Wie viel verdienen Kickboxer und MMA-Kämpfer wirklich? Ein Blick auf die Einkommensrealität

Die Realität hinter dem Glanz: Was Profi-Kickboxer und MMA-Kämpfer wirklich verdienenViele Menschen, die Personal Coaches sind, waren vor ein paar Jahren noch professionelle Kickboxer oder Thaiboxer. Es stellt sich die Frage: Verdienen Profis wirklich gutes Geld? Die Antwort ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab.

Das Einkommen von Rico Verhoeven: Ein Beispiel für Erfolg

Rico Verhoeven hat sich nicht nur als einer der größten Kämpfer der Welt, sondern auch als kluger Unternehmer und Medienpersönlichkeit bewiesen. Der „King of Kickboxing“ verfügt über ein geschätztes Vermögen von einigen Millionen Euro, die aus verschiedenen Einkommensquellen stammen.

Verhoevens Einkommensquellen

* Kampfgagen: Als Weltmeister im Schwergewicht bei Glory hat Verhoeven beträchtlich an seinen Kämpfen verdient. Seine Einnahmen pro Kampf variieren zwischen 200.000 € und 500.000 €. Er erhält einen Bonus von 50.000 € für jeden Kampf, den er durch Knockout gewinnt.* Bekannte Kämpfe: Die Kämpfe gegen Badr Hari und Jamal Ben Saddik haben Verhoevens Taschen ordentlich gefüllt.* Eigene Linie für Kleidung und Boxaccessoires: Die Marke hat eine starke Präsenz in der Sportwelt aufgebaut, die Verhoeven seinen Millionen Followern in sozialen Medien bewirbt.* Immobilieninvestitionen: Eine seiner bemerkenswertesten Investitionen ist ein Ladengeschäft mit Wohnungen in Halsteren, nicht weit von seinem Geburtsort Bergen op Zoom. Es ist eine seiner Investitionen, die ihm einen stabilen passiven Einkommensstrom eingebracht hat.* Gastronomie: Verhoeven ist Miteigentümer von Gastronomiebetrieben wie Mood Streetfood in Eindhoven und Leidschendam.* Unterhaltungsindustrie und Sponsorendeals: Eine Einkommensquelle, die nicht übergangen werden darf, sind die Sponsorendeals.* Geschätztes Vermögen: Alles in allem wird das Vermögen des Spitzensportlers auf etwa acht Millionen Euro geschätzt.Mit dem reichlichen Vermögen kauft Verhoeven unter anderem (Sport-)Autos. Seine Sammlung umfasst eine Ducati Diavel 1260, einen McLaren 720S Spider, einen Mercedes G63 und einen Audi RS3.

Die Realität für deutsche Kickboxer: Tim Müllers Geschichte

Der Villinger Tim Müller ist einer der besten deutschen Kickboxer und erklärt, was einer Profikarriere im Weg steht.

Tim Müllers Karriere

* Titel: Sechsfacher Deutscher Meister, zweimal Europas Bester, Interkontinentalchampion und sogar Weltmeister in der Kickbox-Richtung K1.* Finanzielle Herausforderungen: „Leider ist das in Deutschland nahezu unmöglich. Oftmals erhalte ich Peanuts als Preisgeld. Das reicht dann meist nur für Hotel und Spesen. Es ist nicht so wie beim Boxen, wo man schon als Amateur in der Bundesliga gutes Geld verdient“, erklärt der Modellathlet.* Berufliche Absicherung: „Ich bin gelernter Industriekaufmann und absolviere nebenbei eine Fortbildung zum Betriebswirt, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Daneben habe ich noch eine Freundin und das Kickboxen. Ich versuche, alles unter einen Hut zu bringen. Wenn ich Profi werden will, müsste ich viel mehr Zeit für das Training aufbringen. Diese Zeit habe ich aber nicht.“

Der Weg zum Profi-Kämpfer: MMA als Beispiel

Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben.

Der ideale Einstieg

* Früher Beginn: Das beste Alter, um mit MMA anzufangen, ist ein Alter von 14 bis 16 Jahren, wenn man schon mit 18 Jahren antreten möchte.* Trainingsdauer: Man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.

Gehaltsstruktur im MMA

* Keine allgemeingültige Gehaltstabelle: Das Gehalt jedes einzelnen Kämpfers hängt von den Bedingungen des von ihm unterzeichneten Vertrags ab.* Grundvergütung und Pay-per-View-Zuschläge: Spitzenkämpfer erhalten zusätzlich zu ihrer Grundvergütung noch Pay-per-View-Zuschläge.* UFC Kämpfer: Die UFC Kämpfer am unteren Niveau verdienen ca. 10.000 - 30.000 US Dollar pro Kampf.

Die Bedeutung der richtigen Kampfsportarten und des Trainings

Es hilft enorm, wenn man einen oder mehrere Kampfsportarten gut beherrscht. Jeder große Profikämpfer hat einen Hauptstil, in dem er trainiert hat, aber das muss nicht immer eine Kampfsportart sein.

Empfehlungen für Kampfsportarten

* Schlagdisziplin: Muay Thai oder Boxen.* Bodenkampf: BJJ (Brazilian Jiu-Jitsu).

Gesundheit und Fitness

Wichtig ist eine gesunde, ausgeglichene Ernährung, um immer Gewicht zu machen. Auch die richtige Fitness ist wichtig. Dazu gehört, dass Du Deinen Trainingsplan so zusammenstellst, dass er zu deinem spezifischen Stil passt.

Die Rolle des Trainers und des Gyms

Kein ordentliches MMA Gym wird nur einen Trainer haben, denn selbst die besten Profikämpfer werden Dir sagen, dass sie nicht in allem der Beste sind. Richtige Trainer MÜSSEN zum Beispiel einen schwarzen Gürtel ersten Grades oder höher in ihrer spezifischen Kampfkunst haben.

Der Weg in die UFC

In die UFC zu kommen, ist wahrscheinlich der schwierigste Teil. Im Normalfall musst Du Dir erst einmal einen Namen in der Szene gemacht haben.

Gehaltsunterschiede im Boxen: Ein Vergleich mit anderen Sportarten

Laut Sports Brief verdient ein durchschnittlicher Profiboxer etwa 64.000 US-Dollar pro Jahr, vorausgesetzt, er hat 8 Kämpfe, die ihm jeweils etwa 8.000 US-Dollar einbringen. Im Vergleich dazu verdienen Meisterschaftsfußballspieler laut der Professional Footballer Scouts Association mehr als 250.000 US-Dollar pro Jahr.

Die Elite der Boxer

Boxer verdienen aufgrund der Menge an Geld, die sie erwirtschaften, zig Millionen pro Kampf. Um dies in einen Zusammenhang zu bringen: Floyd Mayweather Jr vs. Conor McGregor erwirtschaftete etwa 600 Millionen US-Dollar, wovon etwa 280 Millionen US-Dollar an Floyd und 130 Millionen US-Dollar an McGregor gingen.

Boxen vs. Fußball

In einer solchen Situation wäre es objektiv fast immer besser, sich dem Fußball zu widmen. Sie werden weniger Verletzungen erleiden, mehr Geld verdienen und wahrscheinlich länger auf einem höheren Niveau spielen. Im Durchschnitt verdienen Boxer deutlich weniger als Fußballer.

Die deutsche Szene: Zwischen Traum und Realität

Ein Boxer oder Kickboxer verdient normales Geld (2000-5000 Euro) erst, wenn man deutscher Meister ist. Als Amateur kriegt man meistens Nichts. Die Weltmeister oder Europameister verdienen natürlich viel mehr, das sind aber auch sehr wenige die Besten.

Die goldene Ära des Berufsboxens in Deutschland

Die 90er-Jahre und das 21. Jahrhundert in seinen Anfängen waren die goldene Ära des Berufsboxens in Deutschland. Doch als ZDF und ARD ihre Verträge nicht verlängerten und aus dem Boxen ausstiegen, war Universum nicht mehr existenzfähig.

Die Situation heute

Alexander Petkovic schätzt, dass „50 Boxer in Deutschland vom Boxen leben können. Maximal.“ Er sagt, er bezahle ein festes Gehalt, dazu kommen die Gagen. Aber lediglich drei seiner Kämpfer würde er als „Vollprofis“ bezeichnen, die monatlich 6000 bis 8000 Euro verdienen.

Katharina Dalisda: Eine MMA-Kämpferin in Deutschland

Katharina Dalisda ist professionelle MMA-Fighterin. Von den insgesamt 13 Profikämpfen, die sie bisher hatte, gewann sie zehn.

Katharinas Trainingsalltag

„Ich trainiere zehnmal die Woche, also wochentags meistens zweimal am Tag. Die Sporteinheiten sind dabei gesplittet in Ringen, Jiu-Jitsu und Striking, also Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxen und Kickboxen. Außerdem mache ich Sparring-Einheiten."

Einnahmequellen

„Die Haupteinnahmequelle als Kämpfer ist die Kampfgage. Die kann zwischen 500 Euro und einer Million liegen. Wie viel man aber tatsächlich bekommt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt aber auch noch andere Einnahmequellen, zum Beispiel durch Sponsorengelder. Und man wird manchmal auch an den Ticketverkäufen für die Kämpfe beteiligt."

Andrew Tate: Ein Beispiel für Erfolg und Fall

Andrew Tate war einst ein verheißungsvoller Kickboxer, der zwei Weltmeistertitel gleichzeitig hielt. Nach dem Ende seiner sportlichen Karriere eröffnete er in Rumänien mehrere Casinos, mit denen er Schätzungen zufolge mehr als eine Million Euro im Jahr verdient.

Zusammenfassende Tabelle: Einkommensquellen und Verdienstmöglichkeiten

EinkommensquelleBeispiele und Anmerkungen
KampfgagenVariieren stark je nach Liga, Bekanntheit und Erfolg des Kämpfers
SponsoringWichtige Einnahmequelle, besonders für bekannte Kämpfer
TicketverkäufeBeteiligung an den Einnahmen möglich
Eigene Marke/MerchandisingZusätzliches Einkommen durch Verkauf von Kleidung, Accessoires etc.
Immobilien/GastronomiePassive Einkommensströme durch Investitionen
TV-VerträgeFür Promoter wichtige Einnahmequelle, beeinflusst auch die Börsen der Kämpfer

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