Weniger Biographie denn Glorifizierung der umstrittenen Legende um den Sieg bei einem Underground Turnier des angeblich ersten amerikanischen Ninja, Schauspielers und Autoren Frank Dux, der in den USA sein Dux Ryu Ninjutsu unterrichtet, wurde Bloodsport aus der Cannon Schmiede nach dem relativ guten Karate Kid Rip Off No Retreat, No Surrender die erste Martial Arts Hauptrolle für Jean - Claude van Damme und dessen Durchbruch im Filmgeschäft.
"Bloodsport" ist der wohl berühmteste Film von Jean-Claude Van Damme - und einer der größten Klassiker des Action-Kinos der 80er.
Jean-Claude Van Damme, der seinen ikonischen Spagat mit Blick auf die nicht weniger ikonische Skyline Hongkongs vollführt, ist ein Bild für die Ewigkeit - und einer der wohl berühmtesten Actionfilm-Momente der 90er.
Frank Dux übernahm hierbei selber die Kampfchoreagraphie.
Anstatt sich ala Rocky lange mit Aufbauphase oder übermäßig dramatischer Geschichte aufzuhalten, besticht Bloodsport durch seine Konzentration auf das Wesentliche.
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Frank Dux (Jean - Claude van Damme) hat eine Ausbildung durch Meister Tanaka (Roy Chiao) erhalten, um anstelle dessen Sohnes beim Kumite anzutreten, einem illegalen Turnier, bei dem Kämpfer verschiedener Stile, wenn es sein muß, bis zum Tod ihren Mann stehen.
Selbst während des Kumite gibt es mit der Rache für den krankenhausreif geschlagenen Ray Jackson (Donald Gibb), mit dem Dux sich beim Daddeln am Karate Champ Automaten angefreundet hatte, nur noch eine Zusatzmotivation der erste westliche Champion zu werden.
Bis dahin gibt es fein ausgeführte Martial Arts in zahlreichen Facetten, Action und Gewalt.
Seinen bahnbrechenden Status erhielt Bloodsport vor allem in einer Generation, die Karate Kid und Karate Tiger vergötterte, jedoch in den seltensten Fällen Filme wie Der Mann mit der Todeskralle oder Karate Bullfighter vorher für sich entdecken konnte.
Ich zähle mich dazu.
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Jean-Claude Van Damme: Vom Kampfsport zum Filmstar
Jean-Claude Van Damme, eigentlich Jean-Claude Camille François Van Varenberg, ist ein belgischer Schauspieler, Filmemacher und Kampfchoreograf, welcher vor allem durch seine Actionfilme mit Kampfsporthandlungen, auch als Martial-Arts-Filme bezeichnet, bekannt wurde.
Jean-Claude Van Damme, am 18.Oktober 1960 geboren und ebenfalls aufgewachsen in Sint-Agatha-Berchem in der Nähe von Brüssel, wurde im Alter von nur zehn Jahren von seinem Vater zum Kampfsportunterricht beim Trainer Claude Goetz gebracht.
Dies führte dazu, dass er an mehreren Wettbewerben teilnahm, mit 18 Jahren den schwarzen Gürtel in Karate erwarb und später Mitglied des belgischen Karateteams war, welches am 26. Dezember 1979 die Karate-Europameisterschaft gewann.
Gleichzeitig begann er Gewichte zu heben, was schließlich zu einem Mr. Belgium Bodybuilding-Titel führte.
Mit dem Wunsch Schauspieler zu werden, kehrte er Belgien den Rücken und zog 1982 in die USA.
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Dort nahm er zunächst Gelegenheitjobs an, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Seinen ersten Job im Filmbereich hatte er als Statist in dem von Cannon Films produzierten Hip-Hop Tanzfilm Breakin’ (1984).
Dort sieht man ihn im Hintergrund bei einer Tanzvorführung tanzen.
1984 engagierte ihn Chuck Norris als Stuntman im Film Missing in Action, welcher ebenfalls durch Cannon Films veröffentlicht wurde.
Van Dammes erste größere Rolle war die des russischen Bösewichts in Corey Yuens Martial-Art-Films No Retreat, No Surrender (1986) mit Kurt McKinney in der Hauptrolle, der von New World Pictures veröffentlicht wurde.
McKinney spielt Jason Stillwell, einen amerikanischen Teenager, der vom Geist Bruce Lees Karate lernt.
Stillwell nutzt diese Lektionen, um sein Kampfsport-Dojo gegen einen sowjetischen Kampfsportler zu verteidigen, welcher von Van Damme gespielt wurde.
Van Damme erreichte seinen Durchbruch mit dem Film Bloodsport (1988), der ein Budget von 1,5 Millionen US Dollar hatte und auf der angeblich wahren Geschichte vom US-Armee-Captain Frank Dux in der Hauptrolle basiert.
Van Damme spielt hier Dux, der von Jugend an von Senzo Tanaka in Ninjutsu ausgebildet wurde.
Nach dem Erfolg von Bloodsport bot Cannon Films Van Damme die Hauptrolle in Delta Force 2, American Ninja 3 und Cyborg an.
Im Jahr 1989 spielte Van Damme in dem Film Kickboxer einen Mann, der kämpft um seinen Bruder zu rächen, der von einem thailändischen Kickbox-Champion gelähmt wurde.
Der Film feierte große Erfolge und spielte bei einem Budget von 3 Millionen US Dollar einen Umsatz von über 50 Millionen US Dollar ein und begründete damit die Kickboxer-Reihe.
Van Damme trat dennoch in keiner der vier Fortsetzungen des Filmes auf.
Nach weiteren Erfolgen mit den Filmen Death Warrant (1990), Lionheart (1990) und Double Impact (1991), spielte Van Damme 1992 die Hauptrolle in einem der größten Blockbuster des Jahres, dem Science-Fiction-Actionfilm Universal Soldier unter der Regie von Roland Emmerich.
Dieser Film war in den USA mit einem Umsatz von 36 Millionen US Dollar ein mäßiger Erfolg, weltweit jedoch ein großer Blockbuster, der in Übersee über 65 Millionen US Dollar einspielte und dem Film bei einem Budget von 23 Millionen Dollar insgesamt 102 Millionen Dollar einbrachte.
Nach weiteren zahlreichen Erfolgen wie in Nowhere To Run (1993), Hard Target (1993) und Timecop (1994) - welcher weltweit über 100 Millionen US Dollar einbrachte und bis heute sein erfolgreichster Fim in einer Hauptrolle ist -, Street Fighter (1994) und Sudden Death (1995), übernahm Van Damme 1996 bei dem Film The Quest selbst die Regie.
Kontroversen und Kritik
Kritiker Van Dammes behaupten, dass er sich wenig unter Kontrolle habe.
Es werden ihm häusliche Gewalt und Depressionen unterstellt, wodurch er seine bisher positive Reputation in Hollywood verlor.
1997 verklagte ihn Frank Dux - der Kampfsportler, den Van Damme in Bloodsport darstellte - auf 900.000 US Dollar für die Co-Autoren- und Beratungsarbeit, die Dux ihm bei dem Film The Quest geleistet hatte.
Der Klage zufolge beschuldigte Dux Van Damme auch, die Öffentlichkeit über seine Kampfsportkarriere angelogen zu haben, indem er behauptete, dass Van Damme, als Dux ihm Nachhilfeunterricht gab, einen Mangel an Kampfsportfähigkeiten aufwies.
Des Weiteren wird Van Damme unterstellt, dass er keine Gehälter gezahlt habe und deswegen vor Gericht stände.
Die Wahrheit hinter Bloodsport: Fiktion oder Realität?
„Bloodsport“ mag hierzulande zwar den Beititel „Eine wahre Geschichte“ erhalten haben - den man allerdings mit Vorsicht genießen sollte.
Denn als Grundlage diente die vermeintliche Lebensgeschichte von Frank Dux.
Wenn es allerdings um den Wahrheitsgehalt dessen Biografie geht, scheiden sich seit jeher die Geister.
Dux arbeitete zwar als Action-Choreograph an dem Film mit, inhaltlich gilt „Bloodsport“ mittlerweile jedoch zu großen Teilen erfunden.
Dem Unterhaltungswert tut dies allerdings keinen Abbruch.
Van Damme brilliert in der Rolle des Ninjitsu-Kämpfers, der seinem im Sterben liegenden Meister die letzte Ehre erweisen will und nach Hongkong reist, um an einem tödlichen Kampfturnier teilzunehmen - und reißt mit seinem Charisma nahezu jede Szene unweigerlich an sich.
Während Martial-Arts-Fans vor allem mit den unterschiedlichen Kampfstilen ihre Freude haben dürften, die beim sogenannten Kumite aufeinandertreffen, funktioniert „Bloodsport“ nicht zuletzt hervorragend als Buddy Movie.
Im Gegensatz zu anderen Van-Damme-Vehikeln lebt sein berühmtester Film nämlich nicht zuletzt von der Chemie zwischen den Muscles from Brussels und seinem bärigen Film-Kumpel Donald Gibb.
Bloodsport: Ein Kultfilm entsteht
"Bloodsport - Eine wahre Geschichte" ist Ende Juni 2013 endlich auf Blu-Ray erschienen und dies ist natürlich ein Grund für uns, einmal einen Blick zurück auf dieses Referenz-Werk des amerikanischen Martial-Arts-Kinos zu werfen.
Und dies war es in der Tat: Denn trotz recht simplen Drehbuches (in China wurden solche Kampfsport-Epen bereits unzählige Male interpretiert), einiger merklich platter Sprüche sowie einem typischen 80er Jahre Trash-Stiles, wurde der Film von Regisseur Newt Arnold ("Blood Thirst") ein absoluter Kultfilm und somit Newcomer Jean-Claude Van Damme praktisch über Nacht zum Action-Star.
Was gefiel waren dabei die knallharten Fights, die kompromisslosen wie blutigen Kamerafahrten und das Fünkchen Humor, welches aus dem Film ein Erlebnis für jeden Kampfsport-Fan machte.
Hinzukommen Mythen sowie Legenden, die bis heute den Film am Leben halten.
Sei dies die Geschichte wie Van Damme an seine Rolle kam (mit einem Kick über den Kopf von Cannon-Chef Menahem Golan) oder der echte Frank W. Dux, der wahrlich eine Kampfsport- Koryphäe ist.
"Bloodsport" selbst, zeigt sich angesichts seines Genres aber mehr als routiniert: Während anfangs der Fokus noch auf der Ausbildung von Frank Dux liegt, inklusive Spakat sowie äußerst raffinierten Techniken, gerät später das Kumite in den Mittelpunkt.
Und gerade hier, kann der Film von Regisseur Newt Arnold sein volles Potenzial entfalten.
