Gold Karat Farbe Tabelle: Ein umfassender Leitfaden

Seit Jahrtausenden übt Gold eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.

Was bedeutet Karat bei Gold?

Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold. Bei 8 Karat beträgt der reine Goldanteil 1/3 des Gesamtgewichts. Da es aus technischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, mögliche Verunreinigungen vollständig zu eliminieren, wird für 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,99 Prozent angegeben.

Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt.

Woher kommt das Wort Karat?

Karat entstammt dem griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm. Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten. Das Gewicht eines Karats entspricht daher 0,2 Gramm. Die Maßeinheit für Diamanten ist jedoch nicht mit der Maßeinheit für Gold zu verwechseln. Bei Gold drückt Karat nicht das Gewicht, sondern den Anteil des reinen Goldes aus.

Goldlegierungen und ihre Verwendung

Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden. In der Tabelle siehst du alle Goldlegierungen mit Karat-Angaben im Überblick sowie die Verwendung dieser Goldart.

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Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben. Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.

Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold. 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann. 585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an. 750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt. Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.

Goldfarben und ihre Zusammensetzung

Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.

  • Gelbgold: Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
  • Roségold: Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
  • Rotgold: Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
  • Weißgold: Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
  • Graugold: Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.

Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich. Lediglich eine Tendenz lässt sich erkennen: Ein höherer Feingoldanteil in der Mischung ergibt eine deutlichere Gelbtönung. Der dunkel-orangegelbe Farbton gediegenen Goldes ist bei den Metallen einzigartig und beeinflusst die Farbe der Legierung umso deutlicher, je mehr davon beigemischt wird. So erkennt man beispielsweise eine Farbunterschied zwischen 585er Gold zu 750er, wenn man beide Goldlegierungen direkt nebeneinander betrachtet. Das 750er Gold ist etwas satter gelb, weil der Goldanteil hierin höher ist.

Preis von Goldlegierungen

Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied, aktuell liegt der Börsenpreis für Feingold bei rund 60 - 70 Euro pro Gramm) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung. So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist.

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Dennoch eignet sich das 375er Gold gerade aufgrund der hohen Beimischungen anderer Legierungsmetalle hervorragend für Alltagschmuck: Da das Gold sehr hart ist, kann es Tag für Tag getragen werden und ist dabei verhältnismäßig unempfindlich, durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis ist auch ein neues Trend-Piece absolut erschwinglich und durch geschickte Legierungstechniken strahlt auch dieser Goldschmuck wunderschön und edel. Die Legierungen mit deutlich höherem Goldanteil bis zu 750er Gold sind deutlich teurer und werden häufig für zeitlose Klassiker, die auch in etlichen Jahren noch stilvoll und edel wirken sollen, verwendet. Am wichtigsten ist aber immer die persönliche Bedeutung und der ideelle Wert, die dein Lieblingsschmuckstück für dich haben.

Farbdiagramm Gold-Silber-Kupfer

Dieses Dreiecksdiagramm zeigt die Farbbereiche für alle möglichen Legierungszusammensetzungen zwischen Gold, Silber und Kupfer. Die Ecken stehen jeweils für die reinen Metalle. So ist die obere Ecke sattgelb für 100 % Gold. Da reines Gold jedoch zu weich ist, werden andere Metalle zulegiert. Die gestrichelten Linien stehen für die verschiedenen Goldgehalte.

18-Karat-Legierungen

Die 18-Karat-Linie durchläuft das Spektrum von grüngelb über gelb bis rot. Nur ein kleiner Bereich ist tatsächlich rot. Der Spielraum für Legierungsvarianten ist äußerst klein. Kleinste Änderungen haben sofort Auswirkung auf die Farbe der Legierung. Deshalb sind 18-Karat-Legierungen üblicherweise Universallegierungen, das heißt, eine Legierung wird sowohl für Halbzeug und für Schmuckguss verwendet.

Die grüngelbe 18-Karat-Legierung besteht nur aus Gold und Silber. Diese Legierung verfestigt kaum und ist äußerst weich. Durch die sehr gute Verformbarkeit und die außergewöhnliche Farbe ist diese Legierung prädestiniert für Mokume Gane - eine japanische Schmiedetechnik, um interessante Materialkontraste zu erreichen.

Die weiteren 18-Karat-Legierungen lassen sich durch zunehmenden Ersatz von Silber durch Kupfer beschreiben. Die 2N-, 3N-, 4N- und 5N-Legierungen bedeuten, dass sie den Schweizer Normfarben entsprechen.

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Legierung in HV Au Ag Cu + Rest
18 Karat Grüngelb 1010-1020 751 249 0
18 Karat Hellgelb 2N 880-920 751 115 130
18 Karat Gelb 3N 880-900 751 124 140
18 Karat Rosé 880-900 751 93 155
18 Karat Rosé 4N 860-880 751 70 170
18 Karat Rot 5N 875-900 751 40 180

14-Karat-Legierungen

Bei 14 Karat sind viele Varianten möglich, bei 8 oder 9 Karat ist auf der Silberseite sogar Weißgold erreichbar. In der Praxis werden auch diese niederkarätigen Weißgolde nur unter Verwendung von Silber und ohne Palladium als Weißmacher hergestellt.

14-Karat-Farbgold kann, wie auch bei 18 Karat, einen grünlichen Ton haben. Auch diese Legierung ist sehr weich. Es gibt noch einige weitere Legierungen, die spezielle Eigenschaften haben.

Beispielsweise wird die C.HAFNER-Legierung 586 GG 21 nur für Schmuckguss verwendet. Diese Legierung hat eine gute Farbe, die an 3N Gelb erinnert, und sehr gute Gießeigenschaften. Durch das niedrige Schmelzintervall ist diese Legierung besonders für Steinguss geeignet.

Legierung in HV Au Ag Cu + Rest
14 Karat Grüngelb 1015-1035 585 150 40
14 Karat Blassgelb 835-880 585 30 125
14 Karat Gelb 790-835 585 135 140
14 Karat Sattgelb 810-850 585 130 160
14 Karat Gelb Guss 710-865 586 110 130
14 Karat Rosé 875-910 585 93 120
14 Karat Rot 920-935 585 40 105

Die Legierung 14 Karat Sattgelb ist die klassische 14-Karat Gelbgoldlegierung, hat eine schöne gelbe Farbe und eignet sich für alle Anwendungen. Sie hat eine sehr gute Zähigkeit bei einer optimalen Grundfestigkeit von 160 HV. Diese gute Härte, die man sonst nur von 18 Karat-Legierungen oder von bestimmten Weißgolden kennt, gewährleistet einen optimalen Halt von filigranen Fassungen.

Bis auf die grüngelbe Legierung enthalten alle 14 Karat-Legierungen Zink als weiteres Legierungselement. Zink verbessert die Gießbarkeit, verbessert die Farbe und macht die 14-Karat-Legierungen geschmeidiger.