Judo ist eine Kampfsportart, die sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eignet. Durch die Anwendung von Griffen und Würfen erlernt man hierbei, sich selbst zu verteidigen. Dazu wird ein Judoanzug benötigt. Einige sind schon günstig zu bekommen, allerdings sollte man dabei vor dem Kauf ein paar Fragen klären: Welche Größe ist die richtige? Welche Eigenschaften sind wichtig? Gibt es Unterschiede zu den Kinderanzügen?
Bestandteile eines Judoanzugs
Üblicherweise besteht ein Judoanzug aus drei Komponenten: der Jacke (jap. Uwagi), der Hose (jap. Zubon) und dem Gürtel (jap. Obi). Alles drei zusammen ergibt den Judo-Anzug (jap. Judogi). Der Judo Anzug, auch Judogi genannt, ist weit mehr als nur Sportkleidung. Er verkörpert die Philosophie und Ethik des Judo. Im Dojo sorgt der Judogi für Gleichheit und ermöglicht das korrekte Ausführen von Griffen und Würfen. Er ist ein integraler Bestandteil des Sports, da viele Techniken direkt am Anzug angesetzt werden.
Die Jacke (Uwagi)
Das Oberteil des Anzuges ist die Jacke, auch Uwagi genannt. Diese wird, wenn man sie anzieht, mit Hilfe des Gürtels festgebunden. Wichtig ist hierbei, dass immer das rechte Seitenteil unter dem linken liegt. Durch die vielen Griff- und Wurftechniken muss der Uwagi besonders stabil sein. Er ist deshalb im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten aus einem sehr schweren und dicken Stoff. Weiterhin wird auf eine Schnürung im Bereich der Taile verzichtet, da sie zu schnell reißen würde. Diese Unterschiede machen deutlich, dass es nicht zu empfehlen ist, beim Judo ein anderes Oberteil zu verwenden.
Die Hose (Zubon)
Das zweite wichtige Teil ist die Hose. Sie wird in der Regel wie die Jacke aus Baumwolle hergestellt. Beim Judo werden eigentlich keine kurzen Hosen verwendet, da die Gefahr zu groß ist, sich Schürfwunden zu holen. Lange Hosen bieten hierbei einen deutlichen Vorteil und sollten am besten sogar noch an den Knien und Schienbeinen mit extra Stoff verstärkt werden. Der Schnitt unterteilt sich in 3 Arten. Der Standard ist ein gerader Schnitt. Darüber hinaus gibt es noch den Karottenschnitt. Er verengt sich im unteren Bereich. Die Dreiviertelform ist die dritte Art. Sie ist die kurze Variante und geht häufig nur bis zur Mitte des Unterschenkels. Für welche Form man sich entscheidet, ist Geschmackssache.
Der Gürtel (Obi)
Der Gürtel wird nicht nur verwendet, um die Jacke zuzubinden, sondern dient auch dazu, den Grad des Kämpfers anzuzeigen. Der Grad beschreibt das Können. Als Schüler, der gerade erst mit dem Judosport beginnt, fängt man immer mit dem weißen Gürtel an. Danach kann man sich durch Prüfungen die weiteren Gürtel verdienen. Sie reichen vom weiß-gelben bis hin zum braunen.
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Worauf man beim Kauf achten sollte
Beim Judo ist es wichtig, dass der Anzug richtig sitzt. Er sollte weder zu locker noch zu eng sein, da er sonst beim Training oder Wettkampf die Bewegungsfreiheit beeinträchtigt. Für welche Größe man sich entscheidet, hängt natürlich vor allem von der eigenen Körpergröße ab. Die Anzüge werden ab 100 cm bis 210 cm angeboten. Zu beachten gilt, dass es keine 5 cm Schritte gibt, sondern nur 10 cm. Dadurch muss man sich beispielsweise bei einer eigenen Größe von 175 cm für eine Variante entscheiden. Zu empfehlen wäre dabei die Größe 170 cm. Nicht ganz zu vernachlässigen ist aber auch der Körperbau. Er spielt ebenso eine Rolle und gilt demnach zu beachten: Dünnere Personen, die mit ihrer Größe knapp über einer Grenze liegen, sollten lieber zu einer Nummer kleiner greifen.
In erster Linie muss ein Judoanzug strapazierfähig sein. Denn bei kaum einer anderen Kampfsportart, wie beim Judo, wird der Anzug so stark belastet. Das ständige Festhalten des Gegners an der Jacke, bei dem immer wieder gezogen und gerissen wird, ist eine hohe Belastung für das Material. Bei der Hose wird durch die Reibung über die Matte der Stoff extrem beeinträchtigt. Oft gibt es deshalb Verstärkungen, sowohl an den Knien als auch an den Schultern oder der Brust. Des Weiteren wird in der Regel bei Judoanzügen traditionell die Reiskornwebung verwendet. Um einen ersten Anhaltspunkt über die Qualität des Anzuges zu bekommen, empfiehlt es sich vor dem Kauf auf die Stoffstärke zu achten. Umso schwerer sie ist, umso stabiler und reißfester ist er. Sie sollte im Bereich von 500 bis 1000 g/qm liegen.
Jacke und Hose werden direkt am Körper getragen, weshalb der Judogi vor allem hautfreundlich sein sollte. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn er atmungsaktiv ist, da man beim Judo stark ins Schwitzen geraten kann. Baumwolle eignet sich dafür wunderbar. Der Judoanzug für Kinder wird häufig auch Judo Gi genannt und sollte in erster Linie nicht zu schwer sein. Weiterhin spielt der Preis eine Rolle. Vor allem, wenn das Kind noch am Anfang ist und den Judosport erst kennenlernt, empfiehlt es sich einen günstigen Judoanzug zu kaufen. Er ist zumeist völlig ausreichend für den Einstieg und sollte das Kind doch noch die Lust verlieren, lässt sich die Anschaffung verschmerzen.
Regeln und Wettkämpfe
Beim Training gibt es im Bezug auf den Judoanzug keine Regeln, auf die geachtet werden muss. Der Gegner muss zugreifen können. Für Kämpfe innerhalb des deutschen Judo-Bundes kann der passende Anzug bei allen Herstellern ausgesucht werden. Kämpft man international, werden nur noch bestimmte Marken zugelassen. Zu erkennen ist das am IJF Approved Abzeichen. Diese halten die Richtlinien der International Judo Federation ein und gelten als offizielle Wettkampfanzüge.
Judoanzug Marken im Vergleich
Es gibt viele verschiedene Marken und Modelle von Judoanzügen auf dem Markt. Hier ist ein Vergleich einiger beliebter Marken:
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- Adidas: Adidas ist einer der größten Hersteller von Sportartikeln weltweit und setzt die höchsten Qualitätsstandards. Nicht nur die erstklassige Material- und Verarbeitungsqualität zeichnet sich ein Judoanzug von Adidas aus, sondern der Hersteller ist einer der wenigen, der bei seinen Judoanzügen nicht nur auf reine Baumwolle setzt, sondern auch noch einen gewissen Anteil an Kunstfasern einwebt. Damit wird eine enorme Strapazierfähigkeit erreicht in Verbindung mit einem angenehm leichten Tragekomfort.
- Danrho: Danrho stellt ausschließlich Gis her und hier ist die größte Sparte selbstverständlich die Judoanzüge. Die Judoanzüge des Herstellers überzeugen durch ihr klassisches Design, 100 % Baumwolle und den angemessenen Preisen. Einen guten Danrho Judoanzug könnt ihr bereits für unter 100 Euro erwerben.
- Ju-Sports: Hier handelt es sich um eine Eigenmarke des gleichnamigen Internet-Händlers. Besonders die Kinder Judoanzüge von Ju-Sports sind besonders beliebt, denn sie warten mit netten Details auf, wie beispielsweise Bestickungen. Auch wenn Ju-Sports noch relativ jung ist, so hat sich die Marke bereits im Judosport ebenso wie Adidas und Danrho etabliert. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der Hersteller legt größten Wert auf eine solide Qualität.
Der Judoanzug Ippon Gear Fighter im Test
Der Judoanzug Ippon Gear Fighter ist einer der ersten Modelle der Eigenmarke des Ippon Shops. Im Test bei judowear konnte der Judo-Gi mehr als überzeugen.
Eckdaten
- 75 % Baumwolle, 25 % Polyester, Hose 100% Baumwolle
- ca. 730 g/qm Materialstärke
- In den Größen 140 - 205 cm inkl. Zwischengrößen verfügbar
- Jacke und Hose sind einzeln bestellbar
- Verschiedene Farben verfügbar (weiß, blau, grün, gelb, schwarz, rot [nach Anfrage])
- Slim und normales Modell verfügbar
- enger Schnitt
- Hose wurde an den Knien verstärkt
- Vorgewaschen (Pre-Shrunk)
Verarbeitung und Haltbarkeit
Die Verarbeitung des Fighters erinnert stark an die mir bekannten adidas Modelle wie dem Champion II. Was auffällt, ist das breitere Revers im Vergleich zum Champion. Der Stoff macht einen sehr guten Eindruck - sehr weich und durch seine taillierte Passform doch nicht einfach zu greifen. Die Schulterabzeichen wurden in den Judoanzug eingestickt. Die Verarbeitung erscheint sehr sauber. Die Hose macht einen guten Eindruck. Der Saum ist sauber abgenäht, die Knie verstärkt.
Passform und Waschempfehlung
Der Judo-Gi ist genau wie die adidas Modell vorgewaschen und läuft nur ca. drei cm ein. Empfehlung laut Hersteller ist bei 175cm Körpergröße die Größe 170cm. Der Anzug steht zusätlich als slimfit Variante zur Verfügung. Die slimfit Variante ist identisch mit der normalen Variante. Lediglich an der Taille ist der Umfang geringer.
Weitere Judoanzug Modelle im Vergleich
Hier eine Tabelle mit weiteren Judoanzug Modellen im Vergleich:
| Modell | Material | Größen | Farbe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| DanRho Judoanzug Klassisch | Baumwolle | 150, 160, 180, 190, 200 | Weiß | Reiskornwebung, Verstärkungen, vorgewaschen |
| adidas evolution Kinderjudo | Baumwolle, Polyester | 100/110, 120/130 | Weiß | mit Gürtel, verstellbarer Bund |
| Mizuno Yusho IJF Judoanzug Kinder | Baumwolle, Polyester | 150, 155, 160, 165 | Weiß | Entspricht dem aktuellen Reglement, strapazierfähigeres Gewebe |
| Adidas Judoanzug | Baumwolle, Polyester | 110, 120, 130, 140 | Weiß | Verstärkte Schulter |
| S.B.J Sportland Judoanzug | Baumwolle | 150, 160, 180 | Weiß | Große Bewegungsfreiheit |
| KWON Kampfsportanzug Taekwondo & Karate 8 OZ | Baumwolle | 120, 130 | Weiß | Besonders leichtes Material |
| the adidas Slim Fit II IJF Judo Gi | Baumwolle, Polyester | 155, 160, 165, 170 | Weiß | Entspricht dem aktuellen Reglement |
| S.B.J - Sportland Judoanzug | Baumwolle | Keine anderen Größen | Keine anderen Farben | Verstärktes Knie |
Pflegehinweise für Judoanzüge
Wenn es darum geht, einen Judogi, also einen Judoanzug zu waschen, dann muss auf ein paar Dinge geachtet werden. Zuerst wäre da, dass der Judoanzug garantiert beim ersten Waschen etwas einläuft. Zudem ist es von dem jeweiligen Anzug abhängig, wie viel er einläuft, aber das könnt ihr der Produktbeschreibung entnehmen. In der Regel beläuft sich der Wert zwischen drei und 10 cm. Generell ist es empfehlenswert, den Anzug bei den ersten fünf bis 10 Mal bei 30 Grad zu waschen und danach auf der Leine zu trocknen. So kann ein zu starkes Einlaufen verhindert werden. Ist der Judoanzug dann in dem normalen Trainingsbetrieb, dann kann die normale eingenähte Waschanleitung befolgt werden und hier sind in der Regel 60 Grad angegeben, um eine gute Hygiene zu gewährleisten. Zudem sollte auf Weichspüler verzichtet werden, denn diese schwächen das Material auf die Dauer und der Gegner findet einen deutlichen festeren Griff. Grundsätzlich sollte der Judoanzug gewaschen werden, wenn er nach dem Training durchgeschwitzt ist.
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