Als Kind habe ich die Karate Kid-Filme mit großer Begeisterung verfolgt - obwohl einige davon bereits vor meiner Geburt gedreht wurden. Die inspirierende Story von Daniel LaRusso, der unter der weisen Führung von Mr. Miyagi seine Karate-Fähigkeiten entwickelt, hat mich nachhaltig geprägt. So nachhaltig, dass ich selbst im Schulalter mit Karate angefangen habe. Rund zehn Jahre lang war das mein Ding, bis mein Verein sich leider auflösen musste. Dann, 2018, geschah etwas Unerwartetes: Cobra Kai wurde veröffentlicht. Eine Fortsetzung nach über 33 Jahren - und dann auch noch mit der Originalbesetzung? Mein inneres Kind hat Luftsprünge gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Serie hat von Anfang an mit einer neuen Perspektive gespielt. Daniel war in den Filmen immer der strahlende Held, der Gute. Doch Cobra Kai rückte Johnny Lawrence ins Zentrum und zeigte, dass die Welt nicht einfach in Schwarz und Weiß unterteilt ist. Ich erinnere mich noch an die legendäre How I Met Your Mother-Folge, in der Barney Stinson überzeugt war, dass Johnny das wahre Karate Kid sei - und genau dieses Konzept griff die Serie auf.
Johnny ist am Anfang der Serie eine gescheiterte Existenz: ein vom Leben gebeutelter Typ, der sich irgendwie durchschlägt. Doch durch eine Verkettung von Ereignissen beschließt er, Cobra Kai wiederzubeleben und eine neue Generation von Schülern auszubilden - natürlich auf seine etwas ... eigene Art. Daniel LaRusso kann das nicht auf sich sitzen lassen und eröffnet sein eigenes Dojo, das auf die Lehren von Mr. Miyagi setzt. Angriff vs. Verteidigung, Härte vs. Disziplin - zwei völlig unterschiedliche Philosophien prallen aufeinander.
Was dann folgte, war ein absolutes Feuerwerk an Drama, Kämpfen und Nostalgie. Die Autoren haben es geschafft, Staffel für Staffel immer noch eine Schippe draufzulegen. Alte Rivalitäten wurden ausgegraben, neue Allianzen geschmiedet und ikonische Charaktere kehrten zurück. Kreese, Terry Silver, Chozen - alles war dabei, was das Fan-Herz begehrt. Und ja, ich gebe es zu: Es gab so einige Momente, in denen ich als alter Karate-Fan Gänsehaut hatte.
Nun ist es also vorbei. Doch das ist gut so. Die sechste Staffel hat alles geliefert, was geliefert werden musste. Keine unnötigen Lückenfüller, keine aufgezwungenen Wendungen. Die Geschichte wurde rund erzählt, und die Produzenten haben einen würdigen Abschluss gefunden. Natürlich hätte ich gern noch mehr gesehen - aber wie heißt es so schön? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
Lesen Sie auch: Karate in Cobra Kai
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Der abschließende Tod von Kreese und Silver hätte nicht unbedingt sein müssen. Beide Charaktere waren zwar über viele Staffeln hinweg die ultimativen Antagonisten, doch ihr Ende fühlte sich etwas überdramatisiert an. Eine andere Lösung hätte ihrer jahrzehntelangen Präsenz im Karate Kid-Universum vielleicht noch mehr Würde verliehen. Trotzdem schmälert das nicht die Gesamtleistung der Serie, die es geschafft hat, einen epischen Schlusspunkt zu setzen.
Allerdings gibt es Hoffnung für alle, die noch nicht genug haben. Die Macher haben bereits angedeutet, dass Spin-offs im Karate Kid-Universum möglich sind. Geschichten über Mr. Miyagi? Eine Serie über Chozen? Die Entwicklung von Miguel und Sam? Klingt alles spannend, aber offiziell bestätigt wurde noch nichts.
Was aber definitiv kommt, ist ein neuer Karate Kid-Film: "Karate Kid: Legends" soll am 30. Mai 2025 in die Kinos kommen und das Franchise weiterführen. Er wird die Originalfilme, Cobra Kai und das 2010er-Remake miteinander verbinden. Was genau uns erwartet, bleibt abzuwarten - aber eines ist sicher: Die Legende lebt weiter.
Für mich bleibt Cobra Kai eine der besten Serien der letzten Jahre. Ein perfektes Beispiel dafür, wie man ein Kult-Franchise neu aufleben lässt, ohne es auszuschlachten. Also, an alle, die noch nicht reingeschaut haben: Holt das Popcorn raus und macht euch bereit für eine Achterbahnfahrt der Nostalgie, Action und großartigen Charakterentwicklungen.
Und denkt daran: "Strike first, strike hard, no mercy!" Oder doch lieber die Weisheit von Mr. Miyagi? Cobra Kai steckt nicht nur voller packender Kämpfe und nostalgischer Momente, sondern hat auch hinter den Kulissen einige spannende Geschichten zu bieten. Für die erste Episode nutzten die Macher bisher ungesehene Aufnahmen des finalen Kampfes aus The Karate Kid, die alternative Kamerawinkel zeigten und so eine noch tiefere Verbindung zum Original herstellten. Auch in der Produktion gab es spontane Anpassungen: Der große Kampf am Ende von Staffel 3 sollte ursprünglich im Miyagi-Do-Dojo stattfinden, doch schlechtes Wetter und Zeitprobleme verlegten die Szene kurzerhand in LaRussos Haus - was ihr eine ganz eigene Intensität verlieh.
Lesen Sie auch: Karate-Kenntnisse der Cobra Kai-Schauspieler
Die Schauspieler, allen voran Ralph Macchio und William Zabka, führten viele ihrer Stunts selbst aus und trainierten intensiv mit professionellen Kampfchoreografen. Doch trotz aller Vorbereitung blieb das Verletzungsrisiko hoch: Zabka brach sich während einer Szene einen Zeh, richtete ihn selbst wieder gerade und drehte einfach weiter. Auch bei den Dreharbeiten gab es Herausforderungen - viele Außenszenen wurden tatsächlich vor Ort in Atlanta und Los Angeles gedreht, doch laute Umgebungsgeräusche oder unvorhergesehene Wetterbedingungen sorgten für Probleme. In einigen Szenen kam sogar Green-Screen-Technologie zum Einsatz, um die perfekten Locations zu erschaffen.
Die Macher der Serie bewiesen zudem viel Kreativität beim Einsatz von Requisiten. In einer Trainingsszene mit einem Betonmischer verwendete das Team eine ungefährliche Mischung aus alternativen Materialien, da echter Beton zu heiß geworden wäre. Besonders beeindruckend war die epische Schulhof-Kampfszene in Staffel 2, die als One-Shot-Sequenz ohne sichtbare Schnitte inszeniert wurde. Diese wurde in nur vier Tagen gedreht, wobei die Schauspieler blitzschnell ihre Positionen wechseln mussten, um von Stunt-Doubles ersetzt zu werden.
Auch die Besetzung der Serie hält interessante Geschichten bereit. Elisabeth Shue kehrte als Ali Mills in Staffel 3 zurück - ein Highlight für Fans des Originals. Doch wäre sie nicht verfügbar gewesen, hätten die Autoren eine alternative Geschichte geschrieben, in der ihre Figur als Online-Bekanntschaft auftaucht - jedoch als Täuschung durch einen eifersüchtigen Ex. William Zabka selbst hatte nach den Karate Kid-Filmen weiter Karate trainiert und erreichte einen zweiten Grad im grünen Gürtel, was ihm bei seiner Rückkehr als Johnny Lawrence half.
All diese Details zeigen, mit wie viel Leidenschaft und Sorgfalt Cobra Kai produziert wurde. Die Mischung aus Nostalgie, authentischer Kampfkunst und modernen erzählerischen Kniffen macht die Serie zu einem echten Highlight - nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch hinter den Kulissen.
Die Besetzung von Cobra Kai besteht aus einer spannenden Mischung aus Originaldarstellern der Karate Kid-Filme und neuen Talenten. Besonders interessant für Fans ist, dass einige der Schauspieler auch im echten Leben ein Paar sind. Peyton List, die in der Serie die Rolle der Tory Nichols spielt, und Jacob Bertrand, bekannt als Hawk, haben ihre Beziehung öffentlich gemacht. Die beiden kennen sich bereits seit ihrer Jugend, und während der Dreharbeiten zur Serie entwickelte sich daraus eine Liebesbeziehung. Auch Tanner Buchanan, der Robby Keene verkörpert, und Mary Mouser, die Samantha LaRusso spielt, haben ihre Beziehung bestätigt. Nach längeren Spekulationen überraschten sie ihre Fans mit der Bekanntgabe ihrer Verlobung. Diese realen Beziehungen zwischen den Darstellern sorgen für zusätzliche Spannung und machen die Serie für viele Zuschauer noch faszinierender.
Lesen Sie auch: Der Karate Anzug bei Cobra Kai im Detail
Kampfsport-Erfahrung der Schauspieler
Die Schauspieler aus Karate Kid und Cobra Kai bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen im Kampfsport mit - von völligen Neulingen bis hin zu langjährigen Experten. Ralph Macchio (Daniel LaRusso) hatte vor Karate Kid kaum Karate-Erfahrung und wurde für die Filme im Okinawa-Goju-Ryu-Stil von Meister Pat E. Johnson trainiert. Für ihn war Karate eher eine choreografierte Kunstform als ein echter Kampfstil, weshalb er das Training nach den Filmen nicht weiterverfolgte. Dennoch blieb er den Werten des Karate verbunden und führte in Cobra Kai viele seiner Stunts selbst aus - wenn auch mit zunehmender Herausforderung im Alter.
William Zabka (Johnny Lawrence) hatte als Jugendlicher bereits eine sportliche Vergangenheit im Wrestling und begann nach Karate Kid tatsächlich mit Karate-Training. Nach einer längeren Pause nahm er für seine Rückkehr in Cobra Kai ein intensives Programm auf, das neben Karate auch Kickboxen und allgemeine Fitness umfasste. Sein Engagement zeigt sich in den authentischen Kampfszenen der Serie.
Jacob Bertrand (Hawk) trainierte bereits im Alter von acht Jahren Karate und erreichte den violetten Gürtel, bevor er das Training einstellte. Dennoch gab ihm diese Grundlage einen Vorteil bei den Dreharbeiten, und er erweiterte seine Fähigkeiten durch Grappling-Training. Tanner Buchanan (Robby Keene) brachte Erfahrungen aus dem Tae Kwon Do mit, in dem er nur wenige Gürtel vom schwarzen Gürtel entfernt war. Zudem trainierte er vor seiner Rolle etwa acht Monate lang Muay Thai, was ihm half, die anspruchsvollen Kampfszenen glaubwürdig darzustellen.
Mary Mouser (Samantha LaRusso) hatte vor Cobra Kai keinerlei Erfahrung mit Karate. Um ihre Rolle authentisch zu verkörpern, begann sie während der Dreharbeiten intensiv zu trainieren. Auch Gianni DeCenzo (Demetri) war vor der Serie kein Kampfsportler, entschied sich jedoch für Krav Maga, eine israelische Selbstverteidigungstechnik, um seine Fitness zu verbessern und seine Szenen realistischer zu gestalten.
Eine besondere Verbindung zur Kampfkunst hatte bereits Martin Kove (John Kreese), lange bevor er die ikonische Rolle des Cobra Kai-Senseis übernahm. Er trainierte Okinawa-te Karate unter Gordon Doversola Shihan, was ihm half, Kreese als erbarmungslosen, aber disziplinierten Kämpfer darzustellen. Nach den Karate Kid-Filmen blieb Kove der Kampfkunst treu und kehrte 2018 mit Cobra Kai zur Rolle zurück. Ihm war es wichtig, Kreese nicht nur als eindimensionalen Bösewicht, sondern als vielschichtigen Charakter mit einer bewegten Vergangenheit zu zeigen. In der Serie wird er durch Flashbacks als traumatisierter Vietnam-Veteran dargestellt, was seine aggressive Persönlichkeit nachvollziehbarer macht.
Den mit Abstand größten Kampfsport-Hintergrund im Cast bringt Thomas Ian Griffith (Terry Silver) mit. Bereits in der Highschool begann er mit Karate und kann auf über 40 Jahre Erfahrung zurückblicken.
Die Kampfstile in Cobra Kai
Als The Karate Kid 1984 uraufgeführt wurde, beeilten sich neue Studenten, sich landesweit für Karate Dojos einzuschreiben. Für alle, die die wahren Wege von Miyagi-Do - oder Cobra Kai - kennenlernen wollten, haben Dojos jedoch nicht als Teil ihres Lehrplans Deckschleifen und Zaunmalerei vorgeschlagen.
Es gibt viele verschiedene Arten von Karate. Die Fans fragten sich, welchen Stil Daniel und Johnny wirklich machten. Nachdem Netflix Cobra Kai von YouTube Red aufgenommen hat, hat eine ganz neue Gruppe von Fans die Show entdeckt und die Frage ist erneut aufgetaucht: Welche Art von Karate üben sie bei Miyagi-Do und Cobra Kai?
In jedem Film oder jeder Serie sind die Filmemacher und Showrunner keinem bestimmten Stil verpflichtet. Sie erzählen eine Geschichte, machen keinen Dokumentarfilm. Bei den meisten Produktionen sorgt ein Durcheinander von "Film-Fu" für bessere Action als authentische Kampfkünste.
Als The Karate Kid mit der Produktion begann, kannten Ralph Macchio (Daniel), William Zabka (Johnny) und Pat Morita (Mr. Miyagi) keine Kampfkünste. Zabka hatte einige Erfahrungen im Wrestling, aber das war es. Wie David Carradine in der 70er-Jahre-TV-Show Kung Fu verdienten sie ihre Rollen mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten, nicht mit ihren Kampfkunstfähigkeiten.
Nur drei der ursprünglichen Schauspieler hatten vor den Dreharbeiten Kampfkunst studiert. Ron Thomas übte Jujitsu, was für seine Rolle als Cobra Kai's Bobby im Film wenig Anwendung fand. Martin Kove (Kreese) studierte Karate bei dem berühmten Großmeister Takayuki Kubota. Er kreierte seinen eigenen Karate-Stil namens Gosuku-Ryu. Gosuku bedeutet "hart schnell". Ryu bedeutet wörtlich "Flow", ist aber ein Suffix, das im Karate häufig verwendet wird, um ein bestimmtes System oder einen bestimmten Stil zu bezeichnen.
Die in The Karate Kid dargestellten Kampfkünste müssen Großmeister Pat E. Johnson zugeschrieben werden. Er war der Kampfkunst-Choreograf für die Originalfilme und spielte den Schiedsrichter. Johnson ist ein Schüler von Chuck Norris und Kapitän des Black Belt Competition-Teams von Norris, um 33 aufeinanderfolgende nationale und internationale Meisterschaften zu gewinnen. Und obwohl er Daniels illegalen Krantritt nicht disqualifiziert, ist Johnson ein hoch angesehener Kampfsport-Schiedsrichter. Neben The Karate Kid arbeitete er an anderen Filmen wie Enter the Dragon, Teenage Mutant Ninja Turtles und Mortal Kombat.
Tang Soo Do bedeutet "Weg der Tang-Hand". Do bedeutet "der Weg", dasselbe Zeichen wie das Dao auf Chinesisch. Es ist das gleiche Wort auf Koreanisch und Japanisch und dient als Suffix für viele Kampfkünste wie Karate-Do, Judo und Taekwondo. Soo bedeutet wörtlich "Hand". Tang bezieht sich auf die Tang-Dynastie (618-907), die die chinesischen Ursprünge der Kunst angibt.
Der Legende nach gehen alle asiatischen Kampfkünste auf den chinesischen Shaolin-Tempel zurück, die legendäre Wiege des Kung Fu. Der Einfachheit halber haben viele englische Übersetzer "Weg der Tang-Hand" zu "Weg der chinesischen Hand" gekürzt. Koreanische und japanische Schriftzeichen stammen ebenfalls aus dem Chinesischen. Übersetzen Sie die Zeichen für Tang Soo Do ins Japanische und es ist Karate-Do.
1935 änderte Japan jedoch den Charakter für Kara (oder Tang) in einen homophonen Charakter, der „leer“ bedeutet, um seine Kampfkunst von China zu unterscheiden. Um die Sache noch komplizierter zu machen, wurde Tang Soo Do in den USA allgemein als „koreanisches Karate“ bezeichnet.
Cobra Kai ist der Name der Schule, nicht der Stil. Das "Kai" in Cobra Kai bedeutet wörtlich "Versammlung" oder "Treffen" und innerhalb der Karate-Umgangssprache ist es ein Suffix, das eine Organisation oder Gruppe bezeichnet. Cobra ist nur ein Name, das Schulmaskottchen. Während es viele Schlangenstile der Kampfkunst gibt, insbesondere im Kung Fu, wird die Cobra in asiatischen Systemen selten allgemein spezifiziert. Häufiger ist es in amerikanischen Schullogos zu sehen, wie das Symbol von Williams Kenpo Karate Dojo in Enter the Dragon.
Der Name enthält eine Anspielung auf die Kung-Fu-Legende. Der Rivale von Snake Kung Fu ist Crane Style. Angesichts von Johnsons Choreografie beeinflusst Tang Soo Do Cobra Kai mehr als Karate. In der gesamten Serie gibt es subtile Hinweise darauf. Vom ersten Film bis zu Cobra Kai setzt Johnny, wenn er sparsam ist, viele High Kicks ein, die für koreanische Kampfkünste charakteristisch sind. Nach dem ersten Film studierte Zabka noch viele Jahre Tang Soo Do bei Johnson, es ist also sein Grundstil.
Ein weiterer großer Tell ist in The Karate Kid Part III. Als Kreeses Kamerad Terry Silver (Thomas Ian Griffith) Miyagis Dojo besucht, um über Kreeses Tod zu lügen, entschuldigt er sich bei ihrem gemeinsamen südkoreanischen Meister. Im wirklichen Leben ist Griffith ein schwarzer Gürtel in Kenpo Karate und Taekwondo. Cobra Kai hat den Einfluss von Tang Soo Do in Staffel 1 sehr subtil aufrechterhalten.
Kreese, der "Koreanisches Karate" unterrichtet, hat eine gewisse historische Gültigkeit. Ein Großteil von Tang Soo Do kam über Militärveteranen, die in Korea dienten, in die USA. Sowohl Johnson als auch Norris lernten ihre Kampfkunst zuerst, als sie dort stationiert waren. Dies ist sehr sinnvoll für Kreeses Charakter.
Hierzu eine lustige Anmmerkung am Rande. Miyagi-Do - Karate hier. Aber was ist mit Miyagi-Do? Welcher Stil lehrt "Polieren und wischen"? Da Pat Morita kein Kampfkünstler war, war sein Body Double ein angesehener Karate-Meister namens Fumio Demura. Demura setzt sich für Shito-Ryu Karate ein, aber das ist in den Filmen nicht ersichtlich.
Es ist impliziert, dass Miyagi einen Karate-Stil namens Goju-Ryu lehrt. Goju bedeutet "hart weich" (das Go ist der gleiche Charakter wie in Gosuku-Ryu und das Ju ist das gleiche wie im Judo - "der weiche Weg"). Goju-Ryu-Ostereier deuten darauf hin, dass dies die Inspiration für Miyagi-Do ist. In The Karate Kid Part II ist ein Goju-Ryu Zeichen deutlich auf Chozens (Yuji Okumoto) Gi zu sehen. Das Goju-Ryu-Symbol ist eine golden erhobene Faust, oft mit den Zeichen für Karate darunter und es ist unverkennbar.
Ein weiterer wichtiger Hinweis liegt in der Kata, die Miyagi Daniel in The Karate Kid Part III unterrichtet. Es basiert auf Seiunchin, einer originalen Goju-Ryu Kata, die von Higaonna Kanryo erstellt und an Chojun Miyagi weitergegeben wurde. Dies ist dieselbe Kata, die Daniel in Cobra Kai rezitiert und seinen Schülern unterrichtet, darunter seiner Tochter Samantha (Mary Mouser) und Johnnys Sohn Robby (Tanner Buchanan).
Daniels All-Valley-Sieg Technik ist nicht von Goju-Ryu. Es wurde rein für den Film gemacht. Die gleiche einbeinige Haltung besteht jedoch im nördlichen Shaolin Kung Fu. Das Original wird nicht als Krantechnik bezeichnet.
Während die erste Staffel kampfkunsttechnisch vor sich hin dümpelte, änderte sich dies im Verlauf von Staffel 2. Der letzte Kampf wurde von Fans als herausragendes Stück Kampfchoreografie begrüßt, das der Marke würdig ist. Es enthielt eine herausragende lange Einstellung - das Markenzeichen guter Kampfszenen -, die technisch anspruchsvoll und in ihrer Komposition komplex war.
Nostalgie kommt bei vielen der mittleren und älteren Generationen auf wenn sie das berühmte Cobra Kai Logo zu sehen und sich an Daniel-san und Mr. Miyagi erinnern. Die jüngere Generation schaut stattdessen fragend um sich wenn der Insiderwitz vom mit Stäbchen Fliegen fangenden Sensei erzählt wird.
In den meisten Kampfsportarten, und Karate kann als Kapfsport, wie in der Serie im Turnier vertreten, betrieben werden, geht es um das Gewinnen. Gewinnen ist alles, was zählt. Dazu bedarf es manchmal Mittel die an der Grenze des moralischen ansetzen. So ist in Karate Kid 3 der Kampf für Daniel-san eigentlich aussichtslos. Der Herausforderer Mike ist technisch weit überlegen und zuieht den Kampf durch das Einsammeln von "Minuspunkten" für regelunkonforme Techniken in die Länge. Schließlich entscheidet ein Punkt den Kampf, den Daniel sozusagen mit Glück und durch eine Verwirrungstaktik für sich einsammelt.
Im Endkampf der zweiten Staffel von Cobra Kai schließlich scheint wird der Gedankenkonflikt um "Zeige keine Gnade" zum Höhepunkt geschaukelt, als der eigentliche Gewinner des Kampfes, Miguel sich für "Gnade" entscheidet und den finalen Schlag nicht führt. Als Dank dafür setzt der Verlierer Robby (pikanterweise der Sohn von Sensei Johnny) nach und verletzt Miquel lebensgefährlich.
Die Symbolik des Bonais zieht sich durch die alten Filme genauso wie durch die Serie. Der größte Einfluss des Bonsai ist das, was er nach aussen trägt. Dies bedeutet, dass Miyagi und Daniel sich mit jedem verkauften Bonsai an ihre Kunden verschenken. Wie es wahre Lehrer tun sollten, beschneiden, reinigen und perfektionieren sie sich durch regelmäßiges Training und das Streben nach Gleichgewicht in ihrem Leben. Das Ergebnis ist etwas, das sie mit Freude mit der Welt teilen, weil sie wirklich daran glauben, dass die Auswirkungen positiv sind. Diese Bonais sind der schönste Vergleich zu den Künsten eines Aikidoka.
