Der Mittelgewichts-Champion von „Deutschlands härtester Liga“, We Love MMA, ist kein Unbekannter in der Szene. Leo Lauber, ein Name, der in der MMA-Welt Deutschlands bekannt ist, hat sich einen Ruf als harter und unbezwingbarer Kämpfer erarbeitet.
Die Anfänge und der Weg zum Profi
Zu MMA kam der studierte Betriebswirt durch einen Türsteher, in einer Heidelberger Discothek, in der Lauber früher jobbte. Der Türsteher war MMA-Kämpfer und nahm Lauber mit ins Training. Dort erlebte er sein blaues Wunder. Obwohl er sehr sportlich war, „habe ich doch ziemlich schnell meine Grenzen gezeigt bekommen“, sagt der 33-Jährige, der früher Fußball und Basketball spielte und Kraftsport ausübte. „Mir haben Technik und Ausdauer gefehlt.“ Trotzdem sagt er: „Es war Liebe auf den ersten Schlag.“
Er lernte, seine Kräfte einzuteilen, die richtige Technik und auch mal einzustecken. Gefallen habe ihm die Kombination aus vielen verschiedenen Kampfsportarten, die MMA vereint. „Es ist so etwas wie ein Schachspiel mit dem menschlichen Körper. Du musst sehr vorausschauend agieren“, sagt Lauber, der kämpft, seitdem er 21 ist. „2014 habe ich mit Amateurkämpfen begonnen, seit 2016 bin ich Profi“, sagt der 1,80 Meter große Mittelgewichtler.
Leo Lauber: Musketier im Käfig?
Fast ein Jahr haben ihn die MMA-Fans nicht in Action gesehen. Der 33-Jährige verdient sein Geld nämlich nicht im Käfig. Lauber arbeitet beim Brause-Konzern Red Bull, ist dort Vertriebler. „Die Job-Bezeichnung ist echt cool“, sagt Lauber zu BILD. Lauber ist hauptberuflich Musketier!Bitte was, ein Musketier im Käfig?
Der Champion erklärt aber auch: „Für mich ist aufgrund des Jobs immer schwierig zu planen. Deshalb kämpfe ich so wenig. Alles weitere sehen wir danach. Mein Job passt aber sehr gut zum MMA, weil ich mir meinen Tag selber planen kann. Somit kann ich alles bestens vereinbaren.“
We Love MMA
„We Love MMA“ ist die größte MMA-Liga (MMA steht für Mixed Martial Arts) in Deutschland - mit insgesamt bereits 59 Events seit 2010. In den ersten Jahren war die Liga ausschließlich in Deutschland zu sehen.
Titelkampf bei We Love MMA 59
Der krönende Abschluss von We Love MMA 59 in Frankfurt war der Titelkampf im Mittelgewicht. Hier musste Leo Lauber von MMA Spirit Frankfurt seinen Gürtel verteidigen - Showtime in seiner Heimatstadt. Aber eine harte Nuss für Lauber, denn Alexander Djukic ist seit fast 10 Jahren im Profigeschäft und war hochmotiviert sich selbst zum Mittelgewichtschampion zu krönen.
Am Samstag, 17. September, trat der Platzhirsch in seinem sechsten Profikampf zur Titelverteidigung in den Käfig von Deutschlands härtester Liga, der „We Love MMA“.
Bereits in der 1. Runde geht der Champion K.o.! Djukic haut mit einem wahren Hagel aus Schlägen Lauber zu Boden. Nach 50 Sekunden ist alles vorbei!
Die ersten Sekunden gehörten Leo, der einige Schläge setzen konnten. Aber nach 40 Sekunden entfesselte sich die Bestie aus Alexander, der Schläge auf den zu den Boden gebrachten Lauber einprasseln ließ. Und die Salven hatten es so in sich, dass es nach 50 Sekunden in der ersten Runde zum Tap Out kam und Djukic gewann.
Damit hatten die MMA-Fans überhaupt nicht gerechnet! Die Überraschung in der Halle daher riesig. Der unbesiegte Mittelgewichts-Champion Leo Lauber ist seinen Titel los! Der Frankfurter verlor sein Heimspiel überraschend gegen Alexander Djukic aus Paderborn.
Alexander Djukic ist der neue Champion.
Ergebnisse im Überblick (We Love MMA 59)
| Kampf | Sieger | Verlierer |
|---|---|---|
| TITELKAMPF Mittelgewicht | Alexander Djukic (Paderborn Wombats) | Leo Lauber (MMA Spirit) |
| FRAUENKAMPF Catchweight - Bantamgewicht | Danielle Misteli (Nippon / BA Army) | Tanja Huth (Coma Fight Team) |
| Mittelgewicht | Andris Galaida (Nubia Sports Wiesbaden) | Leon Naumann (Serious Fighter Asslar) |
| Catchweight - Halbschwergewicht | Nicolas Djurdjevic (Yoseikan Academy Toulon) | Georg Bilogrevic (MainGym Frankfurt) |
| Federgewicht | Islam Djabrailov (Fightschool Hannover) | Ömer Cankardeslar (Furious MMA Frankfurt) |
| Weltergewicht | Robert Dmitrus (Fightbros Freiburg) | Vardan Melikyan (Holistic MMA Frankfurt) |
| Catchweight - Leichtgewicht | Hamid Gelietsch (All in Cologne) | Danial Aghaie (MMA Spirit) |
| Federgewicht | Raul Lemberanskij (Furious MMA Frankfurt) | Nikodem Miastkowski (Spitfire Berlin) |
Weitere Kämpfe und zukünftige Herausforderungen
Nicht mehr lang, dann heisst es wieder „Fertig? Kämpft!“ für uns. Der Veranstalter hat nun die Paarungen für WeLoveMMA 21 in Ludwigshafen bekannt gegeben. Leo Lauber kämpft gegen Enes Bayazit von Planet Eater.
Vorbereitung und Einstellung
Leo Lauber steckt mitten in der Hochphase seines Trainings. Während andere am Strand in der Sonne lagen, verbrachte er den Sommer im Sportstudio an der Hanauer Landstraße. Denn knapp ein Jahr nachdem er vom MMA Spirit Frankfurt die Krone im Mittelgewicht gewann, heißt es für den ungeschlagenen Champion: Showtime in seiner Heimatstadt in der Jahrhunderthalle.
„Ich stecke seit etwa fünf Wochen in der harten Vorbereitungsphase“, sagt er. „Da wird das Pensum angezogen und wir schauen uns den Gegner genauer an.“ Wir, das sind die Coaches Mohammed Ouali, Mehdi Meziri und Rasa Hajati sowie Niels Schlaegel. „Wenn ein Wettkampf ansteht, hole ich alles aus meinem Körper raus. Mittwochs und freitags habe ich zwei Einheiten“, so der gebürtige Karlsruher. Indem er beim Üben an seine Grenzen gebracht werde, wachse sein Selbstvertrauen. „Das Mentale ist beim Kämpfen enorm wichtig.“ Es gehe nicht darum, Aggressivität aufzubauen. „Du musst mit kühlem Kopf kämpfen.“ Es sei zwar ein brutaler Sport. Aber beide Kämpfer hätten sich geeignet, sich sportlich zu messen. „Generell habe ich keine Freude daran, jemandem wehzutun“, sagt Lauber und fügt hinzu: „Seitdem ich Kampfsport mache, hatte ich noch nie Ärger auf der Straße. Du hast einfach eine andere Ausstrahlung.“
Aufgeregt sei er nicht.
