Herkunft und Entwicklung des Taekwondo

Taekwondo ist nicht nur eine Sportart, sondern vielmehr eine Tradition, vor allem in ihrem Geburtsland Korea. Obwohl Taekwondo zu den jüngsten Kampfkünsten gehört, wird sie von sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert.

Ursprünge und Bedeutung

Das Wort Taekwondo (oder Tae Kwon Do) bedeutet „der Weg des Fußes und der Hand“ und kommt ursprünglich aus Korea. Somit könnte man Taekwondo auch mit dem „Weg des Faust und Fußkampfes“ übersetzen.

Jeder Teil hat eine spezielle Bedeutung:

  • Tae - der Fuß, mit dem Fuß schlagen oder stoßen.
  • Kwon - die Hand, die Faust mit der Hand oder Faust schlagen oder stoßen.
  • Do - der Weg, der Geist, der geistige Weg. Die spirituelle Ebene des Taekwondo.

So wurde Tae Kwon Do ursprünglich auseinander geschrieben, da dies mit dem koreanischen Schriftzeichen ohnehin der Fall ist und war. Um dem „Do“ eine besondere Bedeutung zu geben, wurde später in der arabischen Schrift Taekwon-Do mit Bindestrich geschrieben. Im Zuge der weiteren Versportlichung und unter dem Zeichen von Olympia viel auch der letzte Bindestrich weg und wir schreiben in der modernen Kampfsportart Taekwondo.

Historische Entwicklung

Je nach Autor finden wir unterschiedliche Entstehungsgeschichten des Taekwondo, wobei die Ursprünge bis zur Zeitenwende und darüber hinaus zurückgehen.

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Um die Entstehung des Taekwondo zu verstehen, müssen wir uns die Geschichte Koreas des 13. Jahrhunderts ansehen. Damals war das Land in 3 Königreiche unterteilt: Norden, Südwesten und Südosten. Der nördliche Teil des Königreiches war den anderen Teilen flächenmäßig überlegen und somit eine Bedrohung, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich.

Im Sinne der geistigen Stärke wurden mehrere Kampfsysteme zur Verteidigung und zum Schutz des jeweiligen Königreichs entwickelt. Somit waren die Kampfkunstarten Taek Kyon (Fußkampf) und Soo Bak Gi (Faustkampf) geboren und wurden zur nationalen Kriegskunst erklärt. Um den besten Kämpfer zu ermitteln fand jährlich ein Wettkampf statt.

Durch kriegerische Auseinandersetzungen um ca. 600 n.Chr. wurden Taekyon und Subbaki, wie einige Vorläufer genannt wurden, perfektioniert.

Als die japanischen Truppen in Korea einmarschierten, herrschte ein absolutes Verbot des Taek Kyon. Im Untergrund aber führten die besten Meister diese Kampkunst weiter und trainierten auch einige wenige Schüler.

Die Rolle von Choi Hong Hi

Choi Hong Hi wurde 1918 im heutigen Nordkorea geboren. Als Jugendlicher lernte er die Kampfkunst Teak Kyon und wurde 1938 zur Weiterbildung nach Japan geschickt, wo er sich die Kampfkunst Karate aneignete. Während des zweiten Weltkriegs wurde er in einem japanischen Gefängnis inhaftiert. In seiner Zelle hielt er sich mit Taek Kyon und Karate fit.

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Im Jahr 1950, während des Koreakrieges, wird Choi Hong Hi zum koreanischen Brigadegeneral und Chef des Generalstabes. Er fasste aus den alten koreanischen Kampfkünsten und Teilen des japanischen Karates ein eigenes System zusammen. In diesem trainierte er seine Soldaten der 29. Infanteriedivision der südkoreanischen Armee, die bei der Verbreitung des Taekwondo eine Rolle spielte.

Nach der Befreiung Koreas wurde er aus dem Gefängnis entlassen und ging nach Korea zurück, wo er ein Jahr später zum Leutnant der koreanischen Armee ernannt wurde. 1955 wurde der Name Taekwondo von führenden Persönlichkeiten Koreas akzeptiert, gleichzeitig bekam General Choi Hong Hi eine endgültige Genehmigung, Taekwondo zu veröffentlichen.

Der Name Taekwondo wird erst seit dem Jahr 1955 verwendet. Durch General Choi Hong Hi Choi wurde sein System im Auftrag der südkoreanischen Regierung zu einem Nationalsport und einer Wettkampfdisziplin gestaltet. So zählt Taekwondo nicht zu den klassischen Kampfkünsten, sondern zu den Sportarten.

Laut Choi Hong Hi besteht Taekwondo aus 5 „physikalischen Gesetzen“: Konzentration, Reaktionskraft, Gleichgewicht, Atmung und die Schnelligkeit. Obwohl Faustschläge gelegentlich mit einfließen, beruht Taekwondo fast ausschließlich auf dem kraftvollsten Treffer den es gibt, dem Fußtritt. Deshalb dominieren hauptsächlich Fußtechniken einen Wettkampf.

Organisationen und Stilrichtungen

Am 22.03.1966 wurde in Korea die International Taekwondo Federation (ITF) gegründet, wobei bereits 1970 ein Streit zwischen der KTA und Choi entstand, worauf der General nach Kanada auswanderte und den Sitz der ITF 1972 nach Toronto verlegte.

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Bereits am 28.05.1973 wurde die World Taekwondo Federation (WTF)9 in Seoul (Südkorea) von Dr. Die erste Taekwondo Weltmeisterschaft fand 1973 in Korea/Seoul statt.

Durch interne Verbandsstreitigkeiten wurden unterschiedliche Stillrichtungen von Taekwondo entwickelt und geschult. Während die ITF die traditionelle Art von Taekwondo lehrt, wird bei der WTF die moderne Form unterrichtet.

Heute unterteilt sich Taekwondo in verschiedene Disziplinen, die als Schwerpunkt im Training vorkommen. - Selbstverteidigung: Hierbei wird ohne Regeln gekämpft, Ziel ist es, sich zu verteidigen. - Freikampf:Kampf nach Taekwondo-Regeln mit dem Trainingspartner.

Taekwondo ist eine Kampfkunst für alle Altersklassen. Ehrgeizige Menschen mit Leistungssport-Ambitionen sollten wie in jeder Sportart bereits im jungen Alter beginnen. Die Grundlagen der Beweglichkeit können in dieser Zeit besonders gut gelegt werden. Wer eine Kampfkunst zum Zweck der Selbstverteidigung sucht, ist hier richtig. Die Kombination aus Kraft und diszipliniertem Denken hilft bei der Entwicklung der eigenen Selbstsicherheit. Diese wiederum bildet die Basis für die die erforderliche Gelassenheit zur Selbstverteidigung.