Im Kampfsport spielen verschiedene Tritttechniken eine entscheidende Rolle. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit klassisches Vollkontakt-Kickboxen (VK) ohne Lowkicks, mit langer Hose, heutzutage noch relevant ist.
Wenn man von Wettkämpfen, Turnieren oder Cups verschiedener Verbände liest, begegnet man meistens Sportarten wie Semikontakt (SK), Leichtkontakt (LK) und K1, manchmal auch Mixed Martial Arts (MMA). Galas sind ebenfalls hauptsächlich im K1 oder Kickboxen mit Lowkicks angesiedelt. Auch im Fernsehen sind überwiegend K1 oder Kickboxen mit Lowkicks zu sehen. Ist diese Beobachtung zutreffend oder gab es in der Vergangenheit eine andere Gewichtung?
Die Rolle des Low Kicks
Der Lowkick ist ein tiefer Tritt auf den Oberschenkel, das gegnerische Knie oder den Unterschenkel. Er ist aus dem Thai Boxen und Vollkontaktkarate bekannt.
Bei der Gelegenheit stellt sich die Frage, warum etwas so Naheliegendes wie ein Lowkick überhaupt ausgeschlossen wird. Ein Grund könnte sein, dass der Lowkick nicht den ästhetischen Ansprüchen der Old-School-VK-Fraktion genügt. Diese bevorzugen möglicherweise spektakulärere Techniken wie Axe Kicks.
Ein anderer Aspekt ist das Verletzungsrisiko, das Lowkicks besonders für Freizeitsportler bergen. Je nachdem, wie sehr der Trainer auf seine Schüler achtet, kann es zu starken Verletzungen kommen, beispielsweise durch falsches Auftreffen mit dem Fuß statt des Schienbeins oder durch Schienbein-Kontakt mit dem gegnerischen Knie.
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Verletzungen durch Lowkicks können beispielsweise starkes Humpeln verursachen. Falsches Aufkommen mit dem Fuß gegen den Ellbogen kann ebenso schmerzhaft sein wie ein Treffer gegen den Oberschenkel.
Vergleich verschiedener Kampfsportarten
In Bezug auf Verletzungen gibt es unterschiedliche Erfahrungen. In der Taekwondo-Zeit, wo die Kicks ähnlich wie beim VK-Kickboxen sind, kam es häufiger zu Verletzungen als beim Kyokushin mit Lowkicks. Im Taekwondo traten im Wettkampf relativ oft Prellungen des Spanns/der Zehen auf, was tagelange Beschwerden verursachte. Im Kyokushin hingegen, wo man immer mit dem Schienbein statt des Spanns trifft, sind Verletzungen seltener.
Als wir früher zum Training nach Holland gefahren sind, hat es uns überrascht, dass alle Niederländer ihre Füße und Schienbeine unheimlich dick eingepackt haben.
Technische Aspekte von Tritten
Im Folgenden werden einige grundlegende Tritttechniken im Kampfsport erläutert:
- Front-Kick: Der Front-Kick ist der grundlegendste Fußtritt im Kampfsport. Bringe dein hinteres Knie nach oben in Richtung deiner Schulter, um die Ausgangsposition einzunehmen. Strecke dann deinen Fuß schnell für einen Front-Kick aus. Krümme deine Zehen nach oben und triff mit deinem Fußballen.
- Roundhouse Kick: Der Roundhouse Kick (oder auch Halbkreistritt) ist sehr gefährlich und ziemlich schwierig zu meistern.
- Sidekick: Beim Sidekick dreht man den Körper so ein, dass man fast seitlich zum Gegner steht (ungefähr 45 Grad), und zieht während der Eindrehbewegung das Knie an.
Weitere Techniken und Taktiken
Ein Takedown bezeichnet im Kampfsport eine Technik, die den Gegner aus der Balance und zu Boden bringt, so dass der Angreifer stehen bleibt oder auf dem Gegner landet.
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Die Haupttritte im Taekwondo ausführen. Mit dem vorderen rechten Bein wird ein seitlicher stechender Tritt Richtung D ausgeführt, beide Hände ziehen dabei in die entgegengesetzte Richtung.
Beim Kampfsport verwendete Stangenwaffen. Bein angewinkelt hinter oder vor dem re. Bein liegt oder steht vor dem Körper, das re. aufstellen oder angewinkelt vor dem Körper ablegen, das re. Bein anheben und nach oben pulsen.
Mit dem Tritt die Hüfte eindrehen. Wurde das Ziel getroffen, wird das Schienbein wieder angeklappt und das Bein hinten abgesetzt (man kann es natürlich auch vorne absetzen, je nach Folgetechnik).
Verletzungsrisiken und Prävention
Verletzungsbilder für dein Beispiel können vielfältig aussehen, kommt halt darauf an, wie genau das Knie getroffen wird, eventuell wird die Kniescheibe rausgesprengt, Bänder wie Außenband, Innenband, Meniskus können reißen, das Gelenk kann komplett zerstört werden.
Eine Oberschenkelprellung kommt meist durch eine schmerzhafte Verletzung am Oberschenkel zustande - z.B. einem Stoß, Tritt oder anderweitige Krafteinwirkung. Wer direkt nach dieser die sogenannte PECH-Regel anwendet, kann die folgenden Beschwerden lindern.
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Zusammenfassung
Die Wahl der Tritttechniken im Kampfsport hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter ästhetische Präferenzen, Verletzungsrisiken und die jeweilige Disziplin. Während Lowkicks in einigen Kampfsportarten wie dem Thai Boxen und K1 eine zentrale Rolle spielen, werden sie im klassischen VK-Kickboxen oft vermieden. Die Entscheidung für oder gegen Lowkicks sollte unter Berücksichtigung der individuellen Ziele und Risikobereitschaft getroffen werden.
