Der 1. Judo-Club Zweibrücken hat in mittlerweile sechs Jahrzehnten Vereinsbestehen schrittweise seine Möglichkeiten erweitert und dabei Improvisationsvermögen bewiesen. Altes Schulhaus, Turnhalle, Gaststätte, eigenes Trainingszentrum in einem ehemaligen Supermarkt - der Weg war vielfältig.
Der Dojo am Otterstein im Stadtteil Niederauerbach, der wegen der hohen Verdienste des langjährigen ersten Vorsitzenden „Günter Hahn Judohalle“ heißt, wurde 1996 fertiggestellt. Diese sportliche Heimat diente zu dem Zeitpunkt schon seit sechs Jahren als Trainings- und Wettkampfstätte.
Im Jahr 1966 waren es 27 Mitglieder. Aufgrund dem starken Mitgliederzuwachs (mittlerweile ca. 3. Das Trainingszentrum wird im Jahr 1996 fertiggestellt und die Mitgliederzahlen sind mittlerweile auf 350 angestiegen.
Mit der Zugehörigkeit zur ersten Bundesliga von 1990 bis 1999 hat der Judo-Club Zweibrücker Sportgeschichte geschrieben. Nach der 2.Meisterschaft in der 2.Bundesliga steigen wir 1990 in die höchste Kampfklasse im wiedervereinigten Deutschland auf. Als erster Zweibrücker Verein, der innerhalb von nur 6 Jahren aus der niedrigsten Klasse in der 1.Bundesliga aufgestiegen ist, wird er dabei bis 1999 Zweibrücker Sportgeschichte schreiben.
Mittlerweile werden die JC-Fahnen von der international erfolgreichen 78+Kilo-Kämpferin Jasmin Külbs hochgehalten. Auf den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte kann der Judoclub Zweibrücken (JCZ) verweisen.
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Laut Hendrik Harth, der seit 2015 erster Vorsitzender ist, wird die eigentlich am 30. März fällige Jubiläumsfeier auf den Sommer verschoben. „Dabei wollen wir auch die Mitglieder begrüßen, die im Verein mittlerweile nicht mehr so aktiv sind“, sagt er. Sportvorstand Jonas Harrer gibt schon mal einen Einblick ins Programm: „Eventuell holen wir das Spielmobil des Sportbundes Pfalz.“
Diese Ausrichtung auf Kinder und Jugendliche entspricht dem Selbstverständnis des Judo-Clubs. Um eine effektive Jugendarbeit zu gewährleisten, müsse man „das Trainingskonzept modern halten“, sagt Harth. Dreimal die Woche biete der JCZ Kinder- und Jugendtraining „mit einem guten Trainerpool“ an.
Jonas Harrer hat beobachtet, dass sich in den letzten Jahren das Einzugsgebiet etwas erweitert hat, was für den guten Ruf des Vereins spreche. „Wir haben hier Nachwuchs aus Landstuhl, dem Saarpfalzkreis und von der Sickingerhöhe“, sagt er. Diesen Judokas könne man durch die eigene Judohalle ein optimales Umfeld bieten.
Aus Sicht der Vorstandschaft sei es erfreulich, dass die Halle dem Verein gehört, „und nicht der Bank“. Wie Harrer feststellt, verpflichtet Eigentum natürlich. Die Günter-Hahn-Halle müsse in Schuss gehalten werden. Letztmals habe der Judo-Club die Halle im Jahr 2012 renoviert. „Es wurde energetisch saniert, aufs Dach kam eine Photovoltaik-Anlage“, erzählen Harrer und Harth. Dabei sei jede Menge Eigenleistung erbracht worden.
Ein Blick in die Vereinschronik zeigt, dass Mitgliederengagement schon beim Entstehen der Halle gefragt war. Für die Zeit der Fertigstellung wird die Mitgliederzahl mit 350 angegeben. Diese erlebten die sportliche Hochphase des Vereins. Der Judo-Club Zweibrücken kämpfte zunächst in der zweiten, dann in der ersten Bundesliga. Unter dem Titel „Die Matte“ erschien damals auch eine eigene Vereinszeitschrift.
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Die Verantwortlichen von heute haben nicht den Anspruch, an solche Zeiten noch einmal anknüpfen zu wollen. Hendrik Harth legt aber schon Wert darauf, dass immer mal wieder herausragende Einzelkämpfer hervorgebracht werden. „Und auf Pfalzebene sind wir schon ziemlich erfolgreich.“
Die aktuelle Mitgliederzahl beläuft sich seinen Angaben nach auf etwa 150, was im landesweiten Vergleich eine anständige Zahl sei. „Wenn wir die in den kommenden Jahren halten können, wäre das in Ordnung“, sagt er mit Blick nach vorne.
Neben den Kampfsportlern trainiert noch eine Tai-Chi-Gruppe in der Günter-Hahn-Judohalle. „Bis vor kurzem hatten wir auch noch an eine Yogagruppe vermietet, doch die hat sich jetzt andere Räumlichkeiten gesucht“, so Harth, „wir hätten also noch Hallenzeiten für Interessierte. Der Dienstag ist komplett frei.
Die eigene Halle sei auch ein Segen, weil die Matten nicht bei jedem Training neu ausgelegt werden müssten, wie es andere Vereine, die in Schulturnhallen trainieren, tun müssten, ergänzt er. Im Verein trainieren Kinder ab drei Jahren und Erwachsene. Freizeitsportler und Wettkampf-Interessierte üben in verschiedenen Gruppen. Auch für ältere Sportler ist der Verein offen. Die größte Gruppe bilden aber die Jugendlichen.
„In der Jugendabteilung ist die Motivation groß, verschiedene Gürtel zu machen. Das Kampfsport-Training ist laut Hendrik Harth nicht verletzungsintensiv. „Judo, das heißt übersetzt: Der sanfte Weg. Bevor wir also Techniken und Würfe lernen, steht die Fallschule an. Judo ist eine ganzheitliche Sportart, wo nicht nur der Körper trainiert wird, sondern auch der Geist eine Rolle spielt. Respekt und Vorsicht stehen im Vordergrund.
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„Beim Werfen ist Rücksichtnahme geboten“, sagt Vorsitzender Harth, „der Partner soll sich nicht wehtun. Hendrik Harth hat kürzlich den 4. Dan absolviert. Die Dan-Grade gehen bis Nummer fünf. Die darauf folgenden Gürtel werden vom Ehrenrat für besondere Verdienste um den Judosport verliehen. Besondere Verdienste hat sich auch Vereinsmitglied Martyna Trajdos erworben.
Gerade war die Europameisterin von 2015 und Bronzemedaillengewinnerin der Weltmeisterschaft im Trainingcamp in Lanzarote, zusammen mit Vereinsmitglied Jasmin Külbs. Für die daheimgebliebenen Sportler, die nicht zum Training gehen können, empfiehlt Hendrik Harth Übungen, die geeignet sind, die Muskulatur zu erhalten wie Situps und Liegestütze.
Wenn das Training wieder beginnt, sind die Trainingszeiten folgende: montags, mittwochs und freitags trainiert von 17 bis 18.15 Uhr die Judo-Fun-Gruppe. Die Wettkampfsportler im Alter von acht bis 14 Jahren treffen sich montags und freitags von 18.15 bis 19.30 Uhr. Die Erwachsenen trainieren montags und freitags von 19.30 bis 21 Uhr.
Einen in vieler Hinsicht „historischen Moment“ feierten am Donnerstagabend Sportler und politische Vertreter im Zweibrücker Herzogsaal. Zum ersten Mal in der Geschichte trugen sich zwei Judoka in das „Goldene Buch der Stadt Zweibrücken“ im roten Ledereinband mit goldener Aufschrift und Goldschnitt ein. Zuteil wurde diese besondere Ehren den beiden Bronzegewinnerinnen bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021, Jasmin Grabowski und Martyna Trajdos.
„Wir als Stadt sind richtig stolz auf Sie und ihre Leistung. Zudem haben Sie den Namen Zweibrücken in die Olympische Welt getragen“, betonte die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) in ihrer Ansprache. Hendrick Harth, Vorsitzender des 1. Judoclubs Zweibrücken 1957, strahlte. Er bestätigte: „Es ist uns eine besondere Ehre, das hier mit Euch erleben zu dürfen. Das habt Ihr Euch wirklich verdient!“
Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins nehme ein Mitglied nicht nur mehrfach an den Olympischen Spielen teil, sondern als einziger Judoverein in ganz Deutschland entsandte Zweibrücken gleich zwei Athletinnen dorthin. Außerdem sei er sehr stolz mitzuerleben, wie sich Vereinsmitglieder in der Goldene Buch der Stadt Zweibrücken eintragen.
Ehrfurchtsvoll öffnete Christina Rauch - ebenfalls zum ersten Mal - das bereits recht voll geschriebene Goldene Buch. Doch auch für die Athletinnen war es ein spannender Moment. „Wo unterschreibt man denn hier? Drüber oder drunter?“ wollten sie wissen und schauten bei dem letzten Eintrag von Schriftsteller Norman Ohler 2019.
„So ein Eintrag ist etwas ganz Besonderes. Denn in diesem Buch steht ja nicht jeder drin“, bestätigte die gebürtige Böhl-Iggelheimerin Jasmin Grabowski, die seit gut zehn Jahren im 1. Judoverein Zweibrücken als Heimatverein trainiert und hier ihre Karriere aufgebaut hat. Ihre Freundin, die gebürtige Polin Martyna Trajdos, wechselte erst vor zwei Jahren in den Zweibrücker Verein und wurde bei ihrem ersten Wettkampf gleich Weltmeisterin, ebenfalls in Tokyo.
Entsprechend verlieh Andreas Kolig, Präsident des Judo Verbands Pfalz, ihr als Auszeichnung den 4. Dan des Deutschen Judo Bundes DJB und überreichte beiden je einen Gutschein.
Erfolge bei Wettkämpfen
Die Schwergewichtlerin (+78 kg) und Deutsche Vizemeisterin Jasmin Külbs ist für die WM der Frauen vom 26. August bis 1. September in Rio de Janeiro vom Deutschen Judobund nominiert worden, wie ihr Trainer und Vorsitzende des JCZ, Stefan Hahn, erklärte. Die Nominierung der 21-jährigen Angehörigen der Bundeswehrfördergruppe in Köln kommt nicht von ungefähr, denn die Fünfte der EM von Budapest hat mit der Silbermedaille bei den European Open in Lissabon und Bronze beim Grand Slam in Moskau Bundestrainer Michael Bazynski ihr Potenzial angedeutet.
Frankfurt/Oder Die Vorbereitung lief wahrlich nicht perfekt. Und doch feierte Joya Blöcher bei der deutschen U21-Meisterschaft in Frankfurt (Oder) ihre erste Einzelmedaille bei nationalen Titelkämpfen. Die Judoka des 1. JC Zweibrückengewann Bronze.
Konstanz/Zweibrücken Erst im Finale musste sich Joya Blöcher geschlagen geben. Die Judoka des 1. JC Zweibrücken, die ein Fernstudium an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Holzminden absolviert, hat somit am Wochenende Rang zwei bei den Deutschen Hochschulmeisterschaft in Konstanz belegt.
Hier die Ergebnisse der Deutschen Pokalmeisterschaften der Männer und Frauen:
| Kategorie | Platz | Name | Verein |
|---|---|---|---|
| Frauen -48 kg | 3 | Joya Blöcher | 1. Judo Club Zweibrücken 1957 e.V. |
