Die Bedeutung der Gürtelfarben im Taekwondo

Im Taekwondo kennzeichnen die Gürtelfarben den Fortschritt und die Erfahrung des Schülers. Der Anfänger beginnt mit dem Weißgurt und steigt mit jeder bestandenen Gürtelprüfung im Grad auf. Die farbigen Gürtel dienen dem Lehrer auch dazu, in größeren Gruppen einen besseren Überblick über die Fähigkeiten der Schüler zu haben.

Die Gürtel erfüllen mehrere Funktionen: Sie sorgen für Richtlinien in der Ausbildung und geben eine Rückmeldung über den eigenen Trainingsstand, was motivierend wirkt. Sie machen den Fortschritt und die erbrachte Leistung sichtbar. Getragen werden sie auf einem lockeren Trainingsanzug (Dobok), der sich optimal für das dynamische Training eignet.

Die Gürtelgrade im Überblick

Im Taekwondo wird jeweils auf einen Kup geprüft. Ein Kup ist ein halber Gürtel, von Weiß ausgehend. Vom 10. Kup ausgehend, ist der nächste Gürtel (Ty) der weiße mit drei gelben Ringen (9. Kup). Doppelprüfungen sind vom 10. auf den 8. Kup erlaubt. Nur bei besonderer Leistung kann ein Kup-Grad übersprungen werden. 10. Kup bis 5. Kup sind die Anfängergrade, 4. Kup bis 1. Kup sind die Fortgeschrittenengrade.

Meisterschüler, Meister oder Großmeister im Taekwondo tragen als Gürtelfarbe den schwarzen Gurt (Black Belt) mit der jeweiligen Aufschrift für den entsprechenden Dan-Grad (Meister-Grad).

Ursprünglich gab es im Taekwondo vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz. Diese Farben finden sich auch in der Südkoreanischen Flagge wieder. Mittlerweile wurden die vier Farben um weitere ergänzt. Hinzugekommen sind gelb, grün und braun.

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Die Schülergrade (Kup)

  • Weißgurt (10. + 9. Kup): Der Gürtel für Einsteiger.
  • Gelbgurt (8. + 7. Kup): Der Sportler schärft die erlernten Grundtechniken und erfährt bereits spürbare Besserung der Koordination und Beweglichkeit.
  • Grüngurt (6. + 5. Kup): Die gelernten Techniken sind gut eingeprägt. Die Ausführung ist schnell, genau und kraftvoll. Ein gutes Gefühl! Der Anreiz, selbstständig die Techniken zu verfeinern und das Gelernte anzuwenden.
  • Blaugurt (4. + 3. Kup): Fortgeschrittene Stufe.
  • Rotgurt (2. + 1. Kup): Der Sportler verfügt über genaue Kenntnis aller Disziplinen des Taekwon-Do. Die Techniken im Taekwondo haben sich gefestigt. Der Schüler steht nun unmittelbar davor, Meister zu werden. Vom Schüler geht schon eine ungeheure Kraft aus.

Die Meistergrade (Dan)

  • Schwarzgurt (1. - 9. Dan): Die bekannteste Farbe! Sie zeigt den Ausbildungserfolg an. Das bedeutet natürlich nicht das Ende! angedeutet, die noch höher hinausgeht als die Sonne.

Die Bedeutung der einzelnen Farben

Jede Gürtelfarbe im Taekwondo hat eine symbolische Bedeutung:

  • Weiß: Steht für den Anfang, die Unschuld und die Reinheit.
  • Gelb: Ist die Erde, in der eine Pflanze ihre Wurzeln schlägt.
  • Grün: Ist die Pflanze, die wächst.
  • Blau: Steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze.
  • Rot: Repräsentiert eine Signalfarbe, eine Warnfarbe. Ist die Gefahr des Schülers sich zu überschätzen und weist ihn darauf hin, sich zu kontrollieren. Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal.
  • Braun: Einige Schulen verwenden den braunen Gürtel an Stelle des roten Gürtels.
  • Schwarz: Ist das Gegenteil von Weiß und zeigt das Können und die Reife im Taekwon-Do. Schwarz und auch der „Schwarze Gürtel“ ist die Farbe der Meister (1.-10. Dan Taekwondo) und nur diesen vorbehalten. Schwarz, Symbol für das Weltall, vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren.

Taekwondo Gürtelprüfung

Um ein faires System bei den Gürtelprüfungen im Taekwondo zu gewährleisten, gibt es Prüfungsanforderungen, die von Schule zu Schule variieren können. Grundsätzlich richtet sich unsere Schule an die Vorgaben der WT (World Taekwondo) und den Prüfungsanforderungen vom Taekwondo Kukkiwon und U-Chong Taekwondo unseres Großmeisters Chang, Jae- Hee, 8. Dan.

In der Regel sollten zwischen 2-4 Gürtelprüfungen pro Jahr im Verein stattfinden, wobei ein Schüler normalerweise alle 4-6 Monate an einer Prüfung teilnehmen kann. Das hängt davon ab, ob der Schüler nach Ansicht des Meisters die benötigten Anteile an Techniken, Formen, Einschrittkampf, Selbstverteidigung, Freikampf und Theorie zur Kup-Prüfung beherrscht.

Dan Grade im Taekwondo

  1. 1. Dan Taekwondo
  2. 2. Dan Taekwondo
  3. 3. Dan Taekwondo
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  5. 5. Dan Taekwondo
  6. 6. Dan Taekwondo
  7. Ab dem 7.Dan Taekwondo
  8. 8. Dan Taekwondo
  9. 9. Dan Taekwondo

Der Gürtel als Hilfsmittel

Erwähnt werden soll hier als Erstes, dass die Erkennung des Ranges nicht der Hauptgrund ist, dass beim Taekwondo Gürtel getragen werden. An der richtigen Stelle und mit richtigem Druck gebunden ermöglicht es der Gürtel, nahezu den gesamten Körper blitzartig anzuspannen, um zum Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer „einzustecken“.

Historischer Kontext

Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Kanō Jigorō, dem Begründer des Judo eingeführt. Zu Beginn des modernen Taekwondo gab es nur vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Diese wurden mittlerweile ergänzt durch gelb, grün und braun. Das moderne Graduierungssystem dient vor allem dazu, den Trainings- und Wissensstand zu repräsentieren.

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