Das Karat ist eine Maßeinheit der physikalischen Größe Masse, die auf verschiedene Weisen gebraucht wird bzw. Für Karat als Goldkonzentration wird international häufig die Abkürzung kt verwendet. Als Gewichtseinheit für Schmucksteine ist die offizielle (?) Bezeichnung „metrisches Carat“ (Abkürzung: ct).
Das Wort Karat wurde aus dem französischen „le carat“ entlehnt. Seinen Ursprung hat das Wort allerdings im Griechischen, wo „kerátion“ der Diminutiv von Horn ist. Die für das Karat relevanten Hörnchen sind die Hülsenfrüchte des Johannisbrotbaumes, die früher als Maßeinheiten beim Wiegen genutzt wurden, weil sie angeblich über stets gleiche Größe und gleiches Gewicht verfügten.
Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkerns des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua). Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Im Mittelalter bestimmten Menschen anhand von anderen Getreidekörnern, was als "ein Karat" galt.
Die Rolle des Johannisbrotbaums
Die Samen aus den hörnchenförmigen Früchten des Johannisbrotbaums Ceratonia siliqua haben bereits eine lange Geschichte als Namensgeber für Gewichtseinheiten hinter sich. So kannten beispielsweise die Griechen ein kleines Gewichtsmaß namens Kerat, und auch die Römer verwendeten mit der Siliqua eine Wiegeeinheit, deren Namen von den harten, dunklen Kernen abgeleitet ist. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen.
Die Samen des Johannisbrotbaums gelten als Ursprung der Gewichtseinheit Karat und wurden der Überlieferung nach ausgewählt, weil ihr Gewicht ungewöhnlich einheitlich ist. Es wurde bislang angenommen, diese Samenkörner wären stets in etwa gleich schwer. Doch letzteres ist wohl eher eine Legende, glauben Wissenschaftler aus Spanien und der Schweiz nach einer Analyse solcher Samenkerne: Das Gewicht der einzelnen Samen variiert beim Johannisbrotbaum nämlich ebenso stark wie bei vielen anderen Baumarten.
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Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen. Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte.
Doch die Kerne haben eine andere Besonderheit, die möglicherweise ihren Erfolg als Maßeinheit erklären könnte, entdeckten die Forscher bei einem weiteren Test. Sie ließen zwanzig Freiwillige bei Paaren von Johannisbrotsamen schätzen, welcher der Kerne der schwerere ist ? mit einem überraschend deutlichen Ergebnis: In mehr als siebzig Prozent der Fälle lagen die Probanden richtig, selbst wenn der Unterschied im Gewicht nur etwa fünf Prozent betrug. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die Menschen früher lediglich eine Auswahl an Kernen mit sehr ähnlichem Gewicht als Maß einsetzten.
Wissenschaftler der Universität Zürich gehen davon aus, dass das dunkelbraune Samenkorn des Johannisbrotbaumes zum Vergleichsgewicht wurde, weil sich Gewichtsunterschiede zwischen einzelnen Körnern sehr gut schätzen lassen. Wie sie in Versuchen zeigen konnten, sind Menschen in der Lage, Gewichtsunterschiede von ungefähr fünf Prozent per Augenschein zu erkennen. Das menschliche Auge sorgte dafür, dass nur in etwa gleichschwere Samen zur Messung ausgewählt wurden.
Karat als Maßeinheit
Ein Karat war nun das spezifische Gewicht von einem getrockneten Samenkorn dieser Frucht. Das metrische Karat entspricht heute 200mg. Die Masse jedes durchschnittlichen, ausgewachsenen Samenkerns der Schote beträgt ca. 0,2 g.
Die Gewichtseinheit Karat wurde erst 1875 auf das standardisierte Maß von 0,2 g festgelegt. Schon viele Jahrhunderte vorher kannten Menschen aber eine Methode zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen, die wahrscheinlich den Grundstein für diese Messmethode legte: Sie nutzten die Samen des Johannisbrotbaums als Gegengewicht.
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Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat. Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert.
Das metrische Karat ist weiterhin gesetzliche Einheit im Messwesen bei der Angabe der Masse von Edelsteinen und in DIN 1301-1, Ausgabe Oktober 2002, genormt. Das metrische Karat hat kein international vereinbartes Einheitenzeichen, üblich war das Zeichen Kt. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich). In der Schweiz ist "ct" als Einheitenzeichen festgelegt.
Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma (z.B.
So wirken zwei Steine äußerlich manchmal fast identisch, unterscheiden sich aber durch ihre Karat-Zahl. Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.
Ein weit verbreiteter Irrglaube herrscht darüber, dass der Preis eines Diamanten direkt mit dessen Größe in Zusammenhang stünde. Wie anfangs bereits erwähnt, hängt der Wert eines Steins von den 4cs ab: carat, color, clarity und cut. Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut). Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins.
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Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter. Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.
- Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
- Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
- Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.
Der einfachste Weg, das richtige Karat-Gewicht für Euer perfektes Schmuckstück zu ermitteln, führt über unseren Trauring-Konfigurator. Hier könnt Ihr den ausgewählten Ring direkt an der Hand betrachten und einfach die Größe des Diamanten ändern. Zur leichteren Verständlichkeit seht Ihr hinter der Karat Einheit den Durchmesser jedes Steins noch einmal in Millimetern angegeben. Wie groß ein Diamant am Finger wirkt, hängt auch entscheidend von der jeweiligen Steinfassung ab. Bei Trauringen könnt ihr den Steinbesatz zudem spielend im Konfigurator ändern.
Ihr seid Euch schon sicher, dass Ihr mehrere Steine in 0,02 ct haben möchtet, wisst aber nicht, wie diese angeordnet sein sollten? Vielleicht eingerieben oder lieber im Verschnitt? Dank unseres modernen Visualisierungstools ist Ausprobieren kein Problem.
Karat als Feingehalt von Gold
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück (siehe oben). In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf. Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen.
Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit. Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben. So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold. In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.
Karat wird als Angabe des Feingehalts von Gold genutzt, wobei Gold mit einem Karat zu 1/24 des Gesamtgewichts aus Gold besteht. 24 karätiges Gold wird auch 999er Gold genannt und besteht zumindest theoretisch aus 99,9% reinem Gold. Gebräuchlich in der Schmuckherstellung sind 333er (8 Karat), 375er (9 Karat), 585er (14 Karat), 750er (18 Karat) Gold.
Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind. Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben.
Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold. Bei 8 Karat beträgt der reine Goldanteil 1/3 des Gesamtgewichts. Da es aus technischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, mögliche Verunreinigungen vollständig zu eliminieren, wird für 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,99 Prozent angegeben. Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt.
Außer zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Das Karat ist die Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. 24 Karat entsprechen reinem Gold. 1 Karat in einer Legierung entspricht 1/24-Gewichtsanteil des reinen Goldes - in Prozent ausgedrückt: 4,167 Prozent. Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt. So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.
Der höchste Reinheitsgrad für Gold ist 24 Karat. Der entsprechende Promillewert (Feingehalt) lautet 999,9. Je niedriger der Karatwert ist, desto weniger reines Gold ist enthalten. Beispielsweise entspricht ein Feingehalt von 250 dem Wert 6 Karat.
Seit der Spätantike wird der Goldgehalt von Münzen in den Masseanteilen einer Münze gemessen, die auf Gold entfallen. Die wertvollste Münze - der Solidus - hatte einen Feingehalt von beinahe 24 Karat. Die Masse und der Wert eines Kerations entsprachen 1/24 eines Solidus. Daher ergab die Zahl der Keratia Gold, aus dem die Münze bestand, ihren Feingehalt. Keration ist der griechische Name für die kleinste Gewichtseinheit des Römischen Reiches, die der römischen Silbermünze Siliqua entsprach. Das Keration wog etwa 0,189 Gramm. Etwa 1 Karat.
Anhand der auf Barren und Münzen angegebenen Promillezahlen lässt sich der reine Goldgehalt in Karat bestimmen. Grundlage ist immer die Regel, dass 24 Karat fast exakt 100 Prozent Feingehalt entsprechen. Der Feingehalt wird faktisch mit 99,9 Prozent angegeben, da es praktisch ausgeschlossen ist, kleinste Verunreinigungen vollständig zu eliminieren. Ein Beispiel: Die Zahl „333“ bedeutet „333 von 1.000“, der Goldgehalt beträgt damit 33,3 Prozent. Und 33,3 Prozent von 24 (Karat) ergeben 7,992. Dies entspricht - aufgrund der „99,9-Prozent-Regel“ - 8 Karat.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Begriff "Karat" eine lange und interessante Geschichte hat. Ursprünglich von den Samen des Johannisbrotbaums abgeleitet, hat er sich zu einer standardisierten Maßeinheit für Edelsteine und den Feingehalt von Gold entwickelt. Obwohl die ursprüngliche Annahme, dass Johannisbrotsamen einheitliches Gewicht haben, widerlegt wurde, bleibt der Begriff "Karat" ein wichtiger Bestandteil der Schmuckindustrie.
| Einheit | Definition | Verwendung |
|---|---|---|
| Metrisches Karat | 0,2 Gramm | Gewicht von Edelsteinen |
| Karat (Gold) | 1/24 Gewichtsanteil reinen Goldes | Feingehalt von Goldlegierungen |
