Christian Fischer: Vom Boxen zum MMA-Kämpfer

Der Blumberger Kampfsportler Christian Fischer will es in der Vollkontakt-Kampfsportart MMA ganz nach oben schaffen - und die Aussichten stehen gut. Wettkämpfe der Mixed Martial Arts (MMA) unterscheiden sich von jenen vieler traditionellen Kampfsportarten. Es gibt beispielsweise relativ wenige Einschränkungen: Schläge, Tritte, Würfe, Clinchen und Bodenkampf sind erlaubt. Keine Frage: Mixed Martial Arts ist keine Sportart für jedermann und nur etwas für die Hartgesottenen.

Frühe Erfolge im Boxen

Als großes Boxtalent ließ er schon als Jugendlicher mit mehreren Landesmeisterschaften für den Boxsportverein Blumberg aufhorchen. Ab 2104 wurde er für den Boxsportverein Blumberg drei Mal hintereinander Landes-Jugendmeister. In noch jungen Jahren feierte er im Jahr 2018 mit dem Gewinn der Deutschen Boxmeisterschaft U21 im Halbschwergewicht für seinen neuen Verein in Villingen-Schwenningen einen unvergessenen Erfolg. Als Mitglied des deutschen Nationalkaders schien sein Weg in dieser traditionellen Sportart vorgezeichnet.

Christian Fischer zu Karrierebeginn, als er mit Boxen startete.

Wechsel zum MMA

Nach der Corona-Pandemie veränderte sich allerdings für den ehrgeizigen Kämpfer Christian Fischer alles, und er wechselte nach reiflicher Überlegung in das MMA-Lager. Im Amateurbereich hatte Christian Fischer sofort Erfolg und feierte 2021 sein MMA-Debüt. Schnell machte er sich mit einer Kampfbilanz von sieben zu eins Siegen in dieser aufstrebenden Szene einen Namen. In seiner Gewichtsklasse bis 93 Kilogramm wurde er in Deutschland sogar die Nummer Eins.

„Hier sehe ich wesentlich besserer Möglichkeiten, mit dem Sport meinen Unterhalt zu verdienen“, sagt der Profi-Athlet.

Lesen Sie auch: Christian Cage's Aufstieg im Wrestling

Die Vielseitigkeit des MMA

Mischung vieler Stilarten Schnell hatte er sich in der für ihn neuen Kampfweise mit einer Mischung aus Boxen, Kickboxen oder Karate in Kombination mit Bodentechniken wie Judo oder Ringen mit regelmäßigem hartem Training einen Namen gemacht. Auf Grund seiner boxerischen Fähigkeiten - 2018 wurde er für den Boxring VS im Halbschwergewicht deutscher U21-Meister - sieht er im MMA vor allem im stehenden Kampf seine Stärken. „Ich habe mich auch im Kickboxen oder der Bodentechnik wie im Ringen stark verbessert“, sagt er. Weitere Elemente wie das Brazilian Jiu Jitsu oder die Muay Thai Kampfkunst vervollständigen sein Repertoire.

Mixed Martial Arts, kurz MMA, ist ein Vollkontaktkampfsport, der Boxen, Kickboxen, Ringen, aber auch Kung-Fu, Jiu-Jitsu und Judo vereint. Kampf- und Schlagtechniken aus dem Boxen, Kickboxen, Karate sowie im Bodenkampf mit Griffen aus dem Ringen, Judo bis zum Brazilian Jiu-Jitsu können eingesetzt werden.

Fischer sieht sich bei seinem Trainingsstützpunkt der Renzo Gracie Academy in Villingen bestens aufgehoben. Als eine der weltweit renommiertesten Martial-Arts-Kampfsportschulen ist die dortige Niederlassung für ihn eine wichtige Basis. In Zusammenarbeit mit seinem Trainer Hakan Ardic will er seine Schlagkraft erhöhen und seine Pläne verwirklichen.

Der Weg ins Profilager

Seit Oktober 2024 ist der 26-jährige Modellathlet ins MMA-Profilager gewechselt und bestreitet dort seine ersten Kämpfe. Im Oktober 2024 erfüllte er sich dann schließlich einen weiteren Traum und wechselte nach einem entsprechendem Angebot in das Profilager. Mit 26 Jahren ist er in dieser Sportart noch relativ jung. In seinen ersten beiden Profikämpfen musste er auch Lehrgeld bezahlen, wie er im Rückblick erzählt. Diese Niederlagen warfen ihn jedoch nicht zurück, und so feierte er im vergangenen Monat im Schweizer Kreuzlingen in seiner noch jungen Profikarriere seinen ersten Erfolg. Er setzte sich gegen den erfahrenen Veteranen Michael Haupert aus Weingarten durch.

2024 verfolgten im Oktagon im Frankfurter Waldstadion etwa 50.000 Zuschauer die Kämpfe von MMA-Profis. Dort will auch Christian Fischer eines Tages mitmischen.

Lesen Sie auch: Kickbox-Legende Christian Engel: Eine Biografie

Aktuelle und Zukünftige Ziele

Nun will er weiter nach oben streben und in diesem Jahr noch zumindest zwei Kämpfe bestreiten. Sich in Deutschland in der Rangliste weit nach vorne zu arbeiten und irgendwann sogar im MMA-Mutterland USA in den Käfig steigen, das ist Fischers großes Ziel.

Sein Ziel ist: Am 14. und 15. Oktober bei den Deutschen Meisterschaften des in Deutschland führenden GEMMAF-Verbands den nationalen Titel zu gewinnen. „Diese Meisterschaft ist für mich ein wichtiges Sprungbrett, um meinen Traum mit dem Einstieg in den weltweiten Profibereich zu verwirklichen“, sagt Christian Fischer.

Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften des Verbandes MMA-I sicherte sich Christian Fischer jüngst in der Schwenninger Deutenberg-Halle im Schwergewicht über 90 Kilogramm durch ein blitzschnelles K.o. den Sieg. Mit seiner überlegenen Schlagtechnik, mit der er seinen erfahrenen Gegner Nils De-Vries aus Oldenburg kurz nach dem Startgong mit einer rechten Geraden überraschte und mit anschließendem Tritt in den Bauch nachlegte, war der Kampf nach sechs Sekunden bereits entschieden.

Nach seinem dritten Sieg im vierten Kampf will er am Samstag, 6. August, bei einer Großveranstaltung in Lahr nachlegen. In der südbadischen Hochburg des Mixed Martial Arts (MMA) wurde er für den Hauptkampf verpflichtet und will seine Klasse weiter beweisen. Bei einer großen Kampfnacht am 2. September in Stuttgart, wo er erneut den Hauptkampf bestreitet, will der hoch motivierte Sportler weiter für ein Kampfspektakel sorgen.

Am Samstag (26. Oktober 2024) steigt mit WE LOVE MMA das Gastspiel der „härtesten Liga Deutschlands“ in der Stuttgarter Porsche-Arena. Ein in der MMA Szene heiß erwartetes Match wird es zwischen dem Lokalmatadoren Chris Fischer und dem Düsseldorfer Frederic Vosgröne geben. Es ist nicht nur die klassische MMA Auseinandersetzung zwischen einem Ass im Grappling und einem im Striking. Es sind gleichzeitig auch zwei der heißesten Eisen, die der deutsche Mixed Martial Arts Sport bei den Newcomern zu bieten hat.

Lesen Sie auch: Porträt: Christian Eckerlin

We Love MMA 74 Kämpfe

Gewichtsklasse Kämpfer 1 Kämpfer 2
Leichtgewicht (Titelkampf) Nikoloz Abramishvili Eugen Black-Dell
Halbschwergewicht Frederic Vosgröne Chris Fischer
Mittelgewicht Robert Wagner Daniel Schwindt
Leichtgewicht Mervan Gencer Berhan Berktas
Federgewicht Alyamin Okhirov N.N.

Das Umfeld und die Unterstützung

Im Gespräch mit der Redaktion zeigt sich Christian Fischer völlig geerdet, und er weiß, dass ihn auf seinem langen Weg viel Arbeit und hartes Training erwarten. In seinem neuen Club MFFC Donaueschingen fühlt er sich bestens aufgehoben. Sein Manager und Trainer, Marco Knöbel, kann selbst auf eine erfolgreiche MMA-Karriere zurückblicken. Mit dessen Assistenztrainern Mahmut Özyildrim und Fabio Canitano fühlt sich Fischer gut betreut und strebt besonders in der Bodentechnik weitere Fortschritte an. Aber auch an seinen boxerischen Fähigkeiten - nach 75 Kämpfen verließ er den Ring 68 Mal als Sieger - will er noch weiter feilen. Bei einem lukrativen Angebot könnte er sich sogar vorstellen, im Profibereich wieder in den Boxring zu steigen.

Der Sportler und sein Trainerteam, von links: Marco Knöbel, Christian Fischer, Mahmut Öziyldrim und Fabio Canitano.

Wie gelingt das? Kein Alkohol, eine gesunde Ernährung, tägliches Training sowie als Ausgleich seine Familie mit sechsjähriger Tochter.

Weitere Standbeine

Christian Fischer hat aber auch einen Plan-B parat: Mit seinem Tattoo-Studio im eigenen Haus in Blumberg-Zollhaus sowie zwei weiteren Filialen in Stuttgart und Würzburg baut er sich ein zweites berufliches Standbein auf. Auf der Social-Media-Plattform Instagram folgen dem Blumberger mittlerweile 48 000 Menschen. Deshalb kann er auch über die Sozialen Medien Geld für Inhalte und Werbung einnehmen.

Der gelernte Einzelhandelskaufmann baut sich zudem ein zweites Standbein auf. In Blumberg-Zollhaus betreibt er ein Tattoo-Studio, einen weiteren Standort hat er nun in Stuttgart eröffnet.

Privatleben

Harte Schale, weicher Kern Und wie es bei vielen harten Brocken so ist - harte Schale, weicher Kern: Ganz wichtig ist für ihn die Familie. Seine achtjährige Tochter Jolina ist sein ganzer Sonnenschein, und geschäftlich wird er in der Verwaltung von seiner Schwester Alina kompetent unterstützt. Seine Eltern betreiben in Blumberg-Zollhaus seit vielen Jahren eine größere Autowerkstatt und haben ihn auf seinem sportlichen Weg immer gefördert.

MMA - Ein Sport für Hartgesottene

Martial Arts bedeutet übersetzt Kampfkünste. Ausgetragen werden die Kämpfe von zwei Personen in einem achteckigen Käfig. Sie schlagen und treten wie Boxer oder Kickboxer, ringen miteinander wie im Judo oder klassischen Ringen und kämpfen am Boden mit Griffen und Hebeln wie im Brazilian Jiu-Jitsu.

Normal wird in einem achteckigen Käfig, welches auch Oktagon genannt wird, barfuß, mit leichten Handschuhen sowie fast ohne Regeln über mehrere Runden gekämpft.

Ein MMA-Kampf endet, wenn einer der Kämpfer aufgibt (meist durch Abklopfen bei einem Hebel oder Würgegriff), k.o. geht oder der Schiedsrichter abbricht, weil ein Kämpfer sich nicht mehr verteidigen kann. Auch ein Punktsieg nach Ablauf der Runden ist möglich. Trotz des rabiaten Rufs gibt es auch bei Martial Arts klare Regeln: Verboten sind zum Beispiel Angriffe auf die Augen, den Genitalbereich oder das Beißen. Die wichtigsten Regeln für diese Kämpfe sind in den Unified Rules of Mixed Martial Arts festgelegt.