Mexikanische Wrestler-Namen und die Welt des Lucha Libre

Hast Du schon einmal von Lucha Libre gehört? Es ist eine Sportart, genauer gesagt eine Form des professionellen Wrestlings, die sich in Mexiko entwickelt hat und die untrennbar mit der dortigen Alltagskultur verbunden ist. In Mexiko rankt sich eine solche, lebendige Volkssport-Kultur um Lucha Libre, die landeseigene Form des Wrestlings.

Was ist Lucha Libre?

Bei Lucha Libre (was wörtlich „freier Kampf“ bedeutet) handelt es sich um einen Zweikampf, der üblicherweise in einer Art Boxring ausgetragen wird. Allerdings nach bestimmten Regeln: Ziel ist, den Gegner hinunter auf die Matte zu bringen und ihn bzw. sie dort zu halten, während der Ringrichter auf drei zählt. Ist der Gegner bei drei noch nicht wieder oben, zählt das als „Pin“. Ein Match muss aber nicht immer mit einem Sieg enden; manchmal sieht sich ein Luchador zur Aufgabe gezwungen oder wird disqualifiziert.

Die Besonderheit: Die Masken

Die Zweikämpfe sind zwar an sich schon spannend, aber was Lucha Libre ganz offensichtlich von anderen Wrestling-Formen unterscheidet, sind die knallbunten Masken. Fast alle Luchadores und Luchadoras haben eine einzigartige Maske, die bei jedem Kampf und auch bei öffentlichen Auftritten getragen wird. Hierbei geht es nicht darum, die Identität der Sportler zu verbergen, sondern vielmehr wird eine neue Kampf-Persona, ein Alter-Ego erschaffen, mit eigenem Charakter und Geschichte - repräsentiert durch die auffällige Maske.

Sie entwickelten sich nahezu zeitgleich mit Lucha Libre in den 1930er Jahren und trugen wahrscheinlich viel dazu bei, dass aus dieser Wrestling-Form ein kultiger Volkssport wurde. Riesiges Aufsehen erregen besonders die „Máscara vs. Cabellera“-Kämpfe, bei denen der Verlierer entweder seine Maske abnehmen oder seine Haare abschneiden muss. Diese Begegnungen gelten als besonders emotional und haben eine große Bedeutung, da die Maske für einen Luchador ein Symbol der Ehre und Identität ist.

Physische Stärke ist natürlich wichtig, aber längst nicht der alles-entscheidende Faktor: Im Gegensatz zum amerikanischen Wrestling geht es beim Lucha Libre viel mehr um komplexe Technik. Es gibt eine Vielzahl von Griffen, Würfen und Sprüngen, die nicht nur spektakulär aussehen, sondern die auch viel Raum für Abwechslung, Improvisation und Überraschung bringen. Trotz aller Show gibt es wichtige Regeln, die immer respektiert werden.

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Wie alles begann: Ein bisschen Geschichte

Lucha Libre begann in den frühen 1930er Jahren, sich in Mexiko zu entwickeln und an Beliebtheit zu gewinnen. Aus dieser Zeit stammt auch die älteste noch aktive Wrestling-Promotion der Welt, die Consejo Mundial de Lucha Libre (CMLL). Besonders nach der Einführung der Masken, die ein Markenzeichen des Lucha Libre wurden, gewann der Sport rasant an Beliebtheit und einige berühmte Luchadores wurden zu regelrechten Ikonen, die ihrem Sport in der ganzen Bevölkerung zu Bekanntheit verhalfen.

Die berühmtesten Lucha Libre-Wrestler aller Zeiten

Die maskierten Lucha Libre Kämpfer, in Mexiko Luchadores genannt, sind von jung und alt gleichermaßen vergötterte Volkshelden. Lucha Libre Masken werden im mexikanischen Wrestling seit Mitte der 30er Jahre benutzt.

El Santo

Der wohl berühmteste und einflussreichste Luchador aller Zeiten war wohl El Santo (der Heilige). Nach dem Beginn seiner Wrestling-Karriere in den frühen 1940er Jahren auf und wurde er zu einer nationalen Ikone. Über 40 Jahre lang kämpfte er im Ring. Auf seiner Figur basierend gibt es außerdem eine Comic-Reihe, die bis heute in Mexiko sehr beliebt ist, und auch in insgesamt 52 Filmen wirkte er als Schauspieler mit.

El Santo nahm seine schlichte, silberne Maske die ganze Zeit über niemals ab - sogar nach dem offiziellen Ende seiner Karriere nicht. Erst eine Woche vor seinem Tod zog er sich die Maske während eines Live-Fernsehauftritts überraschend vom Kopf. Sein Name und Vermächtnis wurde von seinem jüngsten Sohn weitergeführt, der als El Hijo del Santo (der Sohn des Heiligen) in den Ring trat und ebenfalls als Top-Wrestler gilt.

Demonio Azul (Blue Demon)

Ein Zeitgenosse und oftmals auch Gegner von El Santo war Blue Demon. Er feierte zahlreiche Siege und formte zusammen mit The Black Shadow das erfolgreiche Tag Team Los Hermanos Shadow.

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Mil Máscaras

Dieser Wrestler, bekannt als „der Mann der tausend Masken“, gewann nicht nur innerhalb Mexikos viele Kämpfe, sondern war auch international aktiv, vor allem in den USA. Passend zu seinem Namen trug er nicht immer nur eine charakteristische Maske, sondern hatte viele verschiedene.

Rey Mysterio (Mysteriöser König)

Ein zeitgenössischer Wrestler, der sowohl in Mexiko als auch in den USA große Erfolge feierte und mitverantwortlich dafür ist, dass Lucha Libre bis heute nichts an Popularität eingebüßt hat. Viele junge Luchadores sind von ihm inspiriert.

Luchadoras: Frauen im Lucha Libre

Gleich von Anfang an mischten auch Frauen aktiv beim Lucha Libre mit: Bereits in den 1940er Jahren gab es legendäre Luchadoras wie Irma González, die sogar gegen internationale Gegnerinnen antraten. Gefeierte Kämpferinnen wie Lady Apache, Lola Gonzales, und La Diabolica zeigten, dass Frauen ebenso spektakuläre und technische Kämpfe liefern können wie ihre männlichen Mitstreiter, und auch heute ist die Szene durch Champions wie Lady Shani sehr lebendig.

Die kulturelle Rolle des Lucha Libre

Lucha Libre ist mehr als nur ein Sport. Jeder, der sich in Mexiko ein bisschen umgesehen hat, wird merken: Der Sport ist ein kulturelles Phänomen. Wenn wichtige Lucha Libre-Veranstaltungen anstehen, kommen Freunde und Familie zusammen, um gemeinsam zuzuschauen - es wird ein soziales Event daraus. Für die Wrestler selbst ist der Sport nicht nur Karriere, sondern hat auch einen wichtigen sozialen Aspekt.

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