Manches Schmuckstück aus Deutschland gilt in Italien nicht besonders viel. Das hängt weniger mit der Gestaltung als mit dessen Goldanteil zusammen und mit einer Jahrtausende alten Tradition.
Die Wurzeln der italienischen Goldschmiedekunst
„Die uralte und ruhmreiche italienische Goldschmiedekunst hat ihre geschichtlichen Wurzeln weit zurück in den griechischen Kolonien in Süditalien“, schreibt Gianguido Sambonet in „2000 Jahre italienische Goldschmiedkunst“.
Dieses Geschick der Etrusker ist rund zweieinhalb tausend Jahre alt und seither hat sich die Goldschmiedekunst Italiens immer weiter entwickelt: im 13.Jahrhundert am Hof der Normannenkönige in Sizilien, im 14. Jahrhundert mit Siena als führender Goldschmiedeschule Europas; nicht zu reden von Venedig, das im 15. Jahrhundert durch seine Handelsbeziehungen Techniken aus dem Orient importierte.
Mit der Renaissance schließlich wird das „16.Jahrhundert die große Epoche der italienischen Goldschmiedekunst“, führt Gianguido Sambonet fort. Ein Erbe, das für manchen schlicht erdrückend scheint.
Der Goldanteil: Karat und Feingehalt
Gelten in Deutschland 333 Anteile von 1000 schon als Gold, hält man in Italien ein solches Metall schlicht für Blech. 333er Gold entspricht acht Karat. Länder wie Italien, Spanien oder Frankreich gestatten die Bezeichnung „Gold“ aber erst ab 14 (585er) oder 18 (750er) Karat.
Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat
„Bei 333 Teilen Gold von 1000 insgesamt sind der Rest andere Metalle wie Kupfer, Nickel, Silber“, erläutert Christianne Weber-Stöber, Leiterin des Goldschmiedehauses in Hanau. „Genau genommen ist 333er-Goldschmuck also gar kein Gold.“ Für die Italiener ist das essenziell, denn „sie sind immer beim Gold geblieben“.
Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. Dieser Anteil wird in 24tel Gewichtsanteilen ausgedrückt.
24 Karat entspricht reinem Gold. Ein Schmuckstück mit 8 Karat enthält etwa ein Drittel reines Gold, während 1 Karat einem Goldanteil von 1/24 des Gesamtgewichts entspricht, was ungefähr 4,167 Prozent reinen Goldanteil bedeutet. Heute wird die Angabe in Karat jedoch als veraltet betrachtet und häufig durch den Feingehalt in Promille ersetzt.
Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Diese Angabe ist heute der Standard, auch im Schmuckbereich.
Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt. Der theoretische Maximalwert ist 1000, praktisch gilt 999er Gold als reines Gold.
Lesen Sie auch: Bedeutung von Karat Gold
Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.
Gold Karat Tabelle
| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent |
|---|---|---|
| 8 kt | 333er Gold | 33,3 % |
| 9 kt | 375er Gold | 37,5 % |
| 10 kt | 417er Gold | 41,7 % |
| 14 kt | 585er Gold | 58,5 % |
| 18 kt | 750er Gold | 75 % |
| 20 kt | 833er Gold | 83,3 % |
| 21 kt | 875er Gold | 87,5 % |
| 22 kt | 916,66er Gold | 91,666 % |
| 24 kt | 999er Gold | 99,9 % |
Prozentangaben nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich.
Die Bedeutung von Goldlegierungen
Reines Gold ist zwar sehr wertvoll, aber auch weich und daher anfällig für Kratzer. Um es widerstandsfähiger zu machen, werden oft Goldlegierungen verwendet, besonders im Schmuckbereich. Durch das Beimischen von Metallen wie Kupfer, Zink, Nickel, Silber oder Palladium können sowohl die Eigenschaften als auch das Aussehen des Goldes verändert werden.
Die Angaben zu Karat oder Feingehalt geben den Anteil des reinen Goldes in einer Legierung an, auch bekannt als Reinheitsgrad. Diese Werte informieren über die Goldqualität und ermöglichen eine grobe Wertbestimmung von Goldprodukten.
Goldpunzierungen und Goldprägungen
Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Diese Punze war früher nicht zwingend vorgeschrieben, aber heute ist sie bei den meisten Goldwaren üblich. Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.
Lesen Sie auch: Reinheit und Legierungen von 18 Karat Gold
Beispiele für Punzierungen:
- 333 / 8k = 333er Feingehalt / 8 Karat Gold
- 375 / 9 ct = 375er Feingehalt / 9 Karat Gold
- 585 / 14c = 585er Feingehalt / 14 Karat Gold
- 0.750 / 18 kt = 750er Feingehalt / 18 Karat Gold
Landestypische Karat-Werte
Weltweit gibt es unterschiedliche Vorlieben bei den Reinheitsgraden von Gold. Auf dem nordamerikanischen Kontinent ist das eher blasse, aber kratzfeste 585er Gold (14 Karat) besonders populär. Im arabischen Raum bevorzugt man 21 Karat Gold für die Schmuckherstellung, während in Indien oft 22 Karat verwendet werden. In China findet man sogar 24 Karat Goldschmuck, der als „Chuk Kam“ (volles Gold) bezeichnet wird.
In Deutschland ist Goldschmuck zwischen 8 und 18 Karat typisch, was einem Feingehalt von 333 bis 750 in Tausendsteln entspricht. Außerdem gibt es hierzulande gesetzliche Regelungen, die einen Mindest-Goldgehalt vorschreiben, damit Schmuck als Gold verkauft werden darf.
Die verschiedenen Goldlegierungen und ihre Farben
Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.
Die gängigsten Goldlegierungen sind:
- Gelbgold: Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
- Roségold: Hier wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
- Rotgold: Enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
- Weißgold: Enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
- Graugold: Ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich. Lediglich eine Tendenz lässt sich erkennen: Ein höherer Feingoldanteil in der Mischung ergibt eine deutlichere Gelbtönung.
