Das Frauenwrestling hat in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte der Wrestling-Weltmeisterinnen, ihre Leistungen und die Entwicklung des Frauenwrestlings.
Die Anfänge des Frauenwrestlings
Früher wurden Ringerinnen oft als unweiblich abgestempelt, was die Vereine lange Zeit davon abhielt, Mädchen aktiv zu fördern. Diese Denkweise führte dazu, dass Athletinnen oft nicht an internationalen Turnieren teilnehmen durften, was wiederum die Vereine wenig Anreiz bot, sie zu unterstützen.
Als Frauenringen 2004 bei den Olympischen Spielen zugelassen wurde, gab das zwar einen Schub, trotzdem galten sie weiterhin als Anhängsel. Sie trainierten mit den Männern, besuchten dieselben Wettkämpfe und wurden kaum gefördert.
Der Aufstieg des Frauenwrestlings
Dabei ist die Sportart nicht zwingend eine Männerdomäne: In Russland, den USA und Japan boomt Frauenringen regelrecht. Als es in Zentraleuropa noch nicht einmal eine eigene Liga für Frauen gab, baute Japan Trainingszentren auf und zeigte Ringerinnen auf einem eigenen Fernsehkanal.
Inzwischen suchen die Pietschmanns nach grösseren Räumlichkeiten, denn auch Erwachsene wollen im einzigen Ringerverein in Bern trainieren. Und Mädchen.
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Heutzutage ist vieles einfacher als früher. «Frauen rennen im Ringsport gerade offene Türen ein, die Förderung wird sehr ernst genommen.»
Bekannte Schweizer Ringerinnen und ihre Erfolge
Die «Meitle» Annatina Lippuner und Svenja Jungo gelten als grosse Hoffnungen des Schweizer Frauenringens. Erst 16 Jahre alt, blicken sie schon auf internationale Erfolge zurück. Im Juni holte Svenja Bronze an der EM in Bulgarien, einen Monat später wurde sie Vize-Weltmeisterin in Ungarn. Da erreichte Annatina den fünften Platz.
Seit 2010 ist Beerli Mitglied des Nationalkaders, wird 2015 Seilzieherin des Jahres. Bei Schweizer Meisterschaften hat sie zwölf Medaillen gewonnen, «in allen Farben». Sechs Medaillen sind es bei Europa-, vier bei Weltmeisterschaften, jeweils in den Kategorien Damen oder Mixed. Die Schweiz ist nebst Schweden, Holland, England und den asiatischen Ländern eine der erfolgreichsten Seilzieh-Nationen.
Die angehende Primarlehrerin Nora Jäggi hält die Schweizer Rekorde im Reissen (93 kg) und Stossen (120 kg), bereitet sich derzeit für die WM in Thailand (im September) vor. In der Gewichtsklasse bis 69 Kilo wird die Studentin der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz 2018 an der EM Sechste und an der WM in der Gewichtsklasse bis 76 Kilo Fünfzehnte.
Diana Fankhauser ist Schwingerkönigin 2018 - und hat den Sport sowohl im Blut als auch in den Genen. Bereits zwei ihrer Tanten waren Königinnen: Eveline Dolder in den Jahren 2000 und 2001, dann Margrit Vetter 2013 und 2014. Ihre Mutter und ihr Grossvater waren ebenfalls begabte Schwinger.
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Herausforderungen und Vorurteile
Noch heute gebe es viele Vorurteile. Ringerinnen seien unweiblich, «chaschtig», hätten breite Schultern und stämmige Beine. Ein weiteres Problem: Frauenringen war lange nicht lukrativ. «Athletinnen durften nicht zu internationalen Turnieren, brachten den Vereinen also weder Medaillen noch Publicity.»
Konfrontiert ist sie seit jeher in diesem traditionsbehafteten Sport auch mit den Kritiken der Alteingesessenen, «die uns Frauen belächeln». Der Männer-Vergleich hinkt aber vor allem neben dem Sägemehlring. Beispielsweise hat Fankhauser keinen einzigen Sponsor. Die Gabentempel bei den Frauen sind kleiner und weniger reich bestückt.
Die Zukunft des Frauenwrestlings
Trotzdem sei noch viel zu tun, sagt Werner Bossert von Swiss Wrestling. «Wir brauchen Frauen in Gremien und Kaderstellen. Vertreterinnen in den Verbänden und Trainerinnen in den Vereinen.»
Vieles sei heute einfacher als zu ihren Zeiten. «Frauen rennen im Ringsport gerade offene Türen ein, die Förderung wird sehr ernst genommen.»
Swiss Wrestling Federation
Die Swiss Wrestling Federation engagiert sich für die Förderung des Frauenwrestlings in der Schweiz. Präsident Werner Bossert betont die Notwendigkeit, Frauen in Führungspositionen zu integrieren und Vorurteile abzubauen.
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Die Kadergrösse liegt aktuelle bei 49 Athleten*innen und vergrößerte sich die vergangenen Jahre zunehmend.
Die regionalen Leistungszentren Kriessern, Willisau, Martigny und Aristau ist der Verband sehr gut aufgestellt.
Swiss Wrestling Ringer absolvierten die Spitzensport Rekrutenschule in Magglingen.
CISM Weltmeisterschaften
Die diesjährige World Military Wrestling Championships finden vom 18.11 bis 24.11. in Jerewan/ARM statt.Wir sind stolz, unsere Athleten*innen und den Missionschef für die diesjährgen CISM Weltmeisterschaften zu präsentieren:
- Missionschef: Daniel Faraj
- Greco: Maurus Zogg 72kg / Damian von Euw 87kg
- Freistil: Thomas Epp 57kg, Noah Schwaller 92kg
- Frauen: Svenja Jungo 50kg / Annatina Lippuner 62kg
- Trainer Greco u. Frauen: Thomas Bucheli
- Trainer Freistil: Pascal Jungo
- Kampfrichter: Thomas Murer
- Physio: Mirco Moser
Der Conseil International du Sport Militaire (CISM) ist der Internationale Militärsport-Verband. Am 18. Februar 1948 wurde er in Nizza (Frankreich) durch die fünf Länder Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und Niederlande gegründet. Mit seinen heute 135 Mitgliedstaaten ist es die drittgrösste Sportorganisation der Welt (hinter IOC / FIFA). Ein Ziel dieses Verbandes ist es, die Entwicklung des Militärsportes auf breiter Basis, so wie die Förderung freundschaftlicher Beziehungen, zwischen den Armeen und den Mitgliedstaaten zu fördern.
