Islam Dulatov: Ein Düsseldorfer erobert die UFC

Wer es in die UFC schaffen will, der muss spektakulär kämpfen - und gewinnen. Islam Dulatov erfüllt diese Voraussetzungen, wie viele vor ihm. In der Champions League des Kampfsports sind Athleten aus Deutschland eine Seltenheit. Mit Islam Dulatov steht nun ein Düsseldorfer MMA-Kämpfer vor seinem großen Debüt in der Königklasse.

Er trifft bei UFC 318 in New Orleans auf den Amerikaner Adam Fugitt. Dazu ist Dulatov auf einer PPV-Veranstaltung platziert, also einem großen Event der UFC. "Für mich ist das eine Art Wertschätzung", sagt der in Tschetschenien geborene Athlet. "Andere bekommen viel leichtere Gegner zum Start. Dazu stehe ich auf einer großen Fightcard. Die UFC sieht in mir großes Potenzial, sagt sich: Der Junge kann mal ein Star werden, wenn er die Prüfungen besteht. Fugitt ist so eine Prüfung. Der Kampf kann ein Türöffner für mich sein."

"The Ripper" will seine Serie fortsetzen

Seinen UFC-Vertrag hatte sich Dulatov durch einen Sieg bei der Dana White Contender Series erkämpft, gegen Fugitt wollte "The Ripper", so der Spitzname des Düsseldorfers, seine Serie an vorzeitigen Siegen aufrechterhalten. Dulatov hatte schnell ein Gefühl für die richtige Reichweite gefunden. Immer wieder brachte er die rechte Gerade durch, wenn der etwas kleinere Fugitt nach vorne ging. Im Clinch wollte der Amerikaner seine Akzente setzen, Dulatov wusste sich aber exzellent zu verteidigen. Aus beiden Situationen löste sich der Kämpfer aus Deutschland gekonnt. Selbst nachdem er einen Tritt gegen das Bein kassiert und das Gleichgewicht kurz verloren hatte, traf er Fugitt noch im Fallen mit einer Geraden.

Knapp 90 Sekunden vor dem Ende der ersten Runde erwischte Dulatov seinen Gegner mit einem linken Haken. Fugitt ging zu Boden, nach zwei weiteren Treffern durch den UFC-Debütanten schritt der Ringrichter ein, Dulatov war der Sieger.

Dulatovs Kampfstil und Vorbereitung

An seiner Marschroute wird der 26-Jährige trotz der größtmöglichen Bühne nicht viel ändern, wie er im Interview mit ntv/RTL sagt."Ich werde bedachter in den Kampf gehen, entspannter und ruhiger sein", sagt Dulatov. An seiner Aggressivität werde er aber festhalten. Das hat ihn erst in die UFC gebracht. Alle seine elf Siege konnte er vorzeitig einfahren. So auch zuletzt bei der Dana White Contender Series im Oktober 2024, als er den Brasilianer Vanilto Antunes in der ersten Runde durch K.o. besiegte. "Ich werde da nicht mit meinem Gegner drei Runden rumtänzeln und versuchen, das Ding nach Punkten zu holen", ergänzt Dulatov, der einem Motto folgt, das ganz im Sinne der UFC ist: "Ich gehe nicht auf Punktesieg, sonst mache ich mich unbeliebt."

Lesen Sie auch: Triumphaler Start für Dulatov

Und für diesen nächsten Schritt in seiner Karriere investiert Dulatov viel. In Louisiana hat er sein Trainerteam dabei, einen Spezialisten für Striking und einen für den Bodenkampf. Bereits seit Monaten bereitet er sich in den USA im American Top Team Gym vor. "Die beste Vorbereitung seines Lebens", sagt er. "Ich habe mich mit den Besten der Welt vorbereitet, wie Marvin Vettori, Abus Magomedov oder Johnny Eblen. Er hat ein Haus angemietet für sich und seine Entourage. Mehrere Tausend Dollar kostet die Herberge. Ohne seine anderen Geschäfte in Deutschland, wie seine eigene Modemarke, wäre das nicht möglich. Den reinen Profi-Sportler Islam Dulatov könnte es geben, sagt Dulatov, vorstellen wolle er sich das aber nicht. "Ich habe dem Drumherum viel zu verdanken. Mit Kämpfen alleine wäre das nicht möglich."

Ein untypisches Debüt

Mit Fugitt (Bilanz 10 Siege, 4 Niederlagen) bekommt Dulatov gleich zu Beginn einen Mann gestellt, der bereits vier Kämpfe in der UFC absolviert hat. "Das ist ein solider Junge", betont der im Düsseldorfer Stadtteil Rath groß gewordene Dulatov. "Er ist nicht der schlechteste, aber auch kein Champion. Irgendwas dazwischen. Aber auf jeden Fall jemand, an dem ich vorbeimuss."

So richtig kann der 26-Jährige noch nicht realisieren, dass er in der absoluten Elite des Sports angekommen ist. "Von der Euphorie in Deutschland bekomme ich hier nicht so viel mit. Ich bin voll fokussiert auf den Kampf. Nach meinem Sieg werde ich das erst alles wirklich realisieren." Pures Selbstvertrauen - auch das ist neben seiner Explosivität, eine der großen Stärken von Islam Dulatov. "Mental war ich schon immer stark", sagt er. Über vorzeitige Siege würden viele nur reden, er setze es dann auch um. "Das macht natürlich auch was mit deinem Kopf: Ich beweise mir immer wieder selbst, dass ich es draufhabe. Ich kann natürlich nicht hellsehen und garantieren, dass es jedes Mal so kommt.

Dulatov besiegt Fugitt durch technischen Knockout

Prüfung bestanden: Islam Dulatov ruft bei seinem UFC-Debüt sein Potenzial ab. Der Düsseldorfer MMA-Kämpfer Islam Dulatov hat sein Debüt in der Ultimate Championship mit Bravour gemeistert. Der 26-Jährige besiegte den US-Amerikaner Adam Fugitt bei der Großveranstaltung UFC 318 in New Orleans in der ersten Runde durch technischen Knockout.

Als "Prüfung" bezeichnete Dulatov seinen Gegner im Interview mit ntv.de. Der amerikanische Weltergewicht-Kämpfer war vor dem Duell bereits viermal in der UFC angetreten. "Andere bekommen viel leichtere Gegner zum Start", sagte er. "Dazu stehe ich auf einer großen Fightcard. Die UFC sieht in mir großes Potenzial, sagt sich: Der Junge kann mal ein Star werden, wenn er die Prüfungen besteht. Fugitt ist so eine Prüfung. Der Kampf kann ein Türöffner für mich sein."

Lesen Sie auch: UFC-Karriere von Islam Dulatov

"12 Kämpfe, 12 Finishes"

"Ich habe vorher gesagt, dass ich auch mit Köpfchen kämpfen kann. Aber ich werde immer auf den Knockout gehen. 12 Kämpfe, 12 Finishes. Hier sind wir!", sagte der Düsseldorfer.

Besser hätte sein Premieren-Auftritt in der MMA-Champions-League nicht laufen können!Islam Dulatov hat in der Nacht auf Sonntag seinen allerersten Kampf in der UFC gewonnen. Der Düsseldorfer schlägt Adam Fugitt bei „UFC 318“ in New Orleans (USA) schon in der ersten Runde knallhart k.o. Nach 4:06 Minuten ist bereits Schluss. Dulatov erwischt seinen Gegner mit einer harten Linken. Fugitt geht zu Boden und kassiert dort noch zwei weitere harte Treffer. Dem Ringrichter reicht es. Er beendet den Kampf.

Dulatov im Sieger-Interview: „Ich habe es euch schon vor zwei Tagen gesagt. Ich gehe immer auf den Knockout. 12 Kämpfe, 12 Finishes. Let's go.“

Im Oktober 2024 hatte sich Dulatov über „Dana White‘s Contender Series“ einen UFC-Vertrag erkämpft. Schon damals hatte er seinen Gegner per K.o. in der ersten Runde geschlagen und UFC-Boss White so zum Ausrasten gebracht. Der sagte: „Es macht Spaß, dich kämpfen zu sehen. Es macht echt Spaß. Ich kann es kaum erwarten, dich wieder kämpfen zu sehen.“

Dulatov macht gegen Fugitt von Beginn an Druck, landet schon nach 20 Sekunden den ersten harten Treffer mit einem rechten Schwinger. Der Ami hat in keiner Phase des Kampfes eine Chance. Stark: Sein MMA-Debüt hat Dulatov erst vor fünf Jahren gegeben - und ist schon jetzt in der Weltspitze angekommen. Auf Instagram folgen ihm knapp 450.000 Menschen. Die YouTube-Videos von ihm und seinen drei Brüdern erreichen Millionen.

Lesen Sie auch: Beeindruckendes UFC-Debüt für Dulatov

Vor seinem großen UFC-Durchbruch kämpfte der Weltergewichtler bei „OKTAGON MMA“ und in kleineren regionalen Organisationen. Sein großes Ziel blieb aber immer die UFC. Zu BILD sagte Dulatov vor zwei Jahren selbstbewusst: „Ich will dort nicht nur einfach kämpfen, ich will dort Champion werden. Das habe ich jeden Tag im Kopf und glaube fest daran.“

Den nächsten Schritt auf dem Weg zum UFC-Champion hat er jetzt gemacht. Es ist schon nach 1 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Sonntag, als Islam Dulatov den Käfig betritt. Den Superlativen der Kommentatoren kann das nichts anhaben. Dabei ist Dulatov an diesem langen Kampfabend in New Orleans nur ein kleiner Teil des Vorprogramms. Als der Moderator ihn dort als „The Ripper“ aus Düsseldorf, Germany, vorstellt, schwenkt die Kamera auf eine einsame deutsche Flagge im Publikum.

Mixed Martial Arts, kurz MMA, ist so etwas wie ein brutales Best-of des Kampfsports. Seine Athleten (und wenigen Athletinnen) können schlagen, treten und ringen, sie kombinieren Techniken von Boxen, Karate, Judo und vielem mehr. Fast alles ist erlaubt - nur Augen, Hinterkopf, Kehle und Wirbelsäule sind Tabu. Heute ist vor allem die amerikanische Veranstaltungsserie UFC ein Milliardengeschäft und der Düsseldorfer Islam Dulatov ihr neues deutsches Gesicht.