Niklas Stolze: MMA-Kämpfer, Tierschützer und Exot der Szene

In der MMA-Szene ist Niklas Stolze ein Exot. Niklas Stolze ist ein besonderer Typ: Auswanderer, Tierschützer und immer für neue Entwicklungen des Sports zu begeistern.

Niklas Stolze und sein Markenzeichen: Die grüne Maske

Der Beinamen "Green Mask" ist durch einen seiner ehemaligen Trainer entstanden. Die Maske trägt er noch bei den Gegenüberstellungen, doch dahinter steckt mittlerweile viel mehr.

Erfolge und Engagement außerhalb des Käfigs

Als einer der erfolgreichsten Vertreter Deutschlands in dem boomenden Sport lebt er mittlerweile auf Zypern und setzt sich in Südafrika aktiv gegen Wilderer ein. Wenn es nicht Zypern ist, dann soll es irgendwann mal Südafrika werden, gesteht Stolze. Eine Ausbildung zum Ranger gegen Wilderer hat er bereits begonnen. Über einen Bekannten sei er dann in Südafrika gelandet, wo es ihm darum geht, Nashörner zu schützen. "Ich will mich dort weiter einsetzen und die Ausbildung fortsetzen", sagt er. "Ich habe ein riesengroßes Herz für Tiere. Ich habe schon immer versucht, mit meiner Reichweite Aufmerksamkeit für Tierschutz zu schaffen." "Das Problem ist menschengemacht. Es liegt nicht daran, dass das Nashorn nicht mehr überleben kann", sagt Stolze.

Die Arbeit mit einem Atmungstrainer

Seine neueste Lebensveränderung ist die Arbeit mit einem Atmungstrainer. Das soll im Kampf eine innere Ruhe sicherstellen, wie er im Interview mit RTL erzählt. "In der deutschen Szene bin ich ein Exot. Ich habe mich schon zu vielen Sachen bekannt, wo andere sagen: Das mache ich nicht so." Die Atemtechniken seien da das nächste. Er freue sich, dass er so etwas im Allgemeinen zeigen könne. "Andere junge Kämpfer werden da vielleicht mit aufspringen. Man ist nur solange ein Exot, bis andere verstehen, dass es etwas Gutes ist. Danach will es dann jeder kopieren", sagt er.

Erfolge und Rückschläge in der UFC

Sportlich war Stolze bereits da, wo viele MMA-Kämpfer hinwollen - in der UFC. Seine Zeit bei der Eliteliga lief allerdings nicht so wie geplant. Lebensverändernde Schritte sind eine Art roter Faden in der Vita des 32-Jährigen, der im August erstmals Vater wird. Seine erste Niederlage bei Oktagon war aber letztlich der Auslöser für Stolze etwas zu ändern. "Wir haben uns unseren Traum erfüllt", sagt Stolze, der mit Frau, Schwiegermutter und Hunden ausgewandert ist. Umzug nach Zypern. Eine persönliche Veränderung wollte er haben. Lebensumstände, Wohnungssuche und auch klimatische Bedingungen hätten den Ausschlag gegeben, den Schritt dann zu wagen.

Lesen Sie auch: Stolze im Profil

Der Kampf gegen Benoit Saint Denis

Mit großen Erwartungen in einer neuen Gewichtsklasse startet Niklas Stolze einen weiteren Anlauf, seinen ersten Sieg in der UFC einzufahren. Der deutsche MMA-Kämpfer Niklas Stolze hat seinen dritten Kampf in der Ultimate Fighting Championship (UFC) gegen den Franzosen Benoit Saint Denis durch Submission in der zweiten Runde verloren. Beide Fighter waren vor dem Aufeinandertreffen im Octagon ins Leichtgewicht gewechselt. Für Stolze war es die dritte Niederlage in Folge. Dabei hatte der Kampf aussichtsreich für den Deutschen angefangen. Mit mehreren Lowkicks bearbeitete der 29-Jährige seinen drei Jahre jüngeren Gegner, ehe dieser ansetzte, ihn zu Boden zu ringen. Den Takedown brachte der ehemalige Soldat einer französischen Spezialeinheit dennoch erfolgreich durch, am Käfig konnte sich Stolze jedoch recht zügig aufrichten und aus dem Clinch befreien. Mit dem zweiten Takedown durch Saint Denis begannen dann die Probleme. Im Bodenkampf zeigte Saint Denis seine hervorragenden Jiu-Jitsu-Fähigkeiten und konnte Stolze lange Zeit im Klammergriff halten. Der ersten Versuche der Aufgabegriffe des Franzosen konnte sich Stolze noch erwehren, kurz vor Ende der Runde saß dann ein Würgegriff gefährlich tief unterm Kinn des Deutschen, die Uhr rettete ihn dann zumindest vorerst.

In der zweiten Runde zeichnete sich zunächst ein ähnliches Bild ab. Stolze übernahm die Kontrolle, einen Bodykick des Franzosen konterte er mit einigen sauberen Schlägen. Aus dem Clinch beförderte er Stolze wieder auf die Matte und konnte erneut mit seinen Beinen den Oberkörper des Deutschen umklammern und anschließend zum Rear-Naked-Choke zwischen Nacken und Kinn ansetzen. Von den Treffern leicht angeklingelt, stürzte sich Saint Denis erneut in den Takedown, den Stolze mit einem Guillotine Choke auffing. Saint Denis spielte seine Kraftvorteile aus und befreite sich aus dem Aufgabegriff. Um mögliche Verletzungen zu vermeiden, klopfte Stolze ab, der Kampf war entschieden. Die dritte Niederlage in Serie mindert die Chancen für Stolze auf eine langfristige Zukunft in der MMA-Eliteliga.

Neuanfang bei Oktagon und Ziele

Ende letzten Jahres hat Stolze nun einen Vertrag bei der MMA-Organisation Oktagon unterschrieben: „Ich möchte im zweiten Fight den Titelkampf kriegen und den Titel im dritten Fight verteidigen. Dann könnte ich sagen: es war schön, ich beende meine Karriere.“ Aktuell beginnt er nach Verletzungen und OP mit der Vorbereitung für seinen nächsten Kampf, den es „zu 100 % in diesem Jahr geben wird“.

Oktagon 73 in Hamburg

Der deutsche MMA-Kämpfer steht bei Oktagon 73 in Hamburg wieder im Käfig. RTL+ überträgt das komplette Event aus der Hamburger Barclays Arena ab 17.30 Uhr*. In Hamburg werden rund 15.000 Menschen dabei sein - vor allem wegen Christian Eckerlin im Hauptkampf. Stolzes Kampf gegen Jessin Ayari ist aber bei eingefleischten Fans das Duell mit dem Potenzial für den Kampf des Abends. Auch Ayari war bereits in der UFC, lieferte bei seinem Oktagon-Debüt einen spektakulären Fight. Bei den Eckerlin-Festspielen in der Hansestadt darf man das deutsch-deutsche Duell zwischen Niklas Stolze und Jessin Ayari aber nicht aus den Augen verlieren. Beide Kämpfer haben eine ähnliche sportliche Vita, waren bereits in der UFC, und sind technisch versierte MMA-Fighter - vielleicht die besten Deutschen im Weltergewicht. Vom Typ her sind beide unterschiedlich. "Jessin und ich kennen uns schon eine ganze Weile. Wir haben auch schon zusammen trainiert", erzählt Stolze mit Blick auf den Kampf. Zypern-Auswanderer Stolze trifft auf den heimatverbundenen Nürnberger Ayari. Der Respekt voreinander ist allerdings groß. Ayari sei ein guter Boxer und MMA-Kämpfer und im Weltergewicht "mit der stärkste Gegner". Ein technisches "Striking-Fest" verspricht Stolze. "Ein guter Tag für ganz MMA Deutschland", so der 32-Jährige.

Am Samstag (28. Juni) fliegen in der Hamburger Barclays Arena bei Oktagon 73 (ab 17.30 Uhr live auf RTL+) wieder die Fäuste. Neben dem deutschen MMA-Superstar Christian Eckerlin (38) steht auch MMA-Fighter Niklas Stolze (32) im Käfig - im deutschen Duell gegen Jessin Ayari (33). RTL.de verrät er, warum er inzwischen in Zypern lebt und spricht über seine Ranger-Leidenschaft.

Lesen Sie auch: Der Weg von Niklas Stolze

Niklas Stolze kämpft nicht nur im Käfig

Seit seinem 16. Lebensjahr ist Niklas leidenschaftlicher Kämpfer. Angefangen hat alles Wing Tsun (chinesische Kampfkunst.) In der Folge wechselte er zu JiuJitsu, bevor er mit 18 zum Kickboxen kam. Ein Jahr später stand er bereits bei den ersten Wettkämpfen im Ring. 2014 begann er mit MMA. Er kämpft als einer der ersten deutschen Fighter überhaupt in der UFC und auch bei Oktagon.

Ein neues Kapitel in Zypern

Trotz seiner großen Leidenschaft weiß er, dass es noch mehr im Leben gibt als Kampfsport und so zieht er vor anderthalb Jahren einen Schlussstrich in Deutschland. Er wandert mit Freundin Vivian nach Zypern aus. Stolze erzählt: „Es war einfach für mich an der Zeit, was zu ändern in meinem Leben. Ich wollte sagen, dass ich allgemein happy sein kann und dass es halt nicht immer nur der Sport ist. Zwölf Jahre nur Kampfsport sind lange.“

Einsatz für das Tierwohl

Niklas Stolze setzt sich gemeinsam mit Freundin Vivien fürs Tierwohl ein. Zwar hat er immer Sponsoren, weshalb er sich voll auf den Sport konzentrieren kann, doch „immer jeden Tag aufstehen und zum Training hat mir irgendwann einfach nicht mehr gereicht” erzählt er. „Ich wollte mehr aus meinem Leben machen.”

Die Rolle von Donald Cerrone

Ausschlaggebend: 2023 lernt er Sport-Ikone Donald Cerrone kennen, die beiden freunden sich an - auch, weil beide die Liebe zu Tieren verbindet. „Er hat mich mit auf seine Farm mitgenommen und mir gezeigt, wie das Range - und Farmleben geht. Wir haben uns dann ein bisschen umgeschaut und in Zypern den Ort Paphos kennengelernt. „Da war es um uns geschehen“, beschreibt er weiter.

Der Weg zum Ranger in Südafrika

Seit anderthalb Jahren leben er und seine Vivien nun in Zypern, haben ein Haus und mehrere Hunde. Zugleich lernt er einen Kontakt kennen, der ihm eine Ausbildung zum Ranger gegen Wilderer in Südafrika nahelegt. „Bei MMA weißt du, dass der Kampf fair abläuft. Aber als Ranger weißt du nie, wie bewaffnet die Menschen sind, die die Tiere töten wollen. Da brauchst du mentale Stärke, weshalb ich als Kämpfer gute Eigenschaften für diesen Job mitbringe“, erklärt er.

Lesen Sie auch: Kickbox-Legende Niklas Walter

Tier- und Naturschutz als Antrieb

Vor allem aber ist es der Tier- und Naturschutz, welcher ihn antreibt. Eine Reise nach Südafrika überzeugt ihn einmal mehr. „Das Land ist so wunderschön” schwärmt er.

Blick auf den kommenden Kampf

Am kommenden Samstag ist sein Gegner aber kein Wilderer und der Kampf findet auch nicht in freier Wildbahn statt, sondern im Käfig - gegen Jessin Ayari. Die Vorfreude steigt! „Ich freue mich aufs Event, aber vor allem auf den Kampf! Denn mit uns steigen wohl die besten Fighter dieser Gewichtsklasse in den Käfig.“ Normalerweise wäre auch Freundin Vivian mitgekommen, doch sie bleibt in Zypern.

Nachwuchs erwartet

Der süße Grund: „Meine Freundin und ich erwarten ein Kind.