Petr Yan, ein ehemaliger Titelträger im Bantamgewicht der UFC, steht vor einer entscheidenden Phase seiner MMA-Karriere. Nach einer jüngsten Formkrise, die ihn nicht nur seinen UFC-Titel kostete, sondern auch den Status als nächster Titelherausforderer, steht Yan unter Druck, sich zu rehabilitieren. Eine weitere Niederlage im hart umkämpften Bantamgewicht könnte seine Position erheblich schwächen.
Der Kampf gegen Merab Dvalishvili
Aktuell wird Petr Yan vom aufstrebenden Merab Dvalishvili herausgefordert. Die UFC Fight Night 221, bei der Yan gegen Dvalishvili antritt, findet im Gegensatz zu früheren Events nicht im "APEX" statt. Der Streamingdienst überträgt den Kampf in der Nacht von Samstag auf Sonntag (12.3.) ab 0:00 Uhr Mitternacht.
Merab Dvalishvili mischt derzeit das Bantamgewicht auf. Der Georgier hat als Spätzünder in der Gewichtsklasse in die Erfolgsspur gefunden und seine letzten acht Kämpfe gewonnen. Erstmals in seiner laufenden Karriere steht für den Georgier nun ein Mainevent bei der UFC an. Gewinnt der Ranglistendritte des Bantamgewichts den Kampf gegen Yan, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis dem georgischen UFC-Star ein Titelkampf winkt.
Nach 19 Profikämpfen im MMA-Sport steht Merab Dvalishvili derzeit bei einer Bilanz von 15-4. Sieben seiner letzten acht Kämpfe hat Dvalishvili erst nach Punktentscheid gewonnen. Nur gegen Marlon Moraes setzte sich der Georgier nach Knockout des Gegners durch. Gut möglich, dass die starke Serie auch gegen Petr Yan fortgesetzt wird. Dabei ist - zumindest nach dem Kampfstil von Dvalishvili - auch ein erneuter Kampf über die vollen fünf Runden naheliegend. Das Grappling ist dabei zweifelsohne einer der Erfolgsfaktoren bei „The Machine“. Statistisch gesehen zählt Dvalishvili mit 6,54 Takedowns alle 15 Minuten ohnehin zu den besten Grapplern der Gewichtsklasse.
Für Petr Yan hat der anstehende Kampf bei der UFC Fight Night 221 „do or die“-Charakter. Merab Dvalishvili hingegen steht vor einer echten Reifeprüfung an diesem Wochenende.
Lesen Sie auch: UFC 267: Was wir gelernt haben
Yan's Herausforderungen und Strategien
Es ist daher naheliegend, dass Yan - im Gegensatz zum letzten Kampf gegen O’Malley - einen Kampf im Stand bevorzugen wird. Wird bedacht, wie schwach sich Petr Yan beim Kampf gegen Sean O’Malley zuletzt präsentierte, muss sich der Russe schon deutlich steigern, um das Mainevent der UFC Fight Night 221 zu meistern.
Obwohl „The Machine“ seine letzten acht Kämpfe gewann, werden für einen weiteren Sieg vom Ranglistendritten aus Georgien vergleichsweise hohe Quoten angeboten. Weder gegen Sterling noch gegen O’Malley wusste Yan zu überzeugen. Nach der bitteren Niederlage gegen O’Malley, einer vermeintlichen Pflichtaufgabe für Yan, ist es nun keineswegs auszuschließen, dass Yan auch gegen Dvalishvili verliert.
UFC Fight Night 221 Fightcard
Im Hauptprogramm der UFC Fight Night 221 sind neben dem Headliner im Bantamgewicht noch fünf weitere Kämpfe angesetzt. Unter anderem messen sich dabei auch Volkov vs. Krylov wird im Catchweight - das Gewichtslimit wurde verpasst - auf Spann. Im Federgewicht hingegen lassen Ramos und Lingo die Fäuste fliegen. Mit dem Halbschwergewichtskampf zwischen Petrino und Turkalj wird hingegen die Main Card eingeleitet.
Vergangene Kämpfe und zukünftige Möglichkeiten
Aljamain Sterling wusste es seit über einem Jahr. Er wurde von der Überzeugung angetrieben, dass er bei weitem der bessere Mixed-Martial-Kämpfer war als Petr Yan. Er besaß sogar den Titel im Bantamgewicht. Aber beim UFC 259-Kampf im März 2021 knallte ihm sein Gegner ein bösartiges, absichtliches Knie auf den Schädel.
Dreizehn Monate später unterstrich Sterling seinen Standpunkt noch einmal. Nachdrücklich rang er Yan im Rückkampf bei UFC 273 zu Boden. Nach endlosen Sekunden geistiger und körperlicher Qualen erreichte Sterling einen Punkt, an dem sein Nacken so überdehnt war, dass eine Aufgabe als einzige Option erschien.
Lesen Sie auch: Yan's Erfolge im UFC
Stattdessen trat Sterling auf diesem schmerzhaften Umweg in einen Rückkampf gegen Yan ein - und als Champion. Dies war eine Chance, beim zweiten Mal alles richtig zu machen. Bei Yans Toberei und Tapferkeit ging sein "No Mercy"-Mantra nach hinten los und veränderte den Verlauf ihrer beiden Karrieren für immer.
Mit einer klaren Vision nach vorne will Sterling seinen Titel gegen die besten Herausforderer der Welt verteidigen. Das beginnt mit dem ehemaligen Champion T.J. Dillashaw bei UFC 280 am 22. "Ich bin definitiv bereit", erklärte Sterling. "Ich habe Antworten auf alles. Wenn ich heiß bin, bin ich ein gefährlicher Mann. Der nächste Kampf wird der härteste, aber ich möchte weitermachen und meinen Namen in das Rekordbuch schreiben. Dillashaw verdient ein paar Schläge.
Sterling ist nur einen Sieg von der längsten Siegesserie in der Geschichte des UFC-Bantamgewichts entfernt und bereit, sich vorwärts zu bewegen und das Unbekannte zu erobern. Um diesen Punkt zu erreichen, musste er seinen Triumph verarbeiten und einordnen. Er tat dies, nachdem er Yan besiegte - der natürlich auch auf der 280-Card kämpft.
