Du fragst Dich, ob Boxen lernen von zu Hause aus geht? In diesem Beitrag zeige ich Dir Tipps, um sofort loszulegen. Doch bevor Du jetzt übermotiviert an das Boxen herangehst, solltest Du Dir über Deine Ziele im Klaren sein. Weshalb Boxen genau das richtige Training für Dich ist.
Warum Kampfsport zu Hause lernen?
Als Anfänger im Boxen glaubte ich, dass man unbedingt einen Boxtrainer, Trainingspartner oder ein Boxgym braucht, um das Boxen zu lernen. Heute, nach 16 Jahren Erfahrung, weiß ich genau, dass man das Boxen auch wunderbar alleine von zu Hause aus lernen kann.
Warum willst Du das Boxen lernen? Willst Du durch das Boxen abnehmen und endlich fitter werden? Möchtest Du das Boxen lernen als Selbstverteidigung, um Dich oder Deine Familie, im Fall der Fälle, beschützen zu können? Oder hast Du vor der nächste Mike Tyson zu werden? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend darüber, was Du zu Hause an Equipment brauchst, um das Boxen zu lernen.
Nehmen wir an, Du willst durch das Boxen etwas abnehmen und Dich fit halten. Dann reicht es auch schon oftmals aus, dass Du mit Deinem eigenen Körpergewicht Schattenboxen trainierst und Übungen wie Kniebeugen und Liegestütze machst. Wenn Du allerdings vor hast, an Wettkämpfen teilzunehmen, brauchst Du schon etwas mehr als nur Dein eigenes Körpergewicht wie zum Beispiel einen Sparringspartner. Mache Dir klare Gedanken, warum Du das Boxen lernen möchtest.
Wenn Du Dein Warum kennst, kannst Du sofort loslegen und die unten stehenden Tipps in die Tat umsetzen.
Lesen Sie auch: Bad Soden: Kampf und Schach
7 Tipps für dein Kampfsporttraining zu Hause
Tipp 1 - Boxen lernen durch Schattenboxen
Viele Boxer oder andere Kampfsportler schlagen in die Luft. Im Schattenboxen kannst Du nämlich Deine Schlagtechnik, Ausdauer, Schnelligkeit, Deckung, Beinarbeit und Reflexe oder Reaktionen trainieren. Und um das Boxen zu lernen, brauchst Du alles davon.
Schattenboxen hat den Vorteil, dass Du es theoretisch von überall machen kannst. Alles, was Du nämlich dafür brauchst, ist Dein eigenes Körpergewicht und ein bisschen Platz, wo Du Dich gut bewegen kannst. Das kann in Deinen eigenen vier Wänden sein, am Strand, im Büro oder in der freien Natur. Ein Spiegel kann Dir dabei helfen, mögliche Fehler zu erkennen und daraufhin zu korrigieren.
Tipp 2 - Beinarbeit und Grundstellung
"Beinarbeit ist langweilig. Wann darf ich endlich schlagen?" So denken die meisten Anfänger im Boxen. Ich versichere Dir jedoch, dass es nicht so ist. Und da ich möchte, dass Du das Boxen von Anfang an richtig lernst, rate ich Dir dazu, Dich vorerst um eine solide Grundstellung und Beinarbeit zu konzentrieren.
Wenn Du nämlich Deine Grundstellung und Beinarbeit vernachlässigst, wirst Du beispielsweise nie mit voller Härte zuschlagen können und keinen stabilen Stand haben. Also, mach Dich gleich an Deine Beine heran! 🙂
Boxen lernen in der richtigen Auslage!
Bevor Du Dich an die Grundstellung machst, solltest Du wissen, dass es zwei Auslagen im Boxen gibt. Und zwar gibt es die Links- und Rechtsauslage. Der Unterschied zwischen beiden Auslagen besteht darin, dass Du bei der Linksauslage mit der linken Körperhälfte etwas nach vorne gedreht bist und mit dem linken Fuß vorne stehst. In der Rechtsauslage ist es genau andersherum.
Lesen Sie auch: Alleine Kampfsport lernen – So geht's!
Wie findest Du nun heraus, welche Auslage die richtige für Dich ist? Viele Boxtrainer fragen Dich als Anfänger, mit welcher Hand Du schreibst. Schreibst Du mit der linken Hand, sollst Du in Rechtsauslage boxen und wenn Du mit rechts schreibst, stehst Du in Linksauslage. Die Trainer gehen davon aus, dass die Hand, mit der Du schreibst, auch Deine dominante Seite ist. Das kannst Du für Dich ausprobieren.
Ich empfehle Dir jedoch, in der Auslage zu boxen, in der Du Dich auch wirklich wohl fühlst. Dabei spielt es keine Rolle, welche Seite Deine dominante ist. Noch ein Profi-Tipp an dieser Stelle: Wenn Du etwas fortgeschrittener bist, empfehle ich Dir immer, in beiden Auslagen zu boxen.
Das hat nämlich den großen Vorteil, dass Du Deine Hand-Fuß-Koordination immens verbesserst und kann Dir, falls Du vorhast, Sparring oder Wettkämpfe zu bestreiten, in einigen Situationen einen Vorteil verschaffen. Wenn Du Dich für eine Auslage entschieden hast, musst Du nun den richtigen Abstand zwischen Deinen Füßen herausfinden.
Um den richtigen Abstand zu ermitteln, gehst Du wie folgt vor:
- Stehe mit beiden Füßen eng zusammen
- Drehe den rechten Fuß nach außen
- Drehe den rechten Fuß wieder nach vorne
- Mache einen weiteren Schritt nach hinten
- Die Zehenspitzen beider Füße zeigen etwas nach rechts oben
- Gehe leicht in die Knie und verlagere das Gewicht auf den Beinen so, dass Du sie ungefähr gleich belastest
- Deine Füße müssen jetzt ungefähr unter Deinen Schultern sein
Herzlichen Glückwunsch! Du stehst nun in der Grundstellung 🙂
Lesen Sie auch: Liste der Kampfspiele für PC
Boxen lernen durch die richtige Bewegung!
Es ist äußerst wichtig, dass Du Dich auch bewegst und nicht angewurzelt bist wie ein Baum. Bevor Du jetzt den ersten Schritt machst, musst Du wissen, dass, egal in welche Richtung Du Dich bewegst, Du am Ende IMMER in der Grundstellung stehen musst!
Wenn Du also einen Schritt nach links machst, gehst Du zuerst mit dem linken Fuß und der rechte zieht nach. Achte wirklich darauf, dass der rechte Fuß wieder da steht wo er war. Wenn Du nach rechts willst, gehst Du zuerst mit dem rechten Fuß, wobei der linke nachzieht. Das gleiche Prinzip auch, wenn Du nach vorne und hinten willst.
Während Du Dich bewegst, hast Du mehr Druck auf dem Fußballen. Das hat den Grund, weil Du Dich so schneller Dich in verschiedene Richtungen bewegst.
Ich empfehle Dir unbedingt, Deine Beinarbeit im Schattenboxen zu trainieren. Wie ich anfangs schon erwähnte, bietet Dir das Schattenboxen die Möglichkeit, es von zu Hause zu trainieren.
Tipp 3 - Drei Schlagarten, die Du kennen musst, wenn Du das Boxen lernen willst
Im Boxen gibt es nur drei Schlagarten, die Du kennen musst. Wenn Du diese einmal drauf hast, kannst Du sie zusätzlich miteinander kombinieren. Einige lassen sich sogar variieren. Als Anfänger im Boxen will ich Dir jedoch nur kurz die Basic-Schläge aufzeigen. Egal, welchen Schlag Du bringst, achte darauf, dass Du es so ansatzlos wie möglich tust.
Das bedeutet, dass Du dem Gegner so wenig wie möglich anzeigst, wann Du einen Schlag bringst. Das schaffst Du, wenn Du beim Schlagen Deine Ellenbogen nah am Körper lässt.
- Die Geraden
- Jab (Führhand): Ist der wichtigste Schlag im Boxen. Wie der Name schon sagt, führst Du damit den Kampf. Außerdem bereitest Du Deine Kombinationen und Angriffe mit dem Jab vor. Deshalb schlägt man den Jab auch nicht mit voller Härte. Zudem kannst Du auch mit diesem Schlag Deinen Gegner auf Distanz halten.
- Cross (Schlaghand): Ist neben dem Jab die Hand, mit der Du bei Deinem Gegner einen harten Treffer landest. Meistens wird dieser Schlag auch beim Kontern angewendet, weil der Gegner nicht damit rechnet.
- Die Kopfhaken
- Linker und rechter Kopfhaken: Ein sehr kraftvoller Schlag, mit dem Du Deinen Gegner seitlich am Kopf triffst. Durch diesen Schlag entstehen viele Knockouts.
- Die Aufwärtshaken
- Linker und rechter Aufwärtshaken: Ein sehr spektakulärer Schlag, mit dem Du Deinen Gegner von unten auf sein Kinn zielst. Auch durch den Uppercut entstehen viele Knockouts, wobei Du jedoch selber ein höheres Risiko eingehst, getroffen zu werden, weil Du bei diesem Schlag sehr offen bist.
Tipp 4 - Die Deckung muss sitzen!
Falls Du Dich schon mit Boxen länger beschäftigst, dann hast Du sicherlich bemerkt, dass einige Kämpfer ihre Hände immer oben halten und andere wiederum eine oder sogar beide Hände unten lassen. Die hängende Variante kann man auch Mal machen, jedoch empfehle ich dir als Anfänger, wenn Du das Boxen lernen willst, Dich erstmal auf eine stabile Deckung zu konzentrieren. Ohne eine gute Deckung wirst du oft getroffen und kannst Dir Verletzungen zuziehen. Und das willst Du nicht!
Um die richtige Deckung zu lernen, gehst Du wie folgt vor: Stelle Dich in die Grundstellung und nehme beide Hände an Deine Wangenknochen. Auch hier gibt es wieder Varianten. Wenn Du beide Hände am Gesicht dran hast, nennt sich diese Variante "Peek A Boo Deckung". Mike Tyson ist ein Musterbeispiel für diese Deckung.
Für die Standard-Deckung hältst Du die Schlaghand immer am Kinn. Die Führhand ist leicht vor Deinem Gesicht, etwa auf Augenhöhe. Achte darauf, dass Deine Ellenbogen dicht am Körper bleiben, um auch die Körpertreffer zu blocken. Insgesamt bleibst Du mit dem Oberkörper leicht eingerollt, wodurch die Trefferfläche insgesamt verkleinerst und es Deinen Gegnern schwer machst, Dich zu treffen.
Das war's auch schon! Beim Schlagen musst Du darauf achten, dass Du immer von der Deckung aus schlägst. Die Hand, die nicht schlägt, sollte dabei immer am Gesicht bleiben.
Tipp 5 - Du brauchst Ausdauer beim Boxen lernen!
Boxer bzw. Kampfsportler sind bekannt dafür, dass sie enorme Ausdauer haben müssen. Ich frage mich heute teilweise immer noch, wie es einige Profiboxer schaffen, über 12 Runden so eine heftige Ausdauer aufzubringen. Und wenn du Mal im Boxtraining warst, hast Du sicherlich schnell gemerkt, dass das Training auch einen großen Konditionsanteil hat. Umso mehr solltest Du Deine Ausdauer beim Boxen lernen auch nicht vernachlässigen.
Die Ausdauer kannst Du auf verschiedene Arten trainieren. Zum Beispiel kann Dir das Seilspringen dabei eine große Hilfe sein. Du kannst aber auch einen klassischen Zirkel aus verschiedenen Übungen bei Dir zu Hause aufbauen. Ich würde mich hier auf die für Boxer wichtigen Übungen konzentrieren. Die Übungen kannst Du auch mit Deinem eigenen Körpergewicht machen.
Kampfsport Online Training
Kampfsport lernen liegt im Trend! Doch oftmals fehlt einfach die Zeit um an regelmäßigen Kursen in einer Kampfsportschule teilzunehmen. Daher wird Online Training auch im Kampfsport immer beliebter. Kampfsport besteht aus Bewegungsabläufen wie Tritte und Schläge. Diese Elemente des Kampfsport Trainings, lassen sich gut alleine zu Hause durchführen. Die Basistechniken wie Tritt und Schlagkombinationen lassen sich sehr gut im Solotraining durchführen und erlernen. Man führt die einzelnen Techniken zu nächst Langsam und ggf.
