WWE Geschichte und Erfolge

Die World Wrestling Entertainment (WWE), ehemals bekannt als World Wrestling Federation (WWF), blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück. Von einer regionalen Wrestling-Organisation entwickelte sie sich zu einem globalen Mediengiganten, der Milliarden von Menschen begeistert.

Die Anfänge der WWE

Die Geschichte der WWE beginnt 1953 mit der Gründung der Capitol Wrestling Corporation (CWC) durch Jess McMahon und Toots Mondt. In den frühen 1950er-Jahren war das Wrestling-Geschäft stark regional geprägt. Promotions arbeiteten innerhalb bestimmter Territorien, um Konkurrenz zu vermeiden. Jess McMahon und später sein Sohn Vincent J. McMahon etablierten die CWC an der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Die Gründung der WWWF

1963 trennte sich die CWC von der NWA und gründete die World Wide Wrestling Federation (WWWF). Der Bruch erfolgte, nachdem der damalige Champion der NWA, Lou Thesz, von den Verantwortlichen als nicht charismatisch genug angesehen wurde. In den folgenden Jahren wurde die WWWF unter Vincent J. McMahon zu einer festen Größe im Nordosten der USA. Wrestler wie Bruno Sammartino, der den World Heavyweight Title über sieben Jahre hielt, wurden zu Ikonen dieser Ära.

Am 17. Mai konnte Bruno Sammartino den WWWF Championtitel gewinnen. Die Titelregentschaft dauerte ganze 7 Jahre und 8 Monate, um genau zu sein 2803 Tage. Dies ist der längste Championship-Run der Geschichte des Titels. In dieser Zeit konnte Sammartino beweisen, was für ein wichtiger Star er für die Firma ist. Er sorgte dafür, dass viele große Arenen, unter anderem der ikonische Madison Square Garden (MSG) in New York, ausverkauft waren. Ganze 211 Main-Events im Laufe seiner Karriere fanden im MSG statt, damit hat er in dieser Halle mehr Hauptmatches bestritten, als jeder vor und nach ihm. Er war eine lebende Legende. Sein letztes, ausgestrahltes Match bestritt er am 28. August 1987. 2013 wurde er in die WWE-Hall-of-Fame eingeführt. Seine große Zugkraft brachte der WWE sehr viel Geld ein. Am Ende seines Lebens stand er der aktuellen Ausrichtung der Firma und dem Wandel der letzten Jahre im Sports-Entertainment-Business sehr skeptisch gegenüber.

Die Ära von Vincent K. McMahon

1979 übernahm Vincent K. McMahon, der Sohn von Vincent J. McMahon, das Unternehmen und benannte es in World Wrestling Federation (WWF) um. Vincent K. McMahon setzte auf eine aggressive Expansionsstrategie. Er kaufte Sendezeiten in nationalen Fernsehsendern und begann, die besten Talente anderer Promotions abzuwerben.

Der Aufstieg von Hulk Hogan und WrestleMania

Ein zentraler Moment in der Geschichte der WWF war die Verpflichtung von Hulk Hogan im Jahr 1983. Hogan, der zuvor in der American Wrestling Association (AWA) bekannt geworden war, wurde schnell zum Aushängeschild der WWF. 1985 brachte die WWF die erste WrestleMania auf die Bildschirme. Dieses Event kombinierte Wrestling mit Popkultur und lockte prominente Gäste wie Mr. T, Cyndi Lauper und Muhammad Ali an. Die 1980er-Jahre waren eine goldene Ära für die WWF.

Die Attitude Era und der Monday Night War

In den 1990er-Jahren geriet die WWF unter Druck durch die Konkurrenz der World Championship Wrestling (WCW). Die WWF antwortete mit der Einführung der Attitude Era, einer Periode, die von kontroversen Storylines, raueren Charakteren und einer stärkeren Fokussierung auf erwachsenes Publikum geprägt war. Die Rivalität zwischen WWF und WCW, bekannt als der Monday Night War, erreichte ihren Höhepunkt in den späten 1990er-Jahren. Letztendlich gewann die WWF den Krieg, als die WCW im Jahr 2001 von Vince McMahon aufgekauft wurde.

Die "Attitude Era" galt als Zauberformel, mit der WWE den "Monday Night War" gegen WCW gewann. Die Geschichte einer Boom-Ära - und was zu ihrem Ende führte.

Die Umbenennung in WWE

2002 änderte die World Wrestling Federation ihren Namen in World Wrestling Entertainment (WWE), nachdem ein Rechtsstreit mit dem World Wildlife Fund beigelegt worden war. Diese Namensänderung markierte eine strategische Neuausrichtung.

Bis genau zu diesem Tag gab es noch kein E im Namen WWE. Nicht World Wrestling Entertainment sondern die World Wrestling Federation sorgte für die Unterhaltung der Zuschauer. Allerdings war die Abkürzung WWF bereits an eine Firma vergeben, die zuvor den Brand WWF etablierten. Die Rede ist von der Natur- und Umweltschutzorganisation „World Wide Fund For Nature“. Bis 1986 hießen diese „World Wildlife Fund“ und nutzten die Abkürzung WWF bereits 1961. Im Wrestling tauchten diese drei Buchstaben erst ab 1979 auf der Bildfläche auf. Trotzdem koexistierten beide Namen für einige Jahre. 1994 gab es sogar eine Vereinbarung, die die internationale Nutzung der Initialen festlegte. Vince McMahon ignorierte diese jedoch und so wurde WWF von WWF verklagt, letzten Endes gewann natürlich WWF den Rechtsstreit, also die Umweltschutzorganisation. Die World Wrestling Ferderation musste umbenannt werden und erhielt unter der kreativen Kampagne „Get the „F“ out“ einen kosmetischen Wandel. Dies passierte am 6. Mai 2002, als bei RAW diese Veränderung publik gemacht wurde. Ein neues Logo, ein neuer Name: World Wrestling Entertainment oder kurz: WWE.

Die WWE im digitalen Zeitalter

Mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien adaptierte sich die WWE an die neuen Gegebenheiten. 2014 startete das WWE Network, ein Streaming-Dienst, der Fans Zugang zu Live-Events, klassischem Wrestling-Material und exklusiven Shows bot.

Bereits im Jahr 2011 gab es eine Ankündigung, die viele WWE-Fans gespannt machte. WWE gab bekannt, dass es 2012 ein Streaming-Network geben sollte. Allerdings folgte 2012 und 2013 nichts dergleichen. Anfang 2014 gab es dann schlussendlich die präzise Ankündigung: Das WWE-Network kommt am 24. Februar, hieß es. Man entschied sich dabei gegen ein Pay-TV-Modell und für einen abonnierbaren Streaming-Service. On-Demand-Dienste erfreuen sich aktuell sowieso großer Popularität. Für nur 9,99$ gibt es seit dem 24. Februar 2014 Zugriff auf das WWE-Video-Archiv, das auch WCW und ECW enthält, und zusätzlich auch noch die Möglichkeit, jede Großveranstaltung live zu verfolgen. Ein sehr fairer Preis, trotzdem war man von den Abonnentenzahlen anfangs enttäuscht. Mittlerweile hat man eine solide Subscription-Anzahl erreichen können. Knapp zwei Jahre dauerte es, bis die WWE das Network auch nach Deutschland brachte. Man erfüllte hier zunächst den Vertrag mit ProSiebenSat. 1, der dem Videoportal Maxdome die Exklusivausstrahlung der WWE-Großevents zusicherte. Nach TLC 2015 zog sich ProSiebenSat.

Die WWE heute

Heute ist die WWE ein globales Imperium. Die Einführung neuer Marken wie NXT und die verstärkte Förderung von Frauenwrestling haben das Produkt diversifiziert. Die WWE hat es geschafft, sich über Jahrzehnte hinweg neu zu erfinden und ihre Relevanz zu bewahren.

Die drei aktuellen Hauptsendungen der WWE (RAW, SmackDown! und WWE NXT) werden vor der Kamera als gegeneinander konkurrierend dargestellt. Neben den drei getrennten Hauptsendungen gibt es seit dem 18. März 2006 wieder unregelmäßig WWE Saturday Night's Main Event. Die Erstausstrahlung erfolgte am 11. Mai 1985 auf dem Sender NBC und war für diesen damals ein Quotengarant. Im Gegensatz zu den anderen WWF-Shows traten hier keine Jobber, sondern nur Superstars an. Diese Show hatte zwar feste Sendetermine, jedoch keinen festen Senderhythmus. Ab 1990 fielen jedoch die Quoten und der Produzent Dick Ebersol, mit dem Vince McMahon den Vertrag geschlossen hatte, wechselte zu NBC Sports. Die Show wurde daher von NBC verworfen und ging am 27. Der Sender Fox Network übernahm das Format, jedoch wurden nur zwei Shows produziert. Die letzte am 27. Oktober 1992. Die Show ist heute ein zweistündiges Showformat, in welchem die Akteure aller drei sogenannten Brands der WWE auftreten. Das am 16. April 2009 zu ersten Mal ausgetragene WWE Superstars ist ein neues Konzept der WWE, um höhere Einschaltquoten zu erzielen und gestartete Fehden weiter zu verstärken. TV-Sender WGN America überträgt jeden Donnerstag das neue Konzept, bei dem jeder Superstar aus jedem Brand (RAW, SmackDown! und NXT) antreten kann. Die TV-Aufzeichnungen erfolgen immer Montags und Dienstags vor den RAW und NXT/SmackDown!-Aufzeichnungen.

Großveranstaltungen der WWE werden als Pay-per-View, kurz PPV, international im Fernsehen übertragen. In Deutschland kann man diese Großveranstaltungen auf Sky Select live sehen. Neben dem Wrestling betreibt die WWE auch eine eigene Filmfirma namens WWE Films. Diese produzieren Filme, in denen verschiedene WWE-Superstars die Hauptrolle spielen.

Monday Night RAW

Monday Night RAW gilt seit langer Zeit als eines der Aushängeschilder der WWE. Es ist eine Wrestling-Veranstaltung, die immer montags auf dem Sender USA Network ausgestrahlt wird. Jede Woche bietet das Event eine dreistündige Show, bei der neben den Kämpfen auch emotionale Aktionen in den Katakomben oder vor den Arenen inszeniert werden. Dennoch stehen natürlich zumeist die Kämpfe im Vordergrund. Durch den 2016 wieder eingeführten 'Roster Split' kämpfen bei den RAW-Events lediglich die Superstars, die auch zu RAW und nicht zur zweiten großen Abteilung 'Smackdown' gehören.

Erstmals ausgestrahlt wurde Monday Night RAW am 11. Januar 1993 auf dem Sender USA Network und lief jeden Montag. Keine andere Wrestling-Show erschien zu dieser Zeit wöchentlich, was einer der Gründe für den bis heute andauernden Erfolg ist. Besonders ins Rampenlicht spielte sich die Show allerdings durch eine Auseinandersetzung mit der bis dahin dominierenden Show 'Monday Nitro' des Konkurrenzverbandes 'WCW'. Nachdem man diesen aufgekauft hatte, nahm das Interesse an RAW jedoch ab, da eine ernsthafte Konkurrenz fehlte. Um eben diese wieder herzustellen, gab die WWE 'Smackdown' immer mehr das Image einer Konkurrenzshow, damit die Fans wieder das Gefühl eines Zweikampfes haben.

Insgesamt bietet RAW fünf Championships. Die aktuellen Titelträger werden allerdings in keinem besonderen Turnier mit einem festen Modus ausgetragen, stattdessen geht es vor allem darum, sich für Duelle gegen die aktuellen Titelträger zu empfehlen. Wer gegen wen kämpft, entscheiden bei RAW zumeist der Commissioner (aktuell Stephanie McMahon) und der General Manager (Kurt Angle). Auch hier ist die WWE aber immer wieder für Überraschungen gut, um die Zuschauer zu unterhalten. Feste Muster und Langeweile würde die Fans vergraulen, weshalb auch immer wieder Autoren aus Hollywood engagiert werden, um neuen Schwung in die Veranstaltungen zu bringen.

Aktuelle Superstars und Titelträger bei RAW

Insgesamt stehen aktuell 54 Superstars bei RAW unter Vertrag. Zu den bekanntesten gehören Big Show, Kane, Braun Strowman, Brock Lesnar, Seth Rollins oder Roman Reigns.

Die aktuellen Champions (Stand 25.07.2018):

ChampionshipTitelträgerseit
WWE Universal ChampionshipBrock Lesnar2. April 2017
WWE Raw Women's ChampionshipAlexa Bliss17. Juni 2018
WWE Intercontinental ChampionshipDolph Ziggler18. Juni 2018
WWE Cruiserweight ChampionshipCedric Alexander8. April 2018
WWE Raw Tag Team ChampionshipThe B-Team (Curtis Axel und Bo Dallas)15. Juni 2018