Die Wrestling-Welt trauert um den Verlust mehrerer bekannter Persönlichkeiten, die in der mexikanischen Wrestling-Szene eine wichtige Rolle spielten. Diese tragischen Ereignisse haben die Risiken des Sports und die Notwendigkeit strengerer Sicherheitsmaßnahmen in den Vordergrund gerückt.
Tod von Broderick Shepherd alias Australian Suicide
Ein tragischer Todesfall erschüttert die Wrestling-Welt: Broderick Shepherd alias Australian Suicide ist im Alter von nur 32 Jahren verstorben.
Der Australier Shepherd, ein Schüler des früheren WWE-, WCW- und ECW-Stars Lance Storm, war eine langjährige Größe der mexikanischen Wrestling-Szene und stand 2021 auch für AEW im Ring.
Seine größten Auftritte hatte Shepherd bei der mexikanischen Liga AAA, die sein Ableben am Donnerstag öffentlich machte. Eine Todesursache wurde nicht genannt.
Shepherd, der zu Beginn seiner Karriere als Ryan Rollins antrat, stand in seiner Wahlheimat Mexiko mit vielen international bekannten Stars im Ring, unter anderem bestritt er viele Matches gegen WWE-Star Penta.
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Der athletische Highflyer - in Mexiko zeitweise mit einer dort landestypischen Maske unterwegs - hatte Anfang 2021 auch ein Gastspiel bei AEW: Bei der Webshow Dark bestritt er als „El Australiano” ein längeres Match gegen Sammy Guevara, den er auch aus Mexiko kannte.
Guevara war derjenige, der 2018 Shepherds Regentschaft als Cruiserweight Champion von AAA beendete.
Guevara zeigte sich schockiert über den Tod seines Weggefährten: „So traurig, diese Nachricht zu hören, viel zu jung, um zu sterben.
Die mexikanische Wrestling-Liga AAA verkündete den Tod von Broderick Shepherd am Donnerstag auf Instagram. Der in Melbourne geborene Wrestler begann seine Karriere bei verschiedenen Promotions in Australien.
2013 zog Shepherd nach Mexiko, bei der beliebten Liga Lucha Libre AAA Worldwide feierte er seine größten Erfolge. Anfang 2021 gab der Highflyer sein Debüt beim großen WWE-Rivalen AEW.
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Shepherd hinterlässt seine Frau Vanilla Vargas und eine gemeinsame Tochter (*2021). Die Todesursache ist noch nicht bekannt.
Vargas, ebenfalls Wrestlerin, schreibt auf Instagram: „Mit großem Schmerz muss ich mitteilen, dass der Vater meiner Tochter unerwartet verstorben ist.“ Dazu: „Er stammt aus Australien und unsere oberste Priorität ist es derzeit, seinen Wunsch zu erfüllen, in seinem Land bei seiner Familie zu ruhen.“
Daher hat sie auf „Gofundme“ einen Spendenaufruf gestartet, um Geld für die Beerdigung zu sammeln. Das Ziel sind 10.000 US-Dollar (ca. 9200 Euro).
Die australische Wrestling-Promotion Melbourne City Wrestling trauert emotional um Shepherd: „Wir erinnern uns gerne an seine Zeit bei MCW und in Australien zurück, wo er mit seiner ansteckenden Energie, seinen unvergesslichen Outfits und seiner Musikauswahl jede Show bereicherte. Sein unermüdlicher Wille, das Publikum zu unterhalten, zauberte uns immer ein Lächeln ins Gesicht.“
AEW-Star Sammy Guevara schreibt auf X: „So traurig, diese Nachricht zu hören. Viel zu jung, um zu sterben. Mein Beileid an Brodericks Familie.“
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Der Tod von La Parka II
Mexiko trauert um einen seiner berühmtesten Wrestler: Lucha-Libre-Legende Jesus Alfonso Huerta Escoboza (†54), der als „La Parka“ auftrat, ist an den Folgen einer Ringverletzung verstorben.
Jesus Alfonso Huerta Escoboza, Alias „La Parka“ verstorben. Escoboza hatte am 21. Oktober bei einem Kampf seinen Gegner „Rush“ mit einem Topé verfehlt.
La Parka sprang mit dem Kopf voran durch die Seile aus dem Ring, um Rush zu überrumpeln, verfehlte seinen Kontrahenten jedoch und traf stattdessen mit seinem Kopf die Ringabsperrung.
Huerta - langjähriger Topstar der Liga AAA, die auch Partner-Promotion von AEW ist - war am 21. Oktober 2019 bei einem Match für die Promotion KAOZ ein Flugmanöver misslungen.
Im Vierkampf gegen die Wrestler-Kollegen Park, Murder Clown und Rush versuchte er Rush mit einer Sprungaktion aus dem Ring zu erwischen, die in tragischer Ironie auch als "Suicide Dive" bekannt ist.
Er schlug mit dem Kopf gegen den Boden und die Ringabsperrung und zog sich Brüche im Nackenbereich zu. Huertas Leben konnte durch eine Not-Operation vorerst gerettet werden, er hatte sich aber nie von der Verletzung erholt.
Einer Mitteilung von AAA zufolge arbeitete Huertas Niere in der Nacht zum Samstag nicht mehr richtig, er hätte wieder künstlich beatmet werden müssen. Im Kreise seiner Familie verstarb Huerta dann am Samstag an Lungen- und Nierenversagen.
Das Schicksal Huertas verdeutlicht das Risiko der Spektakel-Aktionen im Wrestling-Ring - das durch Huertas Alter zu einem noch größeren wurde.
Dass Stars wie er auch in ihren Fünfzigern noch im Ring stehen, ist in der Szene kein unübliches Phänomen: Huerta gehörte zur selben Generation wie der Undertaker und Bill Goldberg, um deren Wohlergehen sich die Fans nach ihrem gefährlich missratenen WWE-Duell 2019 in Saudi-Arabien ebenfalls Sorgen machen mussten.
Huerta stand seit 1987 im Ring und war bei AAA zunächst aktiv als Karis La Momia ("Karis, die Mumie") - erst vor kurzem wurde Huertas Sohn bei AAA als neuer Karis eingeführt.
Im Jahr 1996 wurde der La-Parka-Charakter auf ihn übertragen, nachdem der vorher in dieser Rolle sehr erfolgreiche Tapia durch seine USA-Ausflüge zu WCW seltener verfügbar wurde.
Die Liga mochte aber nicht verzichten auf die umjubelten Auftritte der La-Parka-Figur - die in Mexiko zu den Klängen von Michael Jacksons "Thriller" in den Ring zog.
Huerta trat zunächst als "La Parka Jr." an, dann wurde er zum vollwertigen Ersatz, als sich Tapia mit Ligachef Antonio Pena zerstritt. Der zweite La Parka wurde ähnlich groß herausgebracht wie der erste.
Huerta war mehrfach Headliner der größten AAA-Show TripleMania, zu seinen größten Auftritten gehörten seine "Mask vs. Mask Matches" gegen Cibernetico 2004 und Muerte Cibernetica 2006.
Escoboza wurde notoperiert, verstarb jedoch am 11. Januar. Die Lucha-Libre-Szene (eine Unterform des Pro-Wrestlings) wird immer wieder von Todesfällen erschüttert, 2019 erlitt „Silver King“ bei einem Showkampf in London einen Herzinfarkt und verstarb.
2015 starb Perry Aguayo jr, durch einen Dropkick von WWE-Star Rey Mysterio. Nun trauern Fans um Escoboza, der als die Inkarnation des Sensenmanns auftrat.
Zuvor hatte bereits Adolfo Tapia die Figur verkörpert. Tapia tritt inzwischen jedoch als L.A. Park auf.
Der Tod von Silver King
Ein mexikanischer Wrestler ist während eines Auftritts in London im Ring gestorben.
Der Betreiber der Kampfarena Roundhouse im Londoner Stadtteil Camden hat inzwischen bestätigt, dass Silver King gestorben ist. Die Todesursache ist noch unklar.
Der 51 Jahre alte Wrestler aus Mexiko, der mit echtem Namen César Cuauhtémoc González Barrón hieß, könnte Medienberichten zufolge einen Herzinfarkt erlitten haben.
In einem Video, das im Internet kursiert, ist zu sehen, wie Barrón während des Schaukampfs Schwierigkeiten hat, aufzustehen. Trotz Aufforderung des Ringrichters bleibt er schließlich flach auf dem Boden liegen.
Augenzeugen berichteten später der BBC zufolge, es habe Verwirrung geherrscht, ob der Vorgang zur Show gehörte.
Barrón stieg in den 90er-Jahren für den Wrestling-Verband WCW in den Ring.
Der Tod von El Hijo del Perro Aguayo
Der beliebte mexikanische Wrestling-Star und Sohn der Wrestling-Legende Perro Aguayo bestreitet seinen Kampf vor ausverkauftem Haus in Tijuana bei einem Kampf der mexikanischen Wrestling-Liga AAA. Das Publikum tobt, im Ring geht es beim Team-Match richtig ab.
Als Gegner Rey Mysterio (Foto) - der an diesem Abend seine umjubelte Rückkehr feiert - zu einem Sprung-Tritt ansetzt, nimmt das Drama seinen Lauf.
Hijo del Perro Aguayo wird getroffen, verliert das Gleichgewicht und stürzt in die Seile. Er ist bewusstlos.
Doch sowohl, Ringrichter, Gegner als auch Zuschauer glauben, das gehöre zur Performance. Deswegen geht der Kampf einfach weiter. Erst als einer der Kämpfer den 35-Jährigen anstupst, merken sie, dass die Situation ernst ist.
Der Ringarzt eilt herbei und kümmert sich um den Verletzten. Da ist Hijo del Perro Aguayo allerdings schon tot. Er hat einen Genickbruch erlitten. Das wird wenig später im Krankenhaus festgestellt.
El Hijo del Perro Aguayo war einer der populärsten Kämpfer Mexikos und Star der Liga. Sein Tod sorgte in der Wrestling-Szene für tiefe Bestürzung.
Aus dem Sprung heraus kickt ihn sein Show-Konkurrent mit beiden Füßen gegen den Kopf, der Wrestler "El Hijo del Perro Aguayo" fliegt in die Seile des Rings. Während er reglos in der Absperrung hängen bleibt, läuft der Kampf zunächst weiter.
Erst Momente später wird klar: Dieser K. o. gehört nicht zur Choreografie, ist nicht gespielt. Auch im Krankenhaus können die Ärzte Aguayo nicht wiederbeleben, der Profi-Wrestler stirbt.
Der Vorfall, der sich am Freitagabend im mexikanischen Tijuana ereignet hat, erschüttert die Szene. Der Tod des 35-jährigen Aguayo, der mit echtem Namen Pedro Aguayo Ramírez heißt, wirft Fragen auf: Haben die Rettungskräfte schnell genug reagiert? Braucht es strengere Regeln für die mexikanische Wrestling-Liga AAA?
Ernesto Franco, der zuständige Arzt für die Veranstaltung, war zum Zeitpunkt der Verletzung Aguayos gerade mit zwei anderen Kämpfern befasst. Das sagte er der mexikanischen Nachrichtenagentur Notimex zufolge.
Die US-Nachrichtenagentur AP berichtet, dass eine Untersuchung wegen möglichen Totschlags eingeleitet worden sei.
In Mexiko laufen Wrestling-Kämpfe sehr viel härter ab als beispielsweise in der Liga World Wrestling Entertainment in den USA. Während das Reglement der WWE deutlich stärker darauf ausgelegt ist, das Verletzungsrisiko für die Wrestler zu minimieren, kommt es in der mexikanischen AAA immer wieder zu schweren Unfällen.
Nach dem aktuellen Todesfall fordert die in Tijuana für Wrestling zuständige Kommission nun eine nationale Gesetzgebung, die den Showsport regelt, berichtet die Welt.
