCANTROS mit Gojko Mitić und Alfred Müller ist er 1974 als Wächter des Autohändlers Ben Schakem (gespielt von Edwin Marian) zu sehen. 1987 wirkt er in Bernhard Wickis deutsch-schweizerischer Co-Produktion SANSIBAR ODER DER LETZTE GRUND nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Andersch mit.
Theaterengagements
Anspruchsvollere Rollen werden Werner Kanitz bis in die frühen 1980er-Jahre am Theater geboten. Das erste Engagement nach dem Studium führt ihn nach Frankfurt/Oder. Er debütiert in der Spielzeit 1970/71 in „Regina B. - ein Tag in ihrem Leben“ nach Siegfried Pfaff in der Rolle des Anton Höllmichel.
Es folgen der D’Estivet in „Die heilige Johanna“ nach George Bernhard Shaw und die Titelrolle in der Märcheninszenierung „Der dumme Teufel Stanislaus“ nach Gernot Schulze. In der Spielzeit 1973/74 ist Kanitz als Gast in einer Inszenierung von Shakespeares „Romeo und Julia“ (R: K-F Zimmermann) an den Bühnen der Stadt Nordhausen an der Seite von Veronika Nowag als Romeo zu sehen.
Anschließend kehrt er nach Frankfurt/Oder zurück und übernimmt Hauptrollen in Inszenierungen von „Die neuen Leiden des jungen W.“ (R: Reiner Adler) und „Die Gaunerstreiche des Scapin“ (R: Hans-Dieter Scheibel). Von 1976 bis 1979 ist Kanitz am Elbe-Elster-Theater Wittenberg engagiert und spielt dort u.a. in der DDR-Erstaufführung von Christopher Marlowes „Doktor Faustus“ mit.
Anschließend wird er freischaffend tätig. 1980 ist er Teil der Inszenierung „Unsere egoistischen Eltern“ (R: Horst Ruprecht) des Fernsehtheaters Moritzburg nach einem Stoff von Traudel Brennecke. In der Spielzeit 1981/82 wirkt er als Gast am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz.
Dort ist er in der Freiluftsaison 1981 an der Naturbühne Greifensteine unter der Regie von Heinz Kahlow als Karl Stülpner zu sehen. In der regulären Spielzeit gibt Kanitz u.a. den Odoardo in Lessings „Emilia Galotti“ und den von Wehrhahn in Hauptmanns „Der Biberpelz“. 1982 folgt ein Gast-Engagement am Theater in Stendal.
Danach sind keine weiteren Theaterengagements von Werner Kanitz dokumentiert.
Spätere Karriere und Synchronarbeit
Über den Verlauf seiner schauspielerischen Karriere ist Werner Kanitz unzufrieden. Nach dem verheißungsvollen Start mit der Hauptrolle in SCHÜSSE UNTERM GALGEN bleiben weitere große Filmrollen aus. Nach Angaben seiner Familie hat er nie ganz überwinden können, dass er nach Probeaufnahmen für Peter Hagens Fernsehdreiteiler DAS LICHT DER SCHWARZEN KERZE (1973) nicht für die Hauptrolle des im Spanischen Bürgerkrieg kämpfenden Kommunisten Fred Laurenz besetzt wurde.
Auch der Wehrdienst, den er beim Nachrichtenregiment „Harro Schulze-Boysen“ in Waldsieversdorf ableistet, und eine zwischenzeitliche Alkoholkrankheit verhindern weitere große Filmrollen. In den 1980er-Jahren bemüht sich Kanitz intensiv darum, wieder im Filmgeschäft Fuß zu fassen.
Er sucht Gespräche mit Führungspersonen der DEFA, des DDR-Fernsehens, der Hauptverwaltung Film und trifft sich am 20. Januar 1987 mit Filmminister Horst Pehnert. Große Rollenangebote folgen nicht. Schließlich wendet er sich am 9. Dezember 1987 in einem sehr persönlichen Brief an DDR-Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann.
Die Antwort des Ministers folgt am 7. Januar 1988. Er lässt Kanitz wissen „daß keinerlei benachteiligende oder berufsbehindernde Mitteilungen in den Unterlagen zu ihrer Person existieren“. Die Schuld für Kanitz’ Karrieresituation sieht er beim Schauspieler selbst, der zu frühzeitig den Status eines Freischaffenden gewählt habe.
Bis Mitte der 1990er-Jahre ist Werner Kanitz insbesondere als Synchronsprecher aktiv - zunächst für das DEFA-Studio für Synchronisation später für diverse Berliner Synchronfirmen. In knapp 80 Serien- und Filmproduktionen übernimmt er kleinere und größere Sprechrollen.
Unter anderem gibt Kanitz in der 217 Episoden umfassenden US-amerikanischen Western-Serie Tausend Meilen Staub (OT: RAWHIDE, 1959-66) die deutsche Stimme von Eric Fleming. Die Serie wird Anfang der 1990er-Jahre in deutscher Erstausstrahlung beim Sender Pro7 gezeigt.
Nach der Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung ergeben sich für Kanitz kleinere Gastauftritte in deutschen Serienproduktionen, darunter in Polizeiruf 110 und Praxis Bülowbogen. 1992 erhält er die Rolle des Antagonisten Erwin Becker in der seinerzeit neuen RTL-Vorabendseifenoper Gute Zeiten, Schlechte Zeiten.
Kanitz ist damit der erste Bösewicht in der Geschichte der Serie, die seit über 30 Jahren erfolgreich im deutschen Fernsehen läuft. Das Serien-Engagement mag aus heutiger Sicht wie ein Glücksfall erscheinen, Kanitz selbst sprach jedoch in Erinnerung seiner Familie wenig positiv über sein Mitwirken.
Ihm mangelte es an Professionalität am Set und an Möglichkeiten sich künstlerisch zu verwirklichen. Im Oktober 1993 ist er das letzte Mal in „GZSZ“ zu sehen. Kanitz’ Familie beschreibt den Schauspieler rückblickend als Freidenker, der sich nicht verbiegen li...
