Helene Riegert: Eine Judo-Biografie

Die Ehrung der Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt und des Judokas, der für den JC Wiesbaden an den Start geht, war einer der Höhepunkte der 16. Olympischen Ballnacht des Landesportbundes Hessen e.V. im Kurhaus Wiesbaden.

Carolin Schäfer und Alexander Wieczerzak sind Hessens Sportler des Jahres 2017.

Nach 2014 ist Carolin Schäfer zum zweiten Mal zu Hessens Sportlerin des Jahres gewählt worden.

Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London krönte die Siebenkämpferin, die für die LG Eintracht Frankfurt startet, eine Saison der Top-Ergebnisse.

Nach vier persönlichen Bestleis-tungen bei den WM-Qualifikationswettbewerben in Götzis, wo sich Schäfer mit 6.836 Punkten endgültig in der Weltspitze etablierte und dem Sieg im Siebenkampf von Ratingen, den sie mit 6.667 Punkten gewann, bedeuteten die 6.696 Punkte von London ihre erste Medaille im Erwachsenenbereich.

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Zehn Jahre zuvor hatte die aus Bad Wildungen stammende Polizeikommissarin bereits Silber bei der U18-WM gewonnen, 2008 und 2009 sicherte sie sich WM- bzw.

Er ist der erste deutsche Judo-Weltmeister seit 14 Jahren und hat mit seinem Titelgewinn eine ganz schwierige Phase seines Sportlerlebens erfolgreich überwunden.

Alexander Wieczerzak war bereits 2010 U20-Junioren-Weltmeister geworden, 2015 gewann er bei den Europameisterschaften Bronze.

Mit dem Titelgewinn endete für den Sportsoldaten und BWL-Studenten eine Leidenszeit, die 2016 mit einer Infektion mit dem Dengue-Fieber begann und ihn die Olympia-Teilnahme kostete.

Es folgten ein Rippenbruch, eine Ellbogen-OP und ein Bänderriss im Knie, der sogar den WM-Start gefährdete.

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Nicht zuletzt deshalb bedankte sich der frischgebackene Weltmeister direkt nach dem Titelgewinn bei Nationaltrainer Richard Trautmann, der ihn trotz der Verletzungsgeschichte ins Trainingslager zur WM mitgenommen hatte.

Zu Hessens Mannschaft des Jahres 2017 kürten die Juroren das Bundeslig-Team der United Volleys Rhein-Main.

Nachdem die Volleyballer in ihrer ersten Bundesliga-Saison das Halbfinale der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft und im DVV-Pokal 2015/16 erreicht hatten, gelang es dem Team, diese Erfolge auch im zweiten Jahr zu bestätigen.

Sie zogen erneut ins Play-off-Halbfinale der Deutschen Meisterschaft ein.

Beim ersten internationalen Start im europäischen CEV-Pokal spielte sich das Team ebenfalls bis ins Halbfinale, verlor dort aber gegen den späteren Titelträger Tours Volley-Ball aus Frankreich.

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In dieser Zeit brachte der Club, der auf junge deutsche Talente setzt, mehrere Nationalspieler hervor.

Jürgen Sammert ist Hessens Trainer des Jahres 2017.

Der Trainer von Carolin Schäfer wurde von den Juroren für die Erfolge seines Schützlings ebenso ausgezeichnet, wie für seine Arbeit mit der zweiten hessischen Top-Athletin im Siebenkampf, Claudia Salman-Rath.

Weiterhin leitete Sammert die Trainingsgruppe der Frankfurter Eintracht, zu der neben den beiden Siebenkämpferinnen auch weitere Athleten wie der Zehnkämpfer Jan Felix Knobel gehörten.

Noemi Ristau ist Hessens Sportlerin des Jahres mit Behinderung.

Die stark sehbehinderte (zwei Prozent Sehkraft) Para-Skifahrerin, die für Blau-Gelb Marburg/ SSG Blista startet, gehört zu den Besten der Welt in ihrer Disziplin und hat schon im Europacup in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam gemacht.

Gemeinsam mit ihrem Trainer und Guide Lucien Gerkau war sie in diesem Jahr erstmals bei Weltmeisterschaften erfolgreich.

In Tarvisio (Italien) gewann sie die Bronzemedaille im Slalom und wurde 5. im Riesenslalom.

An ihrem 26. Hessens Nachwuchssportlerin des Jahres kommt aus Wiesbaden, war früher Leichtathletin, zählte zu den besten deutschen Sprinterinnen ihres Jahrgangs und sorgt seit 2015 im Bobsport für Furore.

Mit einem Deutschen Rekord im Anschieben (2015), einer Silbermedaille bei der Junioren-WM 2016 und einer Bronzemedaille bei der Junioren-WM 2017 verlief Kim Kalickis Karriere bis zu einer Trainingsverletzung ziemlich geradlinig.

Nach acht Wochen Trainingspause zurück, und zunächst entsprechend schlechten Startzeiten zeigte Kalicki bei der WM fahrerische Brillanz und bewies, dass sie nicht nur am Start schnell ist.

Ihre nächsten sportlichen Ziele sind die Qualifikation zum Weltcup und zu den Olympischen Spielen in Korea.