UFC 302: Alle Kämpfe, Ergebnisse und Hintergründe

Die UFC ist auf der Überholspur! Vor mehr als 30 Jahren wurde die MMA-Organisation gegründet - und hat sich bis heute zu einer angesehenen Sportart etabliert. Die Käfig-Stars sorgen Woche für Woche für ausverkaufte Hallen und starke Fights. Immer im Fokus: die exzellenten Kämpfer.

UFC: Alle Weltmeister im Überblick

Es gibt acht Gewichtsklassen bei den Männern und drei bei den Frauen. Wer sind die aktuellen UFC-Champions?

Frauen-Strohgewicht (bis 52 kg)

Die schmächtigsten UFC-Fighter treten an im Strohgewicht. Hier dürfen die Frauen am Tag vor dem Kampf nicht mehr als 52 kg auf die Waage bringen.

Weili Zhang (34) ist die erste chinesische Kämpfern mit UFC-Gold um die Hüfte. Im November 2022 hat sie Carla Esparza besiegt und krönte sich damit zum bereits zweiten Mal zum Weltmeister. Bei UFC 292 und UFC 300 konnte sie den Titel verteidigen.

Frauen-Fliegengewicht (bis 56,7 kg)

Im März 2023 hat Alexa Grasso (30) die MMA-Welt einmal komplett auf den Kopf gestellt. Die Mexikanerin beendete damals bei UFC 285 die irre Siegesserie von Valentina Shevchenko (36/sieben Titelverteidigungen in Folge). Sechs Monate später konnte sie den Titel gegen Shevchenko Mal verteidigen (Punktsieg).

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Was steht als Nächstes an? Grasso erholt sich aktuell noch von einer Verletzung. Gerüchten zufolge soll sie ihren Titel als Nächstes am mexikanischen Unabhängigkeitstag (16. September) verteidigen. Angebliche Austragungsstätte: die Wunder-Halle Sphere in Las Vegas. Dabei handelt es sich um eine kugelförmige Mehrzweckhalle (12 Meter hoch, 2,1 Milliarden Euro teuer).

Eigentlich ist Grasso für ihre starken Punches bekannt. Den Titel-Traum erfüllt sie sich allerdings mit einer starken Submission (Rear-Naked-Choke) in der vierten Runde

Frauen-Bantamgewicht (bis 61,2 kg)

Nachdem Legende Amanda Nunes (35/ehemalige Doppel-Champ) ihre Handschuhe an den Nagel gehängt und ihre beeindruckende Karriere beendet hat, musste ein neuer Champ im Bantamgewicht her. Gesucht, gefunden. Bei UFC 297 hat sich Raquel Pennington (35) zum Weltmeister gekrönt. Die Amerikanerin besiegte Mayra Bueno Silva per Punktsieg.

Pennington wird bei UFC 307 (5. Oktober) ihren Titel gegen Julianna Peña (34) verteidigen.

Fliegengewicht (bis 56,7 kg)

Nach fünf hart umkämpften Runde konnte sich Pantoja per geteilter Punktentscheidung durchsetzen. Bei UFC 296 und UFC 301 hat er seinen Titel zweimal verteidigt (Punktsiege).

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Bantamgewicht (bis 61,2 kg)

Im Bantamgewicht regiert der bunteste Vogel der UFC. Seit dem viralen K.o. von Sean O'Malley (29) bei der „Dana White's Contender Series“ im Juli 2017 geht die Karriere vom Käfig-Kämpfer steil nach oben. Der Bantamgewichtler sicherte sich von da an ein Highlight-Knockout nach dem anderen. Bei UFC 292 wurde er Champ. In der zweiten Runde schlug er Aljamain Sterling K.o. Seine erste Titelverteidigung sicherte er sich bei UFC 299 (Punktsieg gegen Marlon Vera).

Federgewicht (bis 65,7 kg)

Ein Star ist geboren. Ilia Topuria (27) ist neuer UFC-Champion. Der Käfig-Star ließ Ex-Weltmeister Alexander Volkanovski im Hauptkampf von UFC 298 keine Chance. Bereits in der zweiten Runde war Schluss - k.o.! Und als Nächstes? Topuria hat bereits eine ganz genaue Vorstellung für seine erste Titelverteidigung. Das große Ziel von ihm: Ein UFC-Event in Spanien. Am besten sogar ein fetter Stadion-Kracher. Austragungsstätte: das legendäre Estadio Santiago Bernabéu - die Heimspielstätte von Real Madrid.

Leichtgewicht (bis 70,3 kg)

Nach Ex-Champ Khabib Nurmagomedov gibt es erneut einen Weltmeister aus Russland. Islam Makhachev (32) regiert im Leichtgewicht. Die aktuelle Siegesserie vom Russen: 14 gewonnene Fights am Stück. Dreimal hat er den Titel bereits verteidigt, zuletzt bei UFC 302 gegen Dustin Poirier.

Der 32-jährige Champion Islam Makhachev aus Dagestan hat eine unglaubliche Sieges-Serie von 13 Kämpfen und sicherte sich bei UFC 280 den vakanten Titel im Leichtgewicht. In diesem Duell konnte er Charles Oliveira via Submission in Runde zwei besiegen.

Weltergewicht (bis 77,1 kg)

Eine wahre „Rocky-Geschichte“ führte Leon „Rocky“ Edwards (32) zum Titelgewinn. In der 5. Runde im UFC-Titelkampf gegen den langjährigen Champion Kamaru Usman packte der Engländer einen Sensations-Kick aus und schmetterte Usman bewusstlos auf die Matten. Damit hatte damals keiner gerechnet. Nach dem Fight schreit Edwards ins Mikro: „Ihr habt alle gesagt, ich könnte es nicht tun. Schaut mich jetzt an. Schaut mich jetzt an.“ Seitdem hat Edwards den Titel zweimal erfolgreich verteidigt.

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Mittelgewicht (bis 83,8 kg)

Zum ersten Mal in der UFC-Geschichte trägt ein Südafrikaner Gold. Bei UFC 297 hat sich Dricus du Plessis (30) mit einem Sieg über Ex-Champ Sean Strickland zum Champ gekrönt (Punktesieg). Der Mittelgewichtler hat in der UFC noch nie verloren, ist seit neun Kämpfen unbesiegt.

Was steht als Nächstes an? Bei UFC 305 steigt du Plessis für seine erste Titelverteidigung gegen Ex-Champ und Rivale Israel Adesanya in Australien in den Käfig.

Halbschwergewicht (bis 93 kg)

ER ist ein wahres Phänomen. Vor weniger als drei Jahren hat Alex Pereira (37) sein UFC-Debüt gefeiert. Seine Ausbeute seitdem: mehr als beeindruckend. Der Brasilianer holte den Gürtel im Mittelgewicht und Halbschwergewicht. Früher war Pereira erfolgreicher Kickboxer, dann der Wechsel zu MMA.

Bisher hat er seinen Gürtel zweimal verteidigt, zuletzt bei UFC 303.

Schwergewicht (bis 120,2 kg)

Auch die schwerste Gewichtsklasse in der UFC hat ein Limit. Die Fighter dürfen nicht mehr als 120,2 kg auf die Waage bringen. UFC-Legende Jon Jones (37) regiert aktuell bei den schweren Jungs auf dem Thron. Bei UFC 285 hatte er Ciryl Gane innerhalb zwei Minuten zum Abklopfen gebracht. Eigentlich sollte es bei UFC 295 zum Knaller-Kampf gegen Ex-Champ Stipe Miocic kommen. Weniger als ein Monat vor dem Fight hat sich Jones allerdings einen Muskelfaserriss in der Brust zugezogen.

Rückblick auf UFC 302

Islam Makhachev hat bei der MMA-Veranstaltung UFC 302 in Newark seinen Titel im Leichtgewicht gegen Veteran Dustin Poirier durch einen Submission-Sieg in der fünften Runde verteidigt. Während der Russe nun in einer neuen Gewichtsklasse auf Titeljagd geht, deutete der Amerikaner sein Karriereende an.

Der Titelkampf: Islam Makhachev vs. Dustin Poirier

Poirier ist in Runde eins in der Defensive. In der ersten Runde feuerte der Champion gleich eine Schlagserie in die Deckung des Herausforderers und brachte einen Takedown durch. Am Boden arbeitete dann Makhachev gewohnt souverän, setzte erst einen Kimura-Griff an, und eroberte dadurch den Rücken Poiriers. Der wusste sich zwar gegen weitere Ansätze von Aufgabegriffen zu wehren, musste die Runde aber sicher nach Punkten abgeben.

Der Amerikaner hatte in Runde zwei dann bessere Momente. Die ersten Takedownversuche verteidigte er solide und hatte im Schlagabtausch mit dem Russen die besseren Karten. Selbst wenn Makhachev in den Clinch wechselte, setzte Poirier Uppercuts an, um sich zu lösen. Wenige Sekunden vor dem Rundenende brachte der Champion dann doch einen Takedown durch - und stahl die Runde.

In Runde drei startete Makhachev besser. Im Clinch verpasste er Poirier einen heftigen Kniestoß und presste seinen Gegner gegen den Käfigzaun. Dort verbesserte er seine Position, ehe Poirier sich irgendwie aufrappeln konnte. Ein aufgepeitschter Poirier ging dann mehr Risiko, landete gute Schläge, fing sich aber auch einige Konter von Makhachev ein.

Die vierte Runde war dann vollgepackt mit Highlights: Mit einem Ellbogen verpasst Poirier dem Champion einen tiefen Cut auf der Stirn, Makhachev hatte viele gute Schlagkombinationen, scheiterte aber mit seinen Takedownversuchen.

Die Entscheidung in Runde fünf kam etwas überraschend. Ausgerechnet in der Käfigmitte, wo sich Poirier sonst so gut zu verteidigen wusste, schnappte sich Makhachev ein Bein des Amerikaners, zerrte ihn aus dem Gleichgewicht und setzte im Bodenkampf einen Aufgabegriff an. Der D'Arce-Choke war letztlich zu eng, Poirier klopfte ab.

Makhachev lobte die Takedownverteidigung Poiriers und würdigte seinen Gegner als Legende des Sports. Er wolle nun eine Gewichtsklasse höher - im Weltergewicht - antreten und um den Titel kämpfen. Der 35-jährige Poirier deutete dagegen sein Karriereende an. "Das könnte es gewesen sein", sagte er nach dem Kampf. "Ich weiß, dass ich mit den Besten mithalten kann." Aber er müsse nicht kämpfen, nur um sich das zu beweisen. Er dankte anschließend seiner Familie für die jahrelange Unterstützung.

Sean Strickland vs. Paulo Costa

Die beiden Mittelgewicht-Fighter Sean Strickland und Paulo Costa versprachen vor dem Käfigduell ein Feuerwerk. Der Ex-Champion in der Gewichtsklasse polarisiert ebenso wie der Brasilianer im und abseits des Oktagons. Für beide ging es darum, mit einem Sieg erneut einen Titelkampf zu ergattern.

Vom angekündigten Feuerwerk war allerdings wenig zu sehen. Costa umtänzelte seinen Kontrahenten, landete viele Legkicks und vereinzelt Schläge zum Körper. Der US-Amerikaner marschierte zwar stetig auf den Brasilianer zu, landete aber nur wenige Treffer.

In der zweiten Runde präsentierte sich der Ex-Champion dann etwas besser, landete immer wieder den Frontkick zum Bauch seines Gegners. Costa hielt am Plan fest, sich nicht stellen zu lassen und Strickland Schlagkombinationen zu ermöglichen. Das sah in der dritten Runde nicht anders aus: Strickland mit den besseren Treffern, Costa nur vereinzelt erfolgreich.

Für den Brasilianer ging es in den finalen beiden Runden um alles. Costa zeigte sich aber weiter verhalten, zielte nun aber mehr zum Kopf und hatte mit Jabs Erfolg. Dazu kamen Legkicks, die Strickland aber einfach wegsteckte. In Runde fünf setzte Costa zwar erstmals im Kampf die Mehrzahl an signifikanten Treffern, wirklich souverän sah das aber nicht aus. Vor allem, weil Stricklands Boxen immer da war - und zum Rundenende mit einem Highkick den Höhepunkt des Kampfes setzte.

Zwei der Punktrichter werteten den Kampf für Strickland, einer für den Brasilianer. Nach seinem Sieg durch Split Decision stürmte der 33-Jährige zu Donald Trump, der sich direkt am Käfig befand. Dort machte er ein Selfie mit dem Ex-Präsidenten. Auch im Interview nach dem Kampf widmete Strickland Trump einige Worte: "Es ist eine Farce, was sie mit Ihnen machen", sagte Strickland in Anspielung auf den Schuldspruch im Schweigegeldprozess.

Weitere Kämpfe von UFC 302

Neben den Hauptkämpfen gab es auch weitere spannende Auseinandersetzungen bei UFC 302:

  • Mittelgewicht: Kevin Holland besiegt Michal Oleksiecjuk durch technische Submission in Runde 1.
  • Weltergewicht: Niko Price besiegt Alex Morono nach Punkten.
  • Weltergewicht: Randy Brown vs. Elizeu Zaleski dos Santos.

Die Fightcard von UFC 302 im Überblick

Hier ist die vollständige Fightcard von UFC 302:

  • TITELKAMPF - Leichtgewicht: Islam Makhachev gegen Dustin Poirier
  • Mittelgewicht: Sean Strickland gegen Paulo Costa
  • Mittelgewicht: Kevin Holland gegen Michał Oleksiejczuk
  • Weltergewicht: Niko Price gegen Alex Morono
  • Weltergewicht: Randy Brown gegen Elizeu Zaleski dos Santos

Dustin Poirier: Ein Rückblick auf seine Karriere

Vor mehr als 13 Jahren hat Dustin Poirier (35) sein Debüt in der UFC gefeiert. Der Käfig-Veteran entwickelte sich in dieser Zeit zum Publikumsliebling, hat viele große Siege gefeiert. Der ganz große Coup fehlt ihm allerdings noch.

Es ist für den US-Amerikaner nicht der erste Angriff auf UFC-Gold. Bereits zweimal hat er für den prestigeträchtigen Gürtel gekämpft, beide Male aber verloren. Zuletzt ist er mit einem krachenden K.o. über Shootingstar Benoit Saint Denis wieder in den Fokus gerückt.

Für Poirier ist klar: „Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass die Medien, meine Gegner, ihre Coaches und die Kritiker keine Rolle spielen. Es liegt in meinen Händen. Ich bin der Einzige, der die Möglichkeit hat, das zu schaffen.“

Conor McGregor: Comeback in Sicht?

Conor McGregor kehrt auf die große MMA-Bühne zurück. Ohne Wirbel geht es bei dem Iren allerdings nicht.

Eigentlich ist die Rückkehr des exzentrischen Superstars bei UFC 303 Ende Juni in Las Vegas vorgesehen. Dort soll McGregor gegen Michael Chandler kämpfen, um einen Titel geht es dabei nicht. Seinen letzten Fight hatte "The Notorious" vor rund drei Jahren absolviert.

Doch nun gab es mal wieder kurzzeitig Verwirrung um McGregor: Die für Montag vorgesehene Pressekonferenz in Dublin wurde von der UFC abgesagt. Dass dies ohne Angabe von Gründen geschah, sorgte für Spekulationen.

In seiner Erklärung nannte McGregor ebenfalls keinen konkreten Grund für die Absage, erklärte stattdessen, dass "die heutige Pressekonferenz aufgrund einer Reihe von Hindernissen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, abgesagt wurde." Zusätzlich entschuldigte er sich bei seinen Fans für die Unannehmlichkeiten und kündigte an: "Ich kann es kaum erwarten, die größte Show aller Zeiten im Oktagon zu veranstalten."

Nicht nur seine Fans fiebern einem Comeback entgegen, denn trotz der langen Pause ist der Ire immer noch ein extrem wichtiges und schillerndes Gesicht der UFC. Ein Publikumsliebling und -magnet.

Allerdings geht es seit Jahren sportlich Stück für Stück bergab. Seit seinem Aufsehen erregenden Boxkampf gegen Legende Floyd Mayweather 2017 stand McGregor nur noch vier Mal im Oktagon. Drei Kämpfe verlor er, 2018 gegen Khabib Nurmagomedov und 2021 zwei Mal gegen Dustin Poirier. Beim letzten Fight brach er sich das Bein und kehrte seitdem nicht mehr auf die UFC-Bühne zurück. Sein letzter Sieg liegt rund dreieinhalb Jahre zurück.

Aktuelle UFC-Champions im Überblick (Stand: Juni 2024)

Gewichtsklasse Champion
Frauen-Strohgewicht (bis 52 kg) Weili Zhang
Frauen-Fliegengewicht (bis 56,7 kg) Alexa Grasso
Frauen-Bantamgewicht (bis 61,2 kg) Raquel Pennington
Fliegengewicht (bis 56,7 kg) Alexandre Pantoja
Bantamgewicht (bis 61,2 kg) Sean O'Malley
Federgewicht (bis 65,7 kg) Ilia Topuria
Leichtgewicht (bis 70,3 kg) Islam Makhachev
Weltergewicht (bis 77,1 kg) Leon Edwards
Mittelgewicht (bis 83,8 kg) Dricus du Plessis
Halbschwergewicht (bis 93 kg) Alex Pereira
Schwergewicht (bis 120,2 kg) Jon Jones