Kickboxen Training beim ASV Edigheim

Kickboxen ist eine Kampfsportart, die ihre Wurzeln im Taekwondo, Karate, Kung-Fu und Boxen hat. Das Hauptaugenmerk liegt auf Schlagtechniken mit der Faust sowie Tritttechniken mit dem Fuß. Je nach Verband bzw. Regelwerk sind Fußfeger, Ellenbogen- und Knietechniken erlaubt oder verboten. Wurftechniken, Techniken gegen den Rücken oder Hinterkopf sowie Techniken gegen am Boden liegende Gegner sind generell unzulässig.

Das Kickboxtraining ist für jedermann geeignet: es kann als Leistungssport wie auch als Breitensport praktiziert werden - und das von Männern wie auch von Frauen gleichermaßen. Selbst das Alter ist dabei unerheblich (eines der meist genannten Bedenken von Anfängern). Schon als Breitensport praktiziert, bietet Kickboxen die Möglichkeit einer umfassenden Beanspruchung und damit positiven Förderung des gesamten Organismus.

Trainingsziele sind individuell und vielseitig: der Sieg bei einem Wettkampf, das Erringen eines höheren Gürtelgrades, die allgemeine Verbesserung der Fitness, die Reduktion von Körpergewicht, das Erlernen von Selbstverteidigung und/oder der Abbau von Streß.

Leider haftet dem Kickboxen noch immer ein schlechter Ruf an. So findet man häufig das Vorurteil, dass beim Kickboxen Straßenschläger ausgebildet werden würden. Ferner tragen in der heutigen Zeit auch viele Kickboxschulen zu diesem Klischee bei, indem sie im Internet einen möglichst martialisch gehaltenen Auftritt wählen. Namen wie "Kicking-Killing-Kampfmaschinen" oder "Mächtig-Gefährlicher-Dragon" leisten ihr Übriges. Aber: Kickboxen ist gerade das nicht!

Durch strenge Regeln, Schulung von Fairness und der vorgegebenen, unabdingbaren Schutzausrüstung ist Kickboxen ein verhältnismäßig verletzungsarmer Sport und eine Ausbildung für Körper und Geist. Im Training steht man keinem Gegner sondern einem Trainingspartner gegenüber!

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Der Wettkampf

Das primäre Ziel des Kickboxens stellt der Wettkampf dar. Dieser wird nur mit entsprechender Schutzausrüstung, einem ärztlichen Attest, vorhandenem Ringarzt und -richter durchgeführt.

Gekämpft wird im Ring oder auf Matten. Die Kämpfer selbst treten gegen Kämpfer der gleichen Alters- sowie Gewichtsklasse an. Sieger ist, wer seinem Gegner mit Punkten überlegen ist oder ein regelkonformes K.O. des Gegners herbeiführen konnte. Die Bewertung nach Punkten erfolgt je nach Schwierigkeitsgrad der Technik - so erhält beispielsweise ein Treffer durch eine Handtechnik gegen den Körper 1 Punkt, während ein gesprungener Tritt zum Kopf 3 Punkte erzielt.

Im Kickboxen gibt es drei Wettkampfformen: Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt. Sie unterscheiden sich u.A. in der Härte der Technik und der Art der Punktevergabe. Daneben seien noch die freie musikalische Formen genannt, die vergleichbar mit einer Kür beim Eiskunstlaufen oder Bodenturnen bzw. dem Laufen einer Kata ist.

Gürtel und Gürtelprüfung

Mehrmals im Jahr werden Gürtelprüfungen angeboten. Darin überprüfen die teilnehmenden Sportler ihr im Training erworbenes Können und erhalten bei erfolgreicher Teilnahme eine Bestätigung durch eine höhere Graduierung in Form einer Gürtelfarbe, die sie von nun an tragen dürfen.

Die Schülergrade sind: gelb, orange, grün, blau und braun. Die Meistergrade werden durch einen schwarzen Gürtel repräsentiert. Abgeprüft werden in einer Gürtelprüfung u.A.

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Erfolge bei der Landesmeisterschaft BaWÜ in Stuttgart

Die Kämpfer des ASV Edigheim konnten erneut sehr gute Erfolge bei der Landesmeisterschaft BaWÜ in Stuttgart erzielen: Faik und Robert haben jeweils den zweiten Platz in Ihrer Gewichtsklasse belegen können. Herzlichen Glückwunsch!

Team und Trainer beim ASV 05 Edigheim

Beim ASV Edigheim trainieren erfahrene und erfolgreiche Kickboxer. Hier eine Übersicht der Trainer:

  • Thomas Schneider
    • 1. DAN Kickboxen
    • Trainer ASV 05 Edigheim
    • Mehrfacher Trainer von Deutschen Meistern
    • Mitglied seit Abteilungsgründung
  • Lino Lentino
    • 2. DAN Kickboxen
    • Kampfrichter WAKO Baden-Württemberg
    • Trainer ASV 05 Edigheim
    • Erfolge:
      • Baden-Württembergischer Meister WAKO im Vollkontakt
      • Deutscher Meister WAKO im Leichtkontakt
      • Vize-Deutscher Meister WAKO im Vollkontakt
      • Vize-Deutscher Meister WAKO im Leichtkontakt
      • Vize-Internationaler Deutscher Meister WAKO im Vollkontakt
      • Zweiter Georg F. Brückner Pokal WAKO im Vollkontakt
  • Andreas Würfel
    • 1. Kyu Kickboxen
    • Abteilungsleitung Kickboxen
    • Erfolge:
      • AIJCD European Open, Senioren, -78 kg, 3. Platz, 1995
      • Rheinland-Pfalz Meisterschaft, 1999
      • Süddeutsche Meisterschaft (WKA), -75kg Herren, 3. Platz, 1999

Maik Leiner: Vom Fußball zum Kickbox-Weltmeister?

Bis Maik Leiner vom ASV Edigheim Kickboxer wurde, musste einiges an „Überzeugungsarbeit“ geleistet werden. Doch seine anfängliche Skepsis verschwand dann schnell, sein Ehrgeiz wuchs. Nach dem deutschen Meistertitel träumt der Ludwigshafener nun davon, bei den Weltmeisterschaften im Herbst ebenfalls auf dem obersten Siegertreppchen zu stehen.

„Ich bin einer, der eher nicht verlieren kann“, sagt Maik Leiner. Dann erzählt er eine Geschichte, sie ist schon zwei, drei Jahre her. Beim Rheinland-Pfalz-Pokal unterlag er damals im Finale. Nicht, weil er der schlechtere Kämpfer gewesen war, sondern weil sein Gegner einfach die bessere Kondition hatte. „Danach bin ich richtig aggressiv geworden“, erzählt der Ludwigshafener: „Ich war so sauer auf mich, weil ich wusste, dass ich selbst schuld war, weil ich einfach zu faul gewesen war, im Vorfeld joggen zu gehen. Seit jenem Tag geht Maik Leiner nicht nur dreimal die Woche ins Kickbox-Training, sondern er geht auch noch laufen. Ein-, zweimal die Woche. Damit er nicht mehr wegen Kraftproblemen einen Kampf verliert. „Kondition schlägt Technik“, hat der 17-Jährige erkannt.

Und diese Erkenntnis, diese Einsicht, sie hat sich gelohnt. Denn Leiner hat in den vergangenen Monaten und Jahren große Fortschritte gemacht. So große, dass er sich vor ein paar Wochen bei den deutschen Meisterschaften des Verbandes IAKSA nicht über eine Niederlage ärgern musste. Leiner gewann alle Kämpfe in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm bei den Junioren - und damit die Goldmedaille. Es war seine erste Teilnahme bei nationalen Meisterschaften. Doch mit dem einen Titelgewinn will er sich nicht zufriedengeben. Ende Oktober finden in Stuttgart die Weltmeisterschaften des Verbandes IAKSA statt. Leiner will dort bei seiner WM-Premiere nicht nur gut abschneiden, Leiner will dort gewinnen. „Es klingt doch gut, wenn man sagen kann, man ist Weltmeister“, sagt er.

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Er wäre dann ein Weltmeister, den man zu seinem Glück drängen musste, der sich einst weigerte, mit der Sportart, in der er dies später schaffen sollte, zu beginnen. Leiner spielte jahrelang Fußball, erst beim FSV Oggersheim, dann beim Ludwigshafener SC. Er war ganz gut, aber eben nicht sehr gut, keiner, der sich große Hoffnungen auf eine große Karriere machen konnte. „Ich war nie so ehrgeizig. Ich wusste, es ist sehr schwer, Profi zu werden“, sagt Leiner. Er war da schon als Kind sehr realistisch. Eines Tages, er spielte in der zweiten Mannschaft, war noch weniger ehrgeizig als früher bei der Sache, fragte ihn dann Samuel, sein bester Kumpel, ob er ihn nicht mal zum Kickboxschnuppertraining nach Mannheim begleiten wolle.

Leiner ging mit, setzte sich aber während des kompletten Trainings auf eine Bank und schaute zu. Selbst als ihn ein Trainer fragte, ob er nicht mitmachen wolle, sagte er, er habe keinen Bock darauf. In den bald darauf folgenden Sommerferien wollte Samuel dann mal in Ludwigshafen, beim ASV Edigheim, reinschnuppern. Diesmal wollte Leiner erst gar nicht mitgehen. Erst als ihm seine Mutter mit Hausarrest drohte, wie er erzählt, begleitete er Samuel widerwillig. Er fand es dann eigentlich „ganz cool“, suchte trotzdem die ersten Wochen nach Ausreden, warum Kickboxen kein Sport für ihn sei. „Die Lust am Kickboxen kam eigentlich erst mit der Zeit“, sagt Leiner, Schüler der Berufsbildenden Schule Ludwigshafen.

Leiner, der nie der große Mannschaftssportler war, der eher einer ist, der selbst für seine Siege verantwortlich sein will, meldete sich dann bald beim Fußball ab. Denn er hatte Gefallen an einer Sportart gefunden, der er anfangs sehr viel Skepsis entgegenbrachte. „Durch einen schnellen K.o. zu gewinnen, macht jeden Kampfsportler glücklich“, sagt er heute beispielsweise. Er ist im Kickboxen aufgegangen, ist mittlerweile so ehrgeizig, dass er neben dem Training beim ASV Edigheim auch noch in Mannheim trainiert. Maik Leiner will eben nicht mehr verlieren.