Kickboxen Roter Gürtel: Anforderungen und Bedeutung

Durch die Entstehung aus dem Karate haben die meisten Verbände die Kickboxen Gürtel mit übernommen. Im Kickboxen trägt man, wie bei vielen anderen Kampfsportarten auch, einen Gürtel. Dieser Artikel erklärt, was es damit auf sich hat und wie lang er sein soll.

Die Bedeutung der Gürtel im Kickboxen

Das Graduierungssystem über die Gürtel wurde, wie auch viele der Techniken, aus dem Karate übernommen. Der Gürtel hat für den Kickboxer nicht den Zweck wie für den Judoka oder Karateka, die Jacke zusammenzuhalten, sondern dient dem Erkennen des Ausbildungsstandes.

Die verschiedenen Gürtelgrade

Durch die Übernahme aus dem Karate werden im Kickboxen Dan und Kyu Grade vom Schüler erlangt, wobei nicht alle Verbände die Gürtelfarben eingeführt haben. Die einzelnen Dachverbände haben hier teils unterschiedliche Anforderungen, weshalb im Detail die Gürtelprüfungen der WAKO (als größte Organisation) vorgestellt werden.

  • Weißer Gürtel: Als Anfänger trägt man keinen Gürtel. Es gibt auch keine Prüfung.
  • Gelber Gürtel: Der Prüfling muss eine sichere Fortbewegung in der Kampfstellung vorzeigen, verschiedene Geraden sowie Vorwärtsfußtritte an den Pratzen ausführen, vorwärts sowie rückwärts abrollen können, sich gegen die Grundtechniken verteidigen und Würgeangriffe abwehren. Außerdem muss der Begriff der Notwehr sinngemäß definiert werden können.
  • Oranger Gürtel: Hier kommt das Schattenkickboxen als Prüfungsteil hinzu und man muss nun mit den Fäusten auch Haken schlagen können, sowie den Halbkreistritt beherrschen. In der Selbstverteidigung muss man einen Sturz anfangen, sich gegen einen Schwitzkasten sowie Unterarmwürgen verteidigen und sich aus Handgelenkgriffen befreien. Der Theorieteil erfordert Wissen über den Semikontaktkampf.
  • Grüner Gürtel: Hier erwarten einen zusätzlich die Aufwärtshaken mit den Fäusten sowie die Seitwärtstritte mit den Beinen. In der Selbstverteidigung soll man das seitliche Fallen beherrschen und sich gegen Umklammerungen wehren. Erstmals muss man auch ein kurzes Sparring gegen alle bekannten Angriffe vorzeigen. In der Theorie wird das Wissen des Leicht- und Vollkontaktkampfes abgefragt.
  • Blauer Gürtel: Dafür muss man die Handtechniken der Vorstufen festigen und den Axttritt sowie den Tritt mit dem Außenrist erlernen. Das Sparring gehört hier ebenso zur Prüfung, wie die Selbstverteidigung gegen Stockangriffe und mehrere Gegner. Die Theorie besteht aus dem Wissen um die Geschichte des Kickboxen und die Formen Regelkunde.
  • Brauner Gürtel: Die Vorführung aller gelernten Techniken im Sparring, alle Fallübungen und die Verteidigung gegen Messerangriffe und mehrere Gegner machen dieses Programm zum schwierigsten Kyu-Programm. Die Theorie besteht aus einer Zusammenfassung aller vorangegangenen Stufen und einem Lehrbeispiel.
  • Schwarzer Gürtel (1. Dan): Wer die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich abgelegt hat, darf sich im Kickboxen Meister nennen. Dafür müssen die Schlag- und Tritttechniken aller Schülergrad beherrscht und im Sparring offensiv und defensiv sicher angewendet werden können. Weiterhin werden nun Sprungtritte abverlangt und die Verteidigung gegen Angriffe, bei denen man sich am Boden befindet. Außerdem benötigt man einen Lehrgang in Erste-Hilfe drei weitere Lehrgänge, wovon einer ein Kampfrichterlehrgang sein muss.
  • Schwarzer Gürtel (2. Dan): Das Prüfungsprogramm wird ab hier völlig selbstständig vorgeführt.
  • Schwarzer Gürtel (3. Dan): Man muss einen Einsatz als Kampfrichter auf Landes- oder Bundesebene vorweisen können.
  • Schwarzer Gürtel (ab 4. Dan): Die Verleihung erfolgt auf Antrag vom Bundesverband durch den Weltverband.

Wartefristen und Prüfungen

Für den nächsthöheren Gürtel gibt es meist Mindest-Wartefristen. Zwischen den einzelnen Graden sind Wartezeiten vorgeschrieben, die der Vorbereitung zur entsprechenden Kickboxen Prüfung dienen. Abgefragt werden Abwehr- und Angriffstechniken, Theorie und Sparring (ab dem 3. Kyu). Das Vorwissen aus vorangegangenen Prüfungen wird stichpunktartig abgefragt.

Weitere Aspekte des Kickboxen Gürtels

Es gibt einmal die Möglichkeit, den Gürtel bereits mit Aufschrift zu bestellen, wobei je nach Länge des Aufdrucks zusätzliche Kosten anfallen. Manche Hersteller bieten sogar an, Bilder aufzubringen. Überzeugte Selbermacher und handwerklich Versierte können den Gürtel natürlich auch selbst besticken. Die Herausforderung ist bei der Materialstärke in jedem Fall gegeben.

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Bedenkt hierbei allerdings, dass es sich beim Budogürtel um ein altes japanisches Symbol von Kampfkünstlern handelt, welche die Kampfkunst mit all ihrer Kraft lebten, bevor Ihr provozierende oder andere unüberlegte Aufschriften benutzt.

Wie wird der Gürtel gewaschen?

Die Kickboxgürtel bestehen in den meisten Fällen aus vielen Lagen reiner Baumwolle, Seide oder aus einer Mischung. Diese Materialien sind zwar prinzipiell waschbar, aber die Verarbeitung der Gürtel verbietet die Maschinenwäsche in jeglicher Form. Hierbei könnte der Gürtel stark einlaufen oder sich einfach selbst „aufdröseln“.

Eine kalte Handwäsche ist zwar prinzipiell möglich, wird aber im Regelfall auch nicht durchgeführt. Da der Gürtel normalerweise nicht mit der Haut in Berührung kommt, nimmt er auch keinen Schweiß auf und muss demnach nicht gewaschen werden.

Wie lang sollte der Gürtel sein?

Es gibt Größentabellen der jeweiligen Hersteller, wobei sich diese nur unwesentlich unterscheiden. Generell wird die Länge über Ihre Körpergröße bestimmt und passt in fast allen Fällen perfekt. Je nach Körperform kann es in Ausnahmefällen nötig sein, eine andere Länge zu nehmen, als die Tabelle empfiehlt. Im Zweifel können Sie sich sicher durch die Gürtellängen Ihrer Mitschüler probieren, wenn Sie sie freundlich bitten.

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