20 Karat Diamant Wert: Eine umfassende Analyse

Konstanz und Beständigkeit - Werte, die nicht nur für den Diamanten an sich stehen, sondern ebenso gut seine Preisentwicklung beschreiben. Langfristig erwarten Experten wie McKinsey und Bain eine positive Preisentwicklung für Diamanten.

Diamantenpreise und ihre Entwicklung

In den letzten zehn Jahren mussten die meisten Anlagegüter, darunter Aktien und Gold, starke Preisschwankungen hinnehmen. Seit der Listung des Diamantindex durch IDEX im Jahr 2004 gab es nur zwei nennenswerte Ausnahmen:

  • Die Finanzkrise 2008 führte zu einem Einbruch von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Im Jahr 2011 erfuhr der Markt aufgrund des international steigenden Wohlstandes und günstiger Finanzierungsmöglichkeiten einen starken Aufschwung von über 20 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Märkten war der Preisabfall auf dem Diamantenmarkt jedoch moderat und die Preise erreichten schneller wieder das Vorkrisenniveau.

Diamantenindex von IDEX

Der Diamantindex von IDEX setzt sich aus fünfzehn Diamantkategorien zusammen. Die Kategorien der ein bis zwei Karäter repräsentieren den größten Anteil des Gesamtmarktes und werden deswegen am schwersten gewichtet.

Preisunterschiede nach Karatgewicht

Sieht man sich die Preisentwicklung der einzelnen Kategorien an, wird klar, dass Steine verschiedener Größen sich in Bezug auf den Preis sehr unterschiedlich entwickeln: Während Diamanten einer Größe von 0,3 Karat Preissteigerungen im hohen einstelligen Bereich erlebten, mussten 2013 Diamanten über der 1-Karat-Grenze Preiseinbußen von 3-4% verzeichnen.

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Generell gilt also: Wer auf schnelle Gewinne zielt ist mit Steinen unter 0.5 Karat am besten beraten, da diese neben einer starken Preisentwicklung auch hohe Fungibilität bieten. Größere Steine wiederum zeigen zwar eine langsamere Preisentwicklung, diese kann sich jedoch in Anbetracht des hohen Einzelpreises auszahlen und sehr hohe Gewinne sind möglich. Zwischen 2004 und 2008 haben sich runde Vierkaräter beispielsweise im Preis verdreifacht.

Faktoren, die den Diamantenwert beeinflussen

Neben der Größe/dem Gewicht ist das mit Abstand wichtigste Kriterium für den Preis eines Diamanten dessen Qualität. Da Diamanten hoher Qualität wesentlich seltener sind als solche in einfachen Qualitäten, sind sie auch gefragter und kosten mehr.

Die 4 Cs

Jeder kennt im Zusammenhang mit einem Diamanten oder Brillanten den Begriff „Lupenrein“. Einigen wird auch der Begriff der „4C“ im Zusammenhang mit Diamanten geläufig sein.

Hier erfahren Sie wissenswertes bezgl. „4C“ ist die Abkürzung für die vier englischen Begriffe Carat (Gewicht), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff).

  • Carat (Karat): Das Gewicht eines Diamanten wird international in Carat (englisch) oder Karat (deutsch) angegeben. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm.
  • Color (Farbe): Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River).
  • Clarity (Reinheit): Der Begriff „lupenrein“ bedeutet, dass unter einer 10-fachen Speziallupe durch eine fachlich versierte Person keinerlei Einschlüsse zu erkennen sind.
  • Cut (Schliff): Die Schliffqualität ist ausschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten.

Weitere Qualitätsmerkmale

Zusätzlich gibt es noch einige weitere Qualitätsmerkmale. Diese sind z.B. Politur und Symmetrie, Zertifikat (von welchem Institut stammt das Diamantzertifikat/die Diamantexpertise) und Fluoreszenz (bei vorhandener Fluoreszenz kann der Diamant unter UV-Licht leicht schimmern/leuchten).

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Als weiteres Qualitätsmerkmal sei hier eine Besonderheit genannt, die in den letzten Jahren eine immer stärkere Beachtung findet, die Herzen & Pfeile (Hearts & Arrows) - ein spezielles Muster, was sich unter einem optischen Gerät zeigt.

Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis

Die folgende Aufstellung zeigt den Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis von Diamanten und soll Ihnen als grober Leitfaden dienen:

Maßstab bzw. Ausgangspunkt ist hier der Diamant mit den bestmöglichen Werten in Farbe (D) und Reinheit (IF) oben links mit 100%. Gemessen an seinem Wert/Preis werden für die anderen Diamant-Qualitäten entsprechende Abschläge vorgenommen.

Ein Diamant in Farbe G und Reinheit VS2 sollte somit einen Preis von nur noch 30% haben (minus 70%). Bei einem angenommenen Preis für einen Einkaräter Brillant in Farbe D und Reinheit IF von 22.000,00 Euro ergibt sich somit ein rein rechnerischer Preis von 6.600,00 Euro für unseren Beispieldiamanten in Farbe G und Reinheit VS2 (22.000 ./.

Diamant-Zertifikate

Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen.

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Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann. Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes.

Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen. Diese sind das „GIA - Gemological Institute of America“, das „IGI - International Gemological Institute“ und der „HRD - Hoge Raad Voor Diamant“.

Angebot und Nachfrage

Steigende Nachfrage und ein verknapptes Angebot sind hierfür verantwortlich. Die letzten Minen wurden vor ca. Die Erschließung einer neuen Mine ist zeitaufwändig (durchschnittlich ein Jahrzehnt) und kostspielig (ca. 1 Milliarde US-Dollar). Erst im Anschluss kann die Infrastruktur für die Erschließung der Mine geschaffen werden.

So gilt es als äußerst unwahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten 20 Jahre signifikante neue Diamantminen entdeckt und entwickelt werden. Entsprechend soll das Angebot an Rohdiamanten nur noch bis 2018 steigen.

Die Nachfrage dagegen wird weiterhin wachsen - allein im Jahr 2014, so der weltweit größte Diamantförderer DeBeers, beispielsweise um 4,5 Prozent. Zugpferd der weltweit steigenden Nachfrage sind klar die indischen und chinesischen Schmuckmärkte. Die beiden aufstrebenden Nationen Indien und China beherbergen zusammen über 35 Prozent der Weltbevölkerung.

Zur Knappheit des Angebots trägt zudem bei, dass nur 20 Prozent der weltweit geförderten Diamanten die Qualität von Schmuckdiamanten haben. Vor allem Diamanten größer zwei Karat oder Diamanten von Top-Qualität sind sehr selten. So gibt es weltweit jährlich nur ca.

Diamantpreise im Vergleich

Diamanten unterschiedlicher Form lassen sich am besten über den Karatpreis vergleichen. Dabei fällt auf, dass Brillanten am begehrtesten und teuersten sind. Die meisten Diamanten werden rund - im Brillantschliff - geschliffen (ca. 7 von 10 Diamanten). Entsprechend wird jeder Rohdiamant, wenn möglich rund geschliffen.

Tabelle: Preisentwicklung von Diamanten

Jahr Einkaräter-Diamant Preis (beste Qualität)
1960 ca. 2.700 $
2010 ca. 25.000 $

Zukunftsaussichten

Grundsätzlich kann man von steigenden Preisen im Diamantmarkt ausgehen, auch wenn genaue Prognosen schwierig sind.