Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Mixed Martial Arts, oder kurz MMA, ist nicht nur ein aufstrebender Sport, sondern auch eine komplexe, facettenreiche Kunst, die unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint.
Die UFC („Ultimate Fighting Championship“) ist die bekannteste MMA-Organisation der Welt und existiert erst seit weniger als 30 Jahren. Dennoch gehören die Events der Liga neben der NBA, NFL und NHL jetzt schon zu den beliebtesten der Welt. Fast jedes Wochenende treten Männer und Frauen in der UFC gegeneinander an.
Der Weg zum UFC-Champion
Um UFC-Champion zu werden, ist ein langer und harter Weg notwendig. Hier sind die wichtigsten Schritte:
- MMA-Training im Verein: Der erste Schritt ist das Training in einem MMA-Verein.
- Amateurkämpfe: Irgendwann nimmst du dann bei MMA-Amateurkämpfen teil.
- Professionelle Karriere: Wenn du gut bist, kannst du dich bei einer Organisation bewerben und Profi werden.
- Aufstieg an die Spitze: Das ist aber extrem schwer und dauert lange. Du musst quasi dein Leben dem Sport widmen. Du musst Titel gewinnen und angesehene Kämpfer besiegen.
- Bewerbung bei der UFC: Irgendwann kannst du dich dann bei der UFC bewerben und hoffen, dass sie dich annehmen. Das ist aber extrem schwer.
Michael Smolik geht zur Zeit diesen Weg. Seinen ersten Kampf auf nationaler Ebene hat er bereits deutlich gewonnen. Bin mal gespannt, wie lange er bis zu den internationalen Veranstaltungen braucht und das als mehrfacher und ungeschlagener Kickbox-Weltmeister.
Grundlagen des MMA
Um in der UFC erfolgreich zu sein, ist es wichtig, die Grundlagen des MMA zu verstehen:
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- Striking: Umfasst die Anwendung von Schlag- und Tritttechniken, die sich auf das Zufügen von Schäden an einem Gegner konzentrieren. Es werden Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, Muay Thai und anderen Kampfstilen angewendet.
- Clinch: Ist eine Position im Standkampf, in der zwei Kämpfer sich eng gegenseitig halten. Es wird oft verwendet, um den Gegner zu kontrollieren, Schläge zu vermeiden und den Übergang in den Bodenkampf oder Submissions vorzubereiten.
- Wrestling: Den Gegner zu Boden zu bringen.
- Submissions: Konzentrieren sich auf das Erzwingen der Aufgabe eines Gegners, oft durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.
Jeder große Profikämpfer hat einen Hauptstil, in dem er trainiert hat, aber das muss nicht immer eine Kampfsportart sein. Wenn Du Dich für bestimmte Kampfsportarten entscheidest, solltest Du sie so weit wie möglich auseinanderhalten. Unabhängig davon, für welchen Kampfsport Du Dich entscheidest, Du solltest eine Kampfkunst wählen, die sich auf das Schlagen konzentriert, und eine andere, die sich auf die Bodenarbeit konzentriert.
Wenn es um die Schlagdisziplin geht, wird Muay Thai oder Boxen weithin als die effektivste Kampfsportart für MMA angesehen. Du kannst als professioneller Kämpfer nicht erfolgreich sein ohne BJJ zu lernen, denn BJJ ist die effektivste Kunst für den Bodenkampf.
Regeln im MMA
Seit 2009 gelten in den meisten Organisationen die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“. Ein kleiner Einblick in das Regelwerk:
- keine Angriffe unter der Gürtellinie
- Kniestöße oder Tritte gegen den Kopf eines Gegners, der sich am Boden befindet, sind verboten
- Verboten sind auch: Kopfstöße, Haare ziehen, beißen, in die Augen greifen, in die Handschuhe oder in den Mund greifen
- Schläge oder Griffe an die Kehle sind verboten
- Ellbogenschläge dürfen nicht senkrecht nach unten erfolgen
Insgesamt gibt es 31 Fouls wie unsportliches Verhalten oder verbotene Angriffe, die mit entsprechenden Strafen geahndet werden (Verwarnung, Punktabzug, Disqualifikation). Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet.
Gewichtsklassen in der UFC
In der UFC gibt es aktuell neun verschiedene Gewichtsklassen:
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- Strohgewicht, bis 52,15 kg
- Fliegengewicht, bis 57 kg
- Bantamgewicht, bis 61 kg
- Federgewicht, bis 66 kg
- Leichtgewicht, bis 70 kg
- Weltergewicht, bis 77 kg
- Mittelgewicht, bis 84 kg
- Halbschwergewicht, bis 93 kg
- Schwergewicht, bis 120 kg
Die UFC Frauenmeisterschaften finden ausschließlich in den Gewichtsklassen Stroh-, Fliegen-, Bantam- und MMA Federgewicht sowie MMA Weltergewicht statt. Hierbei ist das Strohgewicht ausschließlich den Damen vorbehalten.
Alle MMA / UFC Gewichtsklassen KG
| Gewichtsklasse | Gewicht (KG) |
|---|---|
| Atomweight / Atomgewicht | 47,6 |
| Strawweight / Strohgewicht | 52,2 |
| Flyweight / Fliegengewicht | 56,7 |
| Bantamweight / Bantamgewicht | 61,2 |
| Featherweight / Federgewicht | 65,8 |
| Lightweight / Leichtgewicht | 70,3 |
| Super Lightweight / Super Leichtgewicht | 74,8 |
| Welterweight / Weltergewicht | 77,1 |
| Super Welterweight / Super Weltergewicht | 79,4 |
| Middleweight / Mittelgewicht | 83,9 |
| Super Middleweight / Super Mittelgewicht | 88,5 |
| Light heavyweight / Halbschwergewicht | 93,0 |
| Cruiserweight / Cruisergewicht | 102,1 |
| Heavyweight / Schwergewicht | 120,2 |
| Super Heavyweight / Super Schwergewicht | kein Limit |
Info: Die MMA Gewichtsklassen beziehen sich jeweils auf das maximale Gewichts-Limit, um an der angegebenen UFC Gewichtsklasse teilnehmen zu dürfen.
Der UFC-Oktagon
Seit 1993 kämpfen die Fighter der UFC im Oktagon, einem achteckigen Käfig. Im Gegensatz zum Boxen, wo die Kampffläche durch Ringseile begrenzt ist, befindet sich im UFC-Oktagon ein Maschendrahtzaun. Hintergrund: So können die Kämpfer bei wilden Wrestling-Sequenzen nicht durch den Käfig fallen. Die Form ist wohl ursprünglich gewählt worden, damit kein Kämpfer sich in einer Ecke verstecken kann.
Brutal: Im Gegensatz zum Wrestling ist die Matte im Oktagon nicht gepolstert und federt Aufpralle nicht ab. Würfe, Takedowns und Knockdowns sind somit doppelt schmerzhaft für UFC-Fighter. Der Boden des Käfigs ist in mehrere Schichten unterteilt, die oberste Schicht besteht aus schwerer Baumwolle, die nach jedem Event gewechselt wird. Der Innendurchmesser beträgt 9,1 m, der Zaun ist vom Boden 1,80 m hoch.
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Wichtige Begriffe im MMA
Ähnlich wie in der NFL wird im MMA mit englischsprachigen Begriffen nur so um sich geworfen. Hier sind einige wichtige Begriffe:
- Takedown: Den Gegner aus der Balance bringen und auf den Boden werfen.
- Submission: Bestimmte Hebel und Griffe, mit denen der Gegner zur Aufgabe gezwungen werden soll.
- Knockout: Der Schiedsrichter stoppt den Kampf, wenn der Fighter durch einen Schlag oder Kick ohnmächtig wird.
- Ground and Pound: Schläge aus der Oberlage, während der Gegner auf dem Rücken liegt.
- Judges: In der UFC sitzen bei jedem Kampf drei Punkterichter neben dem Käfig und bewerten den Kampf pro Runde.
- Decision: Punktentscheidung, die eintritt, nachdem der Kampf die volle Distanz erreicht hat.
- Main Card: Die Hauptkarte eines Events.
- Weight Cut: Vor einem Event müssen alle MMA-Fighter zum Einwiegen.
Andere MMA-Organisationen
Obwohl die UFC die größte MMA-Organisation der Welt ist, sind in den letzten Jahren immer mehr Konkurrenz-Ligen dazugestoßen. Bellator MMA zählt zu der zweitgrößten amerikanischen Organisation. Aus Singapur stammt die Organisation ONE Championship. KSW aus Polen ist einer der größten MMA-Organisation in Europa.
Das richtige Alter, um mit MMA zu beginnen
Der Grund dafür ist, dass der menschliche Körper in jungen Jahren sehr viel lernfähiger ist. Es ist zwar nicht schlecht, mit Mitte bis Ende 20 andere Sportarten zu betreiben, aber um auf höchstem Niveau mithalten zu können, sollte man früher gezielt mit Kampfsporttraining anfangen.
Daher ist das beste Alter, um mit MMA anzufangen, ein Alter von 14 bis 16 Jahren, wenn man schon mit 18 Jahren antreten möchte. Deshalb ist ein schneller Einstieg enorm wichtig, um ein professioneller Kämpfer zu werden.
Das Gehalt eines MMA-Kämpfers
Es gibt keine allgemeingültige Gehaltstabelle für alle Kämpfer, da das Gehalt jedes einzelnen Kämpfers von den Bedingungen des von ihm unterzeichneten Vertrags abhängt. Aus diesem Grund verdienen zwei verschiedene Kämpfer mit exakt denselben Kampfrekorden nicht unbedingt gleich viel Geld. Spitzenkämpfer erhalten zusätzlich zu ihrer Grundvergütung noch Pay-per-View-Zuschläge.
Die UFC Kämpfer am unteren Niveau verdienen ca. 10.000 - 30.000 US Dollar pro Kampf.
Die Bedeutung der Gesundheit
Es ist wichtig, im eigenen Leben gesund zu sein, als Kämpfer ist dies jedoch besonders wichtig, vor allem wenn Du professionell kämpfen möchtest. Wichtig ist eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, um immer Gewicht zu machen. Auch die richtige Fitness ist wichtig. Dazu gehört, dass Du Deinen Trainingsplan so zusammenstellst, dass er zu deinem spezifischen Stil passt. Du solltest immer dafür sorgen, dass Dein Körper ein allgemein hohes Fitnesslevel hat.
Die Rolle des Trainers und des Gyms
Dies kann etwas schwierig sein, da MMA Gyms, die speziell nur MMA-Inhalte trainieren, selten zu finden sind. Es gibt zwar immer mehr davon auf der ganzen Welt, aber sie sind bei weitem nicht so leicht zu finden wie spezielle Kampfsportstudios.
Kein ordentliches MMA Gym wird nur einen Trainer haben, denn selbst die besten Profikämpfer werden Dir sagen, dass sie nicht in allem der Beste sind. Dieselben Trainer helfen Dir auch bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung. Achten auch auf erreichte Erfolge und Zertifizierungen. Richtige Trainer MÜSSEN zum Beispiel einen schwarzen Gürtel ersten Grades oder höher in ihrer spezifischen Kampfkunst haben.
Der mit Abstand beste Weg, ein professioneller Kämpfer zu werden, ist die Anmeldung in einem der renommierten MMA Gyms, wenn es eines in Deiner Nähe gibt.
Der Weg in die UFC
Wenn Du bei einer dieser besser bezahlten MMA-Organisationen mitmachen willst, musst Du erst einmal klein anfangen. Das bedeutet, dass Du einige MMA Kämpfe als irgendwo vor Ort bestreiten müssen. Wo das sein wird, hängt von Dir ab.
In die UFC zu kommen, ist wahrscheinlich der schwierigste Teil. Im Normalfall musst Du Dir erst einmal einen Namen in der Szene gemacht haben.
Peter Sobotta über den Weg in die UFC
Peter Sobotta, ein deutscher MMA-Kämpfer mit UFC-Erfahrung, erklärt, was es braucht, um in die Elite-Liga zu kommen:
- Aktivität: Der Kämpfer muss aktiv sein und regelmäßig kämpfen.
- Finisher-Mentalität: Man muss im Kampfstil erkennen, dass du das vorzeitige Ende des Kampfes suchst.
- Kampfrekord: Man braucht eine gute Siegesserie, um sich für die großen Organisationen zu qualifizieren.
Sobotta betont auch die Bedeutung von Kontakten und Vitamin B. Er sieht die deutsche MMA-Szene auf dem richtigen Weg, aber es braucht noch Zeit, bis Deutschland Champions produziert.
Risiken im MMA
Kampfsport, besonders MMA, kann risikoreich sein. Dazu zählen mögliche Gehirnschäden. Eine bekannte damit verbundene Erkrankung ist die chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE). Sie wird durch wiederholte Kopfverletzungen verursacht. Athleten müssen sich ihrer Risiken bewusst sein.
