UFC 292: Ein Rückblick auf Deutschlands ersten Ultimate-Fighting-Abend

Der Abend in der Kölnarena, die jetzt Lanxess Arena heißt, begann mit der Bekanntgabe, dass 12.854 Gäste anwesend waren und 1,3 Millionen Dollar Einnahmen generiert wurden. Die junge Dame, die diese Informationen verteilte, sprach Englisch, was die vorherrschende Sprache des Abends war. Allerdings blieben die Logen fast komplett leer.

Dana White, Präsident der Ultimate Fighting Championship (UFC), zeigte sich bei der Pressekonferenz hocherfreut: „Der heutige Abend in Köln beweist, dass unsere Sportart auch in Europa ankommt: Dies ist der Auftakt für eine große und erfolgreiche Zukunft, die uns hier bevorsteht. Dies wird den Durchbruch bringen.“

Ultimate Fighting kombiniert verschiedene Kampfsportarten wie Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu in einem Maschendrahtkäfig. Laut den Veranstaltern gehört Ultimate Fighting „zu den rasant wachsenden Sportarten in Amerika“, und „Mehr als 80 Prozent der UFC-Athleten haben einen Hochschulabschluss.“

Ein Beispiel dafür ist Rich Franklin, ein Gewinner des Kölner Abends, der früher Mathematiklehrer war. Er saß neben Dana White und anderen Kämpfern - erschöpft, aber zufrieden.

Stefan Struve, ein über zwei Meter großer Holländer, trug ein großes Pflaster auf der Stirn. Er hatte den zweiten Kampf des Abends bestritten und trotz anfänglicher Schwierigkeiten gegen seinen Landsmann Denis Stojnic gewonnen. Struve berichtete ruhig und sachlich über den Kampf, als hätte er ein Schachturnier gewonnen.

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Dana White und Marek Lieberberg inszenierten die Pressekonferenz wie ein Treffen der Gladiatoren nach einem Kampf im römischen Kolosseum. Die Veranstalter bemühten sich, das Event als normales Sportereignis zu präsentieren.

Draußen fiel die Internationalität der Fangemeinde auf. Es wurde Englisch, Holländisch, Spanisch und Brasilianisch gesprochen. In der Arena waren kroatische Flaggen besonders häufig zu sehen.

Der Kampf von Mirko Crop Cop

Der Kroate Mirko Crop Cop trat gegen Mostapha Al-Turk aus England an. Die Brutalität, die der Kroate entwickelte, war beispiellos. Er stach seinem Gegner sogar mit dem Finger ins Auge, sodass dieser den Käfig kaum ohne Hilfe verlassen konnte. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Sekundant des Kämpfers den Kampf nicht beenden kann, wenn sein Mann unterlegen ist.

Wie viele andere Kämpfer richtete auch Mirko Crop Cop nach ein paar Sätzen in holprigem Englisch aufmunternde Grußworte in seiner Muttersprache an seine Fangemeinde. Der Athlet atmete schwer, der Saal tobt minutenlang.

Viele junge Frauen, eingewickelt in kroatische Flaggen, standen auf den Stühlen und winkten begeistert. Ansonsten präsentierte sich die UFC als eine sehr maskuline Veranstaltung. Tätowiertes Publikum und wogende Brüste prägten das Bild.

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Junge Engländerinnen boten einen Auftritt, der jedem Etablissement der Reeperbahn zur Ehre gereicht hätte, begleitet von glatzköpfigen, tätowierten Männern in schwarzen T-Shirts mit Löwen, Drachen oder Totenköpfen.

Das Alter der Teilnehmer lag fast ausschließlich zwischen 18 und 45. Das Geschehen wurde auf sechs riesigen Bildschirmen übertragen. In den Pausen wurden die neuen Kämpfe angekündigt und Werbung gezeigt.

Die Deutschen Kämpfer

24 Kämpfer waren am Start. Der 22-jährige Peter Sobotta verlor, der 30-jährige Dennis Siver gewann. Nach dem Sieg des Mannheimers Siver wurde es im Saal laut. „Ich bin glücklich über diesen Sieg“, rief er ins Mikrofon, „und ich werde weitermachen, um immer besser zu werden.“

Eine Flagge von Bolivien hing in der Nähe des Kampf-Oktagons. Fünf Bolivianer aus La Paz waren angereist, um Wanderlei Silva zu unterstützen. „Überall, wo er auftritt, sind wir dabei“, schrie einer von ihnen.

Als der letzte Kampf zwischen Wanderlei Silva und Rich Franklin startete, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Nach fast fünf Stunden Rock- und Rap-Rhythmen und Lichteffekten waren die Fans bereit für den ultimativen Fight. Doch Franklin behielt die Oberhand, was vom Publikum mit Buhrufen quittiert wurde.

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Silva schlug sich auf die Brust, überzeugt, der wahre Sieger zu sein. Bei der Pressekonferenz sagte er: „I won that fight.“

Der Sieger Siver versicherte, dass er „unermüdlich weitertrainieren will und sehr gern wieder dabei sein möchte bei einer UFC-Veranstaltung“. Der Verlierer Peter Sobotta bekräftigte: "I have the best hope for my sport in Germany.“

Lieberberg wies die Behauptung zurück, dass er keine Sponsoren bekommen habe: „Wir haben uns gar nicht um Sponsoren bemüht.“ Er kündigte eine neue Veranstaltung im April 2010 in Oberhausen an.

Die Reaktionen des Publikums auf die offen dargestellte Aggressivität erschreckten. Besonders begeistert reagierte das Publikum, wenn die Kontrahenten auf dem Boden hemmungslos aufeinander einschlugen.