In der Welt des Kampfsports, insbesondere im Judo, gibt es eine wachsende Bewegung hin zu mehr Inklusion und Akzeptanz von LGBTQ+ Personen. Dieses spiegelt sich nicht nur in der Praxis wider, sondern auch in der Auseinandersetzung mit traditionellen Werten und Normen.
Die Bedeutung von Inklusion im Judo
Judo, das auf Prinzipien wie gegenseitigem Nutzen und Respekt basiert, bietet eine hervorragende Grundlage für Inklusion. Das zweite Prinzip Jigoro Kanos hebt Judo über eine bloße Zweikampfsportart hinaus und läßt es zum Erziehungssystem werden.
Kano macht damit deutlich, mit welcher Einstellung und Haltung man Judo erlernen und betreiben soll. Er macht klar, daß der Partner nicht nur "Übungsobjekt" ist, jemand, an dem man übt, sondern ein Gegenüber, für den man Verantwortung entwickeln muß und für dessen Fortschritt in technischer und persönlicher Hinsicht man genauso arbeiten muß, wie für den eigenen.
Diskriminierung im Judo hat es lange gegeben. Diskriminierung im Judo existiert und hat existiert auf der Basis von sozialer Herkunft, Ethnizität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Präferenz usw.
Heute, in vielen Sportarten haben wir offen homosexuelle Judoka. Jûdô mit seinen wichtigsten philosophischen und ethischen Aussagen, die im späten 19. Jahrhundert verwurzelt sind, könnte ein starkes Werkzeug gegen solche Missbräuche sein, aber das war es nicht. Es ist leicht, Israel lange Zeit zu diskriminieren, weil sie auf der internationalen Bühne einfach zu unbedeutend waren.
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Queere Kampfsportfestivals: Ein sicherer Raum
Ein Beispiel für die Förderung von Inklusion ist das »Pink Power«-Festival, ein queeres Kampfsportfestival, das in Köln stattfindet. Bei dem queeren Kampfsportfestival lernt man, wie man austeilt - im Sport, aber auch im Alltag.
Schon zum zweiten Mal findet das Festival in Köln statt. Es gibt Workshops in Karate, Thai Boxen oder Krav Maga und anderen Kampfsportarten. Verbale oder körperliche Gewalt gegen Schwule und Lesben ist auch in der selbsternannten Hauptstadt der Toleranz immer noch Alltag.
Aber nicht nur um Technik und Verbesserung der eigenen Leistung geht es, sondern auch um den Kontakt zwischen den Sportlern und Sportlerinnen und - wie so oft im schwul-lesbischen Kontext - um einen geschützten, vorurteilsfreien Raum. Spätestens seit den Gay Games von 2010 weiß man in Köln, dass diese Aktivitäten verbinden: Finanziell waren die Spiele kein Erfolg, aber allen Aktiven sind sie als absoluter Höhepunkt im Gedächtnis geblieben.
Die Sissi-Boxer
»Boxen wird immer populärer«, erläutert Küber, die seit 2012 die »Sissi-Boxer«, die schwul-lesbischen Boxer und Boxerinnen beim SC Janus trainiert. Der Name der Gruppe nimmt die Klischees vom soften Schwulen und der unglamourösen Lesbe auf die Schippe: Das Logo besteht aus einem pinkfarbenen Boxhandschuh, den ein kleines Krönchen ziert.
Bei den Sissi-Boxern sind die Teilnehmer fortgeschrittene Anfänger. »Wir haben aber auch eine ehemalige deutsche Vize-Meisterin dabei. Mit rund 60 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus dem In- und Ausland rechnen die Organisatorinnen für das »Pink Power«-Festival.
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Herausforderungen und Akzeptanz
Trotz Fortschritten gibt es immer noch Herausforderungen. »In der Szene ist es immer noch ein bisschen exotisch, schwul oder lesbisch zu sein«, sagt Boxtrainerin Sonja Küber.
Das Thema »Homosexuelle im Sport« wird hierzulande vor allem vom Fußball dominiert. Schwule Kicker kämpfen mit ihrem Coming-out, Fans sind ignorant gegenüber lesbischen Fußballerinnen oder leisten sich homophobe Ausfälle. Vom SC Janus wird dagegen seltener erzählt.
Ein Judoka der auf Platz 42 der Judo-Weltrangliste steht, hat sich als schwul geoutet, ganz ohne Skandale oder größere Probleme. Er sagt, dass seine sportlichen Leistungen im Vordergrund stehen. Er möchte, dass die Leute in erster Linie über Medaillen, Erfolge oder Rückschläge berichten.
Er hat lange gebraucht, um sich einzugestehen, dass er schwul ist. Er hatte Angst, wie seine Familie und Freunde reagieren würden. Aber als er die Entscheidung ganz bei sich lag, konnte ihm nichts mehr passieren.
Judo Techniken und sexuelle Orientierung
Es gibt kein "Gay Judo" im eigentlichen Sinne, da Judo-Techniken universell sind. Allerdings kann die Art und Weise, wie Techniken vermittelt und praktiziert werden, inklusiver gestaltet werden. Solange man sich nicht verliebt dabei in die Augen kuckt ist es ok.
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Einige Argumentieren, dass es sehr männlich ist: Als Kämpfer wird auch dein Körper vorbereitet und du kannst ihn präsentieren. Es gibt die eine zusätzlichen Kick, wenn du deine Keger ohne Shirt im Ring siehst. Und die Zuschauer können die Bewegungen und die Muskeln besser beim arbeiten zusehen.
