Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts, insbesondere der UFC, wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Der Grund dafür ist, dass der menschliche Körper in jungen Jahren sehr viel lernfähiger ist. Es ist zwar nicht schlecht, mit Mitte bis Ende 20 andere Sportarten zu betreiben, aber um auf höchstem Niveau mithalten zu können, sollte man früher gezielt mit Kampfsporttraining anfangen.
Ein sehr berühmter und talentierter Kämpfer wie Connor McGregor begann im Alter von 12 Jahren mit dem Boxen und Taekwondo, später mit dem MMA Training. McGregor hat im Alter von 18 Jahren sein Debüt im Mixed Martial Arts in einem Amateurkampf gegeben, den er leicht gewann. Nach diesem Kampf wurde er Profi. Daher ist das beste Alter, um mit MMA anzufangen, ein Alter von 14 bis 16 Jahren, wenn man schon mit 18 Jahren antreten möchte. Deshalb ist ein schneller Einstieg enorm wichtig, um ein professioneller Kämpfer zu werden.
Es gibt keine genaue Zeitspanne, die man braucht, um ein professioneller Kämpfer zu werden. Die Lernfähigkeit ist bei jedem unterschiedlich. Aber man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.
Gehaltsunterschiede im Kampfsport
Es gibt keine allgemeingültige Gehaltstabelle für alle Kämpfer, da das Gehalt jedes einzelnen Kämpfers von den Bedingungen des von ihm unterzeichneten Vertrags abhängt. Aus diesem Grund verdienen zwei verschiedene Kämpfer mit exakt denselben Kampfrekorden nicht unbedingt gleich viel Geld. Spitzenkämpfer erhalten zusätzlich zu ihrer Grundvergütung noch Pay-per-View-Zuschläge.
Der beste Weg, um eine allgemeine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel Geld professionelle MMA-Kämpfer verdienen, ist ein Blick auf die Liste der Auszahlungen der Kämpfer. Die UFC Kämpfer am unteren Niveau verdienen ca. 10.000 - 30.000 US Dollar pro Kampf.
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Laut Sports Brief verdient ein durchschnittlicher Profiboxer etwa 64.000 US-Dollar pro Jahr, vorausgesetzt, er hat 8 Kämpfe, die ihm jeweils etwa 8.000 US-Dollar einbringen. Im Vergleich dazu verdienen Meisterschaftsfußballspieler laut der Professional Footballer Scouts Association mehr als 250.000 US-Dollar pro Jahr. Spieler der Premier League verdienen im Durchschnitt fast 4.000.000 US-Dollar. Nur die Spieler der niedrigsten Liga verdienen etwa 1000 US-Dollar pro Woche.
Da Boxen kein Mannschaftssport ist, ist es Sache des Einzelnen, Interesse für sich selbst zu wecken. Im Allgemeinen gibt es drei Möglichkeiten, dies zu erreichen:
- Ruhm durch fantastische Leistungen im Ring
- Aufbau einer Fangemeinde
- Sich durch Reden dazu durchringen, mit dem Boxen viel Geld zu verdienen
Freimütig und dreist zu sein führt oft dazu, dass Boxfans dich entweder lieben oder hassen. Das Problem bei all diesen Methoden ist jedoch, dass sie alle unglaublich schwierig sind. Die meisten davon erfordern Geld, Verbindungen oder Glück. Wenn Sie keine Tickets verkaufen können, werden Sie im Wesentlichen nur sehr wenig Geld verdienen.
Nachdem wir nun festgestellt haben, dass die überwiegende Mehrheit der Boxer nicht viel Geld verdient, können wir einen Blick auf die Elitekämpfer werfen. Das Beste vom Besten. Boxer verdienen aufgrund der Menge an Geld, die sie erwirtschaften, zig Millionen pro Kampf.
Um dies in einen Zusammenhang zu bringen: Floyd Mayweather Jr vs. Conor McGregor erwirtschaftete etwa 600 Millionen US-Dollar, wovon etwa 280 Millionen US-Dollar an Floyd und 130 Millionen US-Dollar an McGregor gingen. Wenn diese Zahlen korrekt sind, bedeutet das, dass von den 600 Millionen Dollar, die der Kampf einbrachte, angeblich 410 Millionen Dollar an die Boxer gingen.
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Wenn man die bestbezahlten Sportler im Boxsport mit den bestbezahlten Sportlern im Fußball vergleicht, scheint es keine großen Unterschiede zu geben. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum Menschen oft davon ausgehen, dass Boxer viel Geld verdienen.
In einer solchen Situation wäre es objektiv fast immer besser, sich dem Fußball zu widmen. Sie werden weniger Verletzungen erleiden, mehr Geld verdienen und wahrscheinlich länger auf einem höheren Niveau spielen. Während die bestbezahlten Fußballer und Boxer in Bezug auf das Gehalt in etwa gleichauf sind, spiegelt dies nicht den Durchschnitt beider Sportarten wider. Im Durchschnitt verdienen Boxer deutlich weniger als Fußballer.
Rico Verhoeven: Ein Beispiel für Erfolg im Kickboxen
Rico Verhoeven hat sich nicht nur als einer der größten Kämpfer der Welt bewiesen, sondern auch als kluger Unternehmer und Medienpersönlichkeit. Der „King of Kickboxing“ verfügt über ein geschätztes Vermögen von einigen Millionen Euro, die aus verschiedenen Einkommensquellen stammen.
Als Weltmeister im Schwergewicht bei Glory hat Verhoeven beträchtlich an seinen Kämpfen verdient. Seine Einnahmen pro Kampf variieren nämlich zwischen 200.000 € und 500.000 €. Diese unglaublichen Beträge machen den 35-jährigen Spitzensportler zu einem der bestbezahlten Kickboxer der Welt. So erhält er einen Bonus von 50.000 € für jeden Kampf, den er durch Knockout gewinnt.
Bekannte Kämpfe, die erheblich zu seinem Vermögen beigetragen haben, sind seine Titelverteidigungen. Die Kämpfe gegen die starken Gegner Badr Hari und Jamal Ben Saddik haben Verhoevens Taschen ordentlich gefüllt. Diese Wettkämpfe zogen weltweit unglaublich viel Aufmerksamkeit auf sich und brachten beträchtliche Preisgelder ein.
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Eine wichtige Einkommensquelle neben seinen Kämpfen ist seine eigene Kleidungs- und Boxaccessoire-Linie. Die Marke hat eine starke Präsenz in der Sportwelt aufgebaut, die Verhoeven seinen Millionen Followern in sozialen Medien bewirbt. Weiterhin hat Verhoeven kräftig in Immobilien investiert. Eine seiner bemerkenswertesten Investitionen ist ein Ladengeschäft mit Wohnungen in Halsteren, nicht weit von seinem Geburtsort Bergen op Zoom. Es ist eine seiner Investitionen, die ihm einen stabilen passiven Einkommensstrom eingebracht hat.
Auch ist Verhoeven Miteigentümer von Gastronomiebetrieben wie Mood Streetfood in Eindhoven und Leidschendam. Diese Unternehmen sind beliebt und profitieren von Verhoevens Bekanntheit.
Neben seinen Aktivitäten in der Sport- und Geschäftswelt hat Verhoeven auch eine Karriere in der Unterhaltungsindustrie aufgebaut. Eine Einkommensquelle, die nicht übergangen werden darf, sind die Sponsorendeals.
Alles in allem wird das Vermögen des Spitzensportlers auf etwa acht Millionen Euro geschätzt. Mit dem reichlichen Vermögen kauft Verhoeven unter anderem (Sport-)Autos. Der 1,96 Meter große Kickboxer hat nämlich eine Leidenschaft für besondere Autos. Seine Sammlung umfasst eine Ducati Diavel 1260, einen McLaren 720S Spider, einen Mercedes G63 und einen Audi RS3.
Situation in Deutschland
Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer, meint: „Schwarz ist jetzt schon ein Gewinner“ - wegen der medialen Aufmerksamkeit. Von der soll die gesamte Szene in Deutschland profitieren. Veranstaltungen gibt es genügend, Stars aber wenig. Und das Geld ist knapp.
Ein Klacks.Auch wer im Boxen eine Funktion einnehmen und sich dafür lizenzieren lassen will, kann dem BDB beitreten.
Im Klartext: Der BDB läuft so mit.Er ist einer der bekanntesten Sportverbände. Alt, voller Tradition. Dieses Jahr ist der Bund Deutscher Berufsboxer 70 geworden. 303 Faustkämpferinnen und Faustkämpfer sind Mitglieder im BDB. Viel kostet das nicht: Aufnahmegebühr 25 Euro, Jahresbeitrag 62 Euro.
„Von dem, was wir über diese Schiene einnehmen“, sagt BDB-Präsident Thomas Pütz, „können wir gerade das Porto für unsere Briefe bezahlen.“ Die Organisation, die das Profiboxen in Deutschland trägt, ist darauf angewiesen, dass sie Sponsoren und „Freunde des Boxsports“ hat. Die den Laden mit Spenden, Goodwill und eigener Arbeit am Leben halten.
Zu tun hat der BDB mehr als genug. Doch selbst mit dieser Dauerpräsenz kann er nicht alles abdecken. „In Deutschland betreuen wir hundert Veranstaltungen pro Jahr.“ Da ist er fast froh, dass es noch den deutlich kleineren konkurrierenden Verband German Boxing Association (GBA) gibt, der sich um die Events kümmert, die nicht die Standards des BDB (etwa bei der ärztlichen Betreuung) erfüllen.
Mit deutscher Lizenz sind derzeit als aktiv gemeldete 405 Männer und 25 Frauen unterwegs. Ihr Beruf, ganz offiziell: Sie sind Boxer.Und das klingt cool: Boxprofi. Auch wenn man später was ganz anderes macht. „Der frühere Boxprofi“ - es ist ein Siegel für immer.
„Es sollte so sein, dass man vom Berufsboxen leben kann, ist aber nicht immer so“, räumt Thomas Pütz ein. Man müsse unterscheiden zwischen der Situation global und der in Deutschland. Weltweit ist Profiboxen eine große Nummer, „populärer denn je“, in den vergangenen Jahren stand an der Spitze der bestverdienenden Sportler des Planeten mit Floyd Mayweather meist ein Boxer. In Deutschland habe es „eine Creme de la Creme“ zu Wohlstand gebracht: die Klitschko-Brüder, Henry Maske, Dariusz Michalczewski, Axel Schulz. „Doch es gibt auch Boxer, die am Existenzminimum herumkrebsen.“
Die 90er-Jahre und das 21. Jahrhundert in seinen Anfängen waren die goldene Ära des Berufsboxens in Deutschland.
Doch in den großen Boxställen können bei weitem nicht alle unterkommen. Und so ist für viele Berufsboxer das Boxen doch eher ein Nebenjob. In den sie durch Zufälle hineingeraten.
Bei den Frauen genügt nicht mal ein Weltmeistertitel, um allein vom Boxen zu leben. Christina Hammer, die Bekannteste, modelt. Nikki Adler, ihre Rivalin, derzeit pausierend, hatte eine Halbtagesstelle als Briefträgerin, die Augsburger Tina Rupprecht, bei Petkovic unter Vertrag und Champion im Minimumgewicht, ist im Schuldienst.
Alexander Petkovic schätzt, dass „50 Boxer in Deutschland vom Boxen leben können. Maximal.“ Er sagt, er bezahle ein festes Gehalt, dazu kommen die Gagen. Aber lediglich drei seiner Kämpfer würde er als „Vollprofis“ bezeichnen, die monatlich 6000 bis 8000 Euro verdienen.
Wie oft steigt ein Profi in den Ring? Das ist höchst unterschiedlich. Jetzt ist er 40 und absolviert noch ein, zwei Kämpfe pro Jahr (diesen Samstag etwa in Schwerin ist wieder einer).
Vielboxer sind die „Journey Men“, die oft auf die Schnelle gebucht werden. Sie leben von den Gagen, die sie dafür bekommen, ein verlässlicher Verlierer zu sein - und sollten es nur vermeiden, k.o. zu gehen, denn sonst tritt eine Schutzsperre in Kraft.
Womit ein Boxer sonst noch Geld verdienen kann: Sparring. Allerdings wird man damit nicht reich: Selbst die Klitschkos bezahlten ihren Partnern pro Woche nur 500 Euro (nebst Kost, Logis).
Alexander Petkovic spricht ehrlich über sein Geschäft: „Nicht jeder, der sich Weltmeister nennt, ist einer.
Ein Profi jedoch... verdient damit seinen Lebensunterhalt. Es ist also Sportart-abhaängig... Einige Profis können von den Gagen Leben andere NICHT... und es kann schnell vorbei sein, viele haben keine ahnung wie man geld anlegt um langfristig was von zu haben, wieviel geld hat rocky und ottke gemacht? und was is? alle beide pleite ..
Tim Müller: Ein Beispiel aus dem Kickboxen
Der Villinger Tim Müller ist einer der besten deutschen Kickboxer und erklärt, was einer Profikarriere im Weg steht.
Der Schwarzwälder, der im Alter von sechs Jahren mit Karate begann und seit sieben Jahren im Ring steht, würde gerne sein Hobby zum Beruf machen. „Leider ist das in Deutschland nahezu unmöglich. Oftmals erhalte ich Peanuts als Preisgeld. Das reicht dann meist nur für Hotel und Spesen. Es ist nicht so wie beim Boxen, wo man schon als Amateur in der Bundesliga gutes Geld verdient“, erklärt der Modellathlet. Ein weiteres Problem bestehe in der Vielzahl der Verbände, die alle auf eigene Faust operieren.
Der Villinger hat sich ob der ungewissen sportlichen Perspektive bereits beruflich abgesichert. „Ich bin gelernter Industriekaufmann und absolviere nebenbei eine Fortbildung zum Betriebswirt, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Daneben habe ich noch eine Freundin und das Kickboxen. Ich versuche, alles unter einen Hut zu bringen. Wenn ich Profi werden will, müsste ich viel mehr Zeit für das Training aufbringen. Diese Zeit habe ich aber nicht.“ Deshalb kann Müller, der in Besitz einer Ausbilder-C-Lizenz ist, auch sein Wissen als Trainer derzeit nicht weitergeben.
Katharina Dalisda: Eine MMA-Kämpferin
Katharina Dalisda ist professionelle MMA-Fighterin. Von den insgesamt 13 Profikämpfen, die sie bisher hatte, gewann sie zehn. Im September gewann sie als erste Deutsche den “Oktagon MMA”-Titel im Strohgewicht, bis 52,2 Kilogramm.
„Als professionelle Kämpferin trete ich gegen andere Wettkämpferinnen an. MMA steht für Mixed Martial Arts und setzt sich aus verschiedenen Kampfdisziplinen zusammen, darunter zum Beispiel Kickboxen, Ringen oder Jiu-Jitsu. Beim Ringen liegt der Fokus auf Takedowns, also darauf, den Trainingspartner vom Stand auf den Boden zu bringen. Beim Jiu-Jitsu arbeitet man hauptsächlich mit Würge- und Hebeltechniken. Damit lässt sich der Gegner am Boden kontrollieren oder zur Aufgabe zwingen. Gekämpft wird im MMA also sowohl im Stehen mit Schlägen und Tritten als auch am Boden. Ich trete oft in Deutschland an, reise aber auch in andere Länder. Ich habe zum Beispiel schon in London, in der Slowakei oder in Tschechien gekämpft. Die Königsklasse des MMA befindet sich aber in den USA: die Ultimate Fighting Championship, kurz UFC. Wie oft ich tatsächlich kämpfe, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Ich bin mit einem Gewicht von 52,15 Kilo eine relativ leichte Frau, Gewichtsklasse Strohgewicht. Dadurch ist es nicht einfach, Gegnerinnen zu finden. Deshalb dauert es manchmal, bis der nächste Kampf stattfinden kann. Männer haben es da leichter. Von denen gibt es einfach mehr im MMA. In meinem bisher aktivsten Jahr hatte ich fünf Kämpfe.
„Ich trainiere zehnmal die Woche, also wochentags meistens zweimal am Tag. Die Sporteinheiten sind dabei gesplittet in Ringen, Jiu-Jitsu und Striking, also Schlag- und Tritttechniken aus dem Boxen und Kickboxen. Außerdem mache ich Sparring-Einheiten. So nennt man die Trainingskämpfe, in denen ich alle Disziplinen anwende. Am Samstag mache ich nur eine Einheit, das ist dafür die intensivste der Woche. Das ist auch eine Sparring-Einheit, aber schon sehr ähnlich zum Wettkampf. Darum ist sie konditionell sehr anstrengend. Sonntags habe ich frei. Das ist viel Training, aber es ist auch sehr abwechslungsreich. Weil ich in unterschiedlichen Disziplinen trainiere, ist die Belastung immer eine andere. Darum wird es nie langweilig. Bei Einheiten, die technischer sind, trainieren wir Situationen ohne Gegenwehr, weil man sich auf die Details der Bewegungen konzentriert. Außerdem machen wir sowohl Kraft- als auch Konditionsübungen, die den Bewegungsabläufen entsprechen, die man auch bei den verschiedenen Disziplinen benötigt. Im Sommer gehen wir einmal die Woche auf die Laufbahn. Dort mache ich Sprints und Sprünge. Die Sprints sind nur etwa 20 Meter lang. Man braucht diese Explosivität beispielsweise beim Ringen, wenn man nach vorne geht, um den Kontakt zum Gegner zu suchen. Oft machen wir auch 400 Meter-Intervalle mit je einer Minute Pause dazwischen. Die Rundenpausen beim Kampf sind genauso lang.
„Mein ganzes Leben ist zu hundert Prozent auf den Sport ausgerichtet. Nach dem Training achte ich darauf, mich zu regenerieren und sinnvoll zu essen. Gerade in der Wettkampfvorbereitung nehme ich recht viel Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate zu mir, dafür möglichst kein Zucker und kein Fett. Außerhalb der Vorbereitung esse ich mehr Kohlenhydrate und hin und wieder auch mal fettige oder zuckerhaltige Speisen. Nach einem anstrengenden Trainingstag hat man abends nicht groß Lust, um die Häuser zu ziehen. Dadurch ist es nicht immer einfach, den Kontakt zu Freunden zu halten. Mein Freund ist auch MMA-Kämpfer. Das ist praktisch, weil er genau weiß, was ich durchmache. Tatsächlich habe ich außerhalb des Sports nur wenige Freunde. Die sehe ich nur alle paar Wochen mal zum Abendessen oder bei besonderen Anlässen. Aber das liegt auch daran, dass sie in anderen Städten wohnen. Schwieriger ist die Beziehung zu Arbeitskollegen, denn um mich zu finanzieren, habe ich noch einen Teilzeitjob in einer Sportmarketing-Agentur. Weil mein Alltag so durchgetaktet ist, bleibt für Zwischenmenschliches nicht viel Zeit. Das wirft mir aber niemand vor. Ich lebe in Frankfurt, meine Familie in der Nähe von München. Daher sehe ich sie nur selten. Meistens besuche ich sie nach Kämpfen für ein paar Tage, weil ich mich in dieser Zeit regeneriere und sowieso nicht trainiere. Man kann den Sport nur für eine begrenzte Zeit machen. Es gibt kaum Kämpfer:innen, die älter als 40 sind. Natürlich kommt es darauf an, wie gut der Körper die Kämpfe wegsteckt, aber man hat nur sehr begrenzt Zeit, Karriere zu machen.
„Eigentlich bin ich durch einen Zufall zum MMA gekommen. Ich habe mit fünf Jahren angefangen, Judo zu machen und bin 17 Jahre dabei geblieben. Als ich dann für meinen Master in Sportmanagement nach Darmstadt gezogen bin, war kein Judoverein mehr in der Nähe. Stattdessen habe ich Ausdauersport gemacht, aber das ist mir irgendwann zu langweilig geworden. Während eines Halbmarathons habe ich mich mit jemandem unterhalten, der Kickboxen macht. Und ich dachte: Das klingt cool. Das probiere ich aus. Als ich in mein aktuelles Studio gewechselt bin, wollte ich gar kein Profi werden, sondern nur einmal kämpfen, um die Erfahrung gemacht zu haben. Ende 2018 durfte ich dann das erste Mal im Wettkämpfer-Team mittrainieren. Meinen ersten Amateurkampf hatte ich im Frühjahr 2019. Davon habe ich drei Stück gemacht und im September 2019 hatte ich dann meinen ersten Profikampf. Das Kämpfen an sich hat mir viel Spaß gemacht, aber auch, zu sehen, wie ich mich durch das Training verbessere. Darum habe ich nach dem ersten Profikampf entschieden: Ich will für den Kampfsport so viel wie möglich aus mir rausholen.
„Besonders interessant ist für andere Menschen, wie es als Frau ist, MMA-Fighterin zu sein und ob ich auch Frauen als Trainingspartner habe. Tatsächlich bin ich in der Wettkämpfer-Gruppe meines Studios die einzige Frau. Ich trainiere also nur mit Männern. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es im Kampfsport so wenige Frauen gibt. Ich glaube, viele haben eine Hemmschwelle, weil sie wissen, dass es nur wenige Frauen hier gibt und man zu einem männlichen Trainingspartner viel Vertrauen braucht. Man weiß, der ist einem körperlich überlegen. Von Monat zu Monat werden es aber mehr Frauen, die sich hier im Studio anmelden und auf verschiedenen Niveaus trainieren. Meistens machen die aber kein MMA, sondern Kickboxen. Ich denke, weil die körperliche Hürde geringer ist. Beim Ringen muss man zum Beispiel oft das Gewicht des Trainingspartners heben und man hat mehr Körperkontakt.
„Man muss als MMA-Kämpfer:in immer offen sein für Kritik und Vorschläge. Nur so kann man sich stetig weiterentwickeln. Aber besonders wichtig sind ein gesunder Ehrgeiz und viel Durchhaltevermögen. Man darf sich von einer Niederlage im Kampf nicht entmutigen lassen. Für die Motivation ist es unfassbar wichtig, dass man den Sport liebt. Wenn man nicht richtig Bock drauf hat, ist es schwierig, dran zu bleiben. Ich muss mich nie zwingen, ins Training zu gehen. Eher muss ich mich bremsen, wenn ich merke, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin.
„Es gibt viele verschiedene Meinungen über MMA. Viele, die das über Social Media verfolgen, stellen sich alles einfacher vor, als es ist. Die denken, ich trainiere zweimal, fetze mal kurz alle weg und stehe dann im Rampenlicht. Andere wiederum haben viel Respekt vor dem Kampfsport. Viele sagen mir, sie würden sich das nie zutrauen, weil es so viel Arbeit ist und weil sie Angst hätten, sich zu verletzen. Diese Angst habe ich im normalen Trainingsalltag nicht. Kurz vor Kämpfen geht man dem Verletzungsrisiko aber etwas mehr aus dem Weg. Interessant ist, dass viele Menschen denken, Kampfsportler seien privat aggressiv. Das merke ich an Menschen, die mir auf Social Media folgen und mich nur als Athletin kennen. Wenn sie mich dann persönlich treffen, sind sie immer erstaunt, dass ich ein ganz normaler Mensch bin.
„MMA ist ein Kampfsport. Da kassiert man natürlich auch mal. Tatsächlich bin ich mit Verletzungen bisher aber gut weggekommen. Das Spektakulärste war, dass ich einmal im Training durch ein Knie K.O. gegangen bin. Das lag aber nicht am Trainingspartner, das war einfach doofes Timing. Das Knie hat Gott sei Dank meinen Mundschutz auf der oberen Zahnreihe getroffen, sodass ich keine Verletzung davon getragen habe. Als Sicherheitsmaßnahme habe ich trotzdem die Wochen danach nur leichtes Training ohne Erschütterungen gemacht. Dass im Training so etwas passiert, ist aber eine Ausnahme. Wir passen gut aufeinander auf.
„Die Haupteinnahmequelle als Kämpfer ist die Kampfgage. Die kann zwischen 500 Euro und einer Million liegen. Wie viel man aber tatsächlich bekommt, ist von vielen Faktoren abhängig. Es gibt aber auch noch andere Einnahmequellen, zum Beispiel durch Sponsorengelder. Und man wird manchmal auch an den Ticketverkäufen für die Kämpfe beteiligt.
Einkommensquellen im Überblick
Die Haupteinnahmequellen für Profi-Kickboxer und MMA-Kämpfer sind vielfältig und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Hier eine Übersicht:
- Kampfgagen: Die Basis des Einkommens, stark abhängig von Liga, Erfahrung und Erfolg.
- Knockout-Boni: Zusätzliche Prämien für gewonnene Kämpfe durch K.o.
- Sponsorengelder: Verträge mit Marken, die das Image des Kämpfers nutzen.
- Ticketverkäufe: Beteiligung an den Einnahmen durch verkaufte Tickets für die eigenen Kämpfe.
- Eigene Marken: Verkauf von Kleidung, Accessoires oder anderen Produkten unter eigenem Namen.
- Immobilien: Investitionen in Immobilien zur Generierung passiven Einkommens.
- Gastronomie: Beteiligung an Restaurants oder anderen gastronomischen Betrieben.
- Unterhaltungsindustrie: Auftritte in Filmen, Serien oder anderen Medienformaten.
Diese Tabelle fasst die verschiedenen Einkommensquellen und deren Abhängigkeiten zusammen:
| Einkommensquelle | Abhängigkeit | Beispiele |
|---|---|---|
| Kampfgagen | Liga, Erfahrung, Erfolg | UFC, Glory, lokale Veranstaltungen |
| Knockout-Boni | Anzahl der K.o.-Siege | Zusätzliche Prämien pro Kampf |
| Sponsorengelder | Bekanntheit, Image | Sportartikelhersteller, Energy-Drinks |
| Ticketverkäufe | Popularität, Veranstaltungsort | Beteiligung an den Einnahmen |
| Eigene Marken | Marketing, Produktqualität | Kleidung, Accessoires |
| Immobilien | Investitionskapital, Standort | Wohnungen, Geschäftshäuser |
| Gastronomie | Standort, Marketing | Restaurants, Streetfood-Ketten |
| Unterhaltungsindustrie | Bekanntheit, Talent | Filme, Serien, Werbespots |
