Das Karat ist eine Maßeinheit, die sowohl bei Gold als auch bei Diamanten eine wichtige Rolle spielt. Allerdings gibt es wesentliche Unterschiede in der Bedeutung und Anwendung dieser Einheit.
Was bedeutet Karat bei Diamanten?
Das Gewicht bei Diamanten wird in Karat angegeben. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Hierbei spricht man auch vom metrischen Karat. Es ist wichtig zu beachten, dass das Karatgewicht nicht die tatsächliche Größe des Diamanten bestimmt, sondern sein Gewicht.
Die Karatangabe gibt also nur Auskunft über das Gewicht eines Diamanten und nicht - wie oft angenommen - über seine Größe. Wie viel Karat ein Diamant hat, kann man mit einer Diamantwaage bestimmen. Bei geschliffenen Diamanten wie Brillanten lässt sich die Karatzahl auch durch Vermessen ermitteln.
Die Karatzahl gehört neben der Farbe, dem Schliff und dem Reinheitsgrad zu den wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, den Wert eines Diamanten zu bestimmen. Die Größe kann hingegen trügerisch sein, da der Schliff den Edelstein für das menschliche Auge oft größer oder kleiner erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.
Brillanten und Karat
Ein Brillant ist ein Diamant mit einem speziellen Schliff, der Brillantschliff heißt und um 1910 entwickelt wurde. Wie bei Diamanten wird der Wert von Brillanten in Karat gemessen. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Kleine Diamanten werden in Punkten gemessen, wobei 1 Punkt dem hundertsten Teil eines Karats entspricht.
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Brillanten, die gleich viel wiegen, können verschieden groß wirken, je nachdem wie sie proportioniert sind. Die (vermeintliche) Größe ist bei der Karatzahl nicht relevant, entscheidend ist das Gewicht.
Die 4 Cs: Carat, Color, Clarity, Cut
Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.
- Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschlüsse im Edelstein.
- Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist.
- Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins.
Wie wirkt sich das Karatgewicht auf den Preis aus?
Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter.
Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Auch die symbolischen Größen von 0,50 Karat, 1 Karat oder 2 Karat haben auch einen bedeutsamen Einfluss auf den Preis des Diamanten. Obwohl ein Diamant mit 0,90 oder sogar 0,99 Karat vom Auge in der Regel nicht von einem Einkaräter zu unterscheiden ist, fällt der Preisunterschied sofort ins Auge.
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Die Herkunft des Wortes "Karat"
Der Begriff Karat stammt vom griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm. Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten.
Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen.
Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte.
Karat und Gold
Außer zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Das Karat ist die Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. 24 Karat entsprechen reinem Gold.
1 Karat in einer Legierung entspricht 1/24-Gewichtsanteil des reinen Goldes - in Prozent ausgedrückt: 4,167 Prozent. Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt.
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So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.
Wie erkennt man den Feingehalt von Goldlegierungen in Karat?
Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Anhand der auf Barren und Münzen angegebenen Promillezahlen lässt sich der reine Goldgehalt in Karat bestimmen. Grundlage ist immer die Regel, dass 24 Karat fast exakt 100 Prozent Feingehalt entsprechen.
Der Feingehalt wird faktisch mit 99,9 Prozent angegeben, da es praktisch ausgeschlossen ist, kleinste Verunreinigungen vollständig zu eliminieren.
Ein Beispiel: Die Zahl „333“ bedeutet „333 von 1.000“, der Goldgehalt beträgt damit 33,3 Prozent. Und 33,3 Prozent von 24 (Karat) ergeben 7,992. Dies entspricht - aufgrund der „99,9-Prozent-Regel“ - 8 Karat.
Goldlegierungen und ihre Karat-Werte
Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit.
| Karat | Feingoldgehalt (%) | Beschreibung |
|---|---|---|
| 24 Karat | 99,9 | Reines Gold, sehr weich |
| 22 Karat | 91,6 | Sehr weich, weniger für Schmuck mit gefassten Steinen geeignet |
| 18 Karat | 75 | Schöner, warmer Glanz |
| 14 Karat | 58,5 | Warmer gelber Ton |
| 8 Karat | 33,3 | Helle gelbe Färbung, härter und widerstandsfähiger |
