In der Welt des Mixed Martial Arts (MMA) gibt es immer wieder aufsehenerregende Ereignisse und interessante Entwicklungen. Von neuen Talenten bis hin zu unerwarteten Comebacks ist die Szene ständig in Bewegung.
Aufstrebende Talente und tragische Verluste
Die aufstrebende MMA-Kämpferin Victoria Lee ist im Alter von nur 18 Jahren verstorben. Das teilte ihre Familie und ihr Verband mit. Lee war die Schwester des Weltmeisters im Weltergewicht Christian Lee (24) und der Fliegengewicht-Weltmeisterin Angela Lee (26). In einem Instagram-Post schrieb die ältere Schwester Angela, dass Victoria bereits am 26. Dezember gestorben sei. Eine Todesursache ist bislang noch nicht bekannt.
Victoria Lee galt als Wunderkind in der „The One Championship“-Serie. Sie trat zum ersten Mal 2021 in den Ring, damals mit gerade einmal 16 Jahren. In ihrem ersten Kampf gewann Lee gegen die deutlich erfahrenere Sunisa Srisan in der zweiten Runde. Darauf folgten zwei weitere Siege gegen Luping Wang und Victoria Souza. Seit September 2021 hatte sie nicht mehr gekämpft, galt dennoch als großes Talent.
Die Jaronsaak-Schwestern mischen die One Championship auf
Supergirl und Wondergirl - Die Jaronsaak-Schwestern mischen aktuell die One Championship in Asien ordentlich auf. Hier zwingt Nat Jaroonsak, Kampfname Wondergirl, ihre Gegnerin zur Aufgabe, aber eigentlich ist sie zweifacher Muay-Thai-Champion. Ihre Ellenbogen und Knie sind dank der thailändischen Variation zum Kickboxen in ganz Asien gefürchtet. Wie hier, in der One Championship, als sie ihrer Gegnerin die Nase gebrochen hat. Dicht auf den Fersen: die erst 17-Jährige Schwester Supergirl. Ebenfalls ein Muay-Thai-Phänomen.
MMA im Film: "Perfect Addiction"
Der Film "Perfect Addiction" liefert eine Mischung aus Romanze und Kampfsport, die die bekannten Versatzstücke des Teenie-Genres zwar routiniert ausspielt, sich für die Inszenierung der Fights aber selbst nicht großartig zu interessieren scheint. Eine interessante Kombination, die tatsächlich bislang eher selten versucht wurde.
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Sienna (Kiana Madeira), die Protagonistin von Castille Landons „Perfect Addiction“, arbeitet neben dem Studium als Kampflehrerin für Mixed Martial Arts. So trainiert sie auch Jax (Matthew Noszka), einen Kickboxer mit dem eher zweifelhaften Kampfnamen Deadbeat, der zugleich auch ihr Boyfriend ist. Als sie Jax beim Sex mit ihrer Schwester erwischt, schmeißt ihr Freund sie nicht nur aus der gemeinsamen Wohnung, es zerbricht im selben Moment auch ihre Arbeitsbeziehung - und so benötigt Sienna möglichst schnell eine neue Einnahmequell.
Um Jax im und außerhalb des Kampfrings schlagen zu können, nimmt Sienna den noch eher unerfahrenen Kämpfer Kayden (Ross Butler) unter ihre Fittiche - und verliebt sich natürlich auch in ihn. Zuschauer*innen, die nicht mit den Regeln der Mixed-Martial-Arts-Organisation UFC vertraut sind, macht der Film das Leben angenehm leicht: Gegeneinander antreten sollen Kayden und Jax nämlich bei illegalen Kämpfen im Käfig des sogenannten „Powderkeg“ - und dort gilt der Einfachheit halber das Credo: „Die einzige Regel, die es gibt: Es gibt keine Regeln.“
In „Perfect Addiction“ werden die Konflikte in Käfigkämpfen ohne Regeln ausgetragen. Zugleich macht der Film aber auch ebenso unmissverständlich wie psychologisch wenig haltbar klar, dass Sporttraining in erster Linie Bewältigungstherapie sein soll - ein Mittel, um Konflikte und Traumata (wichtige Backstory-Enthüllung im letzten Drittel des Films inklusive!) aufarbeiten zu können.
Die MMA-Trainerin Sienna entdeckt, dass ihr Champion-Freund sie mit ihrer eigenen Schwester betrügt. Aus Rache will sie seinen härtesten Rivalen so aufbauen, dass er den Titelträger im Ring stürzt. Also fängt sie an, den einzigen Kämpfer zu trainieren, der eine realistische Chance hat, Jax zu schlagen - und dabei handelt es sich auch noch ausgerechnet um seinen absoluten Erzfeind, was die Rache für Sienna aber nur noch süßer macht: Kayden (Ross Butler) hat sich bislang vor allem mit illegalen Untergrund-Kämpfen über Wasser gehalten, er muss sich also ganz schön umstellen, um Jax auch in einem offiziellen Fight die Stirn bieten zu können. Aber auch abseits des Rings bahnen sich Komplikationen an.
Alina Dalaslan: Eine deutsche MMA-Kämpferin auf dem Vormarsch
Alina Dalaslan ist MMA-Kämpferin. Im März gab sie ihr Profidebüt. Und zeigte, was sie in den vergangenen zwei Jahren gelernt hat: schlagen, treten, ringen und den Körper ihrer Gegnerin werfen. Möglichst hart, möglichst präzise. Was Dalaslan tut, steht unter der Prämisse FSK 18. Wenn man sie kämpfen sehen möchte, muss man volljährig sein. Kein Wunder, es erinnert an Gladiatorenkämpfe aus dem alten Rom. Oder an blutige Prügelfilme aus Hollywood.
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Wenn man Dalaslan mustert, ihre stählernen Schultern, ihr Sixpack, ihre ausgeprägten Venen, durch die mit jedem Schlag mehr und mehr Blut gepumpt wird, dann versteht man ihre Kritik. Und auch, was genau sie an der Sportart fasziniert. "Es fordert dich körperlich, aber vor allem mental."
Sie trainiert mit Männern, schwerer, stärker, aber nicht vorsichtiger. "Ich brauche ehrliches Sparring", sagt sie. Dass sie auf dem Trainingsplan nicht in rosa Sonderfarbe steht, ist für sie selbstverständlich. Dass sie so stark sei wie ein Mann, nimmt sie als Kompliment. Ihre Diäten hält sie durch. Drei Tage ohne Kohlenhydrate? "Gehört halt dazu."
Dalaslan ist im idyllischen Illertissen in Bayern groß geworden. Sie ist die Älteste von vier Geschwistern. Einen ihrer Brüder hat sie mal zum Kickboxen begleitet. Eigentlich nur, weil ihre Mutter nicht wollte, dass er allein im Training ist. Dann erkannte der damalige Trainer ihr Talent und überzeugte sie weiterzumachen. Quasi der Anfang von ihrer Karriere im Kampfsport.
Die Karriere von ihr ist noch jung. September 2023: erster Amateurkampf. Dezember 2024: Weltmeisterin der Amateure (IMMAF). März 2025: Profidebüt.
Am 14. Juni folgt ihr bisher größter Kampf - live übertragen auf RTL+. Vor 27.000 Zuschauer:innen in der Prager Eden Arena. Dort, wo normalerweise der Fußballverein Slavia Prag spielt, trifft sie auf Roza Gumienna. Neun Profikämpfe, erfahren und unbequem.
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Die psychologische Seite des Kämpfens
Vor einem Kampf durchleben viele Kämpfer intensive Emotionen und Gedanken. Einige fühlen sich ängstlich und überdenken ihre Karrieremöglichkeiten, während andere eine Art positive Energie entwickeln und sich darauf freuen, sich zu präsentieren und zu zeigen, was sie können.
Einige Kämpfer berichten von einem Gefühl der Schwäche während des Aufwärmens, das jedoch durch intensives Training überwunden werden kann. Andere sind vor dem Kampf total locker und freuen sich einfach darauf.
Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Leute da sind. Ein guter Freund von mir ist vor seinen Fights immer total locker, jedenfalls äusserlich. Nach seinem letzten Kampf meinte er dann zu mir "Also insgesamt bin ich nie wirklich aufgeregt, ich hab einfach Bock.
Es beruhigt mich, dass so ein großer Fighter wie Mir ganz ähnliche Probleme und Gedankengänge wie ich hat.
Wenn MMA-Kämpferinnen zu Opfern werden
Ein Taschendieb in Argentinien sah in einer MMA-Kämpferin ein leichtes Opfer. Ein Handydieb hielt eine 1,50-Meter-Frau wohl für ein einfaches Opfer - dass diese eine Mixed-Martial-Arts-Kämpferin ist, wusste er nicht. Brisa, 20, aus Argentinien muss wie ein leichtes Opfer gewirkt haben, als sie sich nach Feierabend auf den Heimweg machte. Ein Taschendieb entriss der jungen Frau das Handy. Dass das keine gute Idee war, merkte er erst, als es schon zu spät war.
Die etwa 1,50 Meter große Frau nahm sofort die Verfolgung auf. Eine Arbeitskollegin im Auto kam ihr zu Hilfe, wie argentinische Medien berichten. Am Ende half eine Gruppe Passanten, den Handydieb zu stellen. Passanten filmten, wie sie den bereits blutenden Dieb eisern am Boden festhält, ihn an den Haaren zieht und anschreit: "Du H***nsohn, such dir einen Job! Die 20-Jährige hielt den lädierten Kriminellen so lange fest, bis die Polizei eintraf. Viel zu regeln gab es für die Beamten da schon nicht mehr.
Nach dem Vorfall erzählte Brisa in Interviews mit argentinischen Medien, dass sie so wütend reagiert habe, weil sie monatelang gearbeitet und gespart hatte, bis sie sich ein neues Handy leisten konnte. Wegen der Pandemie sei auch ihr Gehalt gekürzt worden. Brisa hofft nun, dass der Dieb seine Lektion gelernt hat und nie wieder versucht, jemanden zu beklauen, sagte sie der Zeitung "El Sol". Sie wünsche sich, dass das, was sie erleben musste, niemand anderem widerfährt. Sie hatte Glück und konnte sich dank ihrer Kampfkunstausbildung zur Wehr setzen.
| Datum | Veranstaltung | Ort |
|---|---|---|
| 5. April | Oktagon 69 | Dortmunder Westfalenhalle |
| 17. Mai | Oktagon 71 | BMW-Park München |
| 14. Juni | Alina Dalaslan vs. Roza Gumienna | Eden Arena, Prag |
