Die Deutsche Judo Nationalmannschaft: Eine Übersicht

Deutschlands Judoka sorgen international immer wieder für Erfolge. So gab es bisher drei Olympiasiege, bei den Männern durch die Halbmittelgewichtler Frank Wieneke (1984 in Los Angeles) und Ole Bischof (2008 in Peking), als einzige deutsche Frau triumphierte Yvonne Bönisch 2004 in Athen.

Der Deutsche Judo-Bund (DJB) hat den Nationalmannschaftskader für das Jahr 2025 bekannt gegeben. Bei den Männern sind es insgesamt 86 Judoka, die sich auf die Kategorien Olympiakader (OK), Perspektivkader (PK), Ergänzungskader (EK) und die Nachwuchskader (NK) verteilen. Die Frauen stellen mit 86 Athletinnen ebenfalls eine starke Gruppe.

Erfolge und Ehrungen

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Deutschen Judo Einzelmeisterschaft wurden die herausragenden Leistungen der beiden erfolgreichen Athletinnen des Württembergischen Judo-Verbands (WJV), Anna-Maria Wagner vom KJC Ravensburg und Katharina Menz von der TSG Backnang, besonders gewürdigt.

Anna-Maria Wagner und Katharina Menz sind nicht nur durch ihre sportlichen Erfolge als außergewöhnliche Judo-Athletinnen bekannt, sondern beeindrucken ebenso durch ihre bemerkenswerten Persönlichkeiten. Ihre Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene setzen neue Maßstäbe, während ihre Bodenständigkeit und ihr Teamgeist sie zu beliebten Mitgliedern der Judo-Gemeinschaft machen.

Präsident Martin Bobert betonte, wie wichtig solche Vorbilder für den Sport und die Gesellschaft sind. Beide Athletinnen zeigen, dass Erfolg im Sport und eine positive Ausstrahlung Hand in Hand gehen können und dass sich harte Arbeit und Hingabe lohnen.

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Die Ehrung von Anna-Maria Wagner und Katharina Menz im Rahmen der Eröffnungsfeier war ein würdiger Auftakt zu den Deutschen Judo Einzelmeisterschaften und unterstrich den hohen Stellenwert, den der WJV seinen Athletinnen und Athleten beimisst.

Sara-Joy Bauer wurde für ihren beeindruckenden Europameistertitel ausgezeichnet, der ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten und ihre Entschlossenheit im Judo-Sport unterstreicht. Tayla Grauer wurde für ihren starken 3. Platz bei den Weltmeisterschaften geehrt, eine Platzierung, die sie in der internationalen Judo-Szene fest etabliert.

Im Rahmen der Ehrung wurde Sara-Joy Bauer und Tayla Grauer jeweils der 2. Dan verliehen, ein weiterer bedeutender Meilenstein in ihrer sportlichen Laufbahn. Martin Bobert würdigte die jungen Athletinnen für ihren Fleiß, ihre Disziplin und ihren Ehrgeiz. Er hob hervor, wie wertvoll solche Erfolge für den Nachwuchs im deutschen Judosport sind, da sie anderen jungen Judoka als Motivation und Inspiration dienen.

Im männlichen Bereich ging der Preis an Eddie Bauer, der in den vergangenen Monaten unter anderem den Gewinn der Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaft und den zweiten Platz bei der Süddeutschen Einzelmeisterschaft klarmachte. Im weiblichen Bereich wurde Sofiia Khristoforova als Nachwuchsstar ausgezeichnet.

Nachwuchsförderung

Eine besondere Ehre wurde zwei Nachwuchs-Talenten des Württembergischen Judo-Verbandes (WJV) zuteil. In diesem Jahr fand die Ehrung der Judo-Nachwuchsstars im Rahmen der Deutschen Einzelmeisterschaften in Stuttgart statt.

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Esther Pisch arbeitet bei der ARGE BW als Leistungssport-Koordinatorin im Nachwuchs. Sie hat die Trainer A-Lizenz Leistungssport und ist Trägerin des 2. Dan. Als ehemalige Bundesligakämpferin verfügt sie über langjährige Erfahrungen. Daniel Ruf arbeitet beim WJV als Landestrainer Mu15. Er hat die Trainer A-Lizenz Leistungssport und ist Träger des 1. Dan. Als aktueller Bundesligakämpfer verfügt auch er über langjährige Erfahrungen.

Die beiden wurden zum einen von Mia Kocnik und Finja Schilling unterstützt. An beiden Tagen wurden altersgerechte Techniken, die im Kampf angewendet werden können, leichtverständlich übermittelt. Die Kids fanden an den Techniken großen Gefallen und probierten beim Stand- und Boden Randori selbst viel aus.

Nach dem Lehrgang war die Überraschung groß. Vom BW-Judo-Top-Team gaben Alina Böhm, Lea Schmid, Sarah Mehlau und Louis May geduldig Autogramme. Auch am Sonntag bildete sich eine lange Schlange. Am Ende erhielten alle eine Teilnehmerurkunde. Mit einer schmackhaften Portion Spaghetti Napoli wurde der Lehrgang abgeschlossen.

Deutsche Judo Einzelmeisterschaft

Am vergangenen Wochenende fand zum siebten und vorerst letzten Mal die Deutsche Judo Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer in der SCHARRena Stuttgart statt. An zwei Tagen gingen die besten Judoka aus der gesamten Bundesrepublik an den Start, mit Ausnahme des deutschen Olympiateams, das derzeit noch pausiert.

Am ersten Wettkampftag erkämpfte sich Mirjam Wirth vom JZ Heubach die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 63 kg. Am zweiten Wettkampftag konnten die württembergischen Athletinnen und Athleten vier weitere Medaillen gewinnen.

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Chiara Serra von der TSG Backnang sicherte sich durch einen Sieg gegen Alvard Akopian vom 1. Schweriner JC die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 52 kg.

Am 26. und 27. Oktober 2024 ist es wieder soweit: Der Württembergische Judo-Verband richtet zum siebten und vorerst letzen Mal die Deutsche Einzelmeisterschaft (DEM) der Frauen und Männer in der SCHARRena in Stuttgart aus. Aber auch etliche württembergische Athletinnen und Athleten werden um die Medailen mitkämpfen.

Auf drei Tatamis wird Judo vom Feinsten geboten. Erlebe die Top-Stars des deutschen Judosports in packenden Duellen. Wer wird deutscher Meister? Alle drei Matten werden im Livestream übertragen! Auf Sportdeutschland.TV kannst du jeden Kampf mitverfolgen. Dieses Judo-Spektakel darfst du nicht verpassen!

Inklusion im Judo

Bei der Deutschen Judo Einzelmeisterschaft der Frauen und Männer in der SCHARRena Stuttgart hat der Württembergische Judo-Verband (WJV) als Ausrichter wieder einen Erlebnistag für Menschen mit Handicap organisiert. Die Aktion wird seit Jahren regelmäßig im Rahmen der Deutschen Meisterschaften, die in Stuttgart stattfinden, angeboten.

Neben den spannenden Kämpfen in der SCHARRena konnten die Teilnehmer/innen dieser Aktion auch einen Einblick hinter die Kulissen der Veranstaltung werfen. Als besonderes Highlight wurde außerdem eine Autogrammaktion mit den beiden Nationalmannschaftkämpferinnen Anna-Maria Wagner und Katharina Menz organisiert.

Hier konnten die Teilnehmenden Autogramme von und Selfies mit ihren Judo-Idolen machen. Der Erlebnistag Inklusion im Rahmen der DEM Judo war auch in wieder ein voller Erfolg. Alle Teilnehmenden haben den Tag sichtlich genossen.

Zwischenfall in der U21-Nationalmannschaft

Der Deutsche Judo-Bund untersucht einen Vorfall zwischen einem Athleten mit afrikanischen Wurzeln und einem Trainer während der Vorbereitung auf die U-21-Weltmeisterschaft.

"Es gab einen Vorfall, ein Trainer soll sich schlecht verhalten haben", sagte DJB-Präsident Peter Frese. Details könne er nicht nennen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte von dem rassistischen Übergriff berichtet.

Ein schwarzer Athlet sei bei der Vorbereitung auf die WM in Marrakesch in Kienbaum bei Berlin nach eigener Darstellung von einem Trainer beschimpft und körperlich angegriffen worden. Der 18-jährige Sportler aus Hamburg hat sich laut FAZ dagegen entschieden, Anzeige zu erstatten.

Die körperliche Auseinandersetzung wollte er nicht als rassistischen Angriff bezeichnen. "Ich bin der einzige Dunkelhäutige in der Mannschaft. Bei einigen ist er ganz normal. Ich kann nicht pauschal sagen, er hasst Schwarze, er hat etwas gegen Schwarze. Das kann ich nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass er etwas gegen mich hat", zitierte die Zeitung den Athleten.

"Ich kann so etwas ab, ist nicht schlimm. Aber als Trainer! Das kann man einfach nicht machen, so halt nicht. Es gebe unterschiedliche Aussagen darüber, was passiert sei, sagte Verbandschef Frese.