Die brasilianische Musik Capoeira: Ursprung und Geschichte

Die Geschichte der Capoeira ist eng mit der Sklaverei in Brasilien verbunden.

Die Wurzeln der Capoeira

Die Wurzeln der Capoeira gehen zurück bis in die Sklavenzeit Brasiliens.

Zurzeit der Sklaverei wurden mehr als zwei Millionen Sklaven aus Afrika nach Brasilien entführt.

Sie stammten aus verschiedenen Regionen Afrikas und hatten demzufolge auch verschiedene kulturelle Hintergründe.

Während "puristische" Interpreten daran festhalten, die Capoeira stamme aus Afrika und sei somit eine in Brasilien exilierte afrikanische Kulturpraxis, so geht die Mehrzahl der Forscher heute davon aus, dass die Capoeira von afrikanischen Bantusklaven erst in der Neuen Welt, in Brasilien also, entwickelt wurde.

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Die Sklaven durften keine Waffen besitzen.

Es blieben ihnen nur Hände und Füße, sich zu wehren.

Da oft auch die Hände gebunden waren, entwickelte sich eine Techink, sich nur mit Füßen zu verteidigen.

Inspiriert an zum Teil aus Afrika stammenden Tänzen, Ritualen und Musikelementen entstand eine Körpertechnik, die vor allem die Funktion hatte, sich der in der Sklaverei herrschenden Gewalt zu entziehen und ihr mitunter sogar Widerstand entgegenzusetzen.

Capoeira stellte gleichzeitig eine geheime Waffe der Afro-Brasilianer dar, die als Tanz "verkleidet" und von Musik begleitet wurde.

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Viele Leute sehen daher Capoeira nur als Tanz an, andere als Kampfkunst und wieder andere als Religion oder gar kulturelle Identität.

Die Beschreibung von Capoeira variiert daher auch von der Persönlichkeit der ausübenden Personen.

Capoeira als Widerstand

Capoeira entstand auf den brasilianischen Zuckerrohrplantagen und den dazugehörigen Herrenhäusern.

Capoeira entstand während de Kolonialzeit in Brasilien innerhalb des Sklavensystems.

Als die Sklaven nach Brasilien kamen, nahmen sie auch einen Tanz mit, der den Bewegungen von Tieren ähnelte und bei dem der Körper wie in der Ginga (Grundschritt beim Capoeira) hin und her bewegt wird.

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Im Laufe der Zeit wurden die Sklaven immer stärker von den Sklavenbesitzern unterdrückt und misshandelt.

Dies führte dazu, dass der Wunsch der Sklaven nach Freiheit immer stärker wurde und sie letztendlich begannen, sich ihre Rechte und ihre Freiheit zurückzuerkämpfen.

So gelang es den Sklaven, aus den Plantagen zu fliehen.

In den Wäldern errichteten sie eine Art von Flüchtlingsdörfern, die Quilombos.

Der größte und bekannteste Quilombo war der Quilombo dos Palmares in der Serra da Barriga im brasilianischen Bundesstaat Alagoas im Nordosten Brasiliens.

Capoeira erscheint in dieser Perspektive als von männlichen afrikanischen Sklaven in Brasilien geschaffene genuine körperliche Widerstandspraxis, die sich im Laufe der Geschichte zu einem Teil der afro-brasilianischen Volkskultur entwickelte.

Im Zusammenhang mit der Flucht von Sklaven und der Errichtung von Fluchtburgen kristallisiert sich die Capoeira im 18.Jh., wobei auch Messer eingesetzt wurden, zur Verteidigungs- und Angriffswaffe der geflohenen Sklaven.

Capoeira war hierbei das Schlüsselelement bei den unerwarteten Angriffen.

Mit schnellen und trickreichen Angriffen konnten die Afrikaner den Holländern beträchtlichen Schaden zufügen.

Capoeira wurde so zu ihrer Waffe und zum Symbol ihrer Freiheit.

Wenn eine Expedition erfolgreich war, wurden die Sklaven auf die Plantagen zurückgebracht, wo sie anfingen Capoeira zu lehren.

Der Sonntag war Ruhetag und dann wurde Capoeira praktiziert.

In ihren Unterkünften änderte sich die Art und Weise der Ausübung von Capoeira schon sehr bald.

Musik, Gesang, Tanz und andere Rituale wurden hinzugefügt, um zu verbergen, dass eigentlich eine Kampfkunst praktiziert wurde.

In 25 Jahren erfuhren die Kolonien elf Rebellionen, die schließlich in der Abschaffung der Sklaverei am 13. Mai 1888 ihren Höhepunkt fanden.

Die Wurzeln der Capoeira entstanden im 15. Jahrhundert zur Zeit des Sklavenhandels in und nach Amerika.

Während dieses ca. ganz Amerika verschleppt.

Dabei überlebte nur jeder vierte die Überfahrt.

ermöglichte sich gegen ihre Unterdrücker zu wehren und schließlich zu fliehen.

Sie tarnten ihre Kampfübungen und -techniken als Tänze.

Die Sklavenbesitzer beauftragten Sklavenjägern, die so genannten „Capitães-do-mato“, die Sklaven dort zu holen.

Diese jedoch wehrten sich gegen die Sklavenjäger mit Händen, Füßen und Kopf, mit denen sie harte Stöße und Tritte verteilten, die nicht selten tödlich waren.

Die überlebenden Sklavenjäger kehrten mit leeren Händen zu ihren wütenden Auftraggebern zurück, die fragten: -„Wo sind die Sklaven?“ und die Antwort lautete: „Sie haben uns in der Capoeira erwischt“, womit sie die Stelle meinten, an der sie besiegt worden waren.

Capoeira nach der Sklaverei

Nach der Abschaffung der Sklaverei kehrten einige Sklaven nach Afrika zurück, die Mehrheit jedoch blieb in Brasilien.

Da die Plantagenbesitzer kein weiteres Interesse an ihnen hatten, zogen viele in die Städte weiter, wo sich allmählich Elensquartiere "Favelas" herausbildeten.

Es gab keine Möglichkeiten der Beschäftigung mehr für sie und viele organisierten sich in kriminellen Gangs.

Andere, wenn auch nur wenige, konten auf Grund ihrer Kenntnisse von Capoeira als Leibwächter von Politikern arbeiten.

Alle wurden jedoch von der Regierung als "Plage" angesehen.

Die Hauptaktivitäten der Capoeiristas bestand darin, das politische Leben in Unordnung zu bringen.

In den 1890ern waren einige hochstehende Persönlichkeiten der brasilianischen Gesellschaft Capoeiristas.

Dies bedeutete eine Bedrohung für die Regierung, woraufhin der Präsident eine spezielle Polieitruppe zusammenstellte, um die Lage zu kontrollieren.

Als sich dies als ineffektiv herausstellte, wurde ein rigoroses Strafgesetz erlassen.

In Kapitel B dieses Gesetzes waren zehn Artikel alleine den Praktiken und Techniken sowie den Capoeira-bezogenen Verbrechen gewidmet.

Ein späteres noch strengeres Gesetz bestimmte, dass jedem, der alsCapoeirista bekannt war, die Staatsangehörigkeit entzogen wurde.

Um dieses Gesetz durchzusetzen, heuerte der Präsident einen Mann namens Sampaio an, der als der skrupelloseste Polizeichef in die Geschichte Brasiliens einging.

Er war entschlossen, Capoeira auszulöschen.