Diamantenpreise pro Karat: Eine umfassende Analyse der Preisentwicklung

Der Diamantmarkt ist einer der ältesten traditionellen Handelsmärkte. Hier bilden Angebot und physische Nachfrage den Preis.

Wichtig gleich vorneweg: Auskünfte über die Vergangenheit können wir geben. Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen sind Spekulation.

Werte aus der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Preisentwicklungen. Änderungen und Irrtum vorbehalten.

Im Gegensatz zu vielen anderen Assetklassen sind Diamanten weniger volatil wie beispielsweise Aktien, Gold, Silber, Devisen oder Rohstoffe. Diamanten sind nicht börsenreguliert, Kursmanipulationen wie an den regulierten Märkten gibt es bei natürlichen Diamanten nicht.

Faktoren, die den Diamantenpreis beeinflussen

Für den Preis und die Preisentwicklung eines Diamanten sind hauptsächlich die vier Cs ausschlaggebend:

Lesen Sie auch: Was beeinflusst den Preis von 1-Karat-Brillanten?

  • Carat (Karat): Das Gewicht eines Diamanten bestimmt seinen Preis.
  • Clarity (Reinheit): Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, desto wertvoller ist er.
  • Color (Farbe): Ein Diamant ist umso teurer, je farbloser/weißer und damit seltener er ist.
  • Cut (Schliff): Andere Merkmale wie der Schliff, die Fluoreszenz und das Vorkommen von Fehlern bei der Verarbeitung beeinflussen ebenfalls den Preis.

Andere Merkmale wie der Schliff, die Fluoreszenz und das Vorkommen von Fehlern bei der Verarbeitung beeinflussen ebenfalls den Preis.

Die Rolle der Rapaport-Preisliste

Martin Rapaport hatte in Antwerpen, Belgien, als Händler und Rohdiamantensortierer angefangen. Im Jahre 1975 fing er in New York City an, Rohdiamanten und geschliffene Diamanten zu vermitteln, und 1978 schuf er die Rapaport-Preisliste.

Die Rapaport Diamant Preisliste ist eine von Martin Rapaport 1978 ins Leben gerufene wöchtentlich erscheinende Preisliste für Diamanten. Sie ist reserviert für Händler und Juweliere und hilft ihnen weltweit bei der Preisgestaltung von Diamanten für den Verbraucher. An der Diamantenbörse werden die jeweiligen zertifizierten Diamanten nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage gehandelt.

Die darin gelisteten Preise (in USD) dienen nur als Orientierungshilfe für Preisveränderungen. Sie sind keine festgelegten Preise. Dabei werden die Preise in der Regel angegeben als Discount - prozentual von den jeweiligen wöchentlich aktuellen Diamantpreisen.

Angebot und Nachfrage

Aktuell ist die Nachfrage höher als das Angebot und die Verfügbarkeiten variieren von Tag zu Tag.

Lesen Sie auch: Was bedeutet Karat bei Diamanten?

Die Verfügbarkeit von Diamanten in Schmuckqualität nach Karatgröße macht es deutlich: Die meisten Diamanten sind kleiner als 1 Karat (ca. 83%), während das Angebot bei steigender Größe knapper und knapper wird. Diamanten zwischen 1 und 2 Karat sind im Gesamtvergleich nur fast ein Zehntel der verfügbaren Steine. Bei Diamanten über 3 ct. sind es nur noch ca. 2% und bei Diamanten über 10 ct.

Nimmt man hierzu noch die oben beschriebenen Unterschiede in den höheren und höchsten Qualitätsstufen, wird die Auswahl nochmal um ein Vielfaches enger.

Die klassischen Diamanthändler im Mittelmarkt, das heisst, zwischen den Minengesellschaften sowie „DTC Sightholdern“, den Schmuckfabrikanten sowie den Einzelhändlern, haben sehr geringe Margen von teilweise nur 1-2%.

Preisentwicklung in den letzten Jahren

In den letzten 5 Jahren haben sich die Diamantpreise so viel bewegt wie lange nicht mehr. Angefangen von Covid-19 und Höchstpreisen in 2022 folgte ein monatelanger Preisverfall auf ein Niveau sogar unter dem vor der Covid-19 Pandemie.

Nach über 18 Monaten sinkender Diamantpreise wurde ein Importstop von Rohdiamanten in Indien angeregt, um dem Trend entgegenzuwirken. Durch die Niedrigzinspolitik hat es sich für Diamanthändler gelohnt, ihr Warenlager ohne große Kapitalkosten zu erweitern um dadurch mehr Chancen auf Verkäufe zu haben.

Lesen Sie auch: Der ultimative Karat-Leitfaden

Mit steigenden Zinsen und steigenden Kapitalkosten mussten daraufhin viele finanzierten Lager reduziert werden, was zu einem Überangebot am Markt und weiteren Preissenkungen geführt hat. Branchenintern wird geschätzt, dass ca. 20% der Warenlager finanziert waren.

Die großen Diamantproduzenten wie De Beers, Alrosa, Rio Tinto, etc. haben alle auf das neue Preisniveau reagiert und ihre Förderung reduziert. Der Abbau von Diamanten im Tiefbau ist teuer und lohnt sich nur ab einem bestimmten Preisniveau.

Dadurch verringert sich das Angebot automatisch und der Markt reguliert sich selbst.

Der Einfluss synthetischer Diamanten

Interessant ist auch die Mode von im Labor gezüchteten, synthetischen Diamanten als Diamant-Ersatz. Hier spielen gleich mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen sind sie beliebt bei Juwelieren: Wenig finanzielles Risiko im Vergleich zu natürlichen Diamanten bei atemberaubenden Margen. Hinzu kommt oft Unwissenheit über das neue Produkt als Schmuckstein: Viele kaufen die Synthesen mit dem Eindruck, nicht nur etwas Schönes, sondern auch etwas Werthaltiges zu kaufen.

De facto gibt es aber keinen Zweitmarkt für Labordiamanten, deren Preise derzeit bei ca. 1-10% von natürlichen Diamanten liegen - Tendenz weiter rasant fallend. Es wird geschätzt, dass die Preise von Synthesen sogar unter deren Produktionskosten fallen werden.

So könnte der scheinbare Vorteil des günstigen Preises die Wahrnehmung von Synthesen ähnlich wie Zirkonia als Modeschmuck zementieren.

Synthetische Diamanten haben nie eine Mine von innen gesehen, was sie für viele aus sozialer Sicht attraktiv macht. Aus Klimasicht hingegen nicht unbedingt: Die Herstellung verbraucht viel Energie. Aber vor allem ein Argument überwiegt für viele Kunden: Labordiamanten sind deutlich günstiger als natürliche Diamanten.

Im August 2023 zahlt man für einen normalen Ein-Karat-Diamant aus natürlicher Quelle 5185 Dollar, aus synthetischer Herstellung 1425 Dollar, wie das Nachrichtenportal Quartz berichtet. Die Umsätze der Laborstein-Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren vervielfacht, von 700 Millionen Dollar im Jahr 2016 auf 14,6 Milliarden Dollar im bisherigen Jahresverlauf 2023.

DIAMOND-IX: Ein Index für Diamantpreise

Um Interessenten von Diamanten zur Wertanlage dennoch eine aussagekräftige Indikation für die Preisentwicklung zu geben, hat DIAMONDAS einen eigenen Index auf der Basis seiner Verkaufspreise in Euro entwickelt.

Dieser DIAMOND-IX bildet die angebotenen Größen und Qualitäten der von uns angebotenen Diamanten in einer bestimmten Gewichtung ab, die der Häufigkeit des Verkaufs und dem Anteil am Gesamtvolumen entspricht.

Langfristige Perspektiven

Die Nachfrage nach natürlichen Diamanten steigt schon seit vielen Jahren kontinuierlich an, weil große Nachfragemärkte mit immer kaufkräftigeren Konsumenten in Asien entstehen. Aber die Diamantvorkommen sind begrenzt und endlich.

Gleichzeitig ist jetzt bereits erkennbar, dass große Diamantminen schon in den nächsten Jahren geringere Mengen dieses wertvollsten Minerals fördern werden. Trotz großer Bemühungen der führenden Minenkonzerne sind neue, ertragreiche Vorkommen nicht in Sicht.

Bei dieser Entwicklung werden steigende Preise die Folge sein müssen.

Trotzdem ist der Diamantpreis auch von geopolitischen Entwicklungen, wie Kriegen, Naturkatastrophen, Pandemien etc. nicht unabhängig. Es war aber der Diamantmarkt, der noch in der Coronazeit in 2021 bereits sein bestes Jahr erlebt hat.

Natürliche Diamanten mit ihrer Entstehungsgeschichte von zwei Milliarden Jahren können also eine interessante und nachhaltige Ergänzung für ein Vermögensportfolio darstellen.

Die langfristige Diamanten Preisentwicklung lässt sich als eher konstant und wertbeständig beschreiben.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich die Preise am Diamantmarkt unabhängig von anderen Märkten entwickeln und vor allem keine Korrelation zu Wertpapieren, aber auch anderen Rohstoffen aufweisen.

Diamantpreise im Vergleich

Diamanten unterschiedlicher Form lassen sich am besten über den Karatpreis vergleichen. Dabei fällt auf, dass Brillanten am begehrtesten und teuersten sind. Die meisten Diamanten werden rund - im Brillantschliff - geschliffen (ca. 7 von 10 Diamanten).

Entsprechend wird jeder Rohdiamant, wenn möglich rund geschliffen. Wenn der Rohdiamant eine ungünstige Form hat (länglich) oder gravierende Einschlüsse an der falschen Stelle hat, kann durch eine andere Schliffform oft ein höherer Diamantpreis (pro Karat) erzielt werden.

Eben haben wir festgestellt, dass Brillanten teurer sind als beispielsweise Baguette- oder Princess Diamanten. Kurioserweise trifft im Schmuck verarbeitet oft das Gegenteil zu: Wenn Sie ein Diamant Armband mit Baguette Diamanten suchen, werden Sie feststellen, dass es erstens wesentlich schwieriger zu finden ist.

Zum einen ist die Nachfrage nach Princess, Baguette oder anderer Fantasieschliffe geringer als für Brillanten. Das macht auch die kleineren Steine seltener, weil aus dem Rohdiamanten meist Brillanten hergestellt werden.

Diamanten als Wertanlage

Diamanten sind Edelsteine, die aus reinen Kohlenstoffverbindungen bestehen. Der Diamant ist die härteste Substanz, die es in der Natur gibt, und der populärste Edelstein. Als Edelstein ist er wegen seiner Härte, seiner Brillanz und seinem Glanz unübertroffen.

Die Marktpreise von Diamanten erhöhen sich in der Regel im Einklang mit der Inflation. Das bedeutet, dass die vor einigen Jahren veröffentlichten Preise für Diamanten heute nicht mehr stimmen und daher nicht hilfreich sind, wenn Sie einen Diamanten kaufen möchten.

Wegen der gegenwärtig stockenden Weltkonjunktur und der vermehrt aufkommenden Inflation könnte sich dies positiv auf die Entwicklung der Diamantenpreise in den kommenden 10 Jahren niederschlagen. Investoren halten Ausschau nach einem sicheren Hafen und einer stabilen Anlage gegen die Inflation und die schlechte Wirtschaftslage.

Der weltweite Rückgang von Immobilienpreisen könnte Investoren zudem dazu bewegen, in alternative Anlagen von Diamanten zu investieren. Diese Entwicklung könnte theoretisch auch Einfluss auf die Preisentwicklung von Diamanten haben.

Bei Diamanten bestimmt die Qualität den Wert - und dabei machen kleine Nuancen große Unterschiede im Preis.

Die durchschnittliche Wertsteigerung von Rohdiamanten beträgt ca. 2% jährlich. Dabei sind die beiden größten Preistreiber gesamtwirtschaftliche Entwicklungen sowie interne Veränderungen der Diamantbranche.

Erfahrungsgemäß erholen sich die Diamantpreise von Rohdiamanten nach einer Krise recht schnell. In der letzten Finanzkrise reagierten große Spieler am Markt wie De Beers unmittelbar und verringerten ihre Produktion.

Seit dem Monopolverlust von De Beers haben einzelne Firmen kleinere Bestände in Relation zum Gesamtmarkt und beeinflussen das Marktgeschehen entsprechend weniger. Die Struktur des Marktes ist für Diamantpreise von Bedeutung, da kleinere Marktteilnehmer ihre Inventare eher gering halten.

Braucht ein einzelner Händler Liquidität, wird er bereit sein, einen Diamanten aus seinem Bestand günstig zu verkaufen.

Diamanten sind ein schönes Geschenk zur Hochzeit. Schließlich soll die Liebe im Idealfall genauso beständig sein wie sie.

Berücksichtigen Sie bei eventuellen Preisvergleichen für Diamanten bitte, dass der billigste Diamant (mit oftmals nur auf den ersten Blick gleichen Eigenschaften) selten der beste Diamant ist! Dies gilt ganz besonders bei Diamanten zur Wertanlage, wo jedes Detail zählt!

Wie werden die Preise für Diamanten bewertet?

Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bieten wir Ihnen exklusiv hier mit der Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange) an.

Sie soll Ihnen als erste grobe Orientierung für den angemessenen Preis von Diamanten dienen. Als eine international sehr bedeutende Diamantenbörse, führt die IDEX Angebot und Nachfrage der Diamantenhändler zusammen und sammelt jeden Monat die aktuellen Diamantenverkaufspreise.

Da der genaue Preis eines Diamanten jedoch von vielen einzelnen Faktoren abhängt und diese den Rahmen einer Preisliste schnell unübersichtlich gestalten würde, kann sie nur als Orientierung dienen.

Der Diamantenpreis unterliegt keiner zentralen Preisfestsetzung, er ist somit ein echter „Marktpreis“, welcher sich aus Angebot und Nachfrage ergibt.