Am Samstagabend (27. Juli) fand auf der Schlagd in Wanfried ein Konzert der Band Karat statt. Wasser war in jeden Fall das Stichwort, nämlich Wasser von oben, von der Seite, unter dem Regenponcho sowie auch mit Hopfen und Gerste versetzt ... im Grunde aus allen Richtungen und in jedem Aggregatzustand. Und da die Sicherheitsbeauftragten vorsorglich behütend alle Schirme eingesammelt hatten, machte das Nasssein im Pulk auch so richtig viel Spaß. Mit ausreichend Hopfen und Gerste allemal.
„Ich bewundere Euch!“, rief Claudius Dreilich, Frontman der Band Karat, als es wieder stärker zu regnen begann. Er bewies allerdings nicht weniger Standhaftigkeit, denn da die Scheinwerfer vor allem auf ihn gerichtet waren, war es auch das Hauptinteresse der anwesenden Mücken. Und so machten die Leute auf und vor der Bühne das Beste aus der Situation und feierten im strömenden Regen mit Songs aus fünf Jahrzehnten miteinander.
Frontmann Claudius Dreilich sorgte mit seiner charismatischen Stimme für Gänsehaut. Den Altersdurchschnitt der Musiker wie ihres Publikums kann man sich jetzt selbst ausrechnen und sagen wir mal so - man war gemeinsam gereift. Ebenso die Musik. Da überbrachten zehnminütige Rockgemälde schöne Grüße aus den 70ern („Auf den Meeren“), es stampfe nüchtern die Neue Deutsche Welle aus den 80ern und es schwang der Reggae aus den 90ern. Aber auch eine ganz neue Ballade präsentierte die Band, eine Liebeserklärung von Martin Becker an seine Ehefrau etwa.
Eine Ikone der deutschen Musikgeschichte musste natürlich präsentiert werden, und alle sagen lauthals den Text mit: „Sieben Mal musst du die Aaaaaasche sein und einmal auch der heeeelle Scheeeeein!“ Claudius Dreilich ist sich der Bedeutung dieses Songs für die Geschichte der Band bewusst, der unzählige Male auch von anderen Musikern gecovert wurde. „Es macht uns sehr stolz, dass dieses Lied so viel Anklang gefunden hat - aber da Original ist natürlich von uns!“
Viel Applaus gab es damit in Wanfried für den Hauptact dieser Hafennacht, aber auch die Vorgruppe, die Simon and Garfunkel Revival Band machte schon Stimmung und lieferte zuverlässig die einschlägigen Hits ab, von „Cecilia“ über „The Sound of Silence“ bis zu „Bridge over troubled Water“ - womit wir wieder am Ausgangspunkt angelangt wären.
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Die Wisera und der Wanfrieder Hafen
Die Wisera wurde nur für einige Tage ins Wasser gelassen, damit am Hafen ausreichend Platz für das Konzert der Band Karat war, das am Wochenende stattgefunden hat“, so der 59-Jährige. Am 17. Juli wurde das Schiff mit einem Kran in die Werra gehoben, bereits am 29. Juli rückte der Kran wieder an und hob sie wieder aus dem Wasser. „Die zwei Kraneinsätze hat die Hafengaststätte bezahlt, sie haben insgesamt rund 1.400 Euro gekostet.“
Seit 2008 wird die Werra-Schute Anfang Juli zu Wasser gelassen. Jetzt ist klar, wieso. „Das Schiff muss grundsaniert werden. In den vergangenen 16 Jahren wurden immer nur Wartungsarbeiten vorgenommen, jetzt reichen diese aber nicht mehr aus“, so Wetzestein. Der Zimmermeister erklärt: „Die Deckplanken müssen erneuert werden, Reparaturen am Rumpf der Wisera sind nötig, das Schiff muss angestrichen, lackiert und geölt werden.“ Und das braucht Zeit.
Nur zwölf Tage lag die Wisera diese Saison im Wasser. Jedes Stück Holz, jedes Schiffsteil, was repariert und ausgetauscht werden muss, müsse angepasst werden. „Das Holz und die Teile sind gebogen und geschwungen. Es bedarf also viel Zeit, alles individuell an die Wisera anzupassen.“ Zudem bekomme die Wisera eine neue Elektrik und Beleuchtung, „die wird vom Wanfrieder E-Werk gesponsort“.
„Bis die Wisera wieder frisch dasteht, wird es einige Monate dauern, schließlich erledigen wir die Sanierungsarbeiten mit ehrenamtlichen Helfern“, erklärt Wetzestein. Die Helfer werden dafür sicher einige Hundert Arbeitsstunden investieren müssen. „Wir sind eine sehr aktive Gruppe, wöchentlich sind zirka zehn Ehrenamtliche im Einsatz - mal mehr, mal weniger.“ Etwa 50 000 Euro würde so eine Grundsanierung kosten, würde man sie professionell durchführen lassen, so Wetzestein. Die Hafenarbeiter, wie sich die ehrenamtlichen Helfer vom Förderverein mit einem Augenzwinkern selbst nennen, bekommen für ihre Arbeit jedoch kein Geld. „Wer sich anschließen möchte, braucht keine handwerklichen Vorkenntnisse, wir finden für jeden eine passende Aufgabe im Verein.“ Einzige Voraussetzung: Spaß am Gestalten des Wanfrieder Hafens.
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