Karat bei Gold: Eine Definition
Beim Begriff Karat denken viele wahrscheinlich zunächst an Edelsteine und nicht unbedingt an Gold. Karat bei Gold und bei Edelsteinen zu unterscheiden, ist jedoch wichtig. Denn obwohl der Begriff in beiden Zusammenhängen Verwendung findet, handelt es sich um zwei grundverschiedene Messstandards. Während sich Karat bei Edelsteinen nämlich auf das Gewicht des Steins bezieht, verweist diese Masseinheit bei Gold auf den Reinheitsgrad des Edelmetalls.Dabei gibt die Karatzahl von Gold an, wie viele Teile von insgesamt 24 Teilen reines Gold enthalten sind. Schmuck mit 21 Karat besteht dementsprechend aus 21 Teilen Gold und 3 Teilen anderer Metalle. Das entspricht einer Reinheit von 87,5 Prozent. Die wohl bekannteste Goldmünze der Welt, der südafrikanische Krugerrand, hat 22 Karat und besteht aus 22 Teilen Gold sowie 2 Teilen Kupfer, was für die charakteristische orangerote Tönung sorgt. Als Einheitenzeichen von Karat sind kt oder K gebräuchlich. Die Verwendung der Masseinheit Karat für Gold hat historische Wurzeln und ist mit den antiken Münzen Solidus und Keration verbunden. Während der Solidus rund 24 Karat hatte, betrugen Masse und Wert eines Kerations, von dessen Namen sich auch der Name Karat ableitet, 1/24 des Solidus. Jahrhunderte später bezeichnete im deutschsprachigen Raum Karat auch ein Goldgewicht, das den 24.Die Karat-Skala in der Übersicht
Anhand der Karat-Skala lässt sich Gold in unterschiedliche Grade einteilen, welche Aufschluss über den Goldanteil in einer Goldlegierung geben:- 24 Karat: 99,99% Goldanteil
- 22 Karat: 91,7% Goldanteil
- 21 Karat: 87,5% Goldanteil
- 18 Karat: 75,0% Goldanteil
- 14 Karat: 58,5% Goldanteil
- 9 Karat: 37,5% Goldanteil
- 8 Karat: 33,3% Goldanteil
Feingehalt: Eine präzisere Messung
Während Karat eine eher traditionelle und anschauliche Methode zur Angabe der Goldreinheit ist, bietet das Konzept der Feinheit eine präzisere Messung. Die Angabe erfolgt dabei meistens in Tausendteilen und bezieht sich immer auf den reinen Goldanteil. So entspricht eine Feinheit von 999 beispielsweise 99,9 Prozent reinem Gold und somit 24 Karat. Oft ist auch von Feingehalt statt Feinheit die Rede. Beide Begriffe finden in der Praxis oft als Synonyme Verwendung.Für Goldbarren und Goldmünzen wird der Goldgehalt in Promille angegeben. Die Angabe in Promille bzw. Tausendsteln drückt aus, wie viel Promille des Gesamtgewichts einer Goldlegierung aus reinem Gold bestehen.
Umrechnung von Promille in Karat
Aus dem Promille-System leiten sich auch häufige Bezeichnungen wie zum Beispiel 999er Gold (999/1000) oder 917er Gold (917/1000) ab und das Promille-System kann - wenn auch etwas umständlich - in die Karat-Skala umgrechnet werden:
- 999er Gold entspricht: 999/1000-Gold oder 24-Karat-Gold
- 917er Gold entspricht: 917/1000-Gold oder 22-Karat-Gold
- 750er Gold entspricht: 750/1000-Gold oder 18-Karat-Gold
- 585er Gold entspricht: 585/1000-Gold oder 14-Karat-Gold
Die Formel, um von Promille in Karat umzurechnen, ist: (Feingehalt in Promille/1000) x 24
Beispiel: Die Krugerrand-Goldmünze hat einen Feingehalt von 916,7. Dies entspricht 22 Karat (916,7/1000 x 24 = 22 Karat).
Goldlegierungen: Warum Gold nicht immer gleich Gold ist
Reines Gold (auch bezeichnet als «Feingold», «999,99», «24 Karat») findet in unseren Breitengraden bei der Schmuckherstellung meist keine Verwendung. Der Grund liegt in den physikalischen Eigenschaften von Gold. Reines Gold ist weich und daher empfindlich auf Einwirkungen durch Schläge und Druck. Um die Langlebigkeit und Robustheit eines Schmuckstückes zu erhöhen, verwenden wir im Goldschmiedehandwerk vor allem legiertes Gold. Beim Legieren werden mindestens zwei Metalle, eines davon Gold, zusammen verschmolzen. Gleichzeitig ermöglicht dieses Verfahren auch zahlreiche farbliche Nuancen.Werden zwei oder mehrere Metalle durch Zusammenschmelzen gemischt, so spricht man von einer Legierung. Wird Gold mit einem oder mehreren anderen Metallen legiert, entsteht eine Goldlegierung.
Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat
Wichtig ist, dass in der Alltagssprache mit Gold nicht nur das reine Gold gemeint ist, sondern auch dessen Goldlegierungen.
Warum Goldlegierungen verwendet werden
Durch Beilegierung von anderen Metallen zu Gold verändern sich dessen Eigenschaften, und seine Verarbeitbarkeit kann optimiert werden. So erzielt man beispielsweise Veränderungen der Härte (nimmt durch Beilegierung generell zu), des Schmelzpunktes, der Dichte, der Farbe und vieles mehr. Gold wird auch aus Kostengründen legiert.Verschiedene Goldfarben
Reines Gold ist immer gelb glänzend. Goldlegierungen (bei denen man in der Alltagssprache auch einfach von Gold redet) können aber andere Farben und Farbtönungen aufweisen - je nachdem, welches bzw. welche anderen Metalle dem Gold in welchen Anteilen beilegiert werden.Die wichtigsten Goldfarben sind gelb, rot und weiss. Man spricht dann von Gelbgold, von Rotgold und von Weissgold. Daneben ist es aber beispielsweise auch möglich, Grüngoldlegierungen herzustellen.
Bei einer Goldlegierung mit einem Goldgehalt von 75% (d.h. 18 Karat bzw. Gold 750) werden durch Zugabe von 25% anderer Metalle folgende Farben erzielt:
- Gelb: Dem Gold werden hauptsächlich Kupfer und Silber zu etwa gleichen Teilen beilegiert.
- Rot: Dem Gold wird vor allem Kupfer beilegiert. Je mehr Kupfer beilegiert wird, desto intensiver wird die Färbung.
- Weiss: Dem Gold werden als farbgebende Metalle entweder Palladium oder Nickel beilegiert. Entsprechend unterscheidet man zwischen Palladium- und Nickelweissgold. Palladiumweissgold setzt sich grösstenteils aus Gold, Palladium und zusätzlich Silber zusammen - Nickelweissgold grösstenteils aus Gold, Nickel und zusätzlich Kupfer.
- Grün: Dem Gold wird vor allen Silber beilegiert. Grüngold wird in der Schmuckverarbeitung beispielsweise eingesetzt, um möglichst naturgetreue Blätter nachzuahmen.
Was bedeuten die Bezeichnungen 750, 585 und 375?
Die dreistelligen Zahlen geben an, wieviele Gewichtsteile einer Goldlegierung - von total tausend Teilen - aus reinem Gold bestehen. Man spricht dann vom sogenannten Feingehalt oder einfach von der Feinheit des Goldes. Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 750, 585 oder 375 bedeutet, dass dieses einen Goldgehalt von 750/1000, 585/1000 oder 375/1000 besitzt, d.h. 75%, 58.5% oder 37.5%.Was bedeuten die Bezeichnungen 18K, 14K und 9K?
Das K steht für Karat. Mit Karat wird der gewichtsmässige Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung bezeichnet. Die Bezeichnung 24K steht für reines Gold, 1K steht für einen Goldanteil von 1/24. Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 18K, 14K oder 9K bedeutet, dass dieses einen gewichtsmässigen Goldanteil von 75% (18/24), 58.5% (14/24) oder 37.5% (9/24) aufweist.In der Schweiz ist die Angabe des Goldanteils in Karat veraltet, sie erfolgt über die Angabe des Feingehaltes.
| Goldanteil (%) | Karat-Angabe | Feingehalts-Angabe |
|---|---|---|
| 100% | 24K | 999.9 |
| 91.6% | 22K | 916 |
| 75% | 18K | 750 |
| 58.5% | 14K | 585 |
| 37.5% | 9K | 375 |
Vergleich der Karatangabe und der Angabe des Feingehalts von Gold
Lesen Sie auch: Reinheit und Legierungen von 18 Karat Gold
Anlagegold: Was Sie beachten sollten
Damit der Handel von Gold weitgehend steuerfrei gestaltet werden kann, ist es für Investoren entscheidend, dass ihre Werte als Anlagegold anerkannt werden. Anlagegold ist in der Europäischen Union über die Sonderregelungen für Anlagegold unter anderem durch die folgenden Punkte definiert:- Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendsteln
- Goldmünzen mit einem Feingehalt von mindestens 900 Tausendsteln, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, die in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und die üblicherweise zu einem Preis verkauft werden, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 % übersteigt
Beliebte Anlage-Goldmünzen
Wie bereits erwähnt müssen Anlage-Goldmünzen einen Feingehalt von mindestens 90% aufweisen.Darüber hinaus müssen sie in ihrem Herkunftsland als Zahlungsmittel gelten oder gegolten haben und nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein. Außerdem darf ihr Verkaufswert nicht den Metallwert der Münze um mehr als 80% übersteigen.Im deutschprachigen Raum erfüllen diverse Anlagemünzen diese Vorgaben, wobei die folgenden Goldmünzen zu den beliebtesten zählen:- Wiener Philharmoniker
- Krugerrand
- Britischer Sovereign
- Maple Leaf
Lesen Sie auch: Mehr über IWC Gold
