Freies Üben im Judo, bekannt als Randori, ist ein Sammelbegriff für Trainingsübungen im wettkampfnahen Bereich. Randori ist in seinen Variationsformen bezüglich des Belastungs- und Anforderungsniveaus die wichtigste Methode, um vom Üben der Würfe und Griffe zur eigentlichen Weltkampfpraxis zu gelangen.
Im Gegensatz zum Wettkampf (Shiai) bzw. den Trainingsmitteln des wettkampfadäquaten Bereichs (Japanische Runde, Übungskampf/ Shobu) werden im Randori der Angriff und die Verteidigung nach entsprechenden Vereinbarungen der beiden Partner trainiert. Zum Randori gehören u.a. das Kakari-Geiko und das Yaku-Soku-Geiko.
Randori für Anfänger
Insbesondere bei den Anfängern steht nicht der Kampf im Mittelpunkt der Einheit, sondern das gemeinschaftliche Üben. Es wird MITEINANDER trainiert und nicht gegeneinander gekämpft.
Sicheres Fallen, Wurf- und Haltetechniken sind ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Ein anderer ist die Vermittlung der 10 Judo-Werte: Respekt, Ernsthaftigkeit, Bescheidenheit, Mut, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Selbstbeherrschung, Wertschätzung, Höflichkeit und Freundschaft.
Eine Einheit besteht in der Regel aus vielen spielerischen und sportlichen Elementen, die Kondition, Kraft, Konzentration und Kooperation fördert. Wer die Judo-Werte Woche für Woche befolgt und zeigt, dass Grundkenntnisse von Judo verinnerlicht wurden, bekommt eine Urkunde verliehen, welche dann offiziell zum Tragen des weiß-gelben Gürtels in einem Judoverein berechtigt.
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Randori für Fortgeschrittene
Anschließend folgen weitere Gürtelfarben wie Gelb und Orange, welche ca. halbjährlich in einer Kyu-Prüfung erlangt werden können. Turnierteilnahmen sind ab dann möglich.
Im Training wird nun stärker auf Technikpräzision, Wettkampftaktik und regelgerechtes Verhalten geachtet. Randori (freies Üben) gehört regelmäßig dazu, wobei der Fokus auf gegenseitigen Respekt und fairen Umgang gesetzt wird.
Die Judoka lernen, wie man Techniken in Bewegung anwendet, auf Partner*innen reagiert und verantwortungsvoll mit Stärke und Können umgeht.
Was ist Randori? Definitionen und Perspektiven
Die Definition von Randori als freies Üben ist zunächst recht einfach. Aber was ist "freies Üben"? Das hängt von Alter, Leistungsstand, Ziel und Zusammensetzung der Gruppe ab.
Hier wird jeder Trainer Randori anders verstehen. Randori als wir haben uns gemeinsam bewegt und waren nett zueinander kann eine durchaus angemessene und richtige Form des Randoris für bestimmte Gruppen sein, während die Methode "lieber Tot als Zweiter" für andere Gruppen richtig ist. Hier gibt es also schon ein weites Feld das gruppenabhängig ist.
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Randori ist für mich das Üben von Techniken in einer beinahe realistischen Kampfsituation. Aber gegenwehr nicht um jeden Preis, es sollte immer genügend Luft sein, dass man wieder aus einem Haltegriff rauskommen kann (z.B.), sodass man solche Bewegungsabläufe trainiert und sich somit neue Techniken aneignet oder ausprobieren kann. Randori ist Training auf einer höheren Ebene.
Weitere Definitionen von Randori:
- Das Üben unter einer offenen Bewegungsaufgabe. Dabei geht es in erster Linie um das Nutzen von sich ergebenden Situationen. Die Intensität ist hoch aber nicht maximal.
- Ein Kampf mit leichter Gegenwehr.
- Die Möglichkeit, gelerntes umzusetzen in einem nicht durch Kampfrichter beschränkten Kampf.
- Das Festigen von Techniken in einer Kampfähnlichen situation mit wechselnden PartnerInnen.
- Kultiviert "miteinander kämpfen", im Gegensatz zum Wettkampf, wo gegeneinander gekämpft wird.
Wesentlichen erscheint mir, dass der Trainer oder die Trainerin für die Gruppe ein adäquates Ziel für das Randori vorgibt. Was genau soll oder will die Gruppe, der Einzelne erreichen. Und hier fangen die Schwierigkeiten bei nichthomogenen Gruppen erst an.
Das Fehlen der Vorgaben und deren ständige Kontrolle führen häufig dazu, dass aus Randori Shiai oder nutzloses über die Matte drücken wird. Letzteres ist häufig im Kinderbereich zu beobachten.
Die Bedeutung von Randori
Randori bedeutet „freies Üben“ (wörtl. „wild durcheinander greifen“) und zeichnet sich dadurch aus, dass keiner der Übenden weiß, was sein Partner machen wird.
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Randori wird unter den Bedingungen eines wirklichen Kampfes geübt. Es beinhaltet Werfen, Würgen, Niederhalten des Gegners und Überstrecken oder Verdrehen der gegnerischen Arme und Beine.
Die beiden Kämpfer können alle Angriffsmethoden verwenden, die sie wollen, vorausgesetzt sie verletzen den Partner nicht oder fügen ihm Schmerzen zu.
Einer der großen Werte des Randori liegt in der Fülle der Bewegungen, die die körperliche Entwicklung unterstützen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass jede Bewegung einen bestimmten Zweck hat und mit Ziel ausgeführt wird, während bei einer einfachen Gymnastik die Übungen und Bewegungen oft sinnlos erscheinen.
Weitere Übungsformen im Judo
Neben Randori gibt es noch weitere wichtige Übungsformen im Judo:
- Uchi-Komi (Standtechniken): Das wiederholte, rhythmische Ansetzen eines Wurfes, ohne den Partner abzuwerfen.
- Uchi-Komi (Bodentechniken): Die Idee, Techniken durch häufiges Wiederholen des Ansatzes, ohne die letzte komplette Ausführung intensiv zu trainieren.
- Tandoku-Renshu: Wurf- und Grifftechniken können auch ohne einen Partner geübt werden. Dabei führt man die Bewegung so aus, als ob man einen Partner hätte.
Ausrüstung und Hygiene
Zu Beginn genügen lange Trainingshosen und T-Shirts, sowie Badelatschen oder Flipflops. Darüber hinaus empfehlen wir, sich baldmöglichst einen Judoanzug zuzulegen.
Persönliche Hygiene und gegenseitige Rücksichtnahme sind daher von hoher Bedeutung. Bitte achtet auf geschnittene Finger- und Fußnägel, gewaschene Kleidung (bzw. Judoanzug) und nimm Ohrringe und Piercings aller Art vor dem Training ab oder verstecke sie mit Sporttape.
