Karate Tomate: Die Spielregeln und Strategien im Überblick

Wer ein schnelles Kartenspiel für bis zu zehn Spieler sucht, sollte Karate Tomate (Amigo Spiele) mal genauer anschauen. Karate Tomate ist ein Stichspiel in dem Gemüse die Hauptrolle spielt. Verschiedene Gemüsesorten messen sich im Karatekampf. Karate-Meisterin ist die Tomate. Ein Sieg im Kampf bringt Pokale und/oder Messer. Wer am meisten Pokale hat gewinnt. Es sei denn er hat am wenigsten Messer. Dann muss er sich geschlagen geben. Der Autor Reiner Knizia schickt Gemüse in den Kampf um die Pokale, wie auch um die Messer.

Worum geht es bei Karate Tomate?

Für jeden Durchgang werden in der Tischmitte die begehrten Trophäenkarten mit den Pokalen und Messern ausgelegt. Da von diesen Karten aber immer weniger ausliegen als es Mitspieler gibt, gehen manche am Ende auch leer aus.

Spielvorbereitung

Zunächst müssen die Tomaten-Karten gemischt und verteilt werden. Die Spieler:innen erhalten fünf Zahlenkarten und eine zufällige Tomatenkarte auf die Hand. Die übrigen Zahlenkarten kommen als verdeckter Nachziehstapel in die Tischmitte. Je nach Spielerzahl werden Triumphkarten als verdeckter Stapel bereitgelegt. Und schon kann es losgehen. Die übrigen Zahlenkarten werden als verdeckter Nachziehstapel zwischen die Spieler gelegt - daneben wird der Ablagestapel gebildet. Zum Schluss mischt man die Triumphkarten, die ebenfalls als verdeckter Stapel zwischen die Spieler gelegt werden.

Spielablauf

Der Spielablauf des „Karate Tomate“-Kartenspiels läuft in drei Runden ab: 1. Aufwärmen, 2. Kämpfen, 3. Triumphieren

  1. Aufwärmen: Abhängig von der Spieleranzahl werden Triumphkarten aufgedeckt, die in die Spielermitte gelegt werden:
    • Drei bis vier Spieler: zwei Karten
    • Fünf Spieler: drei Karten
    • Sechs bis sieben Spieler: vier Karten
    • Acht Spieler: fünf Karten
    • Neun bis zehn Spieler: sechs Karten

    Achtung: Wenn aus der letzten Runde noch Karten liegen, werden sie nur aufgefüllt.

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  2. Kämpfen: Zu Beginn kämpfen noch alle Spieler gegeneinander, doch nach und nach scheidet einer nach dem anderen aus.
  3. Jeder Spieler legt eine Zahlenkarte verdeckt vor sich ab. Diese werden gemeinsam aufgedeckt. Die erste Karte darf eine beliebige Farbe haben. In den weiteren Durchgängen der Runde darf der/die Spieler:in nur noch die Farbe spielen, die er/sie im ersten Durchgang gespielt hat. Kann der/die Spieler:in diese Farbe nicht mehr legen, muss er seine Tomatenkarte ausspielen und scheidet aus der Runde aus. Er/Sie darf allerdings zwei Zahlenkarten nachziehen. In dieser Runde geht er/sie zwar ohne Pokale aus, dafür kann er/sie seine Handkartenzahl aufstocken. Dies ist bei Karate Tomate nicht zu vernachlässigen. Die anderen Spieler:innen spielen so lange Karten aus, bis nur noch so viele Spieler:innen übrig sind, wie Triumphkarten offen ausliegen.

    Zunächst spielt einer eine seiner Handkarten aus, indem sie verdeckt auf den Tisch gelegt wird. Haben alle Spieler ihre Handkarten hingelegt, werden sie aufgedeckt. Wer eine Zahlenkarte gespielt hat, scheidet aus - ist eine Tomate gelegt worden, darf derjenige in dieser Runde nicht mitspielen, nimmt die Karte wieder in die Hand und darf in der nächsten wieder kämpfen. Außerdem darf dieser Spieler eine Nachziehkarte auf die Hand nehmen oder alternativ zwei Handkarten auf den Ablagestapel legen und vier Karten ziehen.

    In der ersten Runde ist es jede Karte, danach nur die Zahlenkarten, die farblich zur ersten Runde passen.

  4. Triumphieren: Die übrig gebliebenen Spieler dürfen sich nun die aufgedeckten Triumphkarten nehmen, wobei der als Erstes wählen darf, der die höchste Summe aus seinen Karten bilden kann. Danach folgt der Spieler mit der nächstkleineren Summe.
  5. Achtung: Gibt es einen Gleichstand, müssen die Spieler ihre Hand-Tomaten offenlegen. Auch hier darf der Spieler mit der höchsten Summe zuerst wählen, welche Triumphkarte er möchte.

    Danach tauschen die Spieler ihre Tomaten - und zwar der mit dem höchsten Wert mit dem, der den niedrigsten Wert hat, und so weiter.

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    Wurde eine Tomaten-Triumphkarte gewählt, wird für jede Tomate eine Nachziehstapel-Karte genommen. Die Triumphkarten legt jeder Spieler verdeckt vor sich ab.

Spielende und Wertung

Wenn ein Spieler das Spielende beschließt oder es nicht mehr ausreichend Triumphkarten gibt, endet „Karate Tomate“. Daraufhin decken die Spieler ihre Triumphkarten auf und es geht an die Wertung. Der Spieler, der die meisten Pokale ergattern konnte, gewinnt. Wer die wenigsten Küchenmesser gesammelt hat, verliert. Bei einem Pokal-Gleichstand zählen die Küchenmesser - wer davon am meisten hat, gewinnt die Runde. Sollte es dann immer noch einen Gleichstand geben, entscheidet der Wert der Tomaten-Karte.

Die Karten in Karate Tomate

Das Spielmaterial besteht aus drei verschiedenen Kartenarten:

  • 40 quadratische Triumphkarten, auf denen Messer, Pokale und Tomaten in wechselnder Anzahl abgebildet sind.
  • Zehn Tomatenkarten mit Werten von „1“ bis „10“.
  • 140 Karten mit dem Kampfgemüse. Jede der fünf Farben/Gemüsesorten (Mais, Karotte, Pilz, Aubergine, Brokkoli) umfasst 28 Karten, wobei die Werte hier ebenfalls gestaffelt sind - zwischen „1“ und „5“.

Taktische Überlegungen

Eigentlich kommt es bei Karate Tomate gar nicht so darauf an, jede Runde unbedingt zu gewinnen. Manchmal, vor allem bei mehr Mitspielern, reichen schon eine Handvoll Pokale und Messer um die Partie für sich zu entscheiden. Hilfreich ist dabei auf jeden Fall die Triumph- und Handkarten der Mitspieler im Auge zu behalten - so lassen sich einige Runden relativ „günstig“ gewinnen. Wenn keine lohnenden Triumphkarten ausliegen ist es ist durchaus sinnvoll früh aus einer Kampfrunde auszusteigen, um den Vorrat der Handkarten für kommenden Durchgänge aufzustocken.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Einfache Regeln, tolles Spiel für größere Gruppen, witzige Illustrationen.
  • Nachteile: Glücksanteil beim Nachziehen der Karten, Thema ist aufgesetzt.

Fazit

Karate Tomate spielt sich recht flott und auch bei Vollbesetzung mit geringer Wartezeit. An der Anleitung und den Spielkarten mit den witzigen Illustrationen gibt’s nichts auszusetzen. Auch das Spielprinzip ist recht schnell erklärt und spätestens nach der ersten Runde für alle Spieler verständlich. Trotz des Glücksanteils beim Nachziehen der Karten gilt es taktisch abzuwägen, ob man sich auch mal zurückhält, um beim richtigen Augenblick zuzuschlagen.

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