OKTAGON MMA hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Mixed-Martial-Arts-Organisationen Europas entwickelt. Gegründet in Tschechien, hat sich die Liga in wenigen Jahren zu einem bedeutenden Player auf der internationalen MMA-Bühne entwickelt.
Mit einer Mischung aus hochklassigem Sport, innovativem Event-Design und emotionalem Storytelling begeistert OKTAGON ein breites Publikum - von eingefleischten MMA-Fans bis zu Neueinsteigern. Die Organisation setzt auf lokale Talente, internationale Kämpfer und YouTuber, um den Sport für ein Massenpublikum zugänglich zu machen. OKTAGON steht für Spannung, Authentizität und Entertainment - im Käfig wie auf der großen Bühne.
Die Gründer: Pavol Neruda und Ondřej Novotný
OKTAGON MMA wurde 2016 von Ondřej Novotný und Pavol Neruda in Tschechien gegründet. Was als ambitioniertes Projekt zweier Sportliebhaber begann, entwickelte sich schnell zu einer der bedeutendsten MMA-Organisationen im deutschsprachigen und osteuropäischen Raum.
Als verrückt und leidenschaftlich beschreibt Neruda die Arbeit in der nun größten MMA-Liga. Für den Kickstart brauchte das Duo aber Geld und Zeit. Jeder der beiden nahm einen Kredit über 25.000 Euro auf und kündigte seinen Job. "Wir waren so entschlossen, unser Ziel zu erreichen, dass wir nicht wirklich über die Konsequenzen nachgedacht haben", sagt Neruda, der bis dato im PR-Bereich tätig war. Novotny war jahrelang Kommentator bei Eurosport, zunächst für Tennis, seit 1999 aber bereits für K-1 und Kickboxen. Eine Art Fallschirm habe es nicht gegeben. "Wir haben alles auf eine Karte gesetzt!", blickt Neruda zurück.
Der Name „OKTAGON“ verweist auf das achteckige Kampfareal, das sinnbildlich für den Sport steht. Die Organisation punktet mit professioneller Eventplanung, aufwändiger medialer Inszenierung und einem Gespür für unterhaltsames Storytelling. OKTAGON versteht es, Kampfsport und Unterhaltung zu kombinieren - etwa durch Reality-Formate wie „OKTAGON Challenge“, in der Nachwuchskämpfer gegeneinander antreten, begleitet von Kamerateams und Fanvotings.
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Der Weg zum Erfolg
Das erste Projekt war eine Mischung aus MMA und Reality-TV. In Projekt X standen sich tschechische und slowakische Kämpfer gegenüber. Die zwei Teams lebten und trainierten zusammen. In mehreren Vorrundenkämpfen qualifizierten sich die Sieger für die erste Live-Veranstaltung der Organisation. In den Ländern der ehemaligen Tschechoslowakei war die Show und das erste Live-Event ein enormer Erfolg.
"Nach den ersten vier Events haben wir gesehen, dass wir ziemlich schnell wachsen. Da war schon klar, dass wir über die Grenzen der ehemaligen Tschechoslowakei hinausmüssen." Der Schritt nach Deutschland im Jahr 2021 sei entscheidend gewesen. "Seitdem ist unser Ansehen in Europa enorm gewachsen. Und persönlich fühle ich mich den Deutschen viel näher, als ich dachte, dass wir es sein werden. Die Stimmung und die Art und Weise, wie wir in Tschechien denken, was wir mögen - wir sind sehr nah beieinander."
In Deutschland hatte man mit Christian Eckerlin und Stephan Pütz vom MMA Spirit in Frankfurt auf die richtigen Zugpferde für den deutschen Markt gesetzt. "Dabei war MMA in der Festhalle damals noch gar nicht erlaubt. Nur wenige Monate später gab die Stadt ihr Okay und uns einen Termin. 4. Juni 2021 - das Datum werde ich nie vergessen", so Neruda. Der Organisation blieben nur ein paar Monate, um ein Team für Deutschland aufzubauen, die deutsche Umsetzung von Projekt X zu drehen und die erste Veranstaltung vorzubereiten. "Und es war ein Erfolg, bis auf wenige Tickets haben wir alle verkauft." Bei Oktagon folgten daraufhin renommierte Fighter wie David Zawada oder Alexander Poppeck. Das Konzept, mit Local Heroes und geschicktem Storytelling, Fans für den Sport zu begeistern, ging auf.
OKTAGON veranstaltet regelmäßig große Events in Arenen in Tschechien, der Slowakei, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Besonders große Veranstaltungen, wie „OKTAGON 58“ oder „OKTAGON 62“ in Prag oder Frankfurt, ziehen mehrere tausend Zuschauer vor Ort sowie Hunderttausende per Livestream an. Die Übertragungen erfolgen u. a. über den eigenen Streamingdienst „OKTAGON.tv“, aber in Deutschland auch über RTL+.
Ein Markenzeichen der Liga ist der starke Fokus auf Lokalisierung: In jeder Region treten meist auch heimische Kämpfer an, wodurch eine emotionale Verbindung zum Publikum entsteht. Die Events zeichnen sich durch hochwertige Produktion, Pyrotechnik, Musik und eine UFC-ähnliche Show-Dramaturgie aus.
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OKTAGON MMA bietet sowohl aufstrebenden Talenten als auch erfahrenen Profis eine Plattform. Zu den bekanntesten Kämpfern zählen u.a. Christian Eckerlin, Christian Jungwirth oder Kerim Engizek. Viele Athleten kommen aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen oder dem Balkan - einige wechselten später sogar in die UFC oder zu Bellator.
Die Organisation setzt bewusst auf eine Mischung aus sportlicher Qualität und Persönlichkeitsprofilierung. Kämpfer werden medial begleitet, erhalten Porträts, Interviews und dokumentarische Begleitung, was ihre Bekanntheit erhöht und die Fanbindung stärkt. Emotionale Rivalitäten und persönliche Geschichten stehen oft im Vordergrund.
Seit 2022 verfolgt OKTAGON MMA eine klare Expansionsstrategie: Mit regelmäßigen Events in Deutschland und Plänen für Märkte wie Großbritannien und Spanien wird die Organisation zunehmend international. Die deutschsprachige Zielgruppe wird gezielt mit deutschen Kommentatoren, lokalem Marketing und bekannten Gesichtern angesprochen.
Langfristig will sich OKTAGON als Europas führende MMA-Liga etablieren - als Alternative oder Ergänzung zur US-dominierten UFC. Dabei setzt die Organisation auf nachhaltiges Wachstum, lokale Fanbindung und die Entwicklung eigener Stars. Auch Partnerschaften mit Sponsoren wie Tipsport oder Monster Energy sowie der gezielte Aufbau von Nachwuchsprogrammen gehören zur Strategie.
OKTAGON 62: Bigger Than Ever
Am 12. Oktober 2024 schrieb OKTAGON MMA mit OKTAGON 62: Bigger Than Ever Geschichte. Im Frankfurter Deutsche Bank Park, sonst Heimat von Eintracht Frankfurt, fanden erstmals MMA-Kämpfe in einem Fußballstadion statt - und das vor über 58 000 begeisternden Zuschauern. Dieses völkerbewegende MMA-Spektakel markierte das größte je ausverkaufte MMA-Event in Europa.
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Die Kampfabende waren mit drei spannenden Titelduellen besonders gut besetzt: Christian Eckerlin erkämpfte sich im Hauptkampf den symbolischen Titel „King of Germany“, während Kerim Engizek gegen Patrik Kincl um den Mittelgewichtstitel antrat. Live-Musik von John Newman als Half‑Time‑Show verwandelte den Abend in ein wahres Festival‑Erlebnis - ein einzigartiges Zusammenspiel aus Spitzenkampf und Entertainment.
Die Vision der Gründer
"Wir sehen uns als Geschichtenerzähler und Liebhaber des Sports", sagt Neruda. "In unserem Ansatz liegt der Fokus stärker auf dem Storytelling und der Veranstaltung selbst, während andere Veranstalter sich stärker auf das TV-Produkt konzentrieren. Wir wollen die Geschichte jedes Kämpfers erzählen. Bei uns wird man am Tag des Events von Anfang bis Ende unterhalten, die Halle ist bereits beim ersten Kampf voll. Das ist einzigartig."
Dazu sollen die Bedingungen für Kämpfer auf der finanziellen Seite besser sein als in anderen Organisationen. "Wir versuchen, den Kämpfern das Maximum zu zahlen. Was das Geschäftliche angeht, macht das absolut Sinn", sagt Neruda. Andere Promoter seien wie im Rausch, wenn es um Bonuszahlungen gehe oder haben dubiose Geldgeber im Hintergrund. "Wir wollen ein nachhaltiges System schaffen, das dennoch Wachstum erlaubt. Im europäischen Vergleich zahlen wir zwischen mehreren Tausend für Starter in unserer Organisation bis zu sechsstelligen Summen, wie man an dem Gamechanger Turnier sehen kann, bei dem eine Million Euro im Topf sind und der Gewinner 300.000 Euro bekommt."
Neruda kündigt "absolut verrücktes" für Deutschland an. RTL Deutschland will künftig verstärkt Mixed-Martial-Arts-Events zeigen. Dazu hat die Kölner Sendergruppe eine exklusive Medienpartnerschaft mit Oktagon MMA für Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg geschlossen.
OKTAGON MMA: Eckdaten
| Name | OKTAGON MMA |
|---|---|
| Gründungsjahr | 2016 |
| Gründer | Ondřej Novotný & Pavol Neruda |
| Hauptsitz | Prag, Tschechien |
| Größtes Event bisher | OKTAGON 62 |
| Streaming-Plattformen | OKTAGON.tv & RTL+ |
Ausblick
Deutschland spielt in den Oktagon-Plänen auch in Zukunft eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt, weil der Deal mit RTL bei einem erfolgreichen Event in Frankfurt ausgebaut werden könnte. "Wir waren 2024 bereits sechs Mal in Deutschland, im nächsten Jahr sollen es mehr Veranstaltungen werden. Wir werden vor Oktagon 62 eine Pressekonferenz mit dem Titel 'Oktagon Time' abhalten und alle Städte bekannt geben." Den Wert seiner Organisation schätzt Neruda auf rund 100 Millionen Euro, "sofern man damit jetzt an die Börse" gehen würde. Ein solcher Schritt ist aber noch Zukunftsmusik.
