Karat: Die Interpretation des "Blauen Planeten"

Die Rockgruppe KARAT, gegründet 1975 in Berlin, zählt zu den erfolgreichsten Bands der ehemaligen DDR und ist bis heute eine der bekanntesten Deutschlands. Ihre Musik ist publikumsnah und inhaltlich anspruchsvoll.

Keyboarder Ulrich „Ed“ Swillms war der kreative Kopf der Band von Beginn an und hat alle Songs komponiert, die bis in die heutige Zeit alle Live-Konzerte der Band bestimmenden Titel komponiert. Angefangen beim „König der Welt“, selbstverständlich „Über sieben Brücken“, der immer noch hoch aktuelle „Blaue Planet“ und „Jede Stunde“.

Wie vielen Künstler*innen in der DDR, hatte auch die Gruppe KARAT mit der Bürokratie zu kämpfen. Es wurde darauf geachtet, dass sie auch im Sinne des Sozialismus unterwegs waren. Vieles, was gesagt werden musste, konnte nur verschlüsselt gesungen werden. So geht es bei dem Lied „Albatros“ sicher nicht nur um diesen Seevogel.

Die 1980er-Jahre werden das Jahrzehnt für die Band. Gleich zu Beginn tüftelt die Gruppe an einem neuen Album. 1982 kommt mit „Der Blaue Planet“ der größte Erfolg der Bandgeschichte in die Läden.

Vierzig Jahre alt ist das Album „Der blaue Planet“ der Rockgruppe Karat dieses Jahr geworden. Aufgenommen in den Amiga-Studios war es eines der erfolgreichsten, die in der DDR je erschienen sind. Das Besondere: Es kam zeitgleich auch in der Bundesrepublik heraus und reüssierte auch dort.

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Der Song "Der blaue Planet" der Gruppe KARAT entstand im Jahr 1981 und wurde 1982 auf dem gleichnamigen Album veröffentlicht. Es war die Zeit des nuklearen Wettrüstens, der Kalte Krieg war in vollem Gange, der Song ein Friedenslied. Karat trat 1982 am Weltfriedenstag in Ost-Berlin damit auf, es war der 21. September.

Der Song Der blaue Planet von Karat thematisiert die Sorgen und Ängste der Menschheit über die Zukunft des Planeten Erde. Die wiederkehrende Frage, ob der schon gegeben Kuss oder das Wort das letzte sein könnte, lässt darauf schließen, dass die Beziehung und Intimität zwischen Menschen in einer von Unsicherheit geprägten Welt gefährdet sind.

Der Künstler ruft die Zuhörerschaft dazu auf, über die Relevanz zwischen persönlichen Bindungen und den globalen Herausforderungen nachzudenken. Zusätzlich wird in den Zeilen über 'Staub und Gestein' verdeutlicht, dass es auch eine düstere Vorstellung gibt, wie die Erde letztendlich aussehen könnte, wenn wir nicht handeln. Der Verweis auf das Ungeborene weist darauf hin, dass auch die Zukunft kommender Generationen betroffen sein könnte.

Auch wenn das Wort Neutronen nicht dem ursprünglichen Text entsprach - dort hatte es Dämonen geheißen, das wurde geändert - vermittelt der Song Endzeitstimmung angesichts der atomaren Bedrohung durch Mittelstreckenraketen. „Muss dieser Kuss und das Wort, was ich dir gestern gab/ Schon das Letzte sein?/ Soll unser Kind, das die Welt noch nicht kennt/ Alle Zeit ungeboren sein?“

Die Songs der Gruppe KARAT sind auch in Rügen bei den Störtebeker-Festspielen 2025 präsent. „Albatros“ beispielsweise ist für mich eine der schönsten Balladen gegen Unterdrückung und der Sehnsucht nach Freiheit. KARAT verstand sich nicht als politische Band im Auftrag der Partei, war aber auch nie Opposition. Sie waren und sind auf Themen konzentriert, die alle angehen.

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Irgendwann hat er diesen Song gehört und dachte: Wow. Es war vor allem der Text, der ihn beeindruckte. Er hat es in der Corona-Zeit bei einem Live-Set auf dem Berliner Fernsehturm gespielt, das war im April 2021. Er kannte den Song von früher, liebt den Text und die Baseline des Stücks.

Durch Zufall kam die Band zu einem YouTube-Stream seines Auftritts und war angetan. So kam es zu der Neuauflage, für den tatsächlich alles neu produziert werden musste, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es keine Originalspur mehr gibt. Statt der Stimme des ursprünglichen Sängers Herbert Dreilich singt sein Sohn Claudius. Er trat der Band 2005 bei, nachdem sein Vater ein Jahr zuvor gestorben war.

Claudius Dreilich, der seit mittlerweile 20 Jahren Teil von KARAT ist, erklärt: „Es hat sich letztlich für die Band immer nur in eine Richtung entwickelt, und das ist die, die wir wollen: Nämlich nach vorne. Die politischen Entwicklungen auf der Welt, aber auch in Deutschland gehen nicht spurlos an den Rockern vorbei, gibt Bernd Römer zu: „Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir Menschen sind.

Dennoch, auf „Hohe Himmel“, so der Titel, klingen auch die Wurzeln der Band durch. „Wir haben hier stark mit alten Soundelementen gearbeitet. Aber trotzdem, glaube ich, dass wir es auch geschafft haben, im Jetzt zu sein“, sagt der Sänger Claudius Dreilich. „Wir wollten nicht zurückgucken, weil wir immer nach vorne gucken - da muss man sich ein bisschen orientieren. Deswegen ist es ein Album, was vielleicht die Leute in dieser Art und Weise erst mal überrascht.

Die Musik und die Texte von KARAT treffen auf ein Lebensgefühl und erreichen die Leute: Ihre Songs begleiten viele Menschen schon ihr Leben lang und wecken Erinnerungen. Aber auch junge Leute entdecken die Musik von KARAT für sich und füllen die Konzertsäle.

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Am Samstag, den 22. KARAT melden sich mit einer neuen Single zurück. Eigentlich hätte es sich die Band bequem machen können, schlicht auf die millionenfachen Albumverkäufe und auf die vielen Klassiker wie „Über sieben Brücken“, „Der blaue Planet“ und „Jede Stunde“ verweisen können, darauf, dass der größte Maffay-Hit einer von ihren Songs ist und dass sie die einzigen Ostdeutschen sind, die schon vor dem Mauerfall Gold in der BRD einheimsten. Aber das wären nicht KARAT, denn nach wie vor sind die Musiker für Überraschungen gut.

Karat live zu erleben ist heute etwas ganz besonderes. überträgt. 2004 verstirbt Herbert Dreilich, der Sänger von Karat.